Sonntag, 4. Dezember 2016
11.01.2016
 
 

Zahl der Todesfälle aufgrund einer Marihuana-Überdosis im ganzen Jahr konstant – bei null

Daniel Barker

Ende Dezember 2015 veröffentlichte das Nationale Zentrum für Gesundheitsstatistik der amerikanischen Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) seine Jahreszahlen zu Todesfällen aufgrund einer Überdosis verschiedener legaler und illegaler Drogen. Während die Zahl der Todesfälle bei verschiedenen Drogen anstieg, blieb sie bei Marihuana konstant und verharrte auf dem gleichen Wert, den sie bereits im Vorjahr erreicht hatte.

 

Mit anderen Worten: Die Zahl der Todesfälle blieb bei null. Es erscheint vielleicht unglaublich, aber im vergangenen Jahr starb kein einziger Mensch an den Folgen der Einnahme oder des Rauchens von Marihuana, und bisher wurde überhaupt noch kein Todesfall in diesem Zusammenhang verzeichnet.

 

Trotz der Vielzahl der Versuche, Ängste zu schüren, und trotz einer anhaltenden Anti-Marihuana-Propaganda bleibt es eine Tatsache, dass der Konsum von Cannabis zur Entspannung im Kern harmlos ist – ganz zu schweigen von seinem medizinischen Nutzen, der inzwischen in zahlreichen Studien nachgewiesen wurde.

Was verhindert dann den Cannabiskonsum? Vor allem die Angst vor Gefängnisstrafen…

 

Während einige Länder und amerikanische Bundesstaaten den Konsum der Pflanze – entweder zur persönlichen Entspannung oder zu medizinischen Zwecken oder beidem – erlauben und verschiedene andere eine entsprechende Entscheidung erwägen, werden vielerorts Menschen verhaftet, angeklagt und eingesperrt, weil sie diese harmlose Pflanze, für die es zahlreiche legitime Nutzungsmöglichkeiten gibt, konsumieren, anpflanzen oder verkaufen.

 

Amerikanische Bundesstaaten, in denen Marihuana legal konsumiert werden kann, verzeichnen nicht nur einen erheblichen Anstieg der Steuereinnahmen, sondern in einzelnen Fällen zugleich eine Abnahme der Gewaltverbrechen. Colorado ist dafür ein gutes Beispiel. Dort wurde privater Konsum von Marihuana 2014 freigegeben.

 

In einem Sachstandsbericht der Drug Policy Alliance (DPA), einer Organisation aus New York, die sich für die Entkriminalisierung eines »verantwortungsbewussten Drogenkonsums« einsetzt, heißt es in diesem Zusammenhang:

 

»Nach Angaben der Stadt Denver nahm die Zahl der Gewalt- und Eigentumsdelikte 2014 ab. In den ersten elf Monaten des Jahres 2014 wurden im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum 2,2 Prozent weniger Gewaltverbrechen gemeldet. Ebenfalls im gleichen Zeitraum nahm die Zahl der Einbrüche in Denver um 9,5 Prozent ab. Insgesamt sank die Zahl der Eigentumsdelikte um 8,9 Prozent.«

 

In dem Bericht wird auch hervorgehoben, dass die Zahl tödlich verlaufender Verkehrsunfälle im amerikanischen Bundesstaat Colorado 2014 abnahm, obwohl diejenigen, die eine Legalisierung von Marihuana abgelehnt hatten, das Gegenteil vorhergesagt hatten.

 

Sollte Marihuana in den gesamten USA legalisiert werden, würde die Verbrechens- und Inhaftierungsrate automatisch sinken. Und dies einfach aufgrund der Tatsache, dass viele Verhaftungen und Verurteilungen zu Gefängnisstrafen mit Marihuana in Verbindung stehen.

 

Die Zeitung Guardian Liberty Voice schreibt dazu: »Alljährlich verzeichnen die USA durchschnittlich 2,2 Mio. Gefängnisinsassen. Das ist eine der höchsten Verbrechensraten weltweit. Schätzungsweise 600 000 dieser Personen wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie Marihuana besaßen und/oder verkauften. Das ergibt einen Anteil von etwas weniger als 30 Prozent aller Gefängnisinsassen. Eine Legalisierung von Cannabis würde die Inhaftierungsrate drastisch senken und dem Steuerzahler jährlich Ausgaben in Höhe mehrerer Millionen Dollar ersparen. Alles in allem überwiegen die positiven Aspekte von Marihuana mögliche negative Folgeerscheinungen bei weitem. Aus diesem Grund sollten die USA die Legalisierung von Marihuana in Betracht ziehen.«

 

Die Zahl von Todesfällen aufgrund der Einnahme verschreibungspflichtiger Drogen steigt


Während seit Jahren kein einziger Todesfall aufgrund des Konsums von Marihuana zu verzeichnen ist, nimmt die Zahl der Toten aufgrund einer Überdosis anderer Drogen weiter zu. In den vergangenen 13 Jahren ist die Zahl der Todesfälle aufgrund der Einnahme verschreibungspflichtiger Drogen dramatisch angestiegen. Das National Institute of Drug Abuse (NIDA) meldet im Zeitraum 2001 bis 2014 einen »Anstieg der Gesamtzahl von Todesfällen [aufgrund verschreibungspflichtiger Drogen] um das 2,8-Fache«.

 

Ähnlich wie bei Heroin ist der Konsum opioider Schmerzmittel seit der amerikanischen Invasion in Afghanistan ebenso wie die damit in Zusammenhang stehende Zahl von Todesfällen aufgrund einer Überdosis dramatisch angestiegen. Aufgrund der starken Verbreitung dieses Problems wurde dies von den CDC bereits als »epidemisch« eingestuft.

 

Zehntausende Amerikaner nehmen jährlich Überdosen verschreibungspflichtiger Drogen ein, was den großen Pharmakonzernen gewaltige Gewinne verschafft. Parallel dazu werden mehr als eine halbe Million Amerikaner jedes Jahr aufgrund von Straftaten im Zusammenhang mit Marihuana inhaftiert, die niemanden schädigen oder zu Opfern machen.

 

Meiner Meinung nach läuft hier etwas grundsätzlich falsch. Wenn überhaupt jemand aufgrund einer Anklage wegen Drogen ins Gefängnis gesteckt werden sollte, dann doch wohl diejenigen, die Millionen (oder tatsächlich wohl eher Milliarden) Dollar damit verdienen, die wirklich »harten Sachen« zu verkaufen.

 

Die mörderischen Drogenkartelle in Mexiko und anderswo versetzen uns in Angst und Schrecken. Aber wir sollten darüber diejenigen nicht vergessen, die in unserem Land legal die wirklich gefährlichen Drogen herstellen und in Überdosen verordnen, an deren Folgen täglich Amerikaner sterben.

 

Es ist an der Zeit, Marihuana in den gesamten USA zu legalisieren.

 

 

 

 

 


Deutschland zeichnet sich nicht mehr als Rechtsstaat aus. Der Verfall der Rechtlichkeit der Politik hat sich beschleunigt.

Die freiheitlich-demokratische Grundordnung beruht auf den in der Aufklärung entwickelten Gedanken der Freiheit und der Souveränität der Bürger. Diese Ordnung wurde für Deutschland im Grundgesetz niedergelegt und ist das rechtliche Fundament jeder Republik.

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