Tuesday, 31. May 2016
21.03.2016
 
 

Nicolas Sarkozy: »Jeder, der sagt, die Türkei sei ein europäisches Land, will den Tod der EU«

Birgit Stöger

Der ehemalige französische Präsident Nicolas Sarkozy übt in einem exklusiven Interview mit dem Sender  iTele harsche Kritik am Türkei-EU-Deal. Ankara habe keinen Platz in der Europäischen Union. Beide sprächen historisch wie ökonomisch und kulturell unterschiedliche Sprachen.

 

»Die Türkei liegt in Kleinasien. Es tut mir leid, das Folgende zu sagen. Die Türkei ist zweifelsohne ein großartiges Land mit einer großartigen Bevölkerung. Die Türkei ist eine Brücke zwischen Asien und Europa«, so Sarkozy, Chef der konservativen gaullistischen Republikaner (UMP) in Frankreich.

 

»Die Türkei hat aber keinen Platz in Europa. Ich habe immer diese Position, die auf gesundem Menschenverstand fußt, vertreten. Dies bedeutet nicht, dass ich irgendetwas gegen die Türken habe. Wir brauchen die Türkei als Verbündete in der NATO. Wenn wir aber erklären, dass die Türkei zu Europa gehört, müssen wir europäischen Schülern erklären, dass die europäischen Grenzen in Syrien liegen.«

 

»Dann wollen wir den Tod der Europäischen Union«

 

Sarkozy spricht sich gegen das Vorhaben, die Türkei in die EU zu holen, nicht nur deshalb aus, weil das Land schon per Definition nicht zu Europa gehöre, sondern auch wegen des Umgangs der türkischen Regierung mit oppositionellen Journalisten sowie mit den Kurden.

 

»Allein das ist es aber nicht. Was für eine Idee steht hinter Europa? Europa ist eine Union der europäischen Länder. Die Frage ist eher einfach, auch im geografischen Sinn, zu beantworten, ob die Türkei wirklich ein europäisches Land ist. Nur ein Ufer des Bosporus grenzt an Europa. Kann die Türkei je ein europäisches Land sein, wenn man es kulturell, historisch und wirtschaftlich betrachtet? Wenn wir dies mit ja beantworten, dann wollen wir den Tod der Europäischen Union.«

 

»Es ist falsch, wenn solche Fragen nur noch in Talkshows abgehandelt werden«

 

Am Sonntag trat der umstrittene Türkei-EU-Pakt in Kraft. Er beinhaltet weitreichende Zugeständnisse an die Türkei, die nicht nur von Sarkozy kritisiert werden. Hort Seehofer (CSU) erteilte dem Handel ebenfalls eine Absage. Eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU, oder eine komplette Visa-Freiheit, werde es mit der CSU in der Bundesregierung nicht geben.

 

Seehofer befürchtet, dass Deutschland auch dieses Mal die Hauptlast tragen werde. Über die mit der Türkei getroffene Vereinbarung sollte das EU-Parlament wie auch der Bundestag beraten und abstimmen. Das Gleiche gelte für die Immigrationsfrage: »Es ist falsch, wenn solche Fragen nur noch in Talkshows abgehandelt werden statt in den Parlamenten«, so der CSU-Chef.

 

Die Grünen fordern derweil die Bundesregierung auf, die im griechischen Grenzort Idomeni gestrandeten Immigranten allesamt in Deutschland aufzunehmen.

 




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