Sunday, 26. June 2016
16.03.2016
 
 

China treibt Genome Editing ohne Beschränkungen aggressiv voran

J. D. Heyes

Amerikanische Unternehmen befinden sich mit chinesischen Firmen bei der Entwicklung von Gentechnologien im Wettlauf, die es ihnen ermöglichten, jedes Erbmaterial – auch das von Menschen – gentechnisch zu verändern.

 

Einem Bericht von Bloomberg News zufolge investieren chinesische Unternehmen gegenwärtig erhebliche Mittel, um Kenntnisse und Erfahrungen im Bereich Genomik zu sammeln. Darüber hinaus stellt die chinesische Regierung Gelder und Ressourcen zur Erforschung und Weiterentwicklung sogenannter Crispr/Cas-Systeme bereit.

Bei diesen Systemen handelt es sich um biochemische Methoden, mit denen es möglich ist, gezielt auf einzelne Bereiche der DNA zuzugreifen, sie zu entfernen, einzufügen oder auszuschalten.

 

Chinesische Forscher und Wissenschaftler werden angehalten, zu deutlichen Fortschritten in der Anwendung dieser Methoden beizutragen.

 

Chinesische Wissenschaftler behaupten, es sei ihnen als Erste gelungen, mithilfe von Crispr/Cas eine Weizensorte gegen eine sehr verbreitete Pilzerkrankung zu immunisieren, Hunde mit mehr Muskelgewebe auszustatten und Schweine magerer zu machen.

 

Weiter schreibt Bloomberg News:

»Die von der chinesischen Regierung finanzierte wissenschaftliche Forschung könnte möglicherweise von landwirtschaftlichen und pharmazeutischen Unternehmen umgesetzt werden. Die von Peking geförderten Programme beschäftigen sich unter anderem mit gegen Krankheiten resistenten Tomaten, Behandlungen bei Brustkrebs und der Erhöhung des Ölanteils in Sojabohnen. In der südchinesischen Stadt Guangzhou gingen Forscher, die Forschungsgelder der Regierung erhielten, noch einen Schritt weiter und lösten damit im vergangenen Jahr eine internationale Ethikdebatte aus, nachdem sie das Erbmaterial menschlicher Embryos zum ersten Mal unter Einsatz von Crisps /Cas-Methoden ›optimiert‹ hatten.«

Mit Hilfe einer bestimmten Methode, die unter der Bezeichnung »Crispr-Cas9« bekannt ist, können auf kostengünstige Weise praktisch wie mit einer hochpräzisen molekularen »Schere« lästige oder unerwünschte DNA-Abschnitte herausgeschnitten und durch Abschnitte mit erwünschten Eigenschaften ersetzt werden. Diese Methoden haben die zuvor sehr zeitaufwändigen, kostspieligen und zudem sehr ungenauen Verfahren revolutioniert. Gegenwärtig sind viele Wissenschaftler und Länder hektisch und in gegenseitiger Konkurrenz bemüht, diese neuen Verfahren und Methoden für zahlreiche, breit gefächerte Anwendungen nutzbar zu machen – einige dieser Anwendungen tragen aber in ethischer Hinsicht sehr bedenkliche Züge.

 

In China arbeiten viele Arbeitsgruppen daran, die erforderlichen Erfahrungen und Kenntnisse zu sammeln, die sie in die Lage versetzen, mit amerikanischen Unternehmen auf Augenhöhe zu konkurrieren. Diese haben ihrerseits bereits Millionen Dollar für die Entwicklung gentechnisch veränderten Saatguts bereitgestellt.

 

Der Wettlauf hat begonnen


»Aus meiner Sicht belegen die USA und China den ersten bzw. zweiten Platz in der Gruppe der Länder, die gegenwärtig an Crispr-Cas9 forschen. Beide Länder besitzen in diesem Bereich erhebliche Stärken.« Das erklärt Paul Knoepfler, außerordentlicher Professor für Zellbiologie und menschliche Anatomie an der Davis School of Medicine der Universität von Kalifornien gegenüber Bloomberg News. Knoepfler veröffentlichte vor Kurzem ein Buch mit dem Titel GMO Sapiens, das auf die Gefahr verweist, dass der Mensch mit Hilfe von Genome Editing und gentechnischen Verfahren gezielt verändert werden könnte. »Die USA liegen gegenwärtig bei der Veröffentlichung vielbeachteter Forschungspapiere, Crispr-Biotechverfahren und geistigen Eigentumsrechten vorn, während China viel zu Crispr bei Tieren veröffentlicht hat«, sagte er weiter.

 

Laut Bloomberg News schätzt die Boston Consulting Group, dass amerikanische Unternehmen, die sich auf dem Gentechnikmarkt positionieren wollen, im Jahr 2013 etwa eine Milliarde Dollar investiert haben. Dazu gehören Konzerne wie Editas Medicine, Poseida Therapeutics und Intellia Therapeutics, die Crispr-Verfahren erforschen, um gegen verschiedene Krankheiten besser vorgehen zu können.

 

Auch wenn sich bisher noch keines der Verfahren bei der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden als wirksam bewährt hat, sehen die großen Pharmakonzerne Crispr als potenziell wirkungsvolle Methode, die vielleicht die Entwicklung von Behandlungen von Krankheiten von Krebs bis hin zu Bluterkrankungen ermöglicht.

 

Stärkere, schnellere Soldaten und Polizisten?


Aber das ist noch längst nicht alles. Bloomberg News berichtet:

»Eine chinesische Arbeitsgruppe an der Sun-Yat-sen-Universität in Guangzhou berichtete im vergangenen Jahr über erstmalige Anwendungen von Crispr/Cas-Verfahren bei menschlichen Embryos. Man habe versucht, ein Gen zu bearbeiten, das für die Blutkrankheit Thalassämie verantwortlich ist. Die Untersuchung wurde teilweise von zwei staatlichen Einrichtungen, der Nationalen Chinesischen Naturwissenschaftlichen Stiftung und dem Nationalen Grundlagenforschungsprogramm, finanziert.«

Diese Forschungsarbeit löst weltweit massive Befürchtungen aus, obwohl die chinesischen Wissenschaftler beteuerten, sie hätten »nichtüberlebensfähige« menschliche Embryonen benutzt, die von Fertilitätskliniken zur Verfügung gestellt worden seien. Keiner der Embryos hätte jemals lebend geboren werden können. Die amerikanische Regierung finanziert keine Forschungsarbeiten, die menschliche Embryonen zu Forschungszwecken erzeugen oder zerstören.

 

Aber in China könnte es möglicherweise interessierte Kreise geben, denen ein Einsatz von Verfahren wie Crispr/Ca gelegen käme, um Menschen gentechnisch zu verändern – insbesondere Menschen, die in den Sicherheitsorganen des Staates tätig sind.

 

So spielt etwa eine chinesische wissenschaftliche Arbeitsgruppe, die die DNA von Hunden mithilfe von Crispr/Cas veränderte, um das Muskelwachstum zu fördern und so die Tiere in die Lage zu versetzen, höher zu springen, schneller zu rennen und insgesamt eine größere Stärke zu besitzen, mit dem Gedanken, diese Verfahren zum »zukünftigen potenziellen Nutzen der Polizei und des Militärs einzusetzen, wenn auf diese Weise Hunde gezüchtet würden, wie sie verbreitet von den Strafverfolgungsbehörden eingesetzt werden«. Von dort ist es dann nur noch ein kleiner Schritt zum gezielten Eingriff in das menschliche Erbgut, um auf diese Weise stärkere und schnellere Polizisten und Soldaten heranzuziehen.

 

 

 


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