Friday, 26. August 2016
30.03.2016
 
 

Uni Marburg verhindert Eröffnungsrede von Evolutionsbiologe wegen Gender-Kritik

Birgit Stöger

Der Naturwissenschaftler und ehemalige Vizepräsident des Verbandes Deutscher Biologen, Professor Ulrich Kutschera, sollte ursprünglich am 23. März an der Philipps-Universität in Marburg in einer Vortragsreihe zum Thema Evolution sprechen. Das Präsidium der durch öffentliche Träger finanzierten Hochschule habe jedoch dem Organisator der Vortragsreihe empfohlen, den renommierten Wissenschaftler, der als vehementer Gender-Mainstreaming-Kritiker gilt, auszuladen und den Eröffnungsvortrag zum Studium generale einem anderen Referenten zu übertragen.

 

Der Darstellung der Hochschulleitung, sie sei der Empfehlung gefolgt und habe Kutschera »ausgeladen«, widerspricht der Wissenschaftler jedoch. Diese Darstellung sei falsch. Er sei dieser angeblichen Ausladung durch eine Absage zuvorgekommen.

Gender-Mainstreaming-Kritik unerwünscht

 

Dr. Kutschera äußerte sich in der Vergangenheit mehrfach scharf gegenüber dem Kreationismus. Dieser geht davon aus, dass die Welt von einem Schöpfer, wie in der Bibel geschildert, erschaffen wurde. Jedoch ist hierin nicht der Grund für den angeblichen Entzug der Eröffnungsrede seitens der Marburger Universitätsleitung zu sehen. Diese begründete die angebliche Ausladung des renommierten Wissenschaftlers mit seiner vehement kritischen Bewertung der Gender-Mainstreaming-Bewegung.

 

Die Anhänger der Gender-Ideologie bzw. des Gender-Mainstreaming unterscheiden zwischen dem biologischen Geschlecht (sex) und dem sogenannten »sozialen« Geschlecht (gender) des Menschen. Sie vertreten die Ansicht, dass das Geschlecht eines Menschen vor allem kulturell geprägt sei. Relevant hierbei sei nicht, welches Geschlecht die Person biologisch habe, sondern nur, als was sich die Person momentan fühle. Nach der Gender-Ideologie gibt es demnach nicht nur Mann und Frau, sondern auch noch viele – bis zu 5000 – andere Geschlechter, die beliebig wählbar und demnach auch wechselbar sein sollen.

 

Gender-Forschung ist »Unfug«, »Werk einer feministischen Sekte« und eine »quasi-religiöse Strömung«

 

Der 61-jährige Naturwissenschaftler hatte Mitte 2014 in einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg die Gender-Forschung als »Unfug«, als »Werk einer feministischen Sekte« und »quasi-religiöse Strömung« bezeichnet, die sich wie ein »Krebsgeschwür« immer weiter ausbreite und sämtliche Fachbereiche erobere.

 

Kutschera machte wiederholt geltend, dass Gender-Forschung nichts mit Naturwissenschaft zu tun habe, und stellte in dem erwähnten Interview dar: »Unsere Theorien basieren auf Fakten, während in der Sozialkunde vor sich hin theoretisiert wird.« Anhänger der Gender-Bewegung sind für den Biologen Pseudowissenschaftler, die er auf derselben Stufe ansiedle wie Wünschelrutengänger. Dazu zähle er auch die Anhänger des Kreationismus.

 

Neben erzürnten Zeit Online-Artikeln zog Kutschera den Missmut des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) seiner Universität Kassel auf sich. Dort ist er als Inhaber des Lehrstuhls für Pflanzenphysiologie und Evolutionsbiologie tätig. Die AStA reichte eine Beschwerde bei der zuständigen Hochschulleitung ein. Der Studierendenausschuss wertet Kutscheras Äußerungen als »abwertend und plakativ«. Zudem verleugne er die »Geschlechteridentität und reproduziere gesellschaftliche Rollenzuschreibungen«. Das Universitätspräsidium wurde aufgefordert, hierzu schriftlich Stellung zu beziehen.

 

»Armutszeugnis für den naturwissenschaftlichen Bildungsstand in Deutschland«

 

Die »Kritisch Uni Kasse (KUK)l« veröffentlichte Ende Februar ein »Statement zu den sexistischen und rassistischen Äußerungen Ulrich Kutscheras«, auf das der Biologe mit einer Veröffentlichung auf der Seite der Richard Dawkins Foundation antwortete.

 

Zusammenfassend kommt der Wissenschaftler zu dem Schluss, dass die »KUK-Gender-Ideologen (m/w) die im ›Gender-Paradoxon‹ dargelegten biologischen Sachverhalte nicht verstanden haben und an der Sache vorbeiargumentieren. Da man nur etwas infrage stellen kann, was man auch verstanden hat, ist dieses unkritische Pamphlet ein Armutszeugnis für den naturwissenschaftlichen Bildungsstand in Deutschland. Meine pseudowissenschaftlich-kreationistisch argumentierenden Kritiker unterstellen mir ihr reaktionär-konservatives, vordarwinsches Weltbild, was ich mit Nachdruck zurückweise – Wissen heißt, den Glauben überwunden zu haben.«

 

Der Evolutionsbiologe legte seit seiner fundamentalen Gender-Kritik auf einem anderen ideologisch verminten Gebiet nach und äußerte sich in ebenso klaren Worten zur ungeregelten Immigration. Kutschera bezeichnete diese als eine Masseneinwanderung – und zitierte hierbei eine amerikanische Journalistin, die den Begriff »Invasion – von muslimischen Kämpfern« verwendete. Zudem erschien im Februar sein Buch mit dem Titel Das Gender-Paradoxon, in dem der streitbare Evolutionsbiologe seine Kritik zusammenfasst.

 

Initiative zur Ausladung ging von Frauenbeauftragten aus

 

Wie die Geschäftsstelle des Zentrums für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung Mitte des Monats mitteilte, habe die Veröffentlichung seines Buches den Ausschlag gegeben, den renommierten Wissenschaftler auszuladen, so die Darstellung der Präsidentin der Hochschule, Professor Katharina Krause.

 

In einer schriftlichen Stellungnahme des Präsidiums der Universität begründet Krause den Schritt mit der Befürchtung, »dass der ursprünglich geplante Auftaktvortrag nicht der Intention des Studiums generale gerecht wird, Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung in einer für die Öffentlichkeit verständlichen Form zu vermitteln«. Denn Kutschera sei in jüngerer Zeit vor allem wegen seiner polarisierenden Äußerungen gegen die Gender-Forschung aufgefallen. Die Initiative, ihn nicht sprechen zu lassen, soll laut dem christlichen Magazin Idea von der Frauenbeauftragten der Universität Silke Lorch-Göllner ausgegangen sein. Für sie sei es nicht akzeptabel, dass ein so umstrittener Forscher bei einer Vorzeigeveranstaltung spreche.

 

Kutschera: Absage – keine Ausladung

 

Zwischenzeitlich machte Professor Kutschera in einer Stellungnahme klar, dass es sich nicht um eine Ausladung, wie von der Universitätsleitung behauptet, handle, sondern um eine Absage seinerseits. Laut dem Magazin ScienceFiles gehe aus der Stellungnahme von Kutschera eindeutig hervor, dass die »Informationen der Präsidentin« der Universität Marburg falsch seien. Es seien entweder bewusste Falschaussagen oder das Ergebnis eines gesichtswahrenden Versuchs, bei dem man es mit der Wahrheit nicht so genau genommen habe, so die Mutmaßung.

 

Die Klarstellung von Professor U. Kutschera, Stanford/Kalifornien, USA im Wortlaut:

»Freiwillige Absage – gegenstandslose Ausladung.

Am 18. März hatte mir der einladende Kollege und Organisator der Marburger Evo-Vortragsreihe, Herr Professor Rensing, mitgeteilt, dass es Proteste aus der Gender-Zunft und von gewissen AStA-Vertretern geben wird – man plane Protestaktionen gegen den Bio-Bösewicht aus Kassel.

Als Grund wurde unter anderem mein verhasstes Fachbuch Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen (2016) angeführt. Da ich mich als international ausgewiesener Life Scientist und Lehrbuchautor nicht von politisierenden Sozialkonstruktivisten, die keine Ahnung von den Prinzipien physiologisch-evolutionsbiologischer Forschung haben, öffentlich beleidigen lasse, habe ich am 19. März meinen Marburger Einführungsvortrag abgesagt – die nachgeschobene Ausladung ist eine Farce.

Diskussionen mit moneyistisch indoktrinierten Gender-Religioten sind genauso sinnlos wie Gespräche mit Junge-Erde-Kreationisten. Für beide Sektierergruppen gibt es keine objektiven Fakten, alles sei nur sozial konstruiert, die Evolution sei auch nur ein Mythos usw. Biologen und auch Naturforscher werden als irregeleitete Ideologen abqualifiziert. Gender-Kreationisten vertreten somit ein irrationales, vordarwinsches, konservativ-reaktionäres Weltbild, das heißt, das Dogma vom erschaffenen Grundtypen-Unisexmenschen-Urvater John Money, der als pädophiler Kinderschänder in die Geschichte eingegangen ist, lässt grüßen.

Ich stehe hinter jeder Zeile, die ich im Gender-Paradoxon geschrieben habe, und betrachte die Marburger Ausladung als weiteren Beweis für meine These, dass der Moneyismus eine dogmatisch-pseudowissenschaftliche Sektenideologie ist, die von jedem vernunftbegabten Menschen zurückgewiesen werden sollte.

Professor U. Kutschera, Visiting Scientist, Stanford, California 94305, USA«

Wie weit die ideologische Unterwanderung der Wissenschaft durch die feministische Gender-Ideologie bereits fortgeschritten ist, zeigt sich in erschreckender Weise einmal mehr im Umgang der Universität Marburg mit dem unbequemeren Evolutionswissenschaftler Kutschera. Anstatt Diskussionsfähigkeit zu beweisen, greifen diese Ideologen zum Mittel der Diskriminierung und Ausgrenzung und dem Versuch, ein Redeverbot zu verhängen.

 

 

 

 

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