Hoffnungsschimmer: China will Verzehr von Katzen- und Hundefleisch verbieten
Udo Ulfkotte
China sorgt sich um sein internationales Ansehen. Und deshalb könnte mit einer aus westlicher Sicht barabarischen Sitte demnächst endgültig Schluss sein: Die Garküchen sollen Hunde- und Katzen nicht mehr auf dem Teller servieren dürfen. Und auch Privatleuten soll der »Genuss« der Säugetiere endgültig verboten werden.
Der Autor dieses Beitrages hat das grausame Ritual zum ersten Mal im Sommer 1988 erleben müssen. Nicht in China, sondern in der irakischen Hauptstadt Bagdad. Der Autor war damals häufiger Gast des deutschen Botschafters. Und neben der deutschen Residenz wohnten chinesische Diplomaten. Als wir auf der Terrasse der deutschen Diplomaten saßen, da hörte man von jenseits der hohen Mauer, die die Grundstücke trennte, grauenvolle Todesschreie, die offenkundig von jungen Hunden stammten. Weil man unmöglich über die Mauer auf das Nachbargrundstück blicken konnte, fragte ich nach der Ursache der schrecklichen Schmerzensschreie, wollte helfen. Aber die deutschen Diplomaten entgegneten sinngemäß völlig ruhig, es handele sich hier um eine kulturelle Eigenart der Chinesen. Jeden Tag schlachte der Hauskoch des chinesischen Botschafters einige Hundewelpen, die dann anschließend gegrillt oder gekocht würden.
Wenn Sie jemals die Todesschreie eines bewusst langsam getöteten Hundes gehört haben, dann werden Sie das als tierliebender Mensch niemals in Ihrem ganzen Leben vergessen. Die Hunde werden nämlich nicht schnell, sondern langsam getötet. Manche werden gar mit abgehackten Beinen in kühlem Wasser erhitzt und gekocht, bis sie sterben. Die Todesangst und der damit verbundene Adrenalinstoß machen aus der Sicht der Chinesen das Fleisch »zarter«. Je größer und länger die Todesangst – umso größer der »Essens-Genuss«, so die Sicht der Chinesen. Seit jenem Erlebnis, das ich später ohnmächtig auch in China immer wieder erleben musste, unterstütze ich rückhaltlos all jene, die überall auf der Welt versuchen, Chinesen von diesen Praktiken abzubringen.
Nun gibt es eine gute Nachricht, die aber noch nicht Gesetzeskraft erlangt hat: Die Chinesen dürfen nach einem neuen Gesetzentwurf künftig keine Katzen und Hunde mehr essen. Wer Katzen- oder Hundefleisch isst, soll demnach eine Strafe von bis zu 5.000 Yuan (520 Euro) zahlen oder 15 Tage inhaftiert werden. Und Unternehmen, die mit dem Fleisch handeln, könnten eine Strafe von 10.000 bis 500.000 Yuan erwarten. Begründet wird das mit dem Versuch, in China die Grundzüge des Tierschutzes einzuführen. Es ist die erste wirklich schöne Nachricht in diesem noch jungen Jahr.
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