Monday, 29. August 2016
24.03.2014
 
 

Der Einsatz von Heckenschützen ist eine übliche Taktik bei NATO-Regimewechseln

F. William Engdahl

Bei einer Schießerei auf der Krim am 18. März wurden ein ukrainischer Soldat und ein Mitglied der prorussischen Selbstverteidigungs-Miliz getötet. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe einer kleinen militärischen Einrichtung, bei der hauptsächlich Frauen beschäftigt waren. Das selbst ernannte Regime in Kiew reagierte sofort. Unmittelbar nach der Attacke, als die Lage noch völlig unklar war und keine verifizierten Details vorlagen, erklärte der »amtierende« Kiewer Ministerpräsident Jazenjuk: »Russische Soldaten eröffneten das Feuer auf ukrainische Armeeangehörige. Es ist ein Kriegsverbrechen, ohne jede Einschränkung.« Gleichzeitig ermächtigte der »amtierende« Kiewer Präsident Olexandr Turtschynow die auf der Krim stationierten ukrainischen Truppen, »zur Selbstverteidigung« ihre Schusswaffen einzusetzen.

Wie sich später herausstellte, wurden die beiden Kontrahenten aus derselben Waffe eines Heckenschützen aus demselben Gebäude heraus erschossen. Es war eindeutig als Zwischenfall »unter falscher Flagge« geplant, um antirussische Aktionen in der Ukraine zu provozieren. Das lokale Innenministerium erklärte in einer Pressemitteilung, die Schüsse seien aus einem im Bau

befindlichen Haus gegenüber der Einrichtung abgefeuert worden.

 

Der Vorfall war eine Kopie der viel größeren Scharfschützenattacke vom 22. Februar auf dem Maidan-Platz in Kiew. Durch diese Attacke wurde der Stunden zuvor ausgehandelte neue diplomatische Kompromiss zwischen der Regierung Janukowytsch, den drei im Parlament vertretenen Oppositionsparteien, den Demonstranten und der EU hinfällig.

 

Bei einem später abgehörten und am 5. März im Internet veröffentlichten Telefongespräch zwischen der EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton und dem estnischen Außenminister Urmas Paet spricht Letzterer von Beweisen dafür, dass am 22. Februar dieselben Scharfschützen auf Demonstranten und Polizisten geschossen hätten, und dass diese Scharfschützen von einem Gebäude geschossen hätten, das unter der Kontrolle des neonazistischen ukrainischen Rechten Sektors stand.

 

NATO-Taktik

 

Es gibt Berichte, wonach die Nachfolgeorganisation der US-Söldnertruppe Blackwater Security 300 als Scharfschützen ausgebildete private Soldaten in die Ukraine geschickt hat, aber diese Berichte sind noch nicht bestätigt. Bestätigt ist aber, dass der Einsatz von Scharfschützen und Heckenschützen eine beliebte Taktik in der irregulären Kriegsführung von US Army und Sondereinsatzkräften ist. Heckenschützen werden eingesetzt, um Terror, Angst und regierungsfeindliche Propaganda zu verbreiten. Sie sind integraler Bestandteil eines vom Westen unterstützten Regimewechsels.

 

Etwas gesunder Menschenverstand sagt bereits, dass keine rational denkende Regierung, die an der Macht bleiben will, unbekannte Heckenschützen einsetzen würde, um ihre Gegner einzuschüchtern. Schüsse auf unschuldige Demonstranten wären kontraproduktiv angesichts großen Drucks vonseiten westlicher Regierungen, die entschlossen sind, ein Klientelregime an die Macht zu bringen.

 

Heckenschützen wurden durch das Pentagon bei fast jeder US-unterstützten Farbenrevolution eingesetzt, angefangen von den Attacken auf eine wütende Menschenmenge, die 1989 in Rumänien gegen Ceauşescu demonstrierte. Scharfschützen US-amerikanischer Sondereinheiten oder private Söldner waren 2010 bis 2012 während des von den USA unterstützten »Arabischen Frühlings« in Ägypten, Tunesien und Libyen am Werk.

 

Im Handbuch der US Army von 2010 heißt es: »Die Streitkräfte führen bewaffnete Konflikte, in der Regel in Form von Guerilla-Kriegsführung, gegen den Sicherheitsapparat des Gastlandes oder des besetzenden Militärs durch. Konflikt schließt auch Operationen ein, durch die die gegnerische Moral, der organisatorische Zusammenhang und die operationelle Funktionsfähigkeit angegriffen und geschwächt werden und der Gegner von der Bevölkerung isoliert wird.« Der Einsatz von Heckenschützen, um in der Ukraine Wut gegen die Regierung zu schüren, steht an erster Stelle. Und eindeutig sind es US State Department und Pentagon, deren Pläne davon profitieren, nicht Moskau oder Janukowytsch.

 

 

 

 


 

 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

 

  • Enthüllt: Hinter den Kulissen der Tierschützer
  • Schlaraffenland Sozialstaat: Der Asylmissbrauch
  • Wie China die Arbeitsplätze unserer Kinder vernichtet
  • Fiskus: Wenn Bürger nur noch zahlen dürfen

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Amerikanische und britische Streitkräfte planen NATO-Manöver in der Ukraine

Redaktion

Die Ukraine wird zwar der Gastgeber sein, aber bei dem seit Langem geplanten kommenden Militärmanöver mit der Bezeichnung »Rapid Trident«, an dem 1300 Soldaten aus verschiedenen Ländern teilnehmen werden, wird das amerikanische Militär das Sagen haben.  mehr …

Amerikanische und britische Ölkonzerne schüren in der Ukraine Illusionen über Schieferöl und -gas

F. William Engdahl

Neben vielen anderen Storys wird derzeit auch erzählt, bei der Auseinandersetzung in der Ukraine gehe es nur um die Eroberung der riesigen Schieferöl- und Schiefergasvorkommen. Führende Männer in der ukrainischen Regierung – schon im glücklosen Kabinett Janukowytsch – ließen sich davon überzeugen, im Schiefergestein in der Ukraine lagere ein  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Der Ukraine droht der Bankrott – den Sparern die Enteignung

Michael Brückner

Bankrott, korrupt und perspektivlos: Die ukrainische Wirtschaft steht am Abgrund. Wer die Zeche zahlt, zeichnet sich immer deutlicher ab. Selbst mittleren ukrainischen Sparern droht die Teil-Enteignung. Und für die angekündigten Finanzhilfen darf vorrangig wohl Deutschland aufkommen. Doch ohne Beteiligung Russlands wird das Nachbarland kaum zu  mehr …

Ökotrottel: Der Schwindel mit den Holzpellets

Edgar Gärtner

Holzpellets gelten beim Heizen als politisch und ökologisch korrekt. Dabei verbirgt sich dahinter inzwischen ein großer Umweltfrevel. Was so schön umweltfreundlich klingt, ist in Wahrheit ein schmutziges Geschäft zu Lasten der Natur.  mehr …

Frankreichs Front National erreicht bei französischen Kommunalwahlen »außerordentlichen Stimmenzuwachs«

Redaktion

Bei den Wahltagsbefragungen der erste Runde der französischen Kommunalwahlen erreichte die als weit rechts stehend geltende Partei Front National (FN) überraschende Stimmengewinne, was als weiteres Zeichen für die zunehmende Unzufriedenheit der Bevölkerung mit Staatspräsident François Hollande und seiner Linkskoalition gewertet wird.  mehr …

Der Kalte Krieg war nie zu Ende. Über den unmöglichen Umgang der westlichen Establishment-Medien und Politik mit Russland

Thomas Mehner

Endlich haben die Medienvertreter des westlichen Establishments wie auch die stramm westwärts ausgerichteten Politiker wieder einen richtigen Feind, an dem sie sich abarbeiten können: das von Putin geführte Russland. Da kommt Freude auf, denn all die Jahre, die seit dem Zusammenbruch des Warschauer Paktes vergangen sind, konnte man das alte  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.