Freitag, 9. Dezember 2016
22.11.2010
 
 

Keine Zahlungsbereitschaft für den »Klimaschutz«

Edgar Gärtner

Der Bochumer Wirtschaftsprofessor Carsten Vogt hat ein interessantes Experiment durchgeführt, um der Frage nachzugehen, warum Untersuchungen, die ausschließlich auf der Auswertung von Fragebögen beruhen, so unterschiedliche Angaben über die Zahlungsbereitschaft der Deutschen für den »Klimaschutz« zutage fördern. Die gemessenen Werte für die Zahlungsbereitschaft zur Vermeidung einer Tonne CO2 reichen von 25 bis hin zu knapp 500 Euro.

Seit 2005 gibt es in der EU einen börsenmäßigen Handel mit Emissionsrechten für Kohlenstoffdioxid (CO2). Will zum Beispiel ein Kraftwerksbetreiber die Quote des CO2-Ausstoßes überschreiten, die ihm beim Start des Europäischen Emissionshandelssystems ETS kostenlos zugeteilt wurde, so muss er dafür ein entsprechendes Recht, ein »Zertifikat« hinzukaufen oder durch CO2 sparende Maßnahmen in Entwicklungsländern nach dem sogenannten Clean Development Mechanism (CDM) erwerben.

Vogt und seine Mitarbeiter Andreas Löschel und Bodo Sturm legten ihr Experiment nach diesem Modell an. Die gut 200 Probanden erhielten jeweils 40 Euro als Aufwandsentschädigung für ihre Teilnahme. Zunächst wurden ihnen die vermuteten Folgen des Klimawandels sowie die Funktionsweise des EU-Emissionshandels erklärt. Dann wurden ihnen fünf zufällig ausgewählte Preise präsentiert und sie wurden gefragt, wie viele CO2-Zertifikate sie zu dem ausgewählten Preis kaufen möchten. Die Teilnehmer hatten also die Möglichkeit, durch ihr Handeln die insgesamt in Europa emittierte Menge an CO2 zu reduzieren.

Im Mittel betrug die Zahlungsbereitschaft für die Vermeidung einer Tonne CO2 knapp zwölf Euro. Das entspricht in etwa dem aktuellen Wert der CO2-Zertifikate an der Europäischen Energiebörse EEX in Leipzig. In den USA hingegen nähert sich der Preis für eine Tonne CO2 seit den drastischen Verlusten der Demokraten bei den Halbzeitwahlen der Null-Linie. Die Chicagoer Carbon Exchange CCX musste den CO2-Zertifikatehandel inzwischen schließen. Sehr interessant ist deshalb die Beobachtung, dass auch gut 60 Prozent der Teilnehmer am Experiment Vogts eine Zahlungsbereitschaft von null Euro an den Tag legten. Das bedeutet, dass es auch im »Musterland« Deutschland für die kostspielige Klimaschutzpolitik der Bundesregierung keine politische Mehrheit gibt.

»Wenn selbst in einem Land wie Deutschland die Zahlungsbereitschaft so gering ist, wie soll dann Chinesen und Indern in einem Kioto-Folgeabkommen die Übernahme eigener kostspieliger Minderungspflichten zulasten von weiterem wirtschaftlichem Wachstum und Entwicklung schmackhaft gemacht werden?«, fragt sich Professor Carsten Vogt. Die geringe Zahlungsbereitschaft erklärt übrigens gut, warum wichtige Vertragsstaaten nach der Aushandlung des Kioto-Protokolls von 1997 durch zahlreiche Nachverhandlungen die Klimapolitik auf symbolische Politik reduziert haben.

 

 


 

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