Friday, 1. July 2016
09.11.2014
 
 

Bei politischem Geheimexperiment bevorzugt Facebook die Nachrichten von 100 großen Medienkonzernen

Eric Blair

Ergibt ein soziales Netzwerk, bei dem die eigenen Inhalte nicht mit Freunden und Followern geteilt werden, überhaupt Sinn? Klar doch: Es taugt immer noch zum Gewinnescheffeln, zur Bespitzelung durch den Staat, für Psychospielchen und offenbar jetzt auch noch für politische Manipulationen.

 

 

Seit dem Börsengang spielt man bei Facebook an den Algorithmen herum. Ziel ist es, zu verhindern, dass »virale« Inhalte natürlich auftauchen. Stattdessen sollen die Nutzer dafür blechen, ihren Followern Inhalte zu zeigen. Damit ist der einzige Nutzen, den Facebook zu bieten hatte, durch diese gewinnorientierte Strategie zunichte gemacht worden.

 

Jetzt taugt es offenbar gerade einmal noch als übergroßes Telefon oder als Kurznachrichtendienst. Doch tief unten, im Schatten, ist Facebook noch viel, viel mehr als das.

 

Mother Jones berichtet, dass Facebook verdeckte politische Experimente mit seinen Nutzern durchgeführt hat. So wurden bei fast zwei Millionen Menschen die Newsfeeds so manipuliert, dass Artikel aus den 100 größten Medienunternehmen prominenter platziert wurden.

 

So sollte bei den amerikanischen Präsidentschaftswahlen von 2012 die Wahlbeteiligung getestet werden. Die Huffington Post fasst es so zusammen:

»Insgeheim hat Facebook im Vorfeld der Wahlen von 2012 die Newsfeeds von 1,9 Millionen Nutzern derart manipuliert, dass dort mehr Nachrichten aus Politik und Wirtschaft auftauchen, die ihre Freunde geteilt haben.

Diese Veränderung könnte die Wahlbeteiligung um bis zu drei Prozentpunkte gesteigert haben, heißt es in einer nahezu unbekannten Studie, die Mother Jones am Freitag erstmals publik machte.

Für die Studie tauchten Nachrichtenartikel, die Freunde eines Facebook-Nutzers gepostet hatten, höher im Newsfeed auf, also dem Strom von Statusänderungen, Fotos und Artikeln, die auf der Startseite eines Nutzers stehen. Die Forscher wollten untersuchen, ob man eher zur Wahl geht, wenn man im Vorfeld verstärkt Nachrichtengeschichten ausgesetzt wird, die die eigenen Freunde geteilt haben.

Facebook erklärte, die geteilten Meldungen seien allgemeiner Natur gewesen und nicht politisch. Sie stammten aus einer Liste von 100 führenden Medienunternehmen von der New York Times bis hin zu Fox News, heißt es in der Mother-Jones-Geschichte, die von der Bürgerrechtlerin Micah Sifry geschrieben wurde.«

Ein Aspekt ist untergangen in der Berichterstattung über dieses Wählerexperiment, nämlich, wie gefährlich es ist, für politische Zwecke ausschließlich die Meldungen der Leitmedien überzugewichten. Was, wenn so umgestellt wird, dass ausschließlich Nachrichten der Republikaner oder der Demokraten erscheinen? Kann man damit den Wahlausgang beeinflussen?

 

Schon jetzt weiß man, dass Facebook mit seinem Wissen die Gefühle der Nutzer beeinflussen kann. Wie die Huffington Post schreibt:

»Vier Monate vor Bekanntwerden dieses Wählerexperiments war das soziale Netzwerk wegen eines psychologischen Experiments in die Kritik geraten, das bei etwa 700.000 Nutzern durchgeführt worden war.«

Illegal oder nicht – diese Geheimexperimente werden auch künftig stattfinden. Es ist bekannt, dass Facebook Finanzmittel von In-Q-Tel erhalten hat, einem »nicht gewinnorientierten« Venture-Capital-Unternehmen der CIA. Viele glauben deshalb, dass Facebook ein Datenstaubsauger im Dienste der US-Regierung ist.

 

Facebook hat sehr deutlich gemacht: Was man in seinem Newsfeed zu sehen bekommt, hängt nicht von den eigenen Facebook-Freunden ab. Das gibt vielmehr das Unternehmen vor. Und Facebook hat vor, auch künftig geheime Manipulationen anzustellen. Beunruhigend ist daran insbesondere, dass das Netzwerk vor allem unsere Emotionen und unsere politische Wahrnehmung ins Visier nimmt.

 

 

 

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Leser-Kommentare (11) zu diesem Artikel

09.11.2014 | 22:06

Wellenstrom

Jut, über Details muss man nicht streiten. Aber ein in erster Linie gewinnorientiertes Unternehmen hätte wahrschinlich nicht den 19 Mrd $ WhatsApp Deal gemacht. Außerdem muss ja klar sein, dass wenn Geheimdienste über Social Media an Daten kommen und Daten manipulieren wollen, es nur im Gewand eines Privatunternehmens durchgeführt werden kann. Die Existenzgründergeschichte mit ´nem jungen Studenten ist ´ne perfekte Konstruktion um Vertrauen beim potentiellen User...

Jut, über Details muss man nicht streiten. Aber ein in erster Linie gewinnorientiertes Unternehmen hätte wahrschinlich nicht den 19 Mrd $ WhatsApp Deal gemacht. Außerdem muss ja klar sein, dass wenn Geheimdienste über Social Media an Daten kommen und Daten manipulieren wollen, es nur im Gewand eines Privatunternehmens durchgeführt werden kann. Die Existenzgründergeschichte mit ´nem jungen Studenten ist ´ne perfekte Konstruktion um Vertrauen beim potentiellen User dieser Plattform zu schaffen. Und - wie man ja an den von mir zuvor reingestellten Link sehen kann... "Unternehmen" und Beteiligungsgesellschaften der Geheimdienste wie In-Q-Tel sind ja keine Fiktion. Es gibt sie - und auch sie haben ´nen Zweck. Was mir noch einmal zu erwähnen wichtig ist, ist ja, dass es nicht nur um das Absaugen von Daten geht. Es geht bei Facebook ja auch um eine Plattform, die "virtuelle Personen/Phantome" real macht und den Einsatz als Plattform für gesteuerte Revolutionen. Da liegt mehr Sprengstoff drin, die Brisanz erkennen zu wenige bisher..


09.11.2014 | 21:48

Rattlesnake

@wellenstrom : ja nur lesen sich deine letzten beiden Kommentare ein wenig anders als der erste. Das gewisse Verbindungen bestehen leugne ich gar nicht. Auch nicht eine zusammenarbeit. Zu behaupten Facebook wäre kein gewinnorientiertes Unternehmen, ist schlicht und ergreifend absurd. Siehe dazu Bilanzen und zahlen. Und das Facebook direkt zu einem Geheimdienst gehört, ist einfach eine haltlose behauptung. Wie gesagt Zusammenarbeit und Verbindung ist eine sache, das andere was...

@wellenstrom : ja nur lesen sich deine letzten beiden Kommentare ein wenig anders als der erste. Das gewisse Verbindungen bestehen leugne ich gar nicht. Auch nicht eine zusammenarbeit. Zu behaupten Facebook wäre kein gewinnorientiertes Unternehmen, ist schlicht und ergreifend absurd. Siehe dazu Bilanzen und zahlen. Und das Facebook direkt zu einem Geheimdienst gehört, ist einfach eine haltlose behauptung. Wie gesagt Zusammenarbeit und Verbindung ist eine sache, das andere was vollkommen anderes. Das sich beide gegenseitig aus der Hand fressen zwecks eigener Interessen dürfte eh klar sein... Facebook hat finanzielle vorzüge. Die Geheimdienste daten... Letzten Endes sind die Facebook Nutzer selbst schuld und haben es auch alleine in der hand. Zwingt sie ja keiner... rum jammern brauchen sie dann allerdings auch net. Ergo geht mir sowas auch am allerwertesten vorbei


09.11.2014 | 21:11

Wellenstrom

@ rattlesnake Kein Geheimdienst der Welt liefert sich selbst ans Messer. Und stichhaltige Beweise können sie in dem Fall nur von denen erwarten, die Insider sind, wie z.B. Snowden. Aber die Verbindungen und Nähe von Facebook und Medien zu Geheimdienste/Regierungsbehörden lässt sich selbst bei größt möglich ausgeprägter Ignoranz und/oder Naivität nicht mehr anno 2014 übersehen. Was die Verknüpfungen von Printmedien und den Rundfunkanstalten mit Behörden und Geheimdiensten...

@ rattlesnake Kein Geheimdienst der Welt liefert sich selbst ans Messer. Und stichhaltige Beweise können sie in dem Fall nur von denen erwarten, die Insider sind, wie z.B. Snowden. Aber die Verbindungen und Nähe von Facebook und Medien zu Geheimdienste/Regierungsbehörden lässt sich selbst bei größt möglich ausgeprägter Ignoranz und/oder Naivität nicht mehr anno 2014 übersehen. Was die Verknüpfungen von Printmedien und den Rundfunkanstalten mit Behörden und Geheimdiensten anbelangt wird uns derzeit ja einiges an Infos und Details geboten. Siehe Ulfkottes Buch oder die offensichtlichen Medienlügen, die uns täglich http://propagandaschau.wordpress.com/ präsentiert. Nicht zu vergessen ist etwaiges Bildmaterial bei Liveleaks oder youtube. Beweise über manipulierte Berichterstattung von CNN z.B. finden sie dort fast täglich. Entwickeln sie mal mehr Eigeninitiative und machen sich Ihr eigenes Bild.


09.11.2014 | 21:04

Rattlesnake

@Klapperschlange: och ich Bitte dich... Wir stehen hier alle nicht auf die Mainstream Medien und auf die Lügen die sie uns auftischen.... Aber haltlose Behauptungen und Unterstellungen bringen uns auch nicht weiter .. da braucht sich dann keiner wundern wenn ihr / wir als verschwörungstheoretiker bezeichnet und diffamiert werden. Und selbstverständlich braucht es Beweise wenn man solche Behauptungen aufstellt... Oder wurden diese etwa nicht von euch gefordert als man uns...

@Klapperschlange: och ich Bitte dich... Wir stehen hier alle nicht auf die Mainstream Medien und auf die Lügen die sie uns auftischen.... Aber haltlose Behauptungen und Unterstellungen bringen uns auch nicht weiter .. da braucht sich dann keiner wundern wenn ihr / wir als verschwörungstheoretiker bezeichnet und diffamiert werden. Und selbstverständlich braucht es Beweise wenn man solche Behauptungen aufstellt... Oder wurden diese etwa nicht von euch gefordert als man uns versucht hat weiß zu machen der Irak würde über Massenvernichtungswaffen verfügen... nur um mal ein beispiel zu nennen...


09.11.2014 | 20:51

Klapperschlange

@ Rattlesnake: Hierfür braucht man keine Quellen sondern gesunden Menschenverstand gepaart aus der Erfahrung (Prism, Snowden, 1984, Rothschilds etc.).


09.11.2014 | 19:49

Wellenstrom

@ rattlesnake Beweisen kann ich Ihnen nichts. Ich bin keine Ermittlungsbehörde und kann meine Aussagen nur auf öffentlich zugängliche Indizien und Infos stützen. Aber die sprechen eine eindeutige Sprache. Die Schlüsse sollte man schon selber ziehen können. Über Facebook und die CIA Connection findet sich massiv viel im Netz. Gut... fangen wir mal mit der Finanzierung von Facebook an. In das damals noch sehr junge Unternehmen gab es 2005 eine Investition in Höhe von 12,7 Mio....

@ rattlesnake Beweisen kann ich Ihnen nichts. Ich bin keine Ermittlungsbehörde und kann meine Aussagen nur auf öffentlich zugängliche Indizien und Infos stützen. Aber die sprechen eine eindeutige Sprache. Die Schlüsse sollte man schon selber ziehen können. Über Facebook und die CIA Connection findet sich massiv viel im Netz. Gut... fangen wir mal mit der Finanzierung von Facebook an. In das damals noch sehr junge Unternehmen gab es 2005 eine Investition in Höhe von 12,7 Mio. $. Wo kamen die wohl her? Querverbindungen führen hierhin: http://de.wikipedia.org/wiki/In-Q-Tel Ansonsten: http://www.globalresearch.ca/facebook-the-cia-conspiracy/12685 zusammengefasst hier in deutscher Sprache: http://orwellschewelt.blogspot.de/2012/03/facebook-eine-datenkrake-der-cia.html Zu den bunten Revolutionen und die Rolle von Facebook: "Ein Artikel in der New York Times im April 2011 bestätigte die systematische Ausbildung von Jugendlichen durch US-Institutionen. Namentlich genannt wurde ein Treffen 2008 in New York City für ägyptische Aktivisten, das von Facebook, Google, der Columbia Law School und dem State Department unterstützt wurde." Zitat aus: http://de.wikipedia.org/wiki/Farbrevolutionen Quelle: http://www.nytimes.com/2011/04/15/world/15aid.html?_r=2&pagewanted=all& Zur massiven Dollardruckerei, die jeglicher ökonomischer Realität in den USA spottet, muss ich ja wohl nicht noch zusätzliche Links darreichen. Da genehmigen Sie sich mal diverse Wirtschaftsdaten. Die sich im Umlauf befindlichen, bedruckten Papierscheinchen und das Giralgeld sind inflationär und nicht mit der real existierenden Gesamtwirtschaftsleistung dieses Landes in Einklang zu bringen. Zu den 100 Medienunternehmen: http://www.storyleak.com/graphic-6-corporations-own-90-percent-of-media/ http://en.wikipedia.org/wiki/Media_cross-ownership_in_the_United_States

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