Donnerstag, 8. Dezember 2016
27.11.2014
 
 

Durch den Anbau von Genmais sterben in Kanada 37 Millionen Honigbienen

Ethan A. Huff

In der kanadischen Provinz Ontario sind nach dem Anbau von gentechnisch verändertem (GV-) Mais kürzlich zig Milliarden Honigbienen eingegangen. Der Imker David Schuit aus Elmwood verlor 600 Völker mit circa 37 Millionen Bienen. Wissenschaftler führen das Bienensterben direkt auf Narcotinoid-Pestizide zurück, die das Immunsystem der Bienen angreifen und das Navigationsvermögen stören, sodass sie massenweise sterben.

 

Wie die Zeitung The Post aus Ontario meldet, starben die Tiere wenige Tage, nachdem in der Umgebung Genmais ausgebracht worden war. Die Pflanzen wurden mit den so genannten »Neonics« der Firma Bayer CropScience besprüht, die in der Europäischen Union wegen ihrer Bienenschädlichkeit bereits verboten wurden. Dank des erheblichen Einflusses der chemischen Industrie sind sie Nordamerika noch immer erlaubt.

 

»Direkt nach der Mais-Aussaat starben Millionen unserer Bienen«, erklärte Schuit vor Reportern, er beklagte die hohen Verluste für seine Imkerei Saugeen Honey.

 

Auch Nathan Carey, Mitglied des nationalen Bauernverbandes, beobachtet auf seinem Hof in den letzten Wochen ein massives Bienensterben. Er bestätigt die neueste Forschung auf dem Gebiet, wenn er die Neonics direkt für das Bienensterben nicht nur in Ontario, sondern weltweit verantwortlich macht.

 

»Ich habe das Gefühl, dass es uns alle angeht«, sagt er in The Post; für die nächsten Wochen plane er einen öffentlichen Workshop und eine Podiumsdiskussion über das Thema.

 

Dieses Jahr hatte bereits Gary Kennys Farm in derselben Region unmittelbar nach der Genmais-Aussaat 80 Prozent der Bienenvölker verloren. Wie Schuit, so erlitt auch Kenny erhebliche geschäftliche Einbußen, während der Anbieter sein Gift weiterhin straflos verkaufen kann.

 

Genmais-Aussaat über die Luft beschleunigt das Bienensterben

 

Dass dies in diesem Jahr so plötzlich zu einem großen Problem geworden ist, erklärt sich durch eine neue Aussaat-Technik, bei der die Bienen viel höheren Neonicotinoid-Konzentrationen ausgesetzt werden. Wie The Post meldet, werden Genmais-Samen mit Neonics vorbehandelt, bevor sie von speziellen »Luft-Sämaschinen« auf den Ackerboden ausgebracht werden. Dabei gerät Pestizid-Staub in die Luft.

 

Werden Bienen diesem Staub ausgesetzt, gelangt das Pestizid in den Körper und greift die Nerven an. Die Folge ist der so genannte Bienenvolk-Kollaps (CCD, nach dem englischen »Colony Collaps Disorder«).

 

Die Verbindung wurde in zahlreichen Studien bestätigt, darunter eine von Forschern der amerikanischen Purdue University:

»Bienen zeigten neurotoxische Symptome; eine Analyse der toten Bienen ergab in allen Fällen Spuren von Thiamethoxam/Clothianidin. Die einzige nennenswerte Quelle dieser chemischen Verbindungen ist die Behandlung der Samen von Nutzpflanzen (vor allem Mais).«

 

Schuit nennt die weitere Anwendung von Neonics »kriminell«

 

Bereits im Mai legten Forscher der Harvard School of Public Health (HSPH) weitere Beweise für die Bienenschädlichkeit von Neonics vor. Sie beobachteten, dass Bienen, die den Pestiziden im Winter ausgesetzt werden, ihre Bienenstöcke verlassen und sterben. Bei der Studie wurden sowohl Clothianidin als auch Imidacloprid, ein anderes Neonicotinoid, untersucht.

 

»Mit dieser Studie haben wir erneut demonstriert, dass Neonicotinoide mit hoher Wahrscheinlichkeit für den CCD bei Bienenvölkern verantwortlich sind, die bis zum Wintereinbruch gesund waren«, schrieb Erstautor Chensheng, Professor für Umweltbiologie an der HSPH.

 

Trotz fortgesetzter Verluste unternehme das Ministerium für Landwirtschaft, Ernährung und den ländlichen Raum in Ontario laut Schuit nichts gegen das Problem. Das sei ein Verbrechen.

 

»Für mich ist das, was dort passiert, kriminell, und es ist schwer, die Zuversicht zu wahren, wenn es nicht so aussieht, als werde überhaupt etwas unternommen«, erzählte er in The Post.

 

 

 

Quellen:

 

ThePost.on.ca

OrganicHealth.co

Harvard.edu

NaturalNews.com

TruthWiki.org

 

 

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Leser-Kommentare (15) zu diesem Artikel

20.07.2015 | 18:56

Mineli

Gebt diesen Giftspritzern doch auch genügend Pestizid etc. zu fressen! Ich kann es nicht fassen wie dumm die Menschheit ist und immer noch dümmer wird. Ein Hoch auf die Forschung in der Chemie! Stopft die, die diese Gifte fabrizieren auch voll mit diesen Giften - wenn es sein muss mit Gewalt, denn sie sind nicht nur die Mörder der Bienen, sondern generell der Natur und unseres wunderbaren, fruchtbaren Planeten


28.11.2014 | 07:21

Axel

Die Frage ist doch auch, warum sollen Pflanzen die insektenresistent (schädlich) sind für den Menschen gut sein? Woher überhaupt dieser Wahn, diese unglaubliche Machtsucht über die Ernten, die Nahrung und damit über die Völker herrschen zu wollen. Das hatten wir doch schon alles mal. Gleichzeitig heißt es, die Menschen werden zu viele, und dann wieder die Menschen können überhaupt nur noch mit GVO ernährt werden, was der aller größte Blödsinn ist. Eine auf den Prinzipien der...

Die Frage ist doch auch, warum sollen Pflanzen die insektenresistent (schädlich) sind für den Menschen gut sein? Woher überhaupt dieser Wahn, diese unglaubliche Machtsucht über die Ernten, die Nahrung und damit über die Völker herrschen zu wollen. Das hatten wir doch schon alles mal. Gleichzeitig heißt es, die Menschen werden zu viele, und dann wieder die Menschen können überhaupt nur noch mit GVO ernährt werden, was der aller größte Blödsinn ist. Eine auf den Prinzipien der Natur belassene Agrarwirtschaft wäre doch dann auch ein natürlicher Bevölkerungsregulierer, oder nicht. Nur dann wären die Völker ja autark.


28.11.2014 | 06:54

Axel

Ich frag mich ob nicht genau überhaupt das Ziel ist? Globale Unternehmen die gentechnisch veränderte Pflanzen versuchen zu züchten die sich selber nicht fortpflanzen sollen, dessen Saatgut nur sie bereitstellen, haben logischerweise ein Interesse daran, dass die natürlichen Pflanzen (Nutzpflanzen) sich nicht vermehren können, wozu es ja u.a. auch die Bienen brauch. Das ganze lässt man dann laufen unter "ups, da ist uns was passiert", direkte rechtliche Konsequenzen sind...

Ich frag mich ob nicht genau überhaupt das Ziel ist? Globale Unternehmen die gentechnisch veränderte Pflanzen versuchen zu züchten die sich selber nicht fortpflanzen sollen, dessen Saatgut nur sie bereitstellen, haben logischerweise ein Interesse daran, dass die natürlichen Pflanzen (Nutzpflanzen) sich nicht vermehren können, wozu es ja u.a. auch die Bienen brauch. Das ganze lässt man dann laufen unter "ups, da ist uns was passiert", direkte rechtliche Konsequenzen sind ja so schnell nicht zu erwarten, ist doch scheinbar kein nennenswerter wirtschaftlicher Schaden angerichtet. Hitler und die Nazis hätten es nicht besser gekonnt.


27.11.2014 | 23:49

Gebhard Aierstock

Das selbe Problem hatten wir im Rheintal, Bienensterben durch Nonikotinoide. Der feFhler war, dass die Haftmittel der Beize am Saatgut mangelhaft war und so die neonicotinoide beim Säen in die Luft geblasen wurden. Mit GVO-Mais hat dies aus meiner Sicht nichts zu tun.Was ich mich frage, wenn der Mais insektenresistent ist,wäre die Beizung gar nicht nötig?!


27.11.2014 | 20:50

Kaiser Wilhelm

@Lothar Deiner Antwort kann man entnehmen, was passiert, wenn man zu viel Genmais genascht hat. Die Folgen von Genmais stecken unter anderem auch in (mindestens) Kuhmilch und Kuhmilchprodukten, da Kühe vollkommen artgerecht mit Mais gefüttert werden. So nebenbei züchtet man damit auch EHEG im Kuhmagen. Ich habe mich mal mit einem Milchbauern darüber unterhalten, was so abläuft. Dessen Rinder sind übrigens mittlerweile an Botulismus zugrunde gegangen oder besser gesagt,...

@Lothar Deiner Antwort kann man entnehmen, was passiert, wenn man zu viel Genmais genascht hat. Die Folgen von Genmais stecken unter anderem auch in (mindestens) Kuhmilch und Kuhmilchprodukten, da Kühe vollkommen artgerecht mit Mais gefüttert werden. So nebenbei züchtet man damit auch EHEG im Kuhmagen. Ich habe mich mal mit einem Milchbauern darüber unterhalten, was so abläuft. Dessen Rinder sind übrigens mittlerweile an Botulismus zugrunde gegangen oder besser gesagt, jämmerlich verreckt.


27.11.2014 | 20:31

Dany

Es ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein: aber in meinem Garten habe ich seit vielen Jahren an einigen Stellen eine spezielle Mischung Bienenfreundlicher Blumensamen ausgestreut. Selbst bei uns im Ort werden diverse freie Flächen damit bestückt. Es ist eine Pracht, wenn ab dem Frühling die Blumen blühen und von Bienen, Hummeln usw. angeflogen werden. Es gibt natürlich wieder ein paar "Stänkerer", denen das nicht gefällt , weil die meinen, das sieht aus wie Unkraut....

Es ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein: aber in meinem Garten habe ich seit vielen Jahren an einigen Stellen eine spezielle Mischung Bienenfreundlicher Blumensamen ausgestreut. Selbst bei uns im Ort werden diverse freie Flächen damit bestückt. Es ist eine Pracht, wenn ab dem Frühling die Blumen blühen und von Bienen, Hummeln usw. angeflogen werden. Es gibt natürlich wieder ein paar "Stänkerer", denen das nicht gefällt , weil die meinen, das sieht aus wie Unkraut. Aber auch Unkraut blüht schön ! Ich erfreue ich jedes Jahr wieder an meinen Gartenbewohnern. Bei mir wird nichts gestreut oder gespritzt. Alles ist wie es ist.

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