Tuesday, 30. August 2016
18.12.2015
 
 

Bericht: GVO-Industrie manipuliert systematisch Medien und öffentliche Meinung

J. D. Heyes

Agrarkonzerne wie Monsanto führen eine gewaltige PR-Kampagne mit dem Ziel, die Verwendung genetisch veränderter Organismen (GVO) in unserer Nahrungskette zu legalisieren und Kritiker mundtot zu machen. In einem neuen Bericht hat jetzt eine öffentliche Interessengruppe aus den USA enthüllt, welchen Aufwand die Unternehmen dabei betreiben.

 

Die Gruppe US Right To Know wirft Agrarchemie- und Lebensmittelfirmen vor, in den vergangenen Jahren enorme Summen dafür ausgegeben zu haben, weltweit die Werbetrommel für GVO zu rühren, obwohl es faktenbasierte Studien gibt, die bei der Verwendung von GVO gesundheitliche Risiken für die Menschen sehen. In dem Bericht »Seedy Business: What big food is hiding with its slick PR campaign on GMOs« heißt es:

»Seit 2012 führen die Agrarchemieunternehmen und die Lebensmittelbranche eine komplexe, vielschichtige PR-, Werbe-, Lobby- und Politikkampagne in den Vereinigten Staaten. Sie kostet über 100 Mio. Dollar und hat das Ziel, genetisch manipulierte Nahrung und Saaten sowie die begleitenden Pestizide zu verteidigen.«

Weiter heißt es in dem Bericht, dass die Industrie »die Medien manipuliert, die öffentliche Meinung und die Politik. Sie arbeitet dabei mit halbseidenen Methoden, gekauften Wissenschaftlern und einer PR-Maschinerie.«

 

Gesundheitsrisiken für die Menschen? Egal, wir machen weiter unser Ding

 

Wie der Corporate Crime Reporter schreibt, zeigen die im Bericht angeführten Daten eines: Die PR-Kampagne, mit der Agrarkonzerne und Lebensmittelbranche GVO bewerben, ist ebenso umfassend wie komplex. Zum vielschichtigen Ansatz gehören in den USA das Bewerben und die Unterstützung zentraler politischer Kampagnen, mit denen Kritik an GVO und an den Pestiziden abgewehrt werden soll, die begleitend und ergänzend zu den GVO entwickelt wurden.

 

»Zweck dieser Kampagne ist es, die Öffentlichkeit hinters Licht zu führen und Bestrebungen abzuwehren, zu erfahren, was in unserem Essen drin ist, und zwar durch eine Beschriftung, wie sie in 64 Ländern bereits verbindlich ist. Sie tun das in der Absicht, ihre Gewinne so lang wie möglich sprudeln zu lassen«, so Gary Ruskin von US Right To Know.


Die PR-Kampagne beeinflusse auf unzulässige Weise, wie Medien in Amerika über genetisch veränderte Lebensmittel berichten. Die PR-Firma der Branche, Ketchum, habe damit geprahlt, dass sich »die positive Medienberichterstattung (über GVO) verdoppelt« habe, sagte Ruskin dem Corporate Crime Reporter zufolge.

 

US Right To Know hatte auf Ebene der amerikanischen Bundesstaaten Vorschläge eingebracht, wie GVO in Nahrungsmitteln künftig gekennzeichnet werden sollten. In dem Bericht führt die Organisation auch die größten Unternehmen des Agrobusiness auf, die die Bemühungen, die Vorschläge im Keim zu ersticken, finanziell unterstützten.

 

Vor allem in den Bundesstaaten Kalifornien, Washington, Oregon und Colorado gaben Großkonzerne wie Monsanto, Coca-Cola und andere in den Jahren 2012 bis 2014 reichlich Geld für die Bekämpfung unliebsamer Ideen.

 

»Dem Bericht zufolge waren die zehn größten Spender Monsanto (22,7 Mio. Dollar), DuPont (16,7 Mio. Dollar), Pepsico (8,8 Mio. Dollar), Coca-Cola (5,7 Mio. Dollar), Dow (4 Mio. Dollar), Kraft Food (3,9 Mio. Dollar), General Mills (3,6 Mio. Dollar), Nestlé (2,9 Mio. Dollar), ConAgra (2,6 Mio. Dollar) und Bayer (2,5 Mio. Dollar)«, schreibt der Corporate Crime Reporter.


Ähnliche Taktiken wie Big Tobacco

 

Nicht nur das: Agrarchemiefirmen hätten Übung darin, der Öffentlichkeit Gesundheitsrisiken vorzuenthalten. »Wieder und wieder haben die Firmen, die GVO herstellen, den Verbrauchern und ihrer Belegschaft die Wahrheit vorenthalten, was die Gefahren ihrer Produkte und ihrer Aktivitäten anbelangt«, sagte Ruskin. »Wie sollen wir ihnen da das abnehmen, was sie uns über ihre GVO erzählen?«


Der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA wird in dem Bericht vorgeworfen, sie führe keine ausreichenden Tests durch, was die Sicherheit von GVO anbelangt. Stattdessen prüfe sie lediglich die Informationen zu genetisch veränderten Lebensmitteln und Nutzpflanzen, die die Hersteller dieser Produkte selbst einreichen.

 

Die PR-Methoden der GVO-Befürworter erinnerten an das Vorgehen, das einst die Tabakfirmen verfolgten, schreibt US Right To Know in ihrem Bericht.

 

»Die jüngste PR-Kampagne der Agrarchemie ähnelt in einigen Punkten der berüchtigtsten PR-Kampagne, die je eine Branche durchgeführt hat. Die Rede ist von den Bestrebungen der Tabakindustrie, sich der Verantwortung dafür zu entziehen, dass jedes Jahr Hunderttausende Amerikaner sterben«, heißt es in dem Bericht.

 

 

 

 

 

 

 

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