Tuesday, 22. May 2012
12.04.2010
 

Kaczynski-Maschine: Der einsame Blitz – Explosion am rechten Triebwerk?

Gerhard Wisnewski

Aufregung um den Start der Maschine von Präsident Kaczynski am 10. April 2010 am Warschauer Flughafen. Auf den Aufnahmen eines Amateurfilmers haben aufmerksame Betrachter kurz nach dem Abheben des Flugzeuges auf der Seite des rechten Triebwerks am Heck einen Blitz gesehen. Eine Explosion? Oder etwa ein Positionslicht? Vielleicht. Merkwürdig nur, dass der orangefarbene Blitz nur ein einziges Mal zu sehen ist …

Die Umstände des Absturzes des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski am 10. April 2010 sind dubios, die Informationen widersprüchlich. Was zwang den Piloten zu der »verzweifelten« (Bild) Landung? War es wirklich der knappe Terminplan mit der Gedenkveranstaltung um 10 Uhr in Katyn? Oder war es doch etwas anderes, das uns die Behörden verschweigen? Zum Beispiel eine technische Störung, was ja so auffallend schnell vom russischen Staatsanwalt ausgeschlossen wurde? Wie bereits berichtet, beobachteten Zeugen, dass die Maschine vor dem ersten Landeversuch Sprit abließ.

Unter dem Datum 11. April 2010 veröffentlichte die Bild-Website ein Amateur-Video vom Start der Maschine in Warschau. »Das sind die letzten Bilder der verunglückten polnischen Regierungsmaschine«, heißt es im Sprechertext: »Warschau am Samstag um 7.23 Uhr. Ein Amateurfilmer macht am Morgen diese Aufnahmen am Flughafen. Um kurz vor neun stürzt die Maschine nahe der Stadt Smolensk ab.«

Bei diesen Worten sieht man in einiger Entfernung eine Maschine starten und auf die Kamera zufliegen.

 

 

 

 

 

Dann folgt ein Schnitt, und man sieht die Maschine relativ tief über den Kopf des Amateurfilmers hinwegfliegen. Das Profil entspricht einer Tupolew 154: drei Triebwerke am Heck, das Höhenleitwerk oben am Seitenleitwerk.

 

 

 

 

 

 

Ziemlich genau bei Sekunde 15 gibt es im unteren Heckbereich der Maschine, zum rechten Triebwerk hin, einen Blitz.


 

 

 

 

Vielleicht ein Positionslicht? Oder ein Anti-Kollisionslicht? Wohl kaum. Denn erstens sieht man den Blitz nur einmal, es handelt sich also nicht um Dauerlicht oder um ein Blinken. Zweitens befinden sich Positionslichter bei Flugzeugen links und rechts an den Tragflächenspitzen und sind rot (backbord) und grün (steuerbord). Es kann zwar auch am Heck und Rumpf Positionslichter geben; wenn die Positionsbeleuchtung eingeschaltet wäre, müsste man aber auch die anderen Positionslichter zum Beispiel an den Tragflächen sehen.

Ist es vielleicht ein Anti-Kollisionslicht? Auch das sollte aber nicht nur ein einziges Mal auftreten; zudem wird es in der Regel von zwei weißen Blitzlichtern an den Flächenspitzen begleitet – auch diese sind nicht zu sehen.

 

Der einsame Blitz schien dafür zu sprechen, dass die Maschine direkt nach dem Start ein technisches Problem bekam, das sich möglicherweise erst später – in der Nähe von Smolensk – verheerend auswirkte. Versuchte der Pilot deshalb so »verzweifelt« (Bild) zu landen, und ließ er deshalb vorher den Sprit ab – oder lief der Sprit im Heckbereich etwa aus?

 

 

Trotzdem muss man hier vorsichtig sein. Denn die Tupolew Tu-154 scheint über eine merkwürdige Eigenart zu verfügen:

 

  1. Es gibt an der dieser Stelle tatsächlich ein rotes oder rotorangefarbenes Anti-Kollisionslicht.
  2. Und: Dieses Licht blitzt nur etwa alle 35 bis 50 Sekunden auf.

Ob ein so selten aufblitzendes Licht bei einem so schnellen Flieger wirklich sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber so scheint die Konstruktion der Tupolew 154 nun mal beschaffen zu sein:

 

Der seltene Blitz unter dem Heck: Video vom Start einer Tu-154

 

Anti-Kollisionslicht unter dem Heck einer Tu-154

 

Der georgische Präsident Michail Saakaschwili sagte laut dem Nachrichtendienst Newsmax.com und anderen Quellen nach der Katastrophe, es gebe etwas »unglaublich Böses« im Zusammenhang mit Kaczynskis Absturz.

Um eine nähere Erläuterung gebeten, habe Saakaschwili gesagt: »Ich meine die Art und Weise, wie er starb. Natürlich gibt es da eine Symbolik. Ich möchte das nicht kommentieren.«

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