Tuesday, 30. September 2014
25.07.2008
 
 

Obama: Ich habe da einen Alptraum …

Gerhard Wisnewski

Man muss sich schon die Augen reiben angesichts dieses merkwürdigen Schauspiels. Ein amerikanischer Präsident, der keiner ist, besucht amerikanische Truppen im Ausland und hält Reden vor Menschenmassen wie sonst nur der Papst oder eben – der Präsident. Er wird nicht etwa von einer privaten Schutztruppe geschützt, sondern vom staatlichen »Secret Service«, also jener Organisation, die sonst Präsidenten schützt – oder über die Klinge springen lässt. Je nach dem. In seiner Rede beschwor Obama die wichtigsten Zutaten der New World Order – der Neuen Weltordnung.

 

 

Die »Obamania« droht die republikanische Konkurrenz hinwegzufegen oder zumindest an die Wand zu drücken. Es sollen psychologische und politische Tatsachen geschaffen werden, an denen niemand mehr vorbeikommt: Die Politik nicht und die Wähler auch nicht. Die eigentliche Wahl Obamas soll so nur noch zur Formsache werden.

Die Obamania ist eine ebenso künstlich wie professionell geschaffene Hysterie wie die bunten »Revolutionen« in Osteuropa:

 

  • Die Singende Revolution in Estland 1987–1991 und in Litauen 1989–1991
  • Die Rosenrevolution in Georgien 2003
  • Die Orangene Revolution in der Ukraine 2004
  • Die Tulpenrevolution in Kirgisistan 2005
  • Die Zedernrevolution im Libanon 2005

 

Barack Obama: Alles meins!

Und nun die Obama-Lution - erst in den Vereinigten Staaten und jetzt auch in Europa. Das Muster ist immer dasselbe: Begeisterte, schwärmerische Massen tragen einen Kandidaten oder einen Führer auf Händen zum Siege – zumindest psychologisch. Und die Impresarios sind auch immer dieselben. Vor allem Obamas außenpolitischer Berater Zbigniew Brzezinski, der auch schon bei den bunten Revolutionen im Osten die Finger im Spiel gehabt haben soll. Die Meisten haben diesen Namen längst vergessen oder sogar noch nie gehört. Dabei ist Brzezinski ein echter Eisen- und Russenfresser, einer der Strategen des Kalten Krieges und Hauptfeind der Sowjetunion, im Kalten Krieg gefürchtet als »Falke«, Kriegstreiber – und oberster »Taliban«: Derselbe Brzezinski formte, bewaffnete und unterstützte zu Sowjetzeiten jene islamischen Mujaheddin, aus deren Reihen später die Attentäter des 11.9. gekommen sein sollen und die heute »der Weltgemeinschaft« als »Taliban« das Leben schwer machen. Zitat: »Was ist wichtiger für die Weltgeschichte – die Taliban oder der Zusammenbruch des sowjetischen Imperiums?« Die Frage ist nur, was und warum die Taliban heute treiben. Derselbe Brzezinski berät nun den »neuen Kennedy« in außenpolitischen Fragen, was bedeutet, dass es sich eben nicht um einen neuen Kennedy handeln kann.

 

Von Osama zu Obama: Geostratege

Zbigniew Brzezinski (links).

 

Egal: Wo immer sie auch will, lässt die Oba-Maschine Massen in allen Farben auferstehen, ob nun orange, rot oder gleich in den amerikanischen Farben, wie in Berlin. Und immer sind sie so verdammt begeistert und friedlich und entfachen eine psychologische La-Ola-Welle, der sich niemand widersetzen zu können meint.

Die Oba-Maschine umfasst nicht nur den Auftritt vor der Siegessäule und die angeblich 200.000, die dort hinkamen. Nein, die Oba-Maschine umfasste den gesamten offiziellen Medienapparat. In stundenlangen Sondersendungen rollten deutsche Fernsehsender Obama einen medialen Teppich mit Bildern der gemeinsamen deutsch-amerikanischen Geschichte aus, auf dem der Kandidat vor die Siegessäule schritt – zur symbolischen Präsidentenkür.

Nicht der passende Ort? Obama wäre lieber am Brandenburger Tor aufgetreten? Da bin ich nicht so sicher. Die Siegessäule war ebenfalls ein geeigneter Hintergrund für den gefühlten Sieger. In der deutsch-amerikanischen Symbolchronologie ist das Brandenburger Tor ein Symbol von Gestern, von Ronald Reagan und George Bush senior. Der neue amerikanische Führer braucht vielleicht neue Symbole.  Die Siegessäule wurde 1873 als Nationaldenkmal der deutschen Einigungskriege eingeweiht.

Und Einigungskriege führen die USA jetzt auch. Seit dem 11. September bemühen sie sich vermehrt an allen Fronten um den Schulterschluss der Welt hinter Amerika. Sie schmiedeten militärische Allianzen von Dutzenden von Staaten und entwarfen globale Einigungsthemen wie den »Krieg gegen den Terror« oder den »Kampf gegen die Klimakatastrophe« (Hauptpropagandist: Obama-Parteifreund Al Gore). Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion geht es darum, sich den ganzen Globus unter den Nagel zu reißen, mit den Energiereserven angefangen. Das Tor war gestern, die Säule ist heute.

Freilich: Hätte sich Obama das Symbol selbst ausgesucht, wäre die politische Botschaft allzu offensichtlich betont worden und als Anmaßung erschienen. Aber so wurde er durch sanften Druck der Kanzlerin zur Siegessäule bugsiert. Ja, nicht er selbst, sondern die Kanzlerin setzte ihm den Lorbeerkranz auf. Da soll noch mal einer meckern.

Inhaltlich handelte es sich nicht nur um eine eindeutige Präsidentenrede. Sondern um eine Rede des Führers der Neuen Welt (-ordnung). Obama sprach nicht zu den Berlinern, auch nicht nur zu den Amerikanern, sondern zu den »people of the world«. Er beschwor die Erinnerungen an das Ende des Zweiten Weltkrieges ebenso herauf wie die ewige Dankbarkeit für die Luftbrücke und den Marshallplan. Er zeigte auf, wie sich die Freiheit in Berlin durchgesetzt habe, aber er beschwor auch die »new dangers« nach dem Ende des Kalten Krieges.

New dangers, die das amerikanische Imperium dringend braucht, denn ohne sie kann es die Welt nicht regieren. Denn diese »new dangers«, so Obama, »können nicht in den Grenzen eines Landes eingedämmt werden oder durch die Größe eines Ozeans«. Diese »new dangers« sollen die Sowjetunion ersetzen. Ja, nicht nur das. Sie sollen eine Einigung auf einer globalen Ebene herbeiführen, und daher ist es so wichtig, dass diese Gefahren ubiquitär sind, also immer und überall vorhanden.

Und so nennt Obama denn auch den internationalen Terrorismus, aber vor allem auch die »Klimakatastrophe«. Denn es gibt nur eine Sphäre, an die alle Länder grenzen, und das ist die Atmosphäre. Die Luft kennt keine Grenzen, und deshalb ist sie das ideale Vehikel für die neue globale Machtpolitik. Selbst die Meere würden sich dafür nicht eignen, grenzen doch keineswegs alle Länder an einen Ozean. Aber die Atmosphäre ist der ideale Vorwand, um in die inneren Angelegenheiten eines jeden Landes einzugreifen und die Staaten schließlich in einer gemeinsamen politischen Atmosphäre aufzulösen.

»Während wir hier sprechen, schmelzen Autos in Boston und Fabriken in Peking das Eis in der Arktis«, beschwört Obama den neuen Hauptmythos der Globalisten herauf, die »Klimakatastrophe«. Obama will die Macht der Globalisten auf Phantome gründen:

 

  • den selbst geschaffenen »Kampf der Kulturen«,
  • den selbst geschaffenen »Krieg gegen den Terror«,
  • die selbst hochgeputschte »Klimakatastrophe«,
  • die hochgeputschte Gefahr durch »Massenvernichtungswaffen« (siehe Irak).

Denn auch in Obamas Berliner Rede war von Atomwaffen die Rede.

Besonders perfide die Aufforderung, die Terroristen, die »unsere Sicherheit in Afghanistan bedrohen«, genauso zu verfolgen wie die »Drogenhändler, die Drogen auf unseren Straßen verkaufen«. Denn die Drogenproduzenten und Dealer sind niemand anderer als die Vereinigten Staaten selbst. Sie haben Afghanistan als globalen Hauptopiumproduzenten wiederauferstehen lassen, der heute etwa 95 Prozent des globalen Opiums produziert. Das heißt, dass jeder Heroinschuss auf dem Globus zu 95 Prozent aus dem US-Protektorat Afghanistan stammt. Vielen Dank auch.

Obama erwähnt fast ausschließlich Phantomkatastrophen, entworfen auf den Reißbrettern der Propagandaspezialisten. Die einzig reale Katastrophe erwähnt Obama dagegen seltsamerweise nicht – nämlich die von den USA  angezettelte globale Finanzkatastrophe. Ob Terror, Klima oder Atom unseren Kindern die Zukunft nehmen, ist eher fraglich. Nicht fraglich dagegen ist, ob die amerikanische Finanzkatastrophe unseren Kindern die Zukunft nimmt.

Dass all die erwähnten Gefahren nur gemeinsam zu lösen sind, ist die zentrale Botschaft dieser Rede. Und mit »gemeinsam« meint er natürlich die New World Order. »Wir können es uns nicht leisten, geteilt zu sein.« Soll heißen: Die Zeiten der souveränen Staaten sind vorbei. »Keine einzelne Nation, egal wie mächtig, kann solchen Herausforderungen alleine begegnen.« Und, ganz wichtig: »Niemand von uns kann solche Bedrohungen leugnen oder sich vor der Verantwortung drücken.« Soll heißen: Leugnen ist ein Verbrechen, vielleicht sogar ein Verbrechen gegen die Menschheit. »Die Last, globale Bürger zu sein, bindet uns zusammen.«

Genau das ist beabsichtigt. Niemand soll sich dem neuen moralischen Würgegriff der globalen Eliten entziehen können, und daran wird sich auch mit einem Wechsel im US-Präsidentenamt nichts ändern: »Ein Wechsel der Führung in Washington wird diese Last nicht beseitigen.« Das heißt: Der »Krieg gegen den Terror«, eine Erfindung des angeblich so erledigten Bush und seiner Neokonservativen, wird ebenso weitergehen, wie der »Kampf gegen die Klimakatastrophe«.

»Mr. Gorbatschow, tear down this wall« (»Herr Gorbatschow, reißen Sie diese Mauer nieder«) war der historische Satz von Präsident Reagan bei seinem Berlin-Besuch. Bei Obama heißt das: Lassen Sie uns alle Mauern niederreißen! Die Mauern zwischen Nationen ebenso wie zwischen Rassen und Stämmen, Eingeborenen und Immigranten, Christen, Muslimen und Juden: »Dies sind die Mauern, die wir nun einreißen müssen.«

Aber ist das wirklich John Lennons träumerisches »Imagine«? Wohl kaum. Denn über Völkerverständigung geht das weit hinaus. Zu Ende gedacht, handelt es sich hier eben nicht um Romantizismus, wenn man vom Romantizismus der globalen Eliten einmal absieht. Es handelt sich eben nicht um Völkerverständigung, sondern um Völkerverschmelzung. Der mögliche neue globale Führer Obama verlangt die totale Entgrenzung jedes natürlichen und staatlichen Körpers und die Durchmischung von allen mit allen. Deshalb betont Obama auch die Partnerschaft zur Europäischen Union als einem der Hauptschmelztiegel der Globalisten.

Grenzen sind aber die Grundlagen des Lebens – fragen Sie mal den ersten Einzeller, wenn Sie ihn treffen. Nur durch Abgrenzung von der Umwelt konnte überhaupt Leben entstehen und sich definieren. Die totale Entgrenzung widerspricht dem wohlverstandenen Interesse von eigenständigen Einheiten, seien es nun Einzeller, Mehrzeller oder Vereinigungen von Mehrzellern, wie beispielsweise Staaten. Denn am Ende wird eine gleichförmige und identitätslose Masse stehen, das ideale Rohmaterial für den imperialen Sklavenplaneten.

Obama wurde nicht nur mit John F. Kennedy verglichen, sondern auch mit Martin Luther King, zwei Söhnen seines Landes, die von den USA ruchlos ermordet wurden. Oft wurde auch an Martin Luther Kings »I have a dream«-Rede erinnert, an die Obama im Ton immer wieder anzuknüpfen versucht, wohlweislich, ohne das Zitat auf geschmacklose Weise wörtlich zu übernehmen. Doch Obama hat keinen schönen Traum für uns. Bei ihm heißt es nicht »I have a dream«, sondern »I have a nightmare« – »Ich habe einen Alptraum – für Euch«.

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