Friday, 27. May 2016
02.05.2011
 
 

Sathya Sai Baba (1926–2011). Eine Hintergrundanalyse der Kontroversen und Kritiken

Armin Risi

Am Morgen des Ostersonntags (24. April 2011, 7:40 Ortszeit) verstarb der weltbekannte indische Guru Sathya Sai Baba im Alter von 84 Jahren in seinem Heimat- und Wirkungsort Puttaparthi im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesch. In Andhra Pradesch wurden vier Tage Staatstrauer ausgerufen (vom Todestag am Sonntag bis zum Begräbnis am darauf folgenden Mittwoch). Nicht einmal einem Präsidenten käme eine solche Ehre zu. Wie kommt dies, wo Kritiker ihn als »entlarvten« Scharlatan bezeichnen? Die Öffentlichkeit im Westen hat durch die Massenmedien insbesondere zwei Dinge über Sai Baba erfahren: Dass es viele Wunderberichte gibt und dass Anschuldigungen eines homophilen oder pädophilen Verhaltens gegen ihn erhoben wurden. Im Gegensatz dazu sprachen und sprechen indische Politiker und Würdenträger eine hohe Wertschätzung für Sai Baba aus. Im Dezember 2001 veröffentlichte der damalige Premierminister von Indien, A. B. Vajpayee, mit vier anderen führenden Regierungsmitgliedern einen offiziellen Brief, in dem die Anschuldigungen gegen Sai Baba als »haltlos und bösartig« bezeichnet wurden. Tatsächlich bringt eine diesbezügliche Spurensuche Erstaunliches an den Tag.

Vorab möchte ich feststellen, dass ich kein »Anhänger« von Sai Baba bin und ihm nie begegnet bin. Ich fühle mich jedoch der indischen Spiritualität sehr verbunden, denn ich lebte für 18 Jahre als Mönch in vedischen Klöstern in Europa und Indien. In diesen Kreisen wurde Sai Baba negativ und mit Ablehnung gesehen, und so hatte auch ich eine entsprechende Meinung. Im Lauf der Jahre begegnete ich jedoch zahlreichen Menschen, die Sai Baba persönlich erlebt hatten. Ich hörte ihre Berichte und sah den positiven Wandel und die große Inspiration, die sie durch ihre Begegnungen und Erlebnisse erfahren hatten. Zu Sai Babas Millionen von Devotees gehören Menschen aus allen Kulturkreisen und Religionen, nicht zuletzt auch aus dem Islam, weil der Friede zwischen Hindus und Moslems ein besonderes Anliegen Sai Babas war. Obwohl er selbst in der indischen Religion zu Hause war, wollte er niemanden zum Hinduismus bekehren. Er wies auf die höhere, universelle Essenz von Religion und Spiritualität hin, und betonte, dass diese in allen Religionen zu finden ist.

 

Zu Sathya Sai Babas Person und Wohltätigkeit

Im Internet finden sich zahlreiche Darstellungen von Sai Babas Leben. Das deutsche Wikipedia gibt eine knappe Übersicht mit einer Betonung der negativen Punkte und der (angeblichen) Entlarvungen seiner Materialisationen. Eine kurze Darstellung in Deutsch findet sich zum Beispiel auch auf der Website www.sathya-sai.info, dort vor allem mit Betonung seines umfangreichen karitativen und humanitären Wirkens. Eine Website, die fundierte Entgegnungen zu den verschiedenen Kritikpunkten und Anschuldigungen gibt, ist www.saisathyasai.com (in Englisch).

Bemerkenswert an Sai Babas Biografie ist, dass er 1926 als Bauernsohn im damals kleinen Dorf Puttaparthi geboren wurde und sein ganzes Leben lang dort geblieben ist. Er reiste nur ein einziges Mal kurz außerhalb Indiens (für einen Besuch in Afrika). Die Aussage, dass der Prophet im eigenen Land nichts gilt, trifft für Sai Baba – und für Indien – nicht zu. Die Wunder um Sai Baba begannen, als er 14 Jahre alt war. Puttaparthi ist aufgrund der Gegenwart von Sai Baba im Lauf der Jahrzehnte zu einer Stadt angewachsen. Dort, wie an vielen anderen Orten in Indien hat Sai Baba Schulen und Hospitäler gegründet, darunter auch zwei große Gratisspitäler – in Puttaparthi und in der Nähe von Bangalore –, wo Arme und Ärmste kostenlos (!) behandelt werden, selbst wenn sie teuerste Operationen benötigen (Super Speciality Hospital; in jenem von Puttaparthi verstarb Sai Baba). Ebenso wurden durch seine Initiative und Finanzierung aufwendige Wasser­projekte realisiert. Die Fernsehstation New Delhi Television (ndtv) kommentierte hierzu am Ostersonntag:

»Im Jahr 1996 startete der Sathya Sai Trust ein aufsehenerregendes 400-Crore-Rupien-Projekt [eine Crore sind zehn Millionen Rupien], um 750 Dörfer in vier Halbwüstendistrikten von Andhra Pradesch sowie auch Chennai [Madras] mit Trinkwasser zu versorgen. Sogar Politiker zögern nicht einzuräumen, dass er das getan hat, was eigentlich die Regierung für die Bevölkerung tun müsste: die Trinkwasserversorgung und die gesundheitlichen Dienste sowie das Vorhandensein von Schulen und Colleges sicherzustellen.« K. Rosaiah, der ehemalige Regierungspräsident von Andhra Pradesch, sagte in dieser Sendung: »Dank ihm haben wir eine hervorragende Schulinfrastruktur. Im Bereich der Gesundheit gibt es dank ihm das Super Speciality Hospital, mit dem sich nur wenige Spitäler in unserem Land vergleichen lassen. Und dann auch [dank ihm] das Trinkwasser.«

Kiran Kumar Reddy, der amtierende Regierungspräsident von Andhra Pradesch, sagte am Tag nach Sai Babas Tod während einer Pressekonferenz: »Die Vorstandsmitglieder des Trusts haben uns versichert, dass alle Aktivitäten genauso weitergeführt werden wie bisher, denn sie glauben, und wir alle glauben, dass Bhagavan Sathya Sai weiterhin mit uns ist.«

Am Mittwoch, den 27. April, fand die Beisetzung statt. Gemäß der Tradition werden in Indien große Heilige nicht feuer-, sondern erdbestattet. Hunderttausende von Menschen kamen nach Puttaparthi, darunter der indische Premierminister Manmohan Singh und die Kongresspräsidentin Sonia Gandhi sowie zahlreiche andere Spitzenpolitiker und Prominente.

 

Der Guru und die vielen Projektionen

Eine Guru-Figur wie Sai Baba, der für viele auch als göttliche Inkarnation (Avatar) galt, wird zur Projektionsfläche von Millionen von Menschen. Dabei geschieht es immer wieder, dass Menschen mit falschen Erwartungen kommen und nicht das erhalten, was sie sich erhofften. Nicht selten schlägt Fanatismus dann in Frustration um, manchmal sogar in Hass. Genauso wie diese Personen vorher ihre falschen Erwartungen auf den Guru projizierten, projizieren sie danach alle Schuld und alle Fehler auf ihn und beginnen eine Negativpropaganda oder können leicht für solche Feldzüge rekrutiert werden.

Sai Baba, so wird berichtet, ließ sich von Menschen, die eine Sonderbehandlung erwarteten, nicht instrumentalisieren. Er konfrontierte gerade sie mit ihren eigenen Schatten und falschen Vorstellungen, selbst wenn sie Millionäre oder Professoren waren. Bei einigen, die sich durch das unkonventionelle Verhalten dieses »Bauernsohnes« beleidigt fühlten, führte dies zu heftigen Reaktionen. Ehemalige Getreue wandten sich gegen ihn und wurden zu erbitterten Feinden. Diesen nicht zu unterschätzenden Faktor gilt es bei der kritischen Auseinandersetzung ebenfalls zu beachten.

Sai Baba lebte in einer Welt, die von einem »normalen« Leben auf unvorstellbare Weise verschieden ist. Wie kann man über mehr als 60 Jahre hinweg sich fast täglich auf Scharen von Tausenden von Menschen einlassen, die alle ihre persönlichen Erwartungen, Probleme und Vorstellungen haben? Bei Sai Baba fühlten sich die meisten verstanden, erhört und inspiriert, wie zahllose Berichte von erstaunlichen Hilfen, Fügungen und Wundern bezeugen. Durch solche Berichte nahm die Zahl der Besucher noch mehr zu, ebenso wie die Intensität der Erwartungen – und die Zahl der Kritiker und Gegner: Religionshasser und »Rationalisten« auf der einen Seite, religiöse Fundamentalisten aller Richtungen auf der anderen.

 

Christlich-fundamentalistische Propaganda gegen Sai Baba

Der Erste, der mit einem massiven Angriff auf Sai Baba begann, war der Amerikaner Robert Taliaferro Brooke, kurz: Tal Brooke. Er ist Präsident des Spiritual Counterfeits Project (SCP) mit Sitz in Berkeley, Kalifornien, einer evangelikalen Mission, die alles, was nicht ihrem christlich-fundamentalistischen Glauben entspricht, als teuflisch darstellt, insbesondere alle anderen Religionen. Brookes persönliche Zielscheibe ist Sai Baba. Anfang der 1970er-Jahre reiste er für etwa ein Jahr nach Indien und suchte eine Sonderstellung bei Sai Baba, die er jedoch nicht bekam. Danach verkündete er, er habe bei Sai Baba Teufelsvisionen gehabt, die erst verschwanden, als er sich Jesus Christus zuwandte.

Zeugen, die mit ihm bei Sai Baba waren, sagen jedoch, er habe bereits damals christlich-fanatische Züge gehabt. (Wollte er ein »Held« sein und an Sai Baba herankommen, um ihn zu bekehren?) Danach erzählte er, er habe ein Verherrlichungsbuch über Sai Baba verfasst, dann aber das gesamte Manuskript vernichtet. Um sich selbst einen möglichst hohen Stellenwert zu geben, behauptete er auch, er sei einer von Sai Babas führenden Schülern gewesen. 1976 veröffentlichte er sein Baba-Hassbuch Lord of the Air, das er mehrfach umschrieb, indem er ständig neue Horrorgeschichten von meist pseudonymen »Zeugen« einfügte. 1982 veröffentlichte er es unter dem Titel Avatar of Night, 1984 unter dem Titel Lord Of The Air: Tales of a Modern Antichrist. In diesen Büchern durften auch sexuelle Anschuldigungen nicht fehlen.

Es ist eine biografische Tatsache, dass Brooke in den 1960er-Jahren mit magischen Praktiken und mit Drogen experimentierte. Er gehörte auch zur Neo-American Church, einer Pro-LSD-Organisation, die von Arthur Kleps gegründet wurde, einem Anhänger des LSD-Protagonisten Timothy Leary.

In seinen Büchern sprach er nie über seine Eltern, obwohl er viel von sich selbst erzählte. Die Internet-Autorin Lisa de Witt begab sich auf Brookes Spuren und fand heraus, dass sein Vater, Edgar Duffield Brooke, 1961 von Edward R. Murrow zum Direktor der U.S. Information Agency (USIA) ernannt wurde! Das bedeutet, dass Tal Brookes Vater der Chef der US-Geheimdienstpropaganda war. Damals herrschte hinter den Kulissen ein starker Rassismus. In dieser Zeit (Vietnamkrieg usw.) wurde Martin Luther King ermordet, angeblich von einem Einzeltäter. Heute jedoch ist erwiesen – sogar durch ein US-Geschworenengericht (Memphis 1999) –, dass die wirklichen Mörder aus Geheimdienstkreisen stammten (siehe William F. Pepper: Die Hinrichtung des Martin Luther King – Wie die amerikanische Staatsgewalt ihren Gegner zum Schweigen brachte, Diederichs Verlag, München 2003). Die Frage, ob oder wie weit Tal Brooke mit den Geheimdienstkreisen seines Vaters verbunden ist, ist umstritten.

 

Die Gegenkampagne von 1999/2000

In den 1980er- und 1990er-Jahren ging der Großteil der Behauptungen und Gerüchte gegen Sai Baba direkt und alleinig auf die Bücher von Tal Brooke zurück. Dann kamen plötzlich neue Anschuldigungen: Sai Baba habe sich bei Privataudienzen auch an Kindern vergriffen. Die meisten Kritiker übernahmen diese kursierenden Presseberichte und negativen Gerüchte, ohne sie zu hinterfragen. Eine brisante Vermutung über die Hintergründe dieser plötzlichen Medienangriffe stammt von der australischen Therapeutin und Autorin Stephanie Relfe. Im Internet veröffentlichte sie 2001 einen Artikel mit der Überschrift: »Rothschild Strikes Back? Sai Baba: The possible truth behind the negative media stories« (»Rotschild schlägt zurück? Sai Baba: Die mögliche Wahrheit hinter den negativen Mediengeschichten«). Dieser Artikel wurde im Internet vielfach zitiert und von anderen Autoren aufgegriffen.

Stephanie Relfe hebt zuerst den bereits erwähnten offiziellen Brief hervor, den der damalige indische Premierminister A. B. Vajpayee im Dezember 2001 zusammen mit P. N. Bhagawati (ehemaliger Hauptrichter des Supreme Court of India), Ranganath Mishra (Vorsitzender der Nationalen Menschenrechtskommission und ehemaliger Oberrichter am Supreme Court of India), Najma Heptulla (Präsident der Interparlamentarischen Union) und Shivraj V. Patil (Parlamentsmitglied und ehemaliger Unionsminister) veröffentlichte. Darin bezeichnen diese Spitzenpolitiker die Anschuldigungen gegen Sathya Sai Baba als »wild, schamlos und erfunden« und sagen, diese seien von Leuten mit »verborgenen Interessen« in die Welt gesetzt worden. Der indische Premierminister und die anderen Unterzeichnenden verurteilten die Anschuldigungen als »haltlos und bösartig«.

Stephanie Relfe fragte sich, wer diese Leute mit »verborgenen Interessen« sein könnten, und brachte dabei einen Vorfall an die Öffentlichkeit, den nur wenige kannten. Im Jahr 1990 veröffentlichte Diana Baskin das Buch Divine Memories of Sathya Sai Baba, das auch auf Deutsch übersetzt wurde. Diana Baskin ist die Tochter eines italienischen Aristokraten und die Enkelin eines Schweizer Bankiers. Sie und ihr Ehemann hatten für zehn Jahre bei Sai Baba gelebt und erzählten überall von ihren erstaunlichen Erlebnissen. So hörte laut Stephanie Relfe auch »Baron Rothschild« von Sai Baba und sei dann ebenfalls nach Puttaparthi gereist, aber Sai Baba habe ihn öffentlich vollständig ignoriert und stattdessen demonstrativ mit einer Gruppe von Pilgern aus Nepal gesprochen. Kurz danach begann die gewaltige Medienkampagne gegen Sai Baba. Stephanie Relfe vermutet, dass es sich hier um einen Racheakt handelte. Sie weist darauf hin, dass in diesen hohen Kreisen angebliche Zeugen über »mind control« beeinflusst werden können, und nennt zu diesem kontroversen Thema zahlreiche Quellen.

Ihre Theorie mag stimmen oder nicht, Fakt ist, dass die Schmierenkampagne nie über die Medienattacken hinausging. Wäre irgendetwas an den Anschuldigungen wahr gewesen, hätten dies die vielen Menschen im engen Kreis um Sai Baba wahrgenommen, und diese Ärzte, Juristen, Ex-Offiziere usw. hätten sich von ihm abgewandt und ihn denunziert. Weil sie aber erkannten, dass hier eine bösartige Verleumdung lief, stellten sie sich hinter ihn. Ansonsten hätte auch der damalige Premierminister diese Anschuldigungen nicht offiziell verurteilt und als haltlos bezeichnet.

 

Die Frage der Materialisationen

Während seiner täglichen zwei Audienzen kam es über rund 60 Jahre hinweg zu vielen tausend sogenannter Materialisationen: Früchte, Ringe, Schmuckstücke usw. und vor allem heilige Asche (vibhuti). Die Kritiker sagen, hierbei habe es sich durchweg um plumpe Tricks gehandelt. Er habe Aschetabletten zwischen seinen Fingern versteckt und diese dann zer­rieben. Er habe die Gegenstände aus seinem Ärmel gezogen oder sonstwie versteckt. Oder ein Assistent habe ihm den jeweiligen Gegenstand einfach zugesteckt. Tatsächlich gibt es Szenen auf Film, wo es aussieht, als ob er einen Gegenstand aus seinem Ärmel oder unter seinem Stehpult hervorzieht. Andere Filmaufnahmen lassen diesen Schluss wiederum nicht zu.

Hinzu kommt, dass Sai Baba auch von skeptischen und wissenschaftlich gebildeten Personen besucht wurde, die nach monate- bis jahrelanger Beobachtung die Echtheit der Materialisationen bestätigten. Sogar der Baba-Hasser Tal Brooke sagt, die Materialisationen und die vielen anderen Wunder seien echt, seien aber das Werk des Satans. Zu Sai Babas Umfeld gehörten Wissenschaftler, Ärzte, ehemalige Generäle usw. Sie alle sind nüchterne, skeptische Personen und schauten bei diesen Vorgängen genau hin. Ließen sie sich allesamt täuschen?

1973 begannen zwei Parapsychologie-Experten – Dr. Erlendur Haraldsson, Psychologie­professor an der Universität Island, und Dr. Karlis Ossis – eine mehrjährige Studie über die Frage der Materialisationen durch Sai Baba und reisten mehrfach nach Indien, um sein Wirken aus nächster Nähe – sowohl vor den Menschenmengen als auch in privaten Begegnungen – zu beobachten und zu prüfen. 1977 veröffentlichten sie im Journal of the American Society for Psychical Research ihren Bericht: »Appearance and Disappearance of Objects in the Presence of Sri Sathya Sai Baba«. Darin vertreten sie die Schlussfolgerung, dass die Materialisationen echte paranormale Phänomene sind – und illustrieren dies anhand vieler Beispiele. Besonders überzeugend waren Materialisationen und Dematerialisationen von Objekten in einer gewissen Entfernung von Sai Baba, wo er offensichtlich nicht durch Handbewegungen irgendetwas manipulieren konnte. (Eine gute Darstellung dieser Untersuchungen findet sich zum Beispiel im Buch von David Ash und Peter Hewitt: Wissenschaft der Götter – Zur Physik des Übernatürlichen, Verlag Zweitausendundeins, 1991.)

Prof. Haraldsson setzte seine Untersuchungen fort und veröffentlichte zehn Jahre später einen weiteren Bericht. Dieses Buch erschien auch auf Deutsch: Sai Baba – Ein modernes Wunder. Ein Forschungsbericht über paranormale Phänomene im Zusammenhang mit dem spirituellen Meister Sathya Sai Baba (Bauer Verlag, 1988).

 

Keine wissenschaftlichen Untersuchungen

Sai Baba ließ bei der Begegnung mit Wissenschaftlern und skeptischen Geistern verschiedenste wundersame Dinge geschehen, aber er ließ sich nie auf ein Laborexperiment ein. Seine Begründung gegenüber Prof. Haraldsson: »Der Präsident eines Staates hat große Macht. Zum Beispiel kann er Menschen einsperren lassen. Aber er kann nicht einfach jemanden einsperren lassen, nur um seine Macht zu demonstrieren.« (Zitiert nach Ash/Hewitt, S. 54.)

Zyniker können sagen, dies sei eine faule Ausrede. Man könnte aber auch sagen, dass dies eine Respektierung des freien Willens ist. Wer nicht glauben will, wird auch bei weiteren Experimenten nicht glauben. Deshalb ließ sich Sai Baba von wissenschaftlichen Skeptikern nicht zu ständig neuen Privatdemonstrationen bewegen. Die Anhänger erklären, dass Sai Baba niemandem etwas beweisen wollte, er habe diese Handlungen zur Inspiration seiner Devotees vollzogen.

Ein häufiges Argument für die Echtheit der Materialisationen ist folgendes: Sai Baba manifestierte täglich mindestens zwei bis fünf Objekte, manchmal auch viele mehr. Er tat dies für mehr als 60 Jahre fast jeden Tag. Darunter befanden sich auch kostbare Objekte wie Goldringe mit Diamanten, Perlenketten und Goldstücke. Vielfache Prüfungen zeigen, dass das Gold, die Diamanten usw. echt waren. Hätte es sich hier nur um Show gehandelt, hätte Sai Baba sich im Geheimen Ringe, Uhren, Goldgegenstände, Diamanten, Halsketten, Armbänder usw. beschaffen müssen, ebenso wäre eine täglich laufende geheime Produktion von Aschetabletten erforderlich gewesen. Dies alles über mehr als 60 Jahre hinweg? Mit heimlichen Lieferungen und Bezahlungen sowie mit Bestechung von Tausenden von Menschen aus drei Generationen, damit sie alle schweigen? Werden hier die Kritiker zu dubiosen Verschwörungstheoretikern, nur um ihr Weltbild zu verteidigen?

 

Falsche Prophezeiung über sein Todesjahr?

Sai Baba hatte gesagt, er werde 95 Jahre alt. Nun ist er mit 84 gestorben. In Internet- und YouTube-Kommentaren schreiben zynische Kritiker mit Hohn und Spott. Wenn er eine göttliche Inkarnation war, warum konnte er dann nicht sich selbst retten?

Ein kritisches Nachfragen ist berechtigt. Hat er sich geirrt? Das wäre die einfachste Erklärung. Zu beachten jedoch ist, dass Sai Baba diese Aussagen hauptsächlich in den 1960er-Jahren machte. Damals bestand die Hoffnung (auch in medialen Kreisen), dass die Menschheit die vielen positiven Impulse, die in die Welt kamen, kollektiv aufnehmen und umsetzen würde. Dies war jedoch nicht der Fall, aus welchen Gründen auch immer. So könne es sein, dass sich für Sai Baba im Lauf der Jahrzehnte der Lebensplan änderte.

Eine andere, noch plausiblere Erklärung findet sich im offiziellen Pressetext der Sai-Baba-Organisation: In spirituellen Kreisen Indiens wird mit dem astrologischen Mondkalender gerechnet, so wie dies auch Sai Baba tat. Gemäß diesem Kalendersystem wurde Sai Baba 95,4 Jahre alt -- also genau so alt, wie er es schon Jahrzehnte zuvor vorausgesagt hat.

 

Schlussgedanken

Wir leben heute in einer Zeit, in der sich viele Probleme und soziale Unruhen, wenn nicht sogar Kriege anbahnen, wie zum Beispiel der Zukunftsforscher Gerald Celeste progonstiziert. Wir haben den heißesten Frühling seit Jahrzehnten, und wir wissen, dass verschiedene europäische Seher sagten, dass vor dem »Krieg« ein auffällig heißer Frühling kommen werde. Wir können bei solchen Perspektiven auf unterschiedliche Weise reagieren: mit Angst und Panik, mit Ohnmachtgefühlen, mit einem Ignorieren. Wenn wir jedoch mit »anderen«, mit spirituellen Gedanken reagieren, manifestieren wir für uns und letztlich auch für die Welt eine andere Realität. Sai Babas Verscheiden gerade in dieser entscheidenden Zeit bewirkt, dass in Indien und weltweit viele Millionen von Menschen die Zeichen der Zeit mit verstärkter Intensität wahrnehmen und dementsprechend auch ihre Gebete, Meditationen und gemeinsamen Heilgesänge (im Indischen »Bhadschans« genannt) intensivieren. Im indischen Fernsehen kam es wegen Sai Babas Tod zu einer Welle von Sendungen und Berichterstattungen voll mit Mantra-Gesängen, und die Reporterinnen und Reporter sprachen über die Besinnung auf die spirituelle Essenz von Religion und Politik – und des eigenen Lebens. Diese lichtvollen Gedanken und Bewusstseinsimpulse geben der Menschheit in jedem Fall einiges mehr als zynische und verächtliche Worte mit den damit verbundenen Gedankenformen.

Die indische Religionskultur mag für uns Menschen im intellektuellen Westen exotisch und befremdlich aussehen, aber mit dem Mysterienwissen der vedischen Hochkultur können wir hinter dieses äußere Erscheinungsbild blicken und dadurch im scheinbar Fremden auch das Eigene erkennen.

 

Eine spektakuläre Vibhuti-Manifestation. Skeptiker sagen hier, die Asche sei in kompakter Form in die Vase hineingedrückt gewesen, und Sai Baba habe sie einfach mit seinen Fingern rausgekratzt. Wie glaubhaft ist dieser »rationalistische« Erklärungsversuch? Beurteilen Sie ihn selbst!

 

 

Impressionen als devotionales Meditationsvideo über Sai Baba. Ab 2:00 sind zwei Asche-Szenen zu sehen, ab 4:46 die Manifestation eines goldenes Eies. Optisch zeigt sich, dass dieses Objekt nicht irgendwo hervorgezogen wird, sondern in seiner Hand erscheint.

 

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • Wissenschaft: So zerstören Rapsfelder die heimische Natur

  • Weiß, intelligent und christlich? Dann dürfen Sie diskriminiert werden

  • Medizinstudie: Nach dem Herzinfarkt nicht ruhen?

  • Deutschland: Eine Währungsreform ist mittelfristig unabwendbar

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Zukunftsforscher Gerald Celente: Apokalypse 2011 nicht mehr abzuwenden

Udo Ulfkotte

Zugegeben: Die Leser der Web-Seiten des Kopp Verlags sind schlechte Nachrichten gewohnt. Doch im Vergleich zu dem, was Gerald Celente, einer der renommiertesten Zukunftsforscher der Welt, uns allen nun in seinem neuen Newsletter »The Trends Journal« präsentiert, waren die bislang im Kopp Verlag veröffentlichten Nachrichten wohl extrem gut.  mehr …

Gerald Celente sagte weltweite Proteste gegen Regierungen voraus: Was kommt als Nächstes?

Gerald Celente

Es ist eine verbürgte Tatsache! Die Flut zutiefst verärgerter, von der Jugend inspirierter Unruhen im Nahen und Mittleren Osten sowie Nordafrika stürzt Regierungen, verändert die geopolitische Landschaft grundlegend und erschüttert die Weltmärkte – traf aber die Nachrichtendienste der Welt unvorbereitet. Weder die CIA noch der amerikanische  mehr …

KOPP EXKLUSIV: Ab 2012 Kriege wieder mitten in Europa

Udo Ulfkotte

Der renommierteste Zukunftsforscher der Welt, Gerald Celente, prognostiziert den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in seiner jüngsten Studie nach zwei Generationen des Friedens nun ethnische Spannungen und Nationalismus, Zerfall und Kriege – zudem die Vertreibung aller Muslime aus Europa. Und das alles schon in wenigen Monaten.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Mobilität 2050 – Europa auf dem Weg in die Öko-Diktatur!

Ullrich Rothe

Vor gut einem Jahr schrieb ich an gleicher Stelle über mögliche Antriebstechniken der Zukunft. Dabei ist mir vermutlich ein schwerer Denkfehler unterlaufen, ging ich doch davon aus, dass letztlich der Markt über die besten Konzepte entscheiden würde. Aber dazu wird es wohl nicht kommen. Das Europäische Parlament (EP) hat nämlich beschlossen, den  mehr …

Zukunftsforscher Gerald Celente: Apokalypse 2011 nicht mehr abzuwenden

Udo Ulfkotte

Zugegeben: Die Leser der Web-Seiten des Kopp Verlags sind schlechte Nachrichten gewohnt. Doch im Vergleich zu dem, was Gerald Celente, einer der renommiertesten Zukunftsforscher der Welt, uns allen nun in seinem neuen Newsletter »The Trends Journal« präsentiert, waren die bislang im Kopp Verlag veröffentlichten Nachrichten wohl extrem gut.  mehr …

KOPP EXKLUSIV: Ab 2012 Kriege wieder mitten in Europa

Udo Ulfkotte

Der renommierteste Zukunftsforscher der Welt, Gerald Celente, prognostiziert den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in seiner jüngsten Studie nach zwei Generationen des Friedens nun ethnische Spannungen und Nationalismus, Zerfall und Kriege – zudem die Vertreibung aller Muslime aus Europa. Und das alles schon in wenigen Monaten.  mehr …

Medizinische Komplizenschaft in Guantanamo

Andreas von Rétyi

Wie jetzt durch eine gründliche Sichtung verschiedener medizinischer Akten und Falldaten  nachgewiesen werden konnte, hat medizinisches Personal wesentliche Fakten zu Folterungen an Häftlingen von Guantanamo Bay ignoriert und vertuscht. Dieses Ergebnis wurde jetzt in einer medizinischen Fachzeitschrift veröffentlicht. Die Autoren gehen davon aus,  mehr …

Medizinstudie: Nach dem Herzinfarkt nicht ruhen?

Andreas von Rétyi

Nach einem Herzanfall lautete die oberste Devise bislang: absolute Ruhe. Völlig falsch, sagen nun renommierte Wissenschaftler, die eine Langzeitstudie abgeschlossen haben.  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.