Sunday, 28. August 2016
30.06.2014
 
 

Nigeria: Warum die entführten Mädchen vorerst keiner wieder haben will

Gerhard Wisnewski

Sie führen einen Krieg gegen die Christen. Sie morden, vergewaltigen und brandschatzen: Die nigerianische Terrorgruppe Boko Haram verbreitet Angst und Schrecken und hält die ganze Welt in Atem. Angeblich ist Einschreiten dringend geboten. Zuletzt, im April, entführten die Terroristen über 200 Schulmädchen. Und sogleich machte sich auch das US-Militär auf, um die Mädchen zu befreien. So weit das Drehbuch. Aber was ist die Wahrheit? Gerhard Wisnewski ist den Spuren von Boko Haram nachgegangen.

 

Wer ist Boko Haram wirklich? Eine gute Frage – und gar nicht so leicht zu beantworten. Oder vielleicht leichter, als uns lieb ist? Doch der Reihe nach: Arm und verschleiert sitzen sie irgendwo im Busch: Umzingelt von martialisch bewaffneten Terroristen posieren Schulmädchen aus Nigeria mit ihren Entführern für ein Video. Kaum wurden die über 200 nigerianischen Schulmädchen Mitte April 2014 von der Terrorgruppe Boko Haram gekidnappt, schlugen die Wellen hoch.

Ausgerechnet die USA, ansonsten beim Zivilistentöten immer ganz vorne dabei, haben plötzlich ihr Herz für Schulmädchen entdeckt: Mein Gott, die Mädels! Flugs vergoss Barack Obama eimerweise Krokodilstränen und Michael bzw. Michelle Obama adoptierte die Kinder via Twitter. Mit großen Kinderaugen hielt er/sie ein Schild mit dem Twitter-Hashtag #BringBackOurGirls hoch.

 

Menschenrechtsorganisation USA

 

»Our girls«, wohlgemerkt. Was bedeutete, dass es nur das gute Recht der USA sein würde, sich um die Mädels zu kümmern – beziehungsweise um die entsprechende Region natürlich. Denn wie wir ja wissen, sind die USA nicht etwa ein hochgerüstetes und bösartiges Imperium, sondern nichts weiter als eine Menschenrechtsorganisation. Und als solche haben sie natürlich die heilige Pflicht, sich um die armen nigerianischen Schulmädchen zu kümmern. Vor allen Dingen, wenn es plötzlich »ihre« sind.

 

Aber ehrlich gesagt: Wenn es die Entführung der Mädchen nicht gegeben hätte, hätte man sie glatt erfinden müssen. Denn der Vorfall war die Eintrittskarte für die USA, Großbritannien, Frankreich und Israel in das wichtigste Schlüsselland Afrikas, das über enorme Bodenschätze und eine rasant wachsende Wirtschaft verfügt – und in dem sich unglücklicherweise bereits die Chinesen festgesetzt haben.

 

Bloß keine Verhandlungslösung

 

Denn während China mit Nigeria eine strategische Partnerschaft schloss, sind die Vereinigten Staaten durch eine Politik der Anklagen und Sanktionen in Nigeria dummerweise ein wenig ins Hintertreffen geraten. Aber nicht nur die USA, sondern alle drei westlichen Siegermächte der beiden Weltkriege wollen in Nigeria einen Fuß in die Tür bekommen. So wehrten sich die USA, Großbritannien, Frankreich und auch Israel denn auch entschieden gegen eine Verhandlungslösung, um die Mädchen frei zu bekommen.

 

Schließlich konnten sie so zuhauf Geheimdienstexperten, Militärberater und auch Aufklärungsdrohnen schicken und ganz nebenbei Aufklärungsarbeit in eigenem Interesse leisten. Selbst Israel sorgte sich rührend um die nigerianischen Schulmädchen und entsandte Spionageexperten nach Nigeria. Gemeinsam mit den Vereinigten Staaten nutzt man eine umgebaute Beechcraft King Air als Aufklärungsflugzeug.

 

Keine Verhandlungen mit Terroristen

 

So schnell will man die entführten Mädchen daher auch gar nicht wieder haben. Denn nur solange sie verschwunden sind, kann man die eigenen Aktivitäten im Land rechtfertigen und weitere »Experten« sowie Aufklärungs- und Kriegsgerät nach Nigeria bringen. So kippte der nigerianische Präsident Goodluck Jonathan nach einem Treffen mit den Außenministern von Israel, USA, Großbritannien und Frankreich am 24. Mai 2014 in letzter Minute einen Austausch der Mädchen gegen Gefangene. Schließlich wolle man doch mit Terroristen nicht verhandeln.

 

Aber auch als zwei Tage später die nigerianischen Streitkräfte bekannt gaben, das Versteck der Entführten ausgemacht zu haben, wurde von einer Befreiungsaktion abgesehen – aus Angst vor »Kollateralschäden«. Und so müssen die Kinder vermutlich so lange im Gewahrsam der Terrorgruppe Boko Haram ausharren, bis sie nicht mehr gebraucht werden – also so lange, bis die erwähnten Länder ihre strategischen Ziele in Nigeria erreicht haben.

 

Wer ist eigentlich Boko Haram?

 

Womit wir wieder beim Thema wären: Wer ist eigentlich Boko Haram? In diesem Zusammenhang dürfte es keine große Überraschung sein, dass die schreckliche islamistische Terrorgruppe keineswegs vom Himmel fiel. So zitiert das Onlinemagazin Contra einen nigerianischen Journalisten namens Atheling P. Reginald Mavangira, bereits zu Beginn sei die Handschrift der CIA sichtbar gewesen: »Wie Mavangira schreibt, nutzte sie wie anderswo auch ethnische und soziale Verwerfungen und sammelte arbeitslose islamistische Jugendliche um sich – und an denen war kein Mangel.« Denn merke: Die Siegermächte zahlen ihre eigenen Feinde nun mal gerne selber. So dienen sie der eigenen Sache und ist letztlich auch der »Sieg« garantiert.

 

»Die CIA«, zitiert das Contra Magazin Mavangira, »hat seit Langem entlang der durchlässigen Grenzen zum Tschad, zu Niger und Kamerun, Ausbildungs- und Indoktrinationslager eingerichtet. Dort werden arme, verwirrte und desorientierte Jugendliche zu Aufständischen im Namen Allahs ausgebildet, um in dem gottlosen Nigeria eine gerechte islamische Ordnung herzustellen«. Das erkläre auch, »wie eine zerlumpte Sammlung von hauptsächlich halbgebildeten, unbedarften Personen, die vor allem mit Mopeds operieren, sich praktisch über Nacht in eine Organisation verwandeln (kann), die in der Lage ist, Bomben zu entwerfen, herzustellen und in Gebäuden und Fahrzeugen anzubringen, die Millionen Nairas kosten, und Angriffe gleichzeitig an mehreren Orten des Landes auszuführen«. Hauptquartier der CIA sei die nigerianische US-Botschaft, wo die Basis für »weitreichende Subversionsakte« durch Erpressung, Spionage und Überwachung liege sowie durch »Unterstützung und Finanzierung subversiver Gruppen«.

 

Wie Obama Boko Haram schützte

 

Der iranische TV-Sender Press TV zitierte den US-Menschenrechtler Randy Short mit den Worten, Boko Haram sei von der CIA gegründet und finanziert worden. Die Waffen kämen aus Libyen. Der Kommandeur der so genannten Libyschen Revolutionsarmee, Khalifa Haftar, sei ebenfalls von der CIA trainiert worden. »Den meisten Amerikanern mag es nicht bewusst sein, aber die Regierung Obama hat Boko Haram in der Vergangenheit wiederholt unterstützt«, konnte man kürzlich auch bei KOPP Online lesen.

 

Tatsächlich ist in Wirklichkeit niemand anderer für die Gräuel und die Entführungen in Nigeria verantwortlich als die USA und ihre Verbündeten: »Obama hat der nigerianischen Regierung 2013 sogar Wirtschaftssanktionen angedroht, um sie daran zu hindern, gegen Boko Haram durchzugreifen. Was in aller Welt hat sich die Regierung Obama nur gedacht? Auf wessen Seite steht sie eigentlich?« Eine gute Frage – aber leicht zu beantworten: Immer nur auf der eigenen. Also auf der Seite des globalen Imperialismus.

 

 

 


 

 


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