Tuesday, 22. May 2012
20.10.2008
 

Das Volk ermittelt: Neue Spuren im Fall Haider

Gerhard Wisnewski

Jeden Tag steigt in meinem Postfach die Zahl der E-Mails mit Bildern, Hinweisen, Ideen und Gedanken. Zahlreiche Menschen recherchieren und bieten mir an, für mich zu recherchieren. Das Volk von Kärnten ermittelt. Dabei kommen soviele Neuigkeiten und Tatsachen zusammen, dass ich sie nur schwer bewältigen kann. Neue Erkenntnisse ließen sich auch mit hochauflösenden Fotos vom Tatort gewinnen. Und daher gibt es auch eine neue Version des Tathergangs – denn dass es sich um ein Attentat handelte, kann nicht mehr bezweifelt werden.

Wie man liest, ist die Einäscherung der Leiche Jörg Haiders in letzter Minute abgesagt worden. Das ist gut so. Noch immer rätseln Österreich und die Welt, wie es zu dem mysteriösen Todesfall und der charakteristischen Demolierung des Fahrzeugs von Jörg Haider am 11.10.2008 kommen konnte (hier nur die wichtigsten Punkte):

 

 

  • Front platt zur Seite hin zerdrückt und auf den Boden gequetscht
  • Vorderreifen zerdrückt
  • Heck steht hoch
  • abgerissene A-Säule oder Dach-Holm
  • genau über der Fahrerseite
  • Türen auf der Fahrerseite herausgerissen oder -gedrückt
  • auffälliges Loch im Dach genau über der Fahrerseite
  • zwei parallele Löcher in der Motorhaube

 

Da es an der Unfallstelle in Wirklichkeit weder "Betonpfeiler" noch "Betonsäulen" gibt, sondern allenfalls einen langgezogenen Bordstein, gibt es für die asymmetrischen und auffälligen Schäden keine Erklärung, die sich aus dem Unfallort ergeben würde.

 

 

 

Besonders die beiden letzten Punkte ließen den Verdacht eines Schuss- und Sprengwaffen-Attentates entstehen (siehe auch Interview mit Herrn S. vor ein paar Tagen; Link unten). Und dieser Verdacht ist auch noch nicht vom Tisch, wenn es nun auch eine weitere heiße Spur gibt. Denn inzwischen konnte ich hochauflösende Bilder vom Tatort einsehen. Die Analyse dieser Bilder hat ergeben, dass die Löcher in der Motorhaube rechteckig erscheinen (links sehen Sie das linke der beiden Löcher).

 

Das brachte mich auf eine andere Spur. Dabei liefen mehrere Informationen zusammen.

Erstens schrieb mir ein Fahrzeugrestaurator seine bewundernswert genauen Beobachtungen auf:

 

Wer sich ein Wenig mit Fahrzeugkarosserien auskennt und die Fotos genau ansieht, wird feststellen, dass von Fahrerseite vorne etwas auf den Wagen eingeschlagen hat. Diese Etwas hat die A-Säule im unteren Bereich getroffen. Diese hat nachgegeben und wurde nach unten weggedrückt. Das Dach, mit der A-Säule verbunden, wurde auch auf der Fahrerseite nach unten gezogen. Der Gegenstand schrammte die A-Säule entlang und blieb an der heruntergezogenen Dachkante hängen. Durch der weiteren Druck des Gegenstandes wurde das Dach an der oberen Ecke der A-Säule abgerissen. Das nun freihängende Dach wurde durch den Gegenstand auf ca. 20 cm aufgefaltet. Hierdurch entstand auch die deutliche Beule über dem Fahrersitz. Der Gegenstand traf

anschließend auf die Fahrertür, die durch den Aufprall abgetrennt wurde. Der nächste Treffer war der Fahrer selbst. Daher der abgerissene rechte Arm. Dann kam die B-Säule. Sie wurde seitlich im oberen Bereich getroffen und durch die Wucht nach außen und hinten gebogen. Die hintere linke Tür war als Nächstes dran und drückte sich vor ihrem Abriss noch in die C-Säule. Der Abdruck ist deutlich zu erkennen. Dies alles kann an Hand der Unfallfotos selbst nachgeprüft werden. Ich habe keine Ahnung WAS dort eingeschlagen ist. (...)

 

Die ersten Ideen waren LKW oder Schwertransporter.  Aber auch ein Kettenfahrzeug erschien mir im Bereich des Möglichen, und zwar wegen der von rechts vorne nach links oben regelrecht wie ein Tischtuch zerknitterten Motorhaube. Das alles würde aber das seltsame Loch nicht erklären. Auch eine LKW-Kante würde sich schwertun, ein derartig rundes Loch zu verursachen. Irgendeine Form von "Aktuator" hätte das Fahrzeug also haben müssen. Was aber könnte das gewesen sein? Etwa vor zwei Tagen erhielt ich den Telefonanruf eines Bauleiters, dessen Überlegungen perfekt auf die Beschreibung des Fahrzeugrestaurators zu passen scheinen. Er war felsenfest der Meinung zu wissen, welche Art von Fahrzeug den Phaeton zerstört hatte. Seit zehn Jahren sehe er dieses Gerät tagtäglich arbeiten. Er könne sich genau vorstellen, wie die Tat abgelaufen sei. Und zwar nannte er ein Fahr- und Werkzeug, das genau das, was der Restaurator beschrieben hat, können würde, nämlich von oben auf das Fahrzeug einschlagen, Löcher stanzen und eindringen: ein sogenannter Hydraulik-Hammer. Schon ganz zu Beginn der Recherche hatte ich ebenfalls die Assoziation an dieses auffällige Werkzeug, das bestimmt jeder von Ihnen schon mal gesehen hat. Diese Hydraulik-Hämmer können an allen möglichen Fahrzeugen montiert werden, zum Beispiel an einem Baggerlader oder auch an einem Raupenfahrzeug:

 

 

 

Baggerlader und Hydraulik-Hammer: Die Waffen im Fall Haider? Der Hydraulik-Hammer wird an dem Hydraulik-Arm am Heck montiert, wo sich in diesem Beispiel eine Baggerschaufel befindet. (Die hier abgebildeten Werkzeuge sind nur Beispiele und haben mit dem Attentat nichts zu tun.)

Auch die Kombination mit einem Raupenfahrzeug gibt es:

 

Wie Sie an den Bildern sehen können, kann die Stahlspitze eines Hydraulik-Hammers ein Loch erzeugen, während die Manschette am oberen Ende der Stahlspitze und der Körper des Hydraulik-Hammers beim Auftreffen auf das Dach eine runde Delle um das Loch herum erzeugen würden:

 

Und das Spannende ist: In dem großen Loch ist darunter noch ein kleineres Loch in einer darunterliegenden Dachschicht zu erkennen, das sehr gut den Durchmesser des Hammer-Querschnitts haben könnte:

 

 

Dringt der Stahlbolzen des Hammers voll ein, ist das Loch rund oder reißt einigermaßen rund aus. Dringt aber nur die zugespitzte Spitze des Hammers ein, wird das Loch rechteckig, so wie auf der Motorhaube. Denn diese Spitze hat einen rechteckigen Querschnitt (siehe oben). Das nach außen gebogene Metall an den Lochkanten auf der Motorhaube kann daher rühren, dass das Werkzeug eben nur ein enges Loch verursachte und wieder herausgezogen wurde.

Dies scheint mir die zweite plausible Möglichkeit neben einem Angriff mit Schusswaffen und/oder Sprengmitteln zu sein. Baggerlader oder Raupenfahrzeug mit Hydraulikarm und -Hammer könnten das Fahrzeug in der Tat so demolieren, wie wir es am Tatort gesehen haben. Der Baggerlader, so versicherte mir der Bauleiter, könnte den Hammer in das Fahrzeug hineinschlagen, das Fahrzeug dann zu sich heranziehen und die Front an den beiden quer verlaufenden Stahlträgern am Heck zermalmen. Ein Raupenfahrzeug könnte von rechts vorne in Richtung Fahrerseite halb auf die Motorhaube fahren und so zum Auffalten der Motorhaube führen.

Sollte das mit den schweren Verletzungen im Kopf-, Brust- und Armbereich bei Jörg Haider sitmmen, könnten diese Verletzungen sehr gut auf einen solchen Angriff mit einem Hydraulik-Hammer zurückzuführen sein. Dieser Hydraulik-Hammer muss nicht von weit her kommen, sondern könnte in der Nacht in einem nahe gelegenen Betrieb entwendet und später zurückgestellt worden sein.

Natürlich macht das alles einen Höllenlärm und dauert seine Zeit. Deswegen gibt es noch eine Variante dieses Szenarios, auf die ich in einem späteren Artikel zu sprechen komme.

Natürlich konnte niemand der Hinweisgeber das Fahrzeug oder gar die Leiche besichtigen. Dieses Privileg haben allein Staatsanwaltschaft und Polizei – bei denen allerdings fraglich ist, ob dieses Privileg bei ihnen in den richtigen Händen ist.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass der Leichnam von Herrn Haider überhaupt nicht verbrannt werden, sondern erdbestattet werden sollte.

Fortsetzung folgt.

 

 

(Achtung: Dieser Artikel stellt den Stand der Recherchen zum Zeitpunkt seiner Veröffentlichung dar. Für den letzten Stand der Dinge lesen Sie bitte das Buch Jörg Haider – Unfall, Mord oder Attentat?)

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