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Die Fed versicherte, die Darlehen seien zurückgezahlt worden, es habe keine Verluste gegeben. Dagegen heißt es im Bloomberg-Bericht, die Banken hätten Gewinne (windfall profits) in Höhe von 13 Milliarden Dollar eingestrichen, zudem deuteten »Einzelheiten darauf hin, dass die Steuerzahler über die Dollars hinaus einen Preis zahlten, denn die geheime Finanzierung trug dazu bei, einen
bankrotten Status quo zu erhalten, und sie ermöglichte den größten Banken ein noch stärkeres Wachstum als bisher«.
Kommentatoren zeigten sich durch die Enthüllungen geschockt und aufgebracht. Doch in einem Brief an die führenden Vertreter von US-Repräsentantenhaus und Senat antwortete Fed-Chef Ben Bernanke am 6. Dezember, die genannten Zahlen seien erheblich übertrieben. Die Kredite seien doppelt gezählt worden: kurzfristige Darlehen, die von Tag zu Tag verlängert worden seien, seien als gesonderte kumulierte Kredite und nicht als ein einzelner verlängerter Kredit gezählt worden.
Diese Behauptung wies Bloomberg umgehend zurück, es habe keine Übertreibungen gegeben. Wie dem auch sei, die Banken erhielten Vergünstigungen, die uns anderen nicht gewährt werden. Alan Grayson schrieb am 5. Dezember in einem Leitartikel:
»Die wichtigste, wenn nicht die einzige Qualifikation, Hilfe von der Fed zu erhalten, war, sehr viel Geld verloren zu haben. Mit den Bailouts der Fed wurde das Scheitern belohnt und der Erfolg bestraft …
Zur gleichen Zeit, als die Fed den gescheiterten Banken Geld in die Taschen stopfte, bekamen viele Amerikaner keinen Cent für ein Haus, ein Auto oder andere Anschaffungen. Hätte die Fed 26 Billionen Dollar an Krediten statt an die Wall Street an die Menschen in Amerika vergeben, gäbe es dann heute auch 24 Millionen Amerikaner, die keinen Job finden?«
Alles im Namen der Liquidität
Alles wurde, so Grayson, erklärt mit »der Lieblingsbegründung der Fed für ihr gesamtes Handeln: die ›Liquidität zu erhöhen‹«. 2008 war die Bankenliquidität nach der Lehman-Pleite eingebrochen, die Banken bekamen keine billigen, leicht verfügbaren Kredite mehr, von denen ihr Kreditschema abhängt. Die Fed sprang als »Kreditgeber der letzten Instanz« in die Bresche, um die Geschäfte der Banken in Gang zu halten.
Unerklärt ist bislang, warum der »Liquiditäts«bedarf der Banken solch außergewöhnliche Maßnahmen rechtfertigt. Warum brauchen Banken billigen und einfachen Zugang zu Geldern? Sind sie denn nicht Kreditgeber anstatt Kreditnehmer? Nehmen Sie denn nicht einfach Einlagen an und verleihen sie weiter?
Die Antwort lautet: Nein. Wenn Banken heute Darlehen vergeben, dann vergeben sie ZUERST das Darlehen, anschließend finanzieren sie die Kredite durch Kreditaufnahme bei der günstigsten verfügbaren Quelle. Stehen keine Einlagen zur Verfügung, so leihen sie sich Geld von einer anderen Bank, auf dem Geldmarkt oder bei der Federal Reserve.
Kredite werden nicht aus Einlagen erzeugt, Kredite erzeugen in Wirklichkeit Einlagen. Und zwar
dann, wenn Schecks auf das Konto des Kreditnehmers ausgestellt und bei einer anderen Bank eingezahlt werden. Die ursprüngliche Bank kann sich diese Gelder (oder andere, die durch denselben Prozess von einer anderen Bank erzeugt wurden) zur Federal Funds Rate [der Zinssatz, zu dem US-Geldinstitute untereinander Geld leihen] – zurzeit sehr niedrige 0,25 Prozent – borgen. Tatsächlich kann eine Bank Geld in Form eines »Bankkredits« erzeugen, es zu hohen Zinsen an einen Kunden verleihen, es anschließend zu sehr niedrigen Zinsen borgen und die Differenz als Gewinn einstreichen.
Wenn Ihnen das wie ein Taschenspielertrick erscheint – genau das ist es. Der Prozess ist mit »Scheckreiterei« verglichen worden, die in Barron’s Business Dictionary definiert wird als:
»Illegales Verfahren, das durch den Austausch ungedeckter Schecks zwischen zwei Banken eine falsche Kreditlinie schafft. Beispielsweise kann ein Scheckreiter zwei leere Scheckkonten bei zwei verschiedenen Banken A und B unterhalten. Der Reiter stellt auf das Konto bei Bank A einen Scheck über 50.000 Dollar aus und zahlt ihn auf sein Konto bei Bank B ein. Gilt der Reiter bei Bank B als kreditwürdig, kann er den Betrag, auf den der eingereichte Scheck ausgestellt ist, abheben, bevor der Scheck verrechnet ist, das heißt bei Bank A zur Zahlung vorgelegt und bezahlt worden ist. Da der Verrechnungsprozess in der Regel einige Tage dauert, kann der Reiter mit den 50.000 Dollar einige Tage arbeiten und sie dann auf das Konto bei Bank A einzahlen, bevor der 50.000-Dollar-Scheck, der auf das Konto ausgestellt wurde, verrechnet wird.«
Die Dinge wieder ins Lot bringen
So verdächtig all dies auch erscheint, tatsächlich braucht die Wirtschaft ein expandierbares Kreditsystem und ein expandierbares Kreditsystem braucht einen Kreditgeber der letzten Instanz. Falsch ist bei dem gegenwärtigen Vorgehen, dass die »Main Street« zugunsten der Wall Street benachteiligt wird. Banken können sehr günstige Kredite aufnehmen, während Individuen, Unternehmen und auch Regierungen zahlen, »was der Markt hergibt«. Die Mittelsmänner der Banken machen bei einem Verfahren, bei dem Geld im Prozess der Kreditvergabe erzeugt wird, ihren Schnitt. Die Profite werden zulasten der 99 Prozent an das restliche eine Prozent vergeben.
Um das System in Ordnung zu bringen, müssen die Gewinne an die 99 Prozent zurückgegeben werden. Wie das vor sich gehen könnte, hat Thom Hartmann kürzlich in einem Leitartikel beschrieben:
»Überführt die Zentralbank in den Besitz der US-Regierung und lasst sie vom Finanzministerium führen, sodass alle Gewinne … direkt an das Finanzministerium fließen und wir alle weniger Steuern zahlen …«
Als Modell auf regionaler Ebene verwies er auf die Bank of North Dakota:
»Die klugen Leute von North Dakota … haben etwas sehr Ähnliches geschaffen – die Bank of North Dakota –, die seit fast 100 Jahren den Bundesstaat in den schwarzen Zahlen hält und Farmer, Unternehmer und Studenten vor der Plünderung durch die New Yorker Bankster bewahrt. Es ist an der Zeit, dass alle anderen Bundesstaaten genauso wie North Dakota ebenfalls eine eigene bundesstaatliche Bank eröffnen, und dass das Finanzministerium entweder die Fed von den profitorientierten Banken, denen sie gehört, aufkauft, oder sie einfach verstaatlicht.«
Hier und in Europa sind wir alle durch eine plötzliche Panik über die Krise der »Staatsverschuldung« abgelenkt worden, während die wirkliche Krise darin besteht, dass unsere Schulden eben nicht staatlich sind. Wir sind abhängig von einer Wall-Street-Geldmaschine, die unser Geld erzeugt und es mit Zinsen an uns zurückverleiht – Geld, das unsere souveräne Regierung selbst erzeugen könnte, und zwar unter vollkommener demokratischer Aufsicht durch das Volk, dem sie Rechenschaft schuldig ist. Wir haben unsere Wurzeln vergessen, die Zeit, als die amerikanischen Kolonialisten von einem Geldsystem profitierten, das vom Volk selbst geschaffen wurde, und zwar schulden- und zinsfrei. Die Dominanz der Wall-Street-Geldmaschine beruht auf diesem kollektiven Gedächtnisverlust. Dass diese Erinnerung jetzt wieder an die Oberfläche kommt, könnte zur größten Bedrohung für die Maschine werden – und zu unserer größten Hoffnung als Nation.
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