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Das amerikanische Verpackungs- und Kennzeichnungsgesetz von 1973 schließt Hersteller von Kosmetika und Körperpflegeprodukten ausdrücklich von der Kennzeichnungspflicht für alle Bestandteile aus, die dem Produkt seinen spezifischen Duft verleihen, wenn auf dem Etikett die Sammelbezeichnung »Duftstoffe« aufgeführt ist. Dieser Mangel wird besonders dann gefährlich, wenn die Ungefährlichkeit dieser Substanzen im Einzelnen überhaupt nicht nachgewiesen ist. Die Mehrzahl der Duftstoffe wurde weder durch die amerikanische Behörde für die Lebensmittelüberwachung und Arzneimittelzulassung FDA, noch eine andere zugelassene Institution auf ihre Unschädlichkeit in Körperpflegeprodukten hin untersucht.
Im Auftrag der amerikanischen Kampagne für sichere Kosmetika (Campaign for Safe Cosmetics) verschickte die Umweltschutzorganisation Environmental Working Group (EWG) 17 Markenparfüms zu Analysezwecken an das unabhängige Labor Analytical Sciences. 13 dieser Parfüms wurden in den USA gekauft, vier im benachbarten Kanada.
Die Wissenschaftler wiesen in den Parfüms zusätzlich zu den auf dem Etikett aufgeführten Substanzen 40 weitere chemische Verbindungen nach. Von diesen 40 Bestandteilen waren nur zwei auf dem Etikett jedes Produkts aufgeführt, in dem sie enthalten waren; die anderen 38 Substanzen wurden auf mindestens einem der 17 Markenparfüms nicht aufgeführt.
Jedes Produkt enthielt praktisch die gleiche Zahl aufgelisteter und nichtaufgelisteter Bestandteile. Im Durchschnitt wurden 14 Substanzen pro Parfüm nicht aufgelistet. Zu den Produkten mit einer höheren als der Durchschnittszahl gehören Britney Spears Curious (17), Girogio Amani Acqua Di Gio (17), Chanel Coco (18) und American Eagle Seventy Seven (24). Im Durchschnitt enthielten die Parfüme zehn bekannte Allergene, die zu allergischen Reaktionen wie Asthma und Kopfschmerzen oder Kontaktdermatitis führen können. Giorgio Armanis Acqua Di Gio wies mit 19 Allergenen den höchsten Wert auf.
Schwerwiegender kam noch hinzu, dass die Forscher zehn chemische Substanzen nachwiesen,
die bekannterweise das empfindliche Gleichgewicht des Hormonsystems (endokrines System) stören, wobei jedes Parfüm im Durchschnitt vier dieser Substanzen enthielt. Die Parfüme Halle von Halle Berry, Quicksilver und Jennifer J. Lo Glow enthielten verschiedene das Hormonsystem störende chemische Substanzen: sieben Östrogen-Mimetika (Mimetika sind chemische Verbindungen, die an den gleichen Rezeptor wie der eigentliche Wirkstoff andocken und die gleiche Wirkung entfalten) und eine Substanz, die wie ein Schilddrüsenhormon wirkt.
Zu den auf das Hormonsystem wirkenden Substanzen zählen Sonnenschutzmittel und die künstlichen Moschus-Ersatzstoffe Galaxolid und Tonalid sowie Diethylphthalt (DEP). Galaxolid und Tonalid, die sich in Tieren und Menschen anreichern, wurden in mehr als acht Produkten gefunden. DEP ließ sich in zwölf Produkten mit einer Konzentration von 30 bis 30.000 Teilen pro Million nachweisen, letzterer Wert in Eternity for Women. DEP wird mit Schädigungen der Fortpflanzungsfähigkeit bei Jungen, Schädigung der Spermien bei Männern und seit Kurzem auch mit Hyperaktivität bei Kindern in Zusammenhang gebracht.
Andere Parfümbestandteile reagieren nachgewiesenermaßen mit Raumluft und bilden Formaldehyd, Feinstaub und andere Umweltgifte. Diese gefährlichen Duftstoff-Bestandteile finden sich auch in Lufterfrischern, Haarwaschmitteln, Lotionen, Badprodukten sowie Geschirrspülmitteln und Waschmitteln.
Da die FDA nicht befugt ist, die Hersteller dieser Parfüms zu Unbedenklichkeitstests ihrer Produkte zu zwingen, bleibt die tatsächliche Anzahl dieser Substanzen eine unbekannte Größe. Nur 19 der 91 Bestandteile wurden von der von der Industrie selbst finanzierten Cosmetic Industry Review auf ihre Unbedenklichkeit hin untersucht; und nur 27 wurden überhaupt von der International Fragrance Association oder dem Forschungsinstitut für Duftstoffe getestet. Nur zu 34 Prozent der nicht auf den Etiketten aufgeführten Bestandteile wurden Unbedenklichkeitsbewertungen veröffentlicht.
Der Industrie nahestehende Quellen behaupten, es seien mehr Bestandteile getestet worden, allerdings fanden diese Untersuchungen nicht hinsichtlich der Verwendung in Kosmetika, sondern beispielsweise als Nahrungsergänzungen statt. Und selbst schon beurteilte Chemikalien wurden nicht auf ihre Wechselwirkung mit den vielen anderen Substanzen, die in Kosmetika oder anderen Produkten unter der oberflächlichen Kategorie »Duftstoffe« Verwendung finden, hin untersucht.
Ohne Unbedenklichkeitsprüfungen oder eine schärfere Kennzeichnungspflicht haben die Verbraucher keine Möglichkeit, zu hinterfragen, was sich hinter diesem schwammigen Begriff »Duftstoffe« eigentlich verbirgt.
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Quellen zu diesem Artikel unter: http://www.ewg.org/notsosexy
NaturalNews
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