Donnerstag, 30. März 2017
19.05.2016
 
 

Hält Brüssel an seinem niederträchtigen Verhalten fest und verlängert die Genehmigung für Glyphosat?

F. William Engdahl

In den kommenden Tagen ist mit einer der wichtigsten Entscheidungen der korrupten Kommission der Europäischen Union (EU) im Zusammenhang mit dem Schutz und der Sicherheit der EU-Bürger zu rechnen. Ein wichtiger Aspekt dabei betrifft die Bemühungen des Biotech-Konzerns Monsanto und anderer wichtiger agrochemischer, auf gentechnisch veränderte Organismen (sogenannte GMOs) und entsprechendes Saatgut spezialisierter Konzerne, eine Verlängerung der Zulassung für Glyphosat zu erreichen. Glyphosat ist der giftige und höchstwahrscheinlich krebserregende Hauptbestandteil des meistverkauften und von Monsanto produzierten Unkrautvernichters Roundup.

 

Dass die EU-Kommission und die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) trotz zahlreicher Untersuchungen, die auf schwerwiegende toxische Wirkungen von Glyphosat auf Menschen und Tiere hindeuten, überhaupt erwägen, die Zulassung von Glyphosat zu verlängern, ist ein schlagender Beweis für das Ausmaß der Verkommenheit dieser Institution demokratisch nicht legitimierter und weitgehend anonymer Bürokraten. Hatte doch auch die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Substanz im März 2015 als »wahrscheinlich krebserregend« eingestuft.

 

Bereits Anfang dieses Jahres wies ich darauf hin, die EU-Kommission beabsichtige, die Zulassung für das umstrittene Glyphosat um weitere 15 Jahre zu verlängern. Ihre Entscheidung begründete sie mit der Feststellung der EFSA, die Auffassung, Glyphosat wirke krebserregend, sei unbegründet.

 

Diese Einschätzung wurde nicht einmal durch die Offenlegung der einschlägigen Untersuchungen zur Unbedenklichkeit und Sicherheit von Glyphosat unterstützt, auf die sich die EFSA angeblich bezog. Sie stand zudem im krassen Widerspruch zur Einstufung der IARC, nach der dieses Unkrautvernichtungsmittel, das bei fast allen GMO-Pflanzen weltweit sowie auch in der allgemeinen Landwirtschaft und sogar in Privatgärten zum Einsatz kommt, »möglicherweise karzinogen« wirkt.

 

Für die nun anstehende Entscheidung ist der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, der Litauer Vytenis Andriukaitis, zuständig. Während eines Treffens mit Abgeordneten des Europaparlaments am 29. April 2016 widersetzte sich Andriukaitis allen Forderungen nach einer Beschränkung des gefährlichen Unkrautvernichters und erklärte seine Absicht, Glyphosat ohne jegliche Einschränkungen für weitere zehn Jahre zuzulassen. Zudem ignorierte der EU-Kommissar die Mehrheitsentscheidung des EU-Parlaments, das sich im April mit 374 zu 225 Stimmen aufgrund des »Vorsorgeprinzips« für Einschränkungen bei Glyphosat ausgesprochen hatte.

 

Dieses Prinzip besagt, dass bei nicht nachgewiesener Unbedenklichkeit von Risiken für Mensch und Tier ausgegangen werden und daher aus Sicherheitsgründen auf eine Zulassung verzichtet werden müsse. Die Mehrheit der EU-Parlamentarier, die in diesem Fall nur eine beratende Stimme hatten, stimmte für eine Reduzierung der Zulassungsverlängerung von 15 auf sieben Jahre. Darüber hinaus forderten sie deutliche Beschränkungen beim Einsatz des Herbizids.

 

Einige Tage vor der endgültigen Entscheidung, die für diese Woche erwartet wird, hielt die Gruppe »Europaparlamentarier gegen Krebs« vor zahlreichen Gästen eine Informationsveranstaltung zu »Krebs und Glyphosat« ab. Der Vorsitzende dieser informellen Parlamentariergruppe, der Slowene Alojz Peterle, erklärte dort: »Angesichts des massiven Einsatzes glyphosathaltiger Herbizide in Europa besitzt die anstehende Entscheidung für die Krebsprävention nicht nur für die Landwirte, sondern auch für alle Verbraucher große Bedeutung. Die Kommission sollte die Resolution des Parlaments zu Glyphosat respektieren.« Und sein Stellvertreter, der tschechische Abgeordnete Pavel Poc, sagte: »Der Vorschlag der Kommission, die Zulassung von Glyphosat für weitere zehn Jahre ohne besondere Einschränkungen zu verlängern, ist völlig inakzeptabel. Dies gilt nicht nur für seinen Einsatz in der Landwirtschaft, der im Wesentlichen für die Belastung der Menschen verantwortlich ist, sondern insbesondere auch für den Einsatz in öffentlichen Bereichen und durch Nichtfachleute

 

Roundup schädigt natürliche Bodenpilze


Eine neue Untersuchung, die in der Fachzeitschrift Environmental Science and Pollution veröffentlicht wurde, kommt zu dem Schluss, Roundup von Monsanto, dessen Hauptkomponente Glyphosat bildet, wirke bereits in Dosen auf Bodenpilze giftig, die weit unterhalb der für die Landwirtschaft empfohlenen Verdünnungen liegen. Die Verfasser der Studie schreiben: »Wir ermittelten die Giftigkeit der im Handel erhältlichen Rezeptur von Roundup® (R450) mit einem Anteil von 450 Gramm Glyphosat (GLY) pro Liter auf den Fadenpilz Aspergillus nidulans, einen Mikroorganismus, der sich besonders gut für Experimente eignet. Die mittlere tödliche Dosis (LD50) lag in festen Medien zwischen 90 und 120 mg/l GLY… Das entspricht einer prozentualen Verdünnung, die 100 Mal niedriger als die in der Landwirtschaft angewandte Verdünnung ist.«

 

Im Weiteren beschreiben die Verfasser die alarmierenden Folgen selbst dieser sehr geringen Dosierung des glyphosatbasierten Roundups: »R450 beeinträchtigt das Wachstum, die zelluläre Polarität, die Endozytose und die Mitochondrien (hinsichtlich ihrer Anzahl, ihres Gesamtvolumens und ihres Stoffwechsels). Anders als im Tierversuch, wo über eine Abnahme der Aktivität der Mitochondrien berichtet wurde, bewirkt R450 eine Stimulierung der mitochondrialen Enzymaktivitäten. Dies verweist auf einen anderen Wirkmodus Roundups® auf Energiestoffwechsel.

 

Diese mitochondrialen Störungen traten auch bei einer geringeren Dosierung zutage … Insgesamt verweisen unsere Daten auf giftige Wirkungen von GBH (glyphosatbasierte Herbizide) auf Bodenfadenpilze und damit auf eine mögliche Beeinträchtigung des Ökosystems des Bodens auch bei Dosierungen, die deutlich unter den in der Landwirtschaft empfohlenen Anwendungskonzentrationen liegen.«

 

Die Wissenschaftler konnten mit anderen Worten nachweisen, dass wesentliche Ökosysteme des Bodens bereits durch Dosen geschädigt werden, die lediglich ein Prozent der Dosierung ausmachen, die alltäglich auf den landwirtschaftlich genutzten Böden der Europäischen Union, der USA und weiten Teilen der Welt, darunter China und der Großteil Asiens, ausgebracht werden. Allein dies schon sollte eigentlich ausreichen, um den für Fragen der Gesundheit und Lebensmittelsicherheit zuständigen EU-Kommissar zur strikten Anwendung des Vorsorgeprinzips zu veranlassen. Aber dies ist offenbar nicht der Fall.

 

Monsantos Plan B


Angesichts der täglich wachsenden Ablehnungsfront gegen Glyphosat – auch Frankreich ließ bereits durchblicken, man werde gegen eine Verlängerung stimmen – und der Millionen von EU-Bürgern, die Petitionen gegen eine Verlängerung mit ihrer Unterschrift unterstützen, könnte dieser Kampf für Monsanto in einer Niederlage münden. Aber die Befürworter von Eugenik, der Vergiftung der Bevölkerung und anderer Routinemaßnahmen zur Tötung von Millionen Menschen können beruhigt sein. Monsanto arbeitet in aller Stille bereits an einem Plan B.

 

Bereits im vergangenen Jahr gab Monsanto seine Absicht bekannt, Roundup, dessen Patentschutz ausgelaufen ist, durch eine andere, möglicherweise noch gefährlichere Substanz zu ersetzen, die unter der Bezeichnung »Dicamba« bekannt ist. Monsanto ist dabei, mehr als eine Milliarde Dollar in die Errichtung einer Produktionsstätte zu investieren, die Dicamba im großen Stil herstellen soll. Diese neue Chemikalie soll nach den Worten des Monsanto-Vorstandschefs Brett Begemann aller Wahrscheinlichkeit nach das glyphosatbasierte Roundup ersetzen: »Im Verlauf der kommenden zehn Jahre … bietet [uns] dies die Chance, unser landwirtschaftliches Produktionssegment weiter zu diversifizieren und eine Quelle für lang anhaltendes Wachstum zu erschließen

 

Besonders beunruhigend ist in diesem Zusammenhang, dass Monsanto und andere agrochemische Konzerne Dicamba für den Einsatz auf Landflächen empfehlen, in denen sich gegen Glyphosat resistente Unkräuter, sogenannte »Super-Unkräuter«, festgesetzt haben, die teilweise bis zu 2,5 Meter hoch werden und praktisch kaum noch vernichtet und selbst mithilfe großer Traktoren nur schwer gerodet werden können. Diese »Super Weeds« sind die Antwort der Natur auf Monsantos »Super«-Unkrautvernichter Roundup.

 

Aus anderen Untersuchungen geht hervor, dass Dicamba das Risiko von Lungen- und Dickdarmkrebs erhöht. Darüber hinaus schätzt man es als Risikofaktor für eine ganze Bandbreite von Geburtsfehlern und Fortpflanzungsstörungen ein.

 

Immer mehr setzt sich bei den Menschen weltweit die Erkenntnis durch, das eigentliche Ziel Monsantos und der agrochemischen GMO-Lieferanten bestehe nicht darin, die Menschheit mit ausreichenden, gesunden Lebensmitteln zu versorgen, wie in der Öffentlichkeitsarbeit und der Werbung immer wieder behauptet wird. Man kann sich des Eindrucks immer weniger erwehren, es handele sich vielmehr um einen bewussten Versuch von der höchsten Ebene, einen zunehmenden, in die Millionen gehenden Teil der Weltbevölkerung zu verkrüppeln, zu töten oder auf andere Weise unfruchtbar zu machen. In der Zeit des Dritten Reiches bezeichnete man diese Politik als »Eugenik«. Die Rockefeller-Stiftung finanzierte etwa während des Dritten Reiches die eugenischen Forschungen des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik (KWI-A) in Berlin.

 

Frederick Osborn, Vorstandsmitglied der Rockefeller-Stiftung und ein enger Freund der Familie, gehörte zu den uneingeschränkten Befürwortern der Eugenik-Experimente der Nazis. 1937 lobte Osborn das Eugenik-Programm der Nazis als »das wichtigste Experiment, das jemals in Angriff genommen wurde«. Ein Jahr später, 1939, beklagte Osborn, dass die allgemeine Öffentlichkeit offenbar das »hervorragende Sterilisationsprogramm in Deutschland« ablehne, weil es »von den Nazis stammt«.

 

Monsanto gehört zu den Unternehmen, die der Rockefeller-Familie sehr am Herzen liegen. Bis zu seinem Tod vor einigen Jahren im Alter von 103 Jahren gehörte William Rockefeller zum Monsanto-Aufsichtsrat. In den 1970er-Jahren stellte die Rockefeller-Stiftung den Löwenanteil an Forschungsgeldern in Höhe von 100 Mio. Dollar zur Entwicklung gentechnisch veränderter Organismen (GMO) zur Verfügung.

 

 

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