Thursday, 17. May 2012
29.06.2009
 

Obama erhält Milliarden für Schweinegrippen-»Pandemie«

F. William Engdahl

Neben Presseberichten zur Weltstillwoche, dem Welttag zur Suizidprävention und dem Welttollwuttag ging die kleine Medlung der Weltgesundheitsorganisaion (WHO) zu den letzten geschätzten Zahlen bestätigter H1N1-Fällen weitgehend unter. Seit im April in einem industriellen Schweinemastbetrieb im mexikanischen Veracruz ein Kleinkind erkrankte und die Weltöffentlichkeit von der Existenz einer tödlichen neuen Schweinegrippe erfuhr, die angeblich vom Schwein auf den Menschen übertragen werden könnte, sind derzeit weltweit ungefähr 55000 Menschen erkrankt. Dennoch stürzt sich die amerikanische Regierung in Vorbereitungen, als stünde ein neuerlicher Ausbruch der gefürchteten »Spanischen Grippe«-Pandemie von 1918 ins Haus. Die Wirklichkeit stützt das Vorgehen der Regierung nicht. Geht es hier also um etwas anderes?

Bisher haben weder die WHO, noch die amerikanische Seuchenbekämpfungbehörde, das Center for Disease Control and Prevention, noch das Robert-Koch-Institut, noch das Pasteur-Institut noch irgendeine andere Regierungseinrichtung oder eine private Institution weltweit den neuartigen Influenzavirus A/H1N1, wie es nun offiziell bezeichnet wird, wissenschaftlich isoliert, mit dem Elektronenmikroskop fotografiert und seine chemischen Eigenschaften aufgelistet. Dennoch hielt es die WHO für angemessen, die Pandemie-Alarnstufe Phase 6 auszurufen.

Aus zweckdienlichen Gründen fällt in den meisten Medienberichten der WHO die genaue Definition  einer Pandemie unter den Tisch. Ein Blick auf diese offizielle Definition enthüllt, dass sie sich lediglich auf die Anzahl der Länder einer bestimmten WHO-Region bezieht, die Fallzahlen einer gegebene Seuche melden. Die Phase 5, direkt unterhalb einer Pandemie, wird als »anhaltende örtlich begrenzte Ausbruchsherde in zwei oder mehr Ländern einer WHO-Region« definiert. Die Phase 6, eine Pandemie, schließt die Merkmale der Phase 5 sowie zusätzlich »größere Ausbruchsherde in mindestens einem weiteren Land in einer anderen WHO-Region« ein.

Am 11. Juni hieß es in einer Stellungnahme der Weltgesundheitsorganisation, nunmehr seien die WHO-Kriterien erfüllt, offiziell die höchste Alarmstufe 6, eine Pandemie, auszurufen, weil die Symptome der Erkrankung in einer bestimmten Anzahl von Ländern aufgetreten seien. Fast schon triumphierend erklärte die in Harvard ausgebildete WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan: »Nach den vorliegenden Hinweise entwickelt die überwältigende Mehrheit der Patienten nur milde Formen der Symptome und erholt sich rasch und vollständig, oft ohne jegliche medizinische Behandlung.«  Dann fügte sie hinzu: »Die Zahl der Todesfälle ist derzeit weltweit gering... wir erwarten keinen plötzlichen und dramatischen Anstieg der Zahl schwerer oder tödlicher Infektionen.« Das ist ja interessant. Aber warum dann der Alarm? Drohen Mutationen? Aber von was?

Chan räumte sogar ein, dass es sich bei den meisten, möglicherweise sogar bei allen Todesfälle, die bisher H1N1 zugeschrieben wurden, möglicherweise um, wie es Epidemiologen nennen, »opportunistische Infektionen« handele. In einem solchen Fall steckt sich eine ohnehin schon schwer erkrankte Person an einer Grippe oder an einer schweren Erkältung an und erliegt dann diesen Komplikationen. Dabei hatten gerade die Todesfälle die meiste Panik in schlecht informierten Bevölkerungsgruppen ausgelöst. Weiter sagte Chan: »Viele, wenn auch nicht alle, schweren Fälle traten bei Menschen auf, die bereits an chronischen Erkrankungen litten. Dabei handelte es sich vorwiegend um Atemwegserkrankungen, vor allem Asthma, Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes, Autoimmunkrankheiten und Adipositas.« Alle diese Fälle werden nun der Liste der durch H1N1 verursachten Todesfälle hinzugezählt. Und niemand macht sich die Mühe, genauer hinzusehen. Möglicherweise nimmt nun auch die Zahl der AIDS-Toten ab, weil die betroffenen Personen jetzt in der Liste der mehr im Licht der Öffentlichkeit stehenden H1N1-Opfer aufgeführt werden.

WHO-Generaldirektorin Dr. Margaret Chan, die sich niemals eine Chance entgehen ließe, einen panikauslösenden markigen Spruch loszulassen, stimmte zwar erst kürzlich zu, der Virus seit »ziemlich stabil«, warnte dann aber, es »könnte« immer noch in eine tödlichere Form mutieren und sich vielleicht sogar mit dem Vogelgrippevirus H5N1 vermischen, der in Geflügel weit verbreitet ist. Natürlich »könnte« die Welt auch von einem Meteoriten getroffen und pulverisiert werden.


Obama wirft den Pandemiebekämpfungs-Motor an

In den Vereinigten Staaten hat die Regierung Obama den amerikanischen Kongress ziemlich unter Druck gesetzt, dreimal so viel Gelder für die Vorbereitungen auf die Schweinegrippe zu bewilligen, wie dieser vorgehabt hatte. Nach verstärkter Lobbyarbeit der Regierung bewilligte der Kongress nun für die Bekämpfung einer eine keineswegs bewiesenen pandemische Grippe staunenerregende 7,65 Mrd. Dollar.

Merkwürdigerweise waren die bewilligten Gelder in einem Zusatzgesetz für Mittelzuweisungen für die Kriege im Irak und in Afghanistan untergebracht. Der Krieg gegen die Schweinegrippe scheint sich nun ebenso an der Spitze der Prioritätenliste der amerikanischen Politik zu stehen  wie der Krieg gegen den Terror, der gegen die Iraker und Afghanen geführt wird.

Der Großteil der zur Bekämpfung der Pandemie vorgesehenen Gelder fließt der Abteilung für Gesundheit und Humandienstleistungen (HHS) des Zentrums für Seuchenbekämpfung (CDC) zu. 350 Millionen allerdings sollen dafür verwendet werden, die Kapazitäten für Gegenmaßnahmen auf bundesstaatlicher und regionaler Ebene auszubauen. 1,5 Mrd. Dollar sollen entsprechend dem Gesetz aus Mitteln des Haushalts 2009 und 5,8 Mrd. Dollar in Form von »unvorhergesehenen Mitteln für Notfälle« an das HHS und das CDC fließen.

Die Mittel sollen für eine Ausweitung der Überwachung, einer Aufstockung der Medikamentenvorräte und der medizinischen Versorgungsgüter sowie für die Entwicklung, den Ankauf und der Verwaltung von Impfstoffen aufgewendet werden.

Die 350 Mio. Dollar, die an die Bundesstaaten und die Kommunen fließen, sollen es nach Angaben des Kongresses den öffentlichen Gesundheitseinrichtungen ermöglichen, medizinisches Personal auszubilden und einzustellen, die Diagnosemöglichkeiten zu verbessern, Antivirenmittel und Schutzkleidung aus Lagern des Bundes und der Bundesstaaten zu verteilen, die Kommunikationsmöglichkeiten zu verbessern und Telefon-Hotlines zu unterhalten, über die man Erkrankungsfälle melden kann. Zusätzlich sollen auch andere Probleme wie die OP-Kapazitäten angegangen werden.

Mit seiner Entscheidung, deutlich mehr Gelder zu bewilligen, entschied sich der Kongress, keine Gelder aus den Haushaltsposten für die Stimulierungsprogramme und das »BioShield«-Programm des Verteidigungsministeriuns, mit dem medizinische Gegenmaßnahmen gegen biologische und andere nichtkonventionelle Waffen entwickelt werden sollen, abzuzweigen. Die zusätzlichen Gelder bedeuten einen massiven Stimulus für Pharmagiganten wie Roche, die das von Don Rumsfeld favorisierte ,Antivirenmittel’ Tamiflu herstellen, SmithKlineGlaxo, Novartis und andere internationale große Impfstoffhersteller.


Eine seltsame Warnung aus Deutschland

Um in dem Wettlauf, welches weltweit bekannte Seucheninstitut am besten sinnlose Panik verbreiten kann, nicht zurückzufallen, trug das Robert-Koch-Institut in Berlin das Seine dazu bei, weitere Ängste zu schüren, um einen Impfhysterie anzufachen. Der Präsident des RKI Jörg Hacker erklärte, möglicherweise sei das Virus bereits mutiert Bereits im Herbst könne sich das veränderte Virus sich auf der Nordhalbkugel ausbreiten und nach Deutschland zurückkehren. Das klingt tatsächlich ziemlich bedrohlich.

Hacker legte allerdings nicht dar, auf welcher wissenschaftliche Grundlage seine alarmierenden Schlussfolgerungen beruhten. Aber danach fragte ihn auch keiner der Journalisten. Das könnte unhöflich erscheinen.

Selbst das CDC und die WHO räumen ein, das die Schweinegrippe in der Regel harmlos verläuft. Aber gleichzeitig werden wir mit Horrormeldungen der gleichen Einrichtungen und nun auch des Robert-Koch-Institutes überhäuft, der Schweinegrippevirus H1N1 könne zu aggressiveren Formen mutieren.

In Deutschland sind derzeit an die 275 Fälle von H1N1-Erkrankungen bestätigt. Bisher gibt es noch nicht einmal einen Test, der das Vorhandensein von H1N1 nachweist, wie selbst die WHO und das CDC einräumen. Wie kann man dann von bestätigten Fällen sprechen? Zu ihrer Ehre muss man sagen, dass Kanzlerin Angela Merkel noch nicht hat dazu hinreißen lassen, wie die Regierung Obama Milliarden von Steuergeldern zur Bekämpfung eines Virus bereitzustellen, von dem bisher noch nicht nachgewiesen werden konnte, das es die all einige Ursache eines einzigen Todesfalls ist und dessen Krankheitsbild man mit einer schlimmen Erkältung vergleichen kann, die in der Regel innerhalb von fünf Tagen abklingt. Werden wir hier wie völlige Idioten behandelt?

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