Samstag, 24. Juni 2017
29.06.2016
 
 

Pharmaindustrie betreibt Meinungsmache auf Wikipedia, Informationen im Gesundheitsbereich gezielt falsch

Ethan A. Huff

Es ist ein Running Gag in glaubwürdigen Kreisen, Wikipedia sei eine der schlechtesten Quellen für wahrheitsgetreue Informationen zu so gut wie jedem Thema. Und eine neue Studie belegt, dass die populäre, von Usern gestaltete »Fauxpedia«-Website von vorne bis hinten voller Fehlinformationen ist – insbesondere in den Themenbereichen Gesundheit und Medizin.

Die Studie der Campbell University in North Carolina fand heraus, dass bis zu 90 Prozent der auf Wikipedia eingestellten medizinischen Informationen falsch sind und dass sich die Nutzer einfach nicht darauf verlassen können, wenn sie sich über gesundheitliche Probleme und medizinische Behandlungsmöglichkeiten informieren wollen. Zu praktisch jedem wichtigen Gesundheits- und Krankheitsthema wurden Einträge gefunden, die sachliche Fehler enthalten, die entweder nicht auf dem Stand der Wissenschaft oder gänzlich falsch sind.

 

»Wissenschaftler sollten Wikipedia keinesfalls als Primärquelle heranziehen, denn diese Artikel durchlaufen nicht dieselbe Experten-Begutachtung wie medizinische Fachzeitschriften«, sagt Robert Hatsy, Hauptautor der Studie. »Die beste Quelle auf der Suche nach einer Diagnose ist ein Gespräch mit Ihrem Arzt, der Ihren medizinischen Hintergrund und andere Faktoren berücksichtigen kann, wenn es um die bestmögliche Behandlung geht.«

 

Von den mehr als 31 Millionen Wikipedia-Einträgen haben mindestens 20 000 mit Gesundheit zu tun, und bei der Internet-Recherche zu gesundheitlichen Fragen erscheint Wikipedia bei den Suchmaschinen normalerweise als einer der ersten Links. Deshalb halten viele Menschen Wikipedia für eine verlässliche Informationsquelle, die es aber in Wirklichkeit schlicht nicht ist.

 

»Die Popularität von Wikipedia beruht darauf, dass es als kollaborative Datenbank aufgebaut ist«, schreiben die Autoren. »Doch genau deswegen hat die medizinische Gemeinde Bedenken hinsichtlich der Zuverlässigkeit der gelieferten Informationen.«

 

Wikipedia zensiert ganz bewusst ganzheitliche Ansätze und spielt Pharmakonzernen und anderen Interessenorganisationen in die Hände

 

Theoretisch sollte der gemeinschaftliche Aspekt von Wikipedia die Darstellung unterschiedlichster Sichtweisen ermöglichen, die jeweils von entsprechenden Quellen gestützt werden. Wenn Personen aller Berufs- und Bildungsschichten den Inhalt der Artikel mitbestimmen können, sollten diese eigentlich das vollumfängliche Spektrum zum jeweiligen Thema umfassen, aus dem man sich als Nutzer die eigene Meinung bilden kann.

 

Doch das ist häufig nicht der Fall, insbesondere wenn es um »alternative« oder ganzheitliche Ansätze geht, die dem Status quo widersprechen. Es hat sich immer wieder gezeigt, dass Wikipedia von Interessenorganisationen kontrolliert wird – darunter Pharmakonzerne, die Einträge zu medizinischen Themen durch »Trolling« so beeinflussen, dass Arzneimittel möglichst positiv dargestellt und ihre Nebenwirkungen verharmlost werden.

 

Dies gilt laut der neuen Studie auch für gesundheitliche Beschwerden wie Bluthochdruck und Herzkrankheiten. Statt die vielfältigen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese behandelt oder verhindert werden können, zensiert Wikipedia aktiv Informationen, die von der konventionellen Norm hinsichtlich Wirkstoffen und Behandlungen abweichen. Beispielsweise wird der Aspekt Ernährung gerne völlig außen vor gelassen.

 

»Pharmaunternehmen wird vorgeworfen, von Wikipedia die Streichung schädlicher Nebenwirkungen zu fordern«, erklärt Mail Online. »2009 strichen Mitarbeiter von AstraZeneca angeblich einen Satz, in dem stand, dass Teenager, die mit einem Medikament gegen manische Depression behandelt werden, ›eher über Selbstverletzung und Selbsttötung nachdenken‹.«

 

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales beschimpft auch gern Kritiker, die die Auswahl der Informationsquellen infrage stellen. Seriöse wissenschaftliche Abhandlungen über unkonventionellere Vorschläge für ein gesundes Leben werden von Wikipedia ignoriert oder lächerlich gemacht.

 

Und Wales stellt klar, dass er nicht daran interessiert ist, dahingehende moderne medizinische Errungenschaften auf seiner Site zu erwähnen.

 

»In manchen Bereichen und zu einigen Themen gibt es Gruppen, die regelrecht Artikel ›besetzen‹ und darauf bestehen, sie so abzuändern, dass sie ihre eigenen Meinungen widerspiegeln«, sagt Larry Sanger, der einst Wikipedia mitbegründete. Er bezieht sich damit auf die wissenschaftlichen »Skeptiker«, die regelmäßig die Website missbrauchen. »Es gibt [bei Wikipedia] keinen glaubwürdigen Mechanismus, der den Wahrheitsgehalt der Artikel überprüft.«

 

 

 

 

 

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