Monday, 29. August 2016
31.05.2015
 
 

Wie man sich der Überwachung durch Google entziehen und seine persönlichen Daten schützen kann

Daniel Barker

Zu Beginn erscheint alles ganz harmlos. Es ist sicherlich bequem, und das ist es jetzt immer noch, vielleicht in noch stärkerem Maße als zuvor – aber es ist zu bequem, um wahr zu sein. Wahrscheinlich ist Ihnen entgangen, dass sich Google in den 17 Jahren seit seiner Gründung langsam und schrittweise von einem Unternehmen, das in seinen Anfängen den Internetnutzern nicht mehr als eine kostenlose Suchmaschine und ein E-Mail-Programm anbot, zu einer allgegenwärtigen Einrichtung geworden ist, die praktisch alles überwacht, was seine Nutzer tun.

 

Aber Google späht sie nicht nur aus, sondern verkauft die persönlichen Daten, die es gesammelt hat, an andere Unternehmen und stellt diese Informationen sogar Geheimdiensten wie etwa der amerikanischen National Security Agency (NSA) zur Verfügung.

 

Vor Kurzem legte Derek Scally in der Tageszeitung The Irish Times das Ausmaß dar, mit dem der Datenkrake Google in unser Privatleben eindringt und gibt einige sehr nützliche Tipps, wie man sein Leben »ent-googeln« kann.

 

Aber warum sollte man sich »entgoogeln«, wenn man doch »nichts zu verbergen hat«?

In Scallys Artikel heißt es:

»Die häufigste Antwort, die Glenn Greenwald, der Kämpfer für den Schutz der Privatsphäre, der den Vorwurf Snowdens, die NSA betreibe maßlose Massenüberwachung, an die Öffentlichkeit brachte, im Allgemeinen von den Menschen zu hören bekommt, mündet in das Argument, ›Ich habe doch nichts zu verbergen‹. Seine einfache Antwort darauf lautet: ›Wenn ich höre, dass jemand sagt, er habe doch nichts zu verbergen‹, erklärte Greenwald im vergangenen Jahr in Berlin, ›bitte ich die betreffende Person, mir doch ihre E-Mail Passwörter zu geben, damit ich ihre E-Mails lesen könne. Noch niemand ist bisher dieser Forderung nachgekommen.‹«

Wie man sein Leben »entgoogelt«


Suchen Sie nach alternativen Speicherplätzen: Scally empfiehlt, seine gesamten Daten nicht nur an einer Stelle zu speichern. So könnte man etwa E-Mails, Fotos und Cloud-Inhalte jeweils voneinander getrennt woanders speichern. Dabei sind europäische Speicherdienste die bessere Lösung, da das EU-Recht die Privatsphäre schützt. Der deutschsprachige E-Mail-Dienst mailbox.org ist ein Beispiel für einen alternativen E-Mail-Dienst, der die Daten seiner Kunden nicht an andere Unternehmen weitergibt oder verkauft.

 

Verwenden Sie unterschiedliche Suchmaschinen: Nutzen Sie, wann immer es Ihnen möglich ist, alternative Suchmaschinen wie DuckDuckGo oder GoodGopher.com, die ihre Suchaktionen nicht nachverfolgen. GoodGopher ist eine ganz neue Suchmaschine, die von sich behauptet, die »weltweit erste Suchmaschine zu sein, die die Privatsphäre schützt und Firmenwerbung und Desinformationen seitens der Regierung blockiert«.

 

Verbieten Sie Cookies: Es wird immer wieder behauptet, die sogenannten Cookies böten dem Nutzer Vorteile und Erleichterungen, aber sie sind andererseits auch in der Lage, das gesamte Verhalten der Nutzer im Internet zu überwachen. Installieren Sie daher einen sogenannten »Tracking Blocker« wie Ghostery oder DoNotTrack in Ihrem Browser. Sie können sich auch den privacyfix.com-Service von AVG herunterladen, der Sie bei der richtigen Auswahl der für Sie geeigneten Datenschutzeinstellungen auf Ihrem Computer und bei Ihren Internet-Dienstleistern, die Sie gegenwärtig nutzen, unterstützt.

 

Suchen Sie nach einer Alternative für G-Mail: Scally räumt ein, es falle schwer, das E-Mail-Programm G-Mail mit seinem Speicherplatzangebot von 15 GB auszuschlagen, aber er verweist darauf, dass man Google ein »weltweit geltendes Recht einräumt, derartige Inhalte unterzubringen, zu speichern, zu kopieren, zu verändern … zu kommunizieren, zu veröffentlichen, öffentlich zu verwenden und zu verbreiten«, auch wenn man rein theoretisch die geistigen Eigentumsrechte an seinen auf Google gespeicherten Inhalten behält. Die Nutzung eines E-Mail-Dienstes wie dem schon erwähnten mailbox.org oder Posteo ist daher zu empfehlen. Eine andere Möglichkeit bietet die Verschlüsselung der E-Mails mit dem Verschlüsselungsprogramm PGP (»Pretty Good Privacy«).

 

Verzichten Sie auf die Nutzung der Cloud-Dienste von Google und Apple: Die Synchronisierung Ihrer Terminkalender und Kontakte auf mehreren unterschiedlichen Geräten ohne die Nutzung der Cloud-Dienste von Google oder Apple ist nicht einfach, da, wie Scally feststellt, »die großen Akteure absichtlich an den Datei-Standards an ihren Kalender- und Adressbücher-Angeboten herumbasteln, um so scheinbar die Nutzung anderer Dienst zu ermöglichen, gleichzeitig aber ihre Nutzer in ihrem goldenen Käfig zu halten«. Diese »hinterhältige, aber wirksame Praxis« zu umgehen, ist zwar nicht einfach, aber die Mühe lohnt sich. Denn, so Scally weiter, »Wenn man einmal diese Hürde genommen hat, ist der schwierigste Teil erledigt«.

 

Alternative Smartphones und Betriebssysteme: Man kann alle Inhalte (einschließlich des Betriebssystems) auf seinem Android-Smartphone löschen und stattdessen CyanogenMod installieren, welches das gleiche Betriebssystem, aber ohne Google, benutzt. Die Installation erfordert einige technische Kenntnisse und Fähigkeiten. Eine andere Alternative besteht darin, in ein Jolla-Smartphone zu investieren. Jolla wird in Finnland hergestellt und benutzt ein Betriebssystem ohne »firmeneigene Überwachungseinrichtungen«. Jolla wurde von Designern entwickelt, die sich von Nokia getrennt hatten, und bietet neben dem Schutz der Privatsphäre auch noch andere innovative Aspekte.

 

 

 

 

.

Leser-Kommentare (30) zu diesem Artikel

06.06.2015 | 10:06

Gerd Taddicken

Moin die Runde! Mit Hilfe eines Verwandten fahre ich auf meinen Rechnern Ubuntu-Linux seit fast zwei Jahren. Als Browser kommt Firefox mit dem Mailprogramm Thunderbird Startpage zum Einsatz und die Suchmaschine ist zu 99 Prozent Startpage. Leider läuft das Smartphone noch unter Gurgls Android, aber das wird sich auch irgendwann ändern. Ich finde, man kann nicht immer nur reden. Man sollte auch hin und wieder Taten folgen lassen. Viele Grüße und ein schönes Wochenende Gerd...

Moin die Runde! Mit Hilfe eines Verwandten fahre ich auf meinen Rechnern Ubuntu-Linux seit fast zwei Jahren. Als Browser kommt Firefox mit dem Mailprogramm Thunderbird Startpage zum Einsatz und die Suchmaschine ist zu 99 Prozent Startpage. Leider läuft das Smartphone noch unter Gurgls Android, aber das wird sich auch irgendwann ändern. Ich finde, man kann nicht immer nur reden. Man sollte auch hin und wieder Taten folgen lassen. Viele Grüße und ein schönes Wochenende Gerd Taddicken zzz_2015-06-06_Sa., ca. 10.06 h +++


03.06.2015 | 17:43

Jeff Beisenkötter

@Schläfer: Prima, ich hab mich beölt vor Lachen. Ich glaube, ich sollte ebenfalls aufrüsten und meine beiden Steinschleudern eintauschen gegen ein oder zwei Kalaschnikovs. Willst Du von mir eine 1a Sprengstofffalle haben? Ich könnte jedenfalls eine entbehren und den Verkaufserlös für MG-Munition verwenden. Bitte melden!


01.06.2015 | 19:44

007

@A. Roth: AUFWACHEN UND VERSTEHEN: Ihnen ist schon klar, das das Internet im EU-Raum vom britischen GCHQ TOTALÜBERWACHT wird ? Niederlande gehört bekanntlich zur EU. Und der britische GCHQ gehört zu den "Five Eyes" (Dem Totalüberwachungs-Spionage-Austausch-Bündnis-Partnerschaft-Club von USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland). Und der GCHQ TAUSCHT seine INFORMATIONEN bekanntlich mit dem NSA aus !!!!!! "IXQUICK" ist daher etwas für die...

@A. Roth: AUFWACHEN UND VERSTEHEN: Ihnen ist schon klar, das das Internet im EU-Raum vom britischen GCHQ TOTALÜBERWACHT wird ? Niederlande gehört bekanntlich zur EU. Und der britische GCHQ gehört zu den "Five Eyes" (Dem Totalüberwachungs-Spionage-Austausch-Bündnis-Partnerschaft-Club von USA, Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland). Und der GCHQ TAUSCHT seine INFORMATIONEN bekanntlich mit dem NSA aus !!!!!! "IXQUICK" ist daher etwas für die Schlafschafe.


01.06.2015 | 18:55

Der Schläfer

So schlimm kann es mit der Überwachung garnicht sein, denn ich kommuniziere über Jahre per web immer mit meinen Teroristenfreunden, habe ein MG 42 in der Gartenlaube in Stellung gebracht und eineTruhe voll mit Handgranaten im Keller bei meiner Freundin versteckt und bekam noch nie Besuch vom BKA.


01.06.2015 | 18:55

Werner Hanses

Seit ewigen Zeiten habe ich mein eigenes Domain und Webserver bei Hetzner. Eingeschlossen im Preiss von € 1.99 pro Monat ist ein eigenes Webmailprogram und Kalender. Meine Daten sende ich per Ftp in meine eigene Domain cloud. Alles billig und keiner steckt seine Nase rein.


01.06.2015 | 18:40

Werner Hanses

Seit kurzem ist auch das Ubuntuhandy auf dem Markt (€ 170 +-).

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

BND-Staatsaffäre – Hochverrat von Regierung und Geheimdiensten

Falk Schmidli

Ein neuer Mega-Skandal erschüttert die Republik: Die Amerikaner haben seit Jahren dem BND in Bad Aibling eine gewaltige Liste –angeblich 4,6 Millionen – von sogenannten Selektoren geliefert – Suchbegriffe, nach denen der gesamte Internetverkehr der BRD gefiltert und an die NSA geliefert wird. Das Wort »Hochverrat« macht die Runde.  mehr …

NATO-Propaganda: Putins Zwangslager für Online-Trolle

Peter Harth

BILD, das transatlantische Manipulations-Medium, führt endlich einen »Online-Troll« vor. Er enthüllt Putins Lügen-»Krieg im Internet«, aber seine Beichte bleibt ohne nachprüfbare Fakten. Einzige Quelle ist ein russisches Anti-Putin-Blatt, welches vom Westen unterstützt wird. Übrigens: Die NATO-Staaten nutzen für ihren eigenen Meinungskrieg im  mehr …

Superwanze Handy – und was dagegen hilft!

Redaktion

Wer hat sich nicht schon mal darüber geärgert: Mit einem Handy kann man zwar telefonieren, SMS senden, Fotos machen und mit Smartphones sogar chatten, navigieren und vieles andere mehr. Aber gleichzeitig ist ein Mobiltelefon eine Superwanze, die nicht nur hören, sehen und den Standort bestimmen, sondern auch Adressbücher, Texte, Tagebücher und  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Paranoia – Wie die Eliten den eigenen Tod überlisten wollen

Michael Snyder

Eine Sache gibt es, die die Eliten dieser Welt mehr als alles andere fürchten – den Tod. Entsprechend verwenden sie außergewöhnlich viel Zeit und Energie darauf, sich vor Bedrohungen zu schützen, sich von der Bevölkerung möglichst fern zu halten und alles in ihren Kräften Stehende zu tun, um ihre Lebenszeit zu verlängern. Sie reisen mit mehreren  mehr …

Wenn der Schutz vor Gefahren unsere Existenz bedroht

Markus Gärtner

Seit sieben Jahren zwingen Notenbanken in der jüngsten Runde ihres geldpolitischen Wahnsinns die Zinsen zu Boden. Seit Jahren manipulieren Notenbanker Wechselkurse nach unten, damit Exporte billiger werden. So lange wir uns erinnern, lesen wir in den Zeitungen von immer neuen Geldstrafen für kriminelle Banker, die Zinsen, Wechselkurse,  mehr …

Globaler Plan zur Entvölkerung – Elf Symptome für »langsames Töten«

Ethan A. Huff

Wer sich umschaut, erkennt, dass die Menschheit heute mit einer Gesundheits-Krise konfrontiert ist, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Und unter der Oberfläche sieht jeder, der die Wahrheit wissen will, dass Krankheiten, die die Menschen zunehmend plagen, offenbar absichtlich über uns gebracht werden, und zwar im Rahmen des verdeckten  mehr …

Unterschätzte Epidemie – Zell- und Organschäden durch Schlafmangel

Antonia

Die meisten von uns wissen, dass sie eigentlich alles daransetzen sollten, genug Schlaf zu bekommen. Denn zu wenig Schlaf bedeutet, dass sie am nächsten Tag müde und abgeschlagen sind. Aber es kann auch ernstere Folgen haben: übermüdete Fahrer sind in den USA jedes Jahr verantwortlich für 1550 Todesopfer und 40 00 Verletzte im Straßenverkehr. Das  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.