Biotech-Unternehmen setzt Millionen genmanipulierter Moskitos auf den Kaimaninseln aus
Ethan A. Huff
Wissenschaftler des britischen Biotechnologie-Giganten Oxitec haben vor Kurzem eine genetisch veränderte Stechmücke entwickelt, die sich nicht erfolgreich fortpflanzen kann, wenn sie nicht ein bestimmtes chemisches Antibiotikum erhält [das heißt durch das Antibiotikum, das in freier Natur nicht vorkommt, wird das Transgen, das zum Absterben der Larven führt, »ausgeschaltet«]. Das Unternehmen hat vor einiger Zeit schon Millionen dieser genmanipulierten Moskitos auf den Kaimaninseln ausgesetzt, um zu sehen, was wohl passiert – allerdings ohne angemessene Genehmigung oder Ankündigung, was bei Experten und auch der Öffentlichkeit Verärgerung auslöste, da die Folgen eines solchen unverantwortlichen Experiments nicht abzuschätzen seien.
.jpg)
Oxitec hatte die Mücken bereits im vergangenen Jahr freigelassen, die Öffentlichkeit aber erst vor Kurzem informiert. Das Unternehmen rechtfertigt seine Entscheidung damit, dass die transgenen Stechmücken dazu beitragen könnten, die Verbreitung von Dengue-Fieber einzudämmen, indem die wildlebenden Mücken verdrängt oder beseitigt werden. Aber niemand weiß wirklich, was geschieht, wenn diese genmanipulierten Mücken Tiere oder Menschen stechen, oder welche Wirkung ihre veränderten Gene in der Wechselwirkung mit ihrer lebenden Umgebung entfalten.
Im Einklang mit der Entscheidung, die Öffentlichkeit anfänglich über das Experiment nicht zu informieren, besaß Oxitec die Dreistigkeit, seinen Versuch auf dem jüngsten Treffen der
Amerikanischen Gesellschaft für Tropenmedizin und Hygiene als »Erfolg« darzustellen. Es ist schon irre, wie das Unternehmen eine solch groteske Erklärung abgibt, ohne die langfristigen Auswirkungen dieser nun nicht mehr rückgängig zu machenden Entscheidung zu kennen.
»Oxitec sieht seinen Versuch nur wenige Tage nach Abschluss des Experimentes als ›gelungen‹ an«, erklärte Kathy Jo Wetter, eine Wissenschaftlerin der »Aktionsgruppe Erosion, Technologie und Zusammenarbeit«. »Über ungewollte Auswirkungen auf die Umwelt ist nichts bekannt, und die ungeprüfte Technologie Oxitecs kann die Lage auf lange Sicht gesehen verschlechtern. Es gibt keine Möglichkeit, das Rad zurückzudrehen, wenn etwas schiefgeht – und wer übernimmt in einem solchen Fall dann die Verantwortung?«
Moskitos oder Stechmücken sind nicht nur notwendiger Bestandteil der natürlichen Nahrungskette – sie gehören zur Beute verschiedenster Tierarten wie Vögel und Fledermäuse –, sondern sind wie Bienen auch wichtige Bestäuber. Auch wenn sie manchmal eine Plage sind, könnte ohne sie die gesamte Nahrungskette zerstört werden.
NaturalNews
__________
Quellen zu diesem Artikel unter: SCIDEV.NET
© 2010 Das Copyright dieser Seite liegt, wenn nicht anders vermerkt, beim Kopp Verlag, Rottenburg
Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Meinung des Verlags oder die Meinung anderer Autoren dieser Seiten wiedergeben.