Wednesday, 27. July 2016
22.10.2010
 
 

Nahrungsmittelunternehmen geben eine Milliarde aus, um Warnhinweise auf Verpackungen zu verhindern

David Gutierrez

Die Lebensmittelindustrie hat für ihre erfolgreiche Kampagne, eine EU-weite »Ampel«-Kennzeichnungspflicht zu verhindern, etwa eine Milliarde Euro ausgegeben. Diese Kennzeichnung hätte es den Konsumenten leicht gemacht, zwischen gesunden und weniger gesunden Nahrungsmitteln zu unterscheiden.

Mit der vorgeschlagenen »Lebensmittel-Ampel«, die bereits von einigen europäischen Supermarktketten übernommen wurde, wären Lebensmittel mit deutlich erkennbaren roten, gelben oder grünen Kreisflächen versehen worden, die den Anteil verschiedener wichtiger Nahrungsmittelbestandteile (wie Fett, gesättigte Fettsäuren, Zucker, Salz usw.) auf den ersten Blick kenntlich gemacht hätte. Ein rotes Ampelsignal (hoher Anteil) bedeutet dabei, dieses Produkt sollte nur gelegentlich verzehrt werden; ein gelbes Ampelsignal (mittlerer Anteil) sagt, ein Verzehr in Maßen ist unbedenklich, und eine grüne Ampel (geringer Anteil) heißt, dieses Lebensmittel kann und sollte durchaus in größeren Mengen konsumiert werden.

Weil sie fürchtete, eine solche Kennzeichnung könnte die Verbraucher dazu bewegen, auf stark zuckerhaltige Getränke, gesalzenes Knabberzeug und andere bedenklichere Nahrungsmittel zu verzichten, wenn auf den Verpackungen dieser Nahrungsmittel die roten Ampeln deutlich überwiegen, gab die Nahrungsmittelindustrie für ihre Lobbyarbeit im Europäischen Parlament mehr als eine Milliarde Euro aus, damit dieser Vorschlag im Parlament keine Mehrheit findet. Bereits zuvor war der Industrielobby gelungen, den Umweltausschuss zu gewinnen, das Vorhaben mit einer knappen Mehrheit von 32 zu 30 Stimmen abzulehnen.

Die Lebensmittelampel sei ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen das Übergewicht, erklärte Monique Goyens von der BEUC, einer Art Dachorganisation europäischer Verbraucherschutzorganisationen. »Die Verbraucher haben ein Recht auf deutliche und leicht verständliche Informationen auf den Verpackungen. In einer Situation, wo einer von fünf Europäern übergewichtig ist, sollte man dem Einzelnen keine Handreichung verweigern, seine Ernährungsweise zu verbessern, wenn er es will.«

Aber stattdessen übernahm das Parlament eine an die Vorschläge der Industrie angelehnte Kennzeichnungspflicht, nach der der Anteil an Kalorien, gesättigten Fetten, Kohlenhydraten, Zucker und Salz pro 100 Milliliter bzw. 100 Milligramm angegeben und mit dem täglich empfohlenen Bedarf oder einer oft unrealistischen Portionsgröße verglichen wird.

Befürworter der »Lebensmittel-Ampel« – dazu gehören medizinische Organisationen, Gruppen, die gegen Übergewicht angehen und Verbraucherschützer sowie die Mehrheit der britischen Konsumenten – sind über die Entscheidung des Parlaments verärgert. »Sie setzen auf umständliche und schwer verständliche Kennzeichnungen, die es den Verbrauchern schwierig machen, sich darüber klar zu werden, was sie da in ihren Einkaufswagen legen«, beschwerte sich der britische EU-Abgeordnete Glenis Willmott.

___________

Quellen:

http://www.dailymail.co.uk/news/article-1286804/Food-firms-spend-millions-push-kill-traffic-light-labelling-identify-unhealthy-products.html

http://euobserver.com/19/30301´

(NaturalNews)

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