Thursday, 30. June 2016
12.11.2015
 
 

Warnung: Syngenta patentiert jetzt natürliche pflanzliche Lebensmittel, die ohne Gentechnik produziert werden

Daniel Barker

Die Absichten von Biotech-Konzernen wie Syngenta und Monsanto beschränken sich nicht darauf, uns giftige, genmanipulierte Frankenstein-Nahrungsmittel aufzudrücken. Sie wollen die gesamte Nahrungsversorgung, ob genmanipuliert oder nicht, unter ihre Kontrolle bringen.

 

Die meisten Menschen wissen gar nicht, dass die Agrartechnologie-Konzerne auch Gentechnik-freie Pflanzen und Samen patentieren lassen. Die haben tatsächlich vor, sämtliche Patente auf alle unsere Nahrungsmittel in ihren Besitz zu bringen.

 

In den USA wurde aus dem einst freien und praktisch kostenlosen Austausch von Saatgut unter Farmern und Hausgärtnern eine gewaltige Industrie. Die US-Umweltorganisation Center for Food 9Safety berichtet:

»Die Geschichte der Entwicklung, Verteilung und Eigentümerschaft von Saatgut ist ein Spiegelbild des wirtschaftlichen Paradigmas der letzten Jahrzehnte, das grundlegende Elemente des Lebens – wie Saatgut und genetische Ressourcen – in private kommerzielle Vermögenswerte verwandelt.

Bis in die letzten Jahrzehnte hinein fielen Saatgut-Entwicklung und -Verteilung in den USA weitgehend in den öffentlichen Sektor, ausgebaut durch Hunderte kleiner, oft familiengeführter Saatgut-Zuchtfirmen, die vornehmlich als Verteiler eigens entwickelter Saatgut-Sorten fungierten. Ganz anders heute, wo zehn Unternehmen 65 Prozent des firmeneigenen oder als intellektuelles Eigentum geschützten Saatguts kontrollieren.«

In Europa ist die Patentierung gentechnisch veränderter Pflanzen gesetzlich untersagt, aber es werden routinemäßig Patente für konventionell angebaute Sorten von Samen erteilt; dadurch entstehen Präzedenzfälle zugunsten von Big Agriculture.

 

Alles wird privatisiert

 

Der Trend geht zur Privatisierung aller Dinge, die wir zum Überleben brauchen, sprich Wasser und Nahrung. Wer auch immer diese Elemente beherrscht, hat sehr viel Macht. Die breite Öffentlichkeit muss begreifen, dass Konzerne wie Monsanto und Syngenta voller Vorfreude einer Welt entgegensehen, in der sie den Schlüssel zu unserem Überleben in der Hand halten.

 

Ein neueres Beispiel dafür, wie das funktioniert, ist Syngentas Patentierung einer Pfeffersorte, die durch konventionelle Zuchtmethoden erzeugt wurde.

 

Das Europäische Patentamt hat das Patent für den Einsatz »als frisches landwirtschaftliches Erzeugnis, als frisch geschnittenes landwirtschaftliches Erzeugnis oder zur Verarbeitung, beispielsweise die Konservierung in Dosen«, erteilt. Auf der Website GM Watch.org heißt es:

»Diese Art der Patentierung konventionell gezüchteter Pflanzen und Samen nimmt zu, auch wenn mehrere Versuche von Big Ag, Patente zu erwirken, erfolgreich abgeschmettert wurden.«

Beispielsweise hatte Monsanto zunächst Erfolg mit dem Versuch, eine angeblich vom Konzern entwickelte Tomate patentieren zu lassen. Das Patent #EP1812575 wurde zurückgenommen, als nachgewiesen wurde, dass Monsanto die natürliche Resistenz gegen die Pilzkrankheit Botrytis nicht geschaffen hatte. Auf GlobalResearch.ca ist zu lesen:

»Monsantos clevere Anwälte formulierten den Patentantrag in einer Weise, dass der Eindruck entstand, die Samen seien gentechnisch verändert worden, um diese Qualität zu erreichen. Sie erweckten den Eindruck, diese Tomate sei ihre ›Erfindung‹. Das ist im Wesentlichen Biopiraterie.«

Durch die Aktionen der internationalen Koalition No Patents on Seeds! und anderer Aktivisten stoßen die Bemühungen von Big Ag auf Widerstand. Aber diese Gruppen brauchen die Unterstützung der Bevölkerung im Kampf gegen die »Big Boys« und deren gefährliche Pläne.

 

Der jüngste Vorstoß für ein GVO-Verbot in Europa zeigt, dass die Konzerne erfolgreich herausgefordert werden können. Jetzt ist es an der Zeit, ihrem Versuch, unsere natürlichen Saatgut-Ressourcen zu monopolisieren, ein Ende zu bereiten. Eine Presseerklärung von No More Patents on Seeds! sagt:

»Kein Unternehmen sollte Monopole über Sonnenlicht, Luft oder Wasser besitzen. Das Gleiche gilt für die Ressourcen der Nahrungsproduktion.«

 

 

Quellen waren u.a.:

 

GMWatch.org

CenterForFoodSafety.org

GlobalResearch.ca

IP-Watch.org

 

 

 

 

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