Freitag, 23. Juni 2017
27.05.2016
 
 

Monsanto und Bayer AG: Eine »Hochzeit«, die in der Hölle geschlossen wird

F. William Engdahl

Um gleich zum Wesentlichen zu kommen: Das Übernahmeangebot in Höhe von 62 Milliarden Dollar des deutschen Chemie- und Pharmariesen Bayer AG an Monsanto ist der Auftakt zu einer Ehe, die in der Hölle geschlossen wird. Sollte es zu dieser Fusion kommen, entstünde hier nicht nur der weltgrößte agrochemische Konzern und der größte Vermarkter patentierter gentechnisch veränderter Organismen (GMOs) wie GMO-Mais, GMO-Sojabohnen oder GMO-Baumwolle von Monsanto, sondern auch ein transatlantischer Goliath mit einem Einfluss, dem nur wenige Regierungen etwas entgegenzusetzen hätten.

 

Dies betrifft etwa den Umgang mit wichtigen Problemen wie dem Verbot des vermutlich krebserregenden Glyphosats, das als Hauptbestandteil verschiedener Herbizide von beiden Unternehmen vermarktet wird. Sollten die Regierungen der Mitgliedsländer der Europäischen Union tatsächlich so abgestumpft und unmoralisch sein, das TTIP-»Freihandelsabkommen« Obamas zu beschließen, stünde es Bayer-Monsanto frei, die Lebensqualität der europäischen Bürgerinnen und Bürger massiv zu beeinträchtigen.

 

Was wird nun mit diesem neuen Unternehmen einhergehen? Die Verbrechen und die Betrügereien Monsantos wurden auf dieser und anderen Internetseiten schon ausführlich dokumentiert. Im Folgenden will ich mich auf den »Wal« konzentrieren, der Monsanto verschlingen und dabei sein »makelloses Image« bewahren will – als ob die Bayer AG nun darangehen würde, den Augiasstall Monsanto auszumisten.

 

In ihrer offiziellen Stellungnahme erklärte die Bayer AG, die Übernahme von Monsanto böte der Bayer AG die Gelegenheit, im Fall ihrer Genehmigung durch die Kartellbehörden und andere politische Gremien »ein weltweit führendes [Agrar-]Unternehmen für Saatgut, Pflanzeneigenschaften und Pflanzenschutz zu schaffen. Gleichzeitig würde Bayer als Life-Science-Unternehmen mit einer gefestigten Position in einer langfristigen Wachstumsbranche gestärkt … Insbesondere würden die kombinierten Geschäfte von Monsantos Expertise im Bereich Saatgut und Pflanzeneigenschaften sowie von Bayers Pflanzenschutz-Portfolio für eine große Bandbreite an Indikationen und Kulturen profitieren«.

 

Nach den bisherigen Planungen soll sich der Hauptsitz der weltweiten gemeinsamen GMO-Saatgutsparte in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri befinden. Der weltweite Bereich »Pflanzenschutz«, wie die Herstellung und Entwicklung der hochgiftigen Pestizide und Herbizide euphemistisch bezeichnet wird, soll im deutschen Monheim am Rhein, dem Stammsitz der Bayer-Division Crop Science, angesiedelt werden. In der Presseerklärung wird nicht einmal mehr erwähnt, dass St. Louis der weltweite Hauptsitz von Monsanto ist, als ob der in Verruf geratene Firmenname »Monsanto« bereits aus den Annalen der Geschichte getilgt und durch den »geachteten« Namen »Bayer« – und damit jenes liebenswerte deutsche Unternehmen, das vor allem durch die Erfindung des Wirkstoffs Aspirin bekannt ist – ersetzt worden wäre. Doch mehr dazu später.

 

Sollte die Fusion genehmigt werden, stünde sie in einer Reihe mit zwei weiteren, in jüngster Zeit erfolgten Firmenzusammenschlüssen – der Fusion des chinesischen Staatskonzerns ChemChina und der anglo-schweizerischen Syngenta sowie dem Zusammenschluss von Dow Chemical, bisher immerhin der zweitgrößte Chemiekonzern weltweit, und DuPont in den USA. Diese drei Mega-Agrarkonzerne würden praktisch den Weltmarkt beherrschen und damit noch die kühnsten Visionen weit in den Schatten stellen, die sich das seinerzeit größte Chemieunternehmen der Welt, das deutsche Chemiekartell I.G. Farben, oder selbst Rockefellers Konzern Standard Oil zu ihren besten Zeiten während des Zweiten Weltkriegs erträumten.

 

Diese drei Konzerne – Dow-Dupont, Bayer-Monsanto und ChemChina-Syngenta – würden fast drei Viertel oder 65 Prozent des weltweiten Umsatzes agrochemischer Produkte kontrollieren. Bayer-Monsanto allein hielte dabei einen Löwenanteil von 26 Prozent. Diese drei Megakonzerne würden mehr als 60 Prozent des gesamten weltweiten Saatguts – GMO-Saatgut und herkömmliches Saatgut – kontrollieren. Der Anteil von Bayer-Monsanto in diesem Bereich läge dann bei mehr als 30 Prozent. Dies sollte alle diejenigen aufschrecken, die mit der wahren Geschichte und dem gegenwärtigen Vorgehen dieser Megakonzerne vertraut sind. Damit entstünde ein neues marktbeherrschendes Kartell im Bereich der tierischen und menschlichen Nahrungskette, wie es das noch nie in der menschlichen Geschichte gegeben hat. Noch vor einem halben Jahr standen sich diese sechs Unternehmen als Konkurrenten im Weltmarkt gegenüber und versuchten sich gegenseitig Marktanteile zu entreißen.

 

Erprobte Killer von Vögeln, Bienen und anderen Pflanzen und Tieren


Finanz- und Wirtschaftsmedien wie Bloomberg und das Wall Street Journal arbeiten nun darauf hin, dass sich der in Verruf geratene Name des umstrittenen Unternehmens Monsanto im Rahmen der Fusion sozusagen in Luft auflöst und das Unternehmen geräuschlos in der Bayer AG aufgeht. Denn diese Bayer AG genießt einen untadeligen Ruf als vorwiegend pharmazeutisches Unternehmen, das so wunderbare Wirkstoffe wie Aspirin herstellt. Diese Bestrebungen als PR-Lüge zu bezeichnen wäre eine ziemliche Untertreibung.

 

Über seine Unternehmenssparte Crop Science vermarktet die Bayer AG den Unkrautvernichter Basta® sowie neu zugelassene Insektizide wie ein schaurigerweise Requiem® (»Requiem« bedeutet eigentlich »Totenmesse«) benanntes Insektizid, das nach Unternehmensangaben das Außenskelett der Insekten aufbricht, ihre Atmung verhindert und sie so ersticken lässt. Darüber hinaus vermarktet Bayer auch die sogenannten Neonicotinoide Gaucho® und Poncho® sowie zahlreiche andere Fungizide, Herbizide und Insektizide. Man könnte also durchaus sagen, bei Bayer Crop Science handelt es sich um erfahrene professionelle Killer.

 

Die Neonicotinoide der Bayer AG reichern sich im zentralen Nervensystem des Insekts an, sodass auch sehr kleine Dosen über einen längeren Zeitraum eine tödliche Wirkung entfalten können. Diese starke tödliche Wirkung der Neonicotinoide hängt mit ihrer Wirkungsweise zusammen. Sie docken unumkehrbar an bestimmten Rezeptoren des zentralen Nervensystems der Insekten an und stören so die Weiterleitung von Nervenreizen.

 

Professor Henk Tennekes, Pflanzentoxikologe und Wissenschaftler am privaten Forschungs- und Beratungsunternehmen Experimental Toxicology Services im niederländischen Zutphen, der als führender Experte für die Auswirkungen von Neonicotinoiden gilt, erklärte: »Neonicotinoide sind wasserlöslich und im Boden mobil. Sie können aus dem Boden ausgewaschen werden und gelangen so an die Erdoberfläche und das Grundwasser – wie wir es in den Niederlanden seit 2004 beobachten können. Als Folge davon werden Neonicotinoide vermutlich sehr leicht auch von Wildpflanzen aufgenommen und auf diese Weise in der ganzen Natur verbreitet, und sie rufen unumkehrbare Schäden bei Nicht-Ziel-Insekten hervor. In einem Gespräch mit dem Verfasser ergänzte er: »Neonicotinoide verhalten sich wie chemische Karzinogene, für die es keine sicheren Grenzwerte gibt. Wir müssen daher schnell handeln und diese Substanzen verbieten, bevor es zur Katastrophe kommt.«

 

In den USA ignorierten die politischen Beamten der Umweltschutzbehörde EPA die massiven Bedenken ihrer eigenen Wissenschaftler und ließen das Neonicotinoid Poncho von Bayer für den amerikanischen Markt zu. EPA-Wissenschaftler hatten festgestellt, dass Poncho um Größenordnungen giftiger als das ebenfalls von Bayer hergestellte Neonicotinoid Imidacloprid ist, das unter dem Markennamen »Gaucho« vertrieben wird. Gaucho selbst wirkt wiederum »7000-mal giftiger auf Bienen als DDT«. DDT war im Jahr 1972 in den USA verboten worden, nachdem zahlreiche Studien seine giftige Wirkung auf Tiere und Menschen nachgewiesen hatten.

 

Laut Tennekes bestätigt sich immer mehr, dass die Neonicotinoide von Bayer auch das menschliche Gehirn ernsthaft schädigen können. »Es häufen sich die Belege dafür, dass der ständige Kontakt mit Nicotin die normale Entwicklung eines Kindes erheblich beeinträchtigen kann. Vorgeburtlicher Kontakt mit Nicotin ist ein bekannter Risikofaktor für den plötzlichen Kindstod, ein niedriges Geburtsgewicht und das Aufmerksamkeits-Defizit-/Hyperaktivitäts-Syndrom. Deswegen könnten sich die Neonicotinoide negativ auf die menschliche Gesundheit und insbesondere auf die frühe Hirnentwicklung auswirken.«

 

Die Bayer AG passt, was ihre Unternehmensethik angeht, also eigentlich ganz gut zu Monsanto. Beide Konzerne wurden schon dabei erwischt, wie sie Wissenschaftler bestachen, damit diese Untersuchungen fälschen, um bestimmte Produkte gut aussehen zu lassen. So veröffentlichte der Bienenforscher Professor Jerry Bromenshenk von der Universität von Montana eine Studie, nach der Poncho und andere Neonicotinoide für Bienen harmlos seien. Bayer begrüßte die Studie mit großer Genugtuung und sorgte für entsprechende Medienaufmerksamkeit. Später stellte sich heraus, Bromenshenk hatte auch Forschungsgelder von Bayer Crop Science erhalten, um die Bestäubung durch Bienen zu untersuchen. Ihm wurde vorgeworfen, in seiner Untersuchung Pestizide als mögliche Ursaschen des massiven Sterbens ganzer Bienenvölker ignoriert zu haben.

 

Bereits 1985 ließ sich Bayer den Wirkstoff Imidacloprid als erstes kommerzielles Neonicotinoid patentieren. Neonicotinoide bildeten damals eine neue und hochwirksame und damit auch hochgefährliche Gruppe von Insektiziden. Heute wird praktisch der gesamte in den USA angebaute Mais mit einem Neonicotinoid von Bayer oder einem anderen Hersteller sowie mit Fungiziden behandelt. Etwa ein Drittel der Anbaufläche von Sojabohnen in den USA ist mit Saatgut bepflanzt, das mit Neonicotinoiden, vorwiegend Imidacloprid oder Thiamethoxam (1985 von Cyba-Geigys, heute Syngenta, entwickelt), behandelt wurde.

 

Bayer begann die großkommerzielle Vermarktung von Neonicotinoiden in den 1990er-Jahren und ließ sich seine Entwicklung der Substanz, die heute unter der Bezeichnung Imidacloprid bekannt ist und in verschiedenen Produktvarianten unter den Markennamen Gaucho, Confidor, Admire oder Advocat vertrieben wird, patentieren. Heute gehört Imidacloprid zu den meistbenutzten Insektiziden weltweit. Allein in Deutschland werden bis zu 100 Tonnen jährlich abgesetzt. Das von Monsanto vertriebene Herbizid Roundup gehört wiederum zu den meistverwendeten Unkrautvernichtern weltweit. In Kürze werden also diese beiden Killerprodukte unter dem Dach der Bayer AG vereint vermarktet werden.

 

Vogelsterben


Im März 2013 veröffentlichte die Tierschutzorganisation American Bird Conservancy einen Überblick über 200 Studien zu den möglichen Auswirkungen von Neonicotinoiden auf Bienenvölker und Kleinvögel und forderte aufgrund der Giftigkeit dieser Substanzen gegenüber Vögeln, im Wasser lebender wirbelloser Tiere (Invertebrata) und anderer Wildtiere ein Verbot des Einsatzes von Neonicotinoiden zur Behandlung von Saatgut.

 

Ein Jahr später erschien in der Fachzeitschrift Enviromental Science and Pollution Research eine Reihe von Artikeln, die zu dem Schluss kamen, dass die Neonicotinoide aufgrund ihrer Wasserlöslichkeit zu den sogenannten »systemischen« Insektiziden zählen und »oft unterhalb der in der Umwelt erwarteten Konzentrationen eine große Vielfalt von Nicht-Ziel-Wirbellosen schwer schädigen können. Der Umfang ihres gegenwärtigen Einsatzes stellt daher keinesfalls eine nachhaltige Maßnahme zum Pflanzenschutz und der Schädlingskontrolle dar und beeinträchtigt das Vorgehen und die Maßnahmen zahlreicher Interessenvertreter zum Erhalt und zur Förderung der Artenvielfalt und daraus folgend auch die ökologischen Funktionen und Dienste, die die unterschiedlichen Organismen leisten«.

 

Kurz gesagt, stellte sich heraus, dass Bayer zu den agrochemischen Konzernen gehört, die für das alarmierende Massensterben von tausenden Bienenvölkern sowie das Sterben innerhalb vieler Vogelarten der letzten Jahre verantwortlich sind. Vielleicht trägt Bayer sogar die Hauptschuld daran. Ohne Vögel und Bienen wäre auch unsere Existenz gefährdet. Zwischen 2006 und 2009 berichtete jeder dritte amerikanische Bienenzüchter vom Sterben ganzer Bienenvölker. In Europa und insbesondere in Deutschland, Schweden, Großbritannien und der Tschechischen Republik verschwanden in den vergangenen Jahren 16 Prozent aller Bienen. Die Neonicotinoide von Bayer spielten dabei eindeutig eine wichtige Rolle, wie viele Untersuchungen belegen. Neben den Einkommensverlusten der Imker ist diese Entwicklung sehr beunruhigend, weil Honigbienen zu den wichtigsten Bestäubern weltweit gehören.

 

Das massenweise Sterben von Bienenvölkern ist keinesfalls unwichtig. Nach Schätzungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) werden 71 der 100 Nutzpflanzen, die 90 Prozent der Nahrungsmittel weltweit liefern, von Bienen bestäubt, und auch die Mehrheit der in der Europäischen Union angepflanzten Feldfrüchte ist von Insektenbestäubung abhängig.

 

Verbote


Im Mai 2013 ordnete die EU-Kommission auf massiven Druck der Öffentlichkeit – mehr als zwei Millionen Menschen hatten entsprechende Petitionen unterzeichnet – ein Verbot verschiedener Neonicotinoide an, da sich die Hinweise mehrten, die diese hochgefährlichen Substanzen mit dem alarmierenden Sterben von Bienenvölkern weltweit in Verbindung brachten. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) veröffentlichte selbst einen alarmierenden Bericht über die Verbindung zum Massensterben der Bienenvölker. Die EFSA-Studie kommt zu dem Schluss, dass Neonicotinoide für Bienen eine inakzeptable Gefahr darstellten und die von der Wirtschaft unterstützten »wissenschaftlichen Untersuchungen«, auf die die Aufsichtsbehörden zuvor ihre Einschätzung der Unbedenklichkeit stützten, möglicherweise fehlerhaft seien und Datenlücken enthielten, die man zuvor übersehen habe.

 

Als Resümee hält die EFSA fest: »Ein hochakutes Risiko für Honigbienen ging, wie man feststellte, von der Belastung durch Staubflug aus, [durch den Teile der Außenhülle] des behandeltes Saatgutes, das bei Mais, Ölsaaten und Cerealien zum Einsatz kam, [in die Umgebung gerieten]. Ein ebenfalls hochakutes Risiko entstand durch die Belastung durch Rückstände im Nektar und Blütenstaub.«

 

Als Folge des enormen Drucks sprach die EU ein Verbot des Einsatzes und Verkaufs der drei von Bayer, der BASF und der schweizerischen Syngenta vertriebenen Neonicotinoide – Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid – aus und verbot gleichzeitig den Einsatz und den Verkauf von Saatgut, das mit Pflanzenschutzmitteln behandelt worden war, die eine dieser drei Substanzen enthielten.

 

Die Bayer AG, Syngenta und BASF, also die drei größten europäischen Vermarkter der gefährlichen Pestizide und Insektizide aus der Familie der Neonicotinoide, haben gegen die EU geklagt, um eine Aufhebung des Verbots zu erwirken. Im Januar 2016 begann die EU mit der erneuten Überprüfung, wobei man durchaus mit einer Aufhebung des Verbots liebäugelte. Die vereinte Macht eines fusionierten Bayer-Monsanto-Konzerns und der massive Druck, der auf die Regierungen der EU-Mitgliedsländer und insbesondere Deutschland ausgeübt wird, dem von Washington dominierten transatlantischen »Freihandelsabkommen« TTIP zuzustimmen, könnten zu einer dramatischen Lockerung der Gesundheits- und Sicherheitsstandards der EU auf das von Weltkonzernen wie Monsanto oder Bayer diktierte Niveau führen. Eine solche Entwicklung wäre eine Katastrophe.

 

Die dunkle Vergangenheit der Bayer AG


Dass Bayer gegenwärtig eine führende Rolle bei der Verbreitung der hochgiftigen Neonicotinoide spielt, ist bei Weitem nicht das erste oder einzige Projekt des Unternehmens, bei dem es um die Zerstörung von Leben – sei es nun von Insekten, anderen Tieren oder Menschen – geht. Anlässlich der Feiern zum 150-jährigen Bestehen der Bayer AG schrieb die deutsche Bürgerbewegung »Coordination gegen BAYER-Gefahren« (CBG): »Als Teil des berüchtigten Chemieunternehmens I.G. Farben war Bayer an den grausamsten Verbrechen in der menschlichen Geschichte beteiligt: Das Tochterunternehmen Degesch lieferte das Zyklon B für die Gaskammern; das Unternehmen errichtete sogar einen riesigen neuen Fabrikkomplex in unmittelbarer Nähe von Auschwitz. Um die Zwangsarbeiter unterzubringen, betrieb das Unternehmen sogar ein eigenes Konzentrationslager, in dem zehntausende Menschen starben.«

 

In der CBG-Erklärung wurden weitere kriminelle Machenschaften Bayers aus den vergangenen 150 Jahren aufgelistet. Dazu gehörte unter anderem die Entwicklung und Patentierung eines »harmlosen« Hustenmittels für Kinder, das den Namen »Heroin« trug. Derselbe Wissenschaftler, Heinrich Dreser, der die Acetylsalicylsäure, die später als Aspirin weltbekannt wurde, für Bayer entdeckte, entwickelte im Jahr 1889 Heroin. Bereits kurz nach der Markteinführung verwiesen viele Ärzte und Pharmakologen aus aller Welt auf die von dieser Substanz ausgehende massive Suchtgefahr. Dennoch veranstaltete Bayer noch 15 Jahre lang eine weltweite Werbekampagne.

 

Der langjährige Vorstandschef der Bayer AG, Carl Duisberg, drängte das Unternehmen dazu, während des Ersten Weltkriegs Giftgase wie Senfgas zu entwickeln und befürwortete auch deren Einsatz an der Front, was eindeutig gegen Artikel 23 der Haager Landkriegsordnung verstieß. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte Duisberg zu den treibenden Persönlichkeiten und geistigen Vätern der »Interessengemeinschaft Farben« – eben der I.G. Farben. Dieses im Jahr 1925 gegründete deutsche Chemiekartell war der größte Konzern in Europa und arbeitete während des Zweiten Weltkriegs eng mit Rockefellers Standard Oil zusammen.

 

I.G. Farben gehörte zu den finanziellen Unterstützern der NSDAP in der Zeit ihres Aufstiegs. Im Rahmen der Nürnberger Prozesse wurde ein Sondertribunal eingesetzt, das die Kriegsverbrechen von I.G. Farben untersuchen sollte. Das Gericht kam zu dem Schluss: »Es ist unbestritten, dass SS-Ärzte an Gefangenen der Konzentrationslager kriminelle Experimente unternommen haben. Diese Experimente dienten dem ausdrücklichen Ziel, die Produkte der I.G. Farben zu testen.« Bei einem dieser SS-Ärzte in Auschwitz handelte es sich um den berüchtigten Josef Mengele.

 

Nach dem Krieg und der Verbüßung einer kurzen Haftstrafe wegen seiner Kriegsverbrechen bei I.G.  Farben wurde Fritz ter Meer, der »für den Aufbau des Buna-Zweigwerks der I.G. Farben bei Auschwitz und das angeschlossene KZ Auschwitz III Monowitz« verantwortlich war, zum Aufsichtsratsvorsitzenden der Bayer AG berufen. Während seiner Befragung im Prozess zu den Menschenversuchen sagte er: »Den Häftlingen ist dadurch kein besonderes Leid zugefügt worden, da man sie ohnedies getötet hätte.«

 

Der Erfinder der Giftgase Sarin und Tabun, Dr. Gerhard Schrader, wurde nach dem Zweiten Weltkrieg Leiter der Pestizid-Abteilung von Bayer. Während des Vietnam-Kriegs war Bayer an der Entwicklung des Entlaubungsmittels Agent Orange beteiligt. Produziert wurde es von der Firma Mobay, die gemeinsam von Bayer und Monsanto gegründet worden war.

 

Man gewinnt den Eindruck, dass Bayer tatsächlich über eine spezielle »Unternehmenskultur« verfügt, die mindestens bis zum Jahr 1898 zurückreicht – eine Unternehmenskultur der Missachtung der Heiligkeit des menschlichen Lebens. Und daher wäre eine Übernahme von Monsanto durch die Bayer AG – sollte sie von den Bürokraten der EU und den entsprechenden Kartellbehörden genehmigt werden – tatsächlich eine Ehe, die in der Hölle geschlossen wurde.

 

 

 

 

 

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