Saturday, 1. October 2016
04.07.2015
 
 

100 000 deutsche Imker fordern ein GVO-Verbot

Daniel Barker

Fast 100 000 deutsche Imker fordern ein bundesweites Anbauverbot gentechnisch veränderter (GV-) Feldfrüchte. Vertreten werden sie vom Deutschen Imkerbund DIB, der sich nach der Einführung eines neuen EU-Gesetzes, das den Mitgliedsländern Handlungsspielräume (»Opt-Out«) beim GVO-Anbau einräumt, weiterhin für ein Verbot einsetzt.

 

Laut dem neuen Gesetz kann ein Mitgliedsland den Anbau auf Teilen oder der Gesamtheit seines Territoriums verbieten. GV-Befürworter protestieren gegen das Gesetz, der Streit erstreckt sich über die gesamte EU.

 

Der Deutsche Imkerbund appelliert an Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU), ein Verbot für das gesamte Land zu verhängen, doch der Minister vertritt die Linie, jedes Bundesland solle eigene Bestimmungen erlassen.

 

Für die Imker ist das keine Lösung, da Bienen beim Einsammeln des Nektars keine Landesgrenzen respektieren und Strecken von bis zu acht Kilometern zurücklegen. Ein »Flickenteppich«, bei dem einige Gebiete Gentechnik-frei sind und andere nicht, sei weder umweltpolitisch noch landwirtschaftlich vertretbar.

 

In der GV-Landwirtschaft droht den Honigbienen Gefahr durch den verbreiteten Einsatz bestimmter Neonicotinoid-haltiger Pestizide. Neonicotinoide sind nachweislich giftig für Bienen und andere Lebensformen. Die britische Zeitung Guardian berichtet:

Neonicotinoide sind bereits als wichtige Ursache für den Rückgang von Bienen und anderen Bestäubern bekannt. Diese Pestizide können auf das Saatgut ausgebracht werden, sie bleiben in der Pflanze, während diese wächst, und töten die Insekten, die sie fressen. Es braucht nur erstaunlich geringe Mengen, um Insekten zu töten:

Auf die Menge bezogen sind diese Gifte 10 000 Mal stärker als DDT. Werden Honigbienen nur fünf Nanogramm Nicotinoiden ausgesetzt, wird die Hälfte von ihnen sterben. Während sich die Bienen, Schwebefliegen, Schmetterlinge, Motten, Käfer und andere Bestäuber von den Blüten behandelter Feldfrüchte ernähren, können sie anscheinend so viel von dem Pestizid aufnehmen, dass ihr Überleben in Gefahr ist.

Viele Experten halten diese Pestizide zumindest teilweise verantwortlich für den Tod von Millionen Bienen, den so genannten Bienenvolkkollaps. 2014 starben in Kanada plötzlich 37 Millionen Bienen, nachdem auf nahegelegenen Feldern Genmais angepflanzt worden war.

Umgehend erklärten GV-Unterstützer und Befürworter, die Bienen seien nicht durch den Genmais getötet worden; Experten vermuten jedoch, dass der Tod die Folge des Neonicotinoid-Einsatzes war.

 

Vielleicht war das Bienensterben tatsächlich nicht direkt auf die Genpflanzen zurückzuführen, es gibt aber Beweise zuhauf, dass sie durch die Pestizide starben, die beim Anbau von Genmais zum Einsatz kommen.

 

Deutschen Imkern steht ein harter Rechtsstreit bevor

 

Obwohl die einzelnen EU-Mitgliedsstaaten den Anbau gentechnisch veränderter Feldfrüchte in Teilen oder der Gesamtheit ihres Staatsgebiets verbieten dürfen, steht Deutschland eine harte rechtliche Auseinandersetzung über die Einführung eines landesweiten Verbots bevor.

 

Erhebt die GVO-Industrie Einspruch gegen ein solches Verbot, was sie mit einiger Sicherheit tun wird, muss der Europäische Gerichtshof entscheiden. Laut GMWatch.org tendiert dieser zu Entscheidungen zugunsten eines einheitlichen Marktes in der EU.

 

Es wird interessant sein, was in Deutschland passiert, denn der Fall könnte für die übrige EU einen Präzedenzfall bedeuten. Es bleibt zu hoffen, dass es den Imkern gelingt, ein landesweites Verbot durchzusetzen.

 

Wie GMWatch.org weiter berichtet, könnte die »gentechnische Industrie als der Faktor in die Geschichte eingehen, an der die Europäische Union zerbrach« und der den einen Sektor der Nahrungsmittel- und landwirtschaftlichen Industrie gegeneinander aufbrachte.

 

 

 

Quellen

 

gmwatch.org

organicconsumers.org

theguardian.com

naturalsociety.com

 

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (16) zu diesem Artikel

08.07.2015 | 10:17

edmundotto

Die "neuen" Pestizide (Neonicotinoide) könnten der neue Kampfstoff von Monsanto, Bayer und Co. sein. Glyphosat ist seit diesem Jahr sogar bei der WHO auf der roten Liste, auch läuft in diesem Jahr die EU-Zulassung für dieses Gift aus. Wen kann es da verwundern, das bereits die neuen Produkte in den Startlöchern stehen. Dieses Glyphosat wird wohl in den nächsten Jahren für einigen Gesprächsstoff sorgen. Seit 2002 in der EU im Einsatz, hat es die Eigenschaft, sich stark...

Die "neuen" Pestizide (Neonicotinoide) könnten der neue Kampfstoff von Monsanto, Bayer und Co. sein. Glyphosat ist seit diesem Jahr sogar bei der WHO auf der roten Liste, auch läuft in diesem Jahr die EU-Zulassung für dieses Gift aus. Wen kann es da verwundern, das bereits die neuen Produkte in den Startlöchern stehen. Dieses Glyphosat wird wohl in den nächsten Jahren für einigen Gesprächsstoff sorgen. Seit 2002 in der EU im Einsatz, hat es die Eigenschaft, sich stark an Bodenminerale zu binden, ist deswegen noch relativ schwach im Grundwasser vertreten. Doch trägt es bereits ein jeder von uns in feststellbaren Mengen mit sich herum. Könnte es der Strategie von z.B. monsanto entsprechen, nachdem der größte Teil der Bienen verschwunden ist, mehr Saatgut auf dem Markt umzusetzen?


07.07.2015 | 01:37

merlin7570

Felder wo GVO Saat ausgebracht wird vor der Ernte ohne viel rumquatschen....abfackeln.... und Punkt !


05.07.2015 | 20:29

Di Dago

Was passiert wenn die Bienen aussterben? Kannst Du in China anschauen gehen. Die steigen auf eine Leiter und bestäuben jede Blüte. Dann haben endlich wieder alle Arbeit;-)


04.07.2015 | 18:11

fra4121

Sie sollten auch ein Chemtrailverbot fordern: ERST STIRBT DIE BIENE  DANN STIRBT DER MENSCH! Der Offenbarungseid im Mainstream… Biemensterben WEGEN CHEMTRAIL-ALUMINIUM!!! http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/06/08/aluminium-rueckstaende-bedrohen-leben-der-bienen/


04.07.2015 | 16:25

Werner Runkel

Soso, das will er also den Bundesländern überlassen ???!!! Abgesehen von der kompletten Verantwortungslosigkeit eines "Ministers", werden in den einzelnen Bundesländern jedoch auch viele Türchen und Tore für die gestreuten Politkorrupties geöffnet - das steckt wohl dahinter ! Und - Vorteil - er kann dann mit dem Finger auf "die anderen" zeigen... ein korrupter, verantwortungsscheuer Lump eben !


04.07.2015 | 14:05

Kylo Ren

Es kann aber ja auch sein, dass wegen des schwächelnden Magnetfeldes der Erde (Umpolung?) Magnetfeld-empfindliche Tiere wie die Bienen sterben (Meeressäuger stranden ja auch immer öfter), dass die Mais-Felder etc. immer trockener und unfruchtbarer werden und dass generell deswegen in den kommenden Jahrzehnten mit noch mehr Tumulten bzw. Kriegen zu rechnen ist! Evtl. möchte "Big Brother" - den es zweifellos gibt, da bin ich mir sicher - uns allen da technisch helfen und...

Es kann aber ja auch sein, dass wegen des schwächelnden Magnetfeldes der Erde (Umpolung?) Magnetfeld-empfindliche Tiere wie die Bienen sterben (Meeressäuger stranden ja auch immer öfter), dass die Mais-Felder etc. immer trockener und unfruchtbarer werden und dass generell deswegen in den kommenden Jahrzehnten mit noch mehr Tumulten bzw. Kriegen zu rechnen ist! Evtl. möchte "Big Brother" - den es zweifellos gibt, da bin ich mir sicher - uns allen da technisch helfen und eben Pflanzen erschaffen, die die neue heiße Zeit aushalten, damit der Menschheit nicht die Nahrungsmittel ausgehen! Womöglich wäre in solch schwierigen Zeiten eine Weltregierung sogar notwendig, wenn die Menschheit überleben will, kann man so doch weltweit wichtige Regeln bestimmen. Was nützt es, wenn in einem Land alle satt sind und im anderen nicht und die hungernden Massen dann wie die Wilden über Grenzen hinweg umhervandalieren? Die kommende Klimaerwärmung ist wohl nicht mehr aufzuhalten, Dr. Stephen Hawking hat ja schon vor Jahren gesagt, dass es wohl in 200 Jahren auf der Erde so heiß wie auf der Venus sein wird! Dann gibt es immer mehr Hinweise in den Medien, wie z.B. zuletzt im Kino mit dem Film Interstellar... Daher wäre eine Weltregierung sicherlich vonnöten, damit kein Chaos und keine Panik entsteht! Aber generell müsste uns Arbeiterameisen das auch einfach mal gesagt werden! Oder? Ich finde das nicht ok, dass man uns offenbar so etwas verheimlicht! Die Kacke ist am Dampfen, Leute! Wie heiß das in diesen Tagen auch wieder ist, meine Fresse! Für mich steht auch fest, dass die vielen dunkelhäutigen Ausländer reingeholt werden, um die hellhäutige Bevölkerung zu ersetzen, da diese die zukünftige Hitze im "Arbeitslager D" nicht mehr vertragen wird.

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