Sunday, 28. August 2016
04.06.2014
 
 

Das US-Militär will PTBS mit Gehirnimplantaten behandeln

J. D. Heyes

Ist es möglich, einen Stimmungsumschwung vorherzusagen oder dessen psychische Folgen unter Kontrolle zu halten? Das Pentagon setzt darauf, dass es schon bald über die dafür nötige Technologie verfügen und damit auch in der Lage sein wird, Angst, Depression, Gedächtnisverlust und alle anderen Symptome der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) zu behandeln. Nach mehr als zwölf Jahren Krieg in Afghanistan und Irak ist die PTBS heute eines der größten Probleme.

Wie die Branchenzeitschrift Defense One berichtet, arbeitet das US-Verteidigungsministerium an der Entwicklung eines neuen Gehirnchips zur Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung bei Soldaten und Veteranen, der irgendwann auch zur Behandlung verschiedener psychischer Probleme bei der allgemeinen amerikanischen (und weltweiten)

Öffentlichkeit zum Einsatz kommen könnte:

 

Mit zwölf Millionen Dollar (erweiterbar um 26 Millionen Dollar, sofern die Richtvorgaben erfüllt werden) will die Defense Advanced Research Projects Agency, kurz DARPA [eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums, die Forschungsprojekte für die Streitkräfte durchführt], weit in das Gehirngewebe eindringen, um Angst, Depression und andere Gemütsleiden zu erfassen, vorherzusagen und gegebenenfalls zu behandeln. Forscherteams der University of California in San Francisco, des Lawrence Livermore National Laboratory und [der Firma] Medtronic werden die Gelder für die Entwicklung eines kybernetischen Implantats mit ins Gehirn reichenden Elektroden nutzen. Das Militär hofft, in fünf Jahren über einen Prototyp zu verfügen und dann die Zulassung der FDA [Food and Drug Administration, US-Lebensmittelsicherheits- und Arzneizulassungsbehörde] zu beantragen.

 

»Automatische Anpassungstherapie, da sich das Gehirn verändert«

 

Das Programm Systems-Based Neurotechnology for Emerging Therapies, kurz SUBNETS (zu Deutsch etwa: Systembasierte Neurotechnologie für Schwellentherapien), beruht auf beinahe zehnjähriger Forschung über die Behandlung von Krankheiten wie Parkinson mit der so genannten Tiefen Hirnstimulation. Sie funktioniert folgendermaßen: Niedrig dosierte elektrische Impulse werden tief in das Gehirn geschickt – etwa so, wie ein Defibrillator bei Kammerflimmern (einer Form von Herzstillstand) elektrische Impulse an das Herz schickt.

 

Forschung und Technologie könnten den Weg für zukünftige Gehirn-Maschine-Interaktion bereiten, betonten offizielle Vertreter.

 

»Die DARPA sucht nach Wegen, zu bestimmen, welche Regionen bei verschiedenen Krankheiten ins Spiel kommen – von neuronalen Netzen im Gehirn bis hinunter auf die Ebene einzelner Neuronen –, und therapeutisch verwendbare Geräte zu entwickeln, die Aktivitäten aufzeichnen, gezielte Stimulation liefern und vor allem automatisch die Therapie angleichen können, da sich das Gehirn selbst verändert«, erklärte Justin Sanchez, der Manager des DARPA-Programms, in Defense One.

 

SUBNETS ist nicht das einzige militärische Forschungsprojekt über die Stimulation des Gehirns mit niedrig dosiertem Strom. Die Air Force untersucht die Wirkung von niedrig dosierter Elektrizität auf das Gehirn, indem eine nicht-invasive Schnittstelle eingesetzt wird, ein kleines Kappen-ähnliches Gerät, das nicht in den Schädel eindringt. Ziel ist es, eine Art Koffein-Schub zu liefern, der Soldaten hilft, bei langer Steuerung (denken Sie an Drohnen) und anderen Interaktionen am Bildschirm aufmerksam zu bleiben.

 

Neurowissenschaftler arbeiten daran, die großen elektrischen Signale aus dem Motocortex des Gehirns besser nutzen und anwenden zu können. Außerdem liefert die Forschung Beiträge zu einer Technik, die hier und heute einsetzbar ist, beispielsweise als Armprothesen. Trotzdem verstehen Wissenschaftler noch immer nicht genau, wie welche Regionen des Gehirns im Umgang mit Gemütszustandsstörungen bei PTBS arbeiten.

 

Das Gerät würde die heutige sperrige und teure Technologie ersetzen

 

Bekannt ist, dass Angst in der Regel eine Mischung von Gedächtnis und Stimuli einbezieht, und dass sie sich über mehrere Regionen des Gehirns hinweg manifestiert. Außerdem können sich solche Reaktionen und Interaktionen verändern, da sich das äußerst formbare Gehirn auf nicht vorhersagbare Weise anpassen kann.

 

»Wir verstehen noch nicht, wie der neurale Schaltkreis des Gehirns mit Angst und anderen neuropsychiatrischen Störungen zusammenhängt. Dieses Projekt möchte das Verständnis verbessern, indem wir Karten der elektrischen Aktivität mit höherer Auflösung erstellen, als bisher möglich. Wie sich dies letztendlich auf die Behandlung schwerer Depressionen, Angststörungen und anderer Krankheiten auswirkt, bleibt abzuwarten, aber wir brauchen dringend ein besseres Verständnis über die Grundlagen dieser Störungen«, sagte Edward Chang, ein Neurowissenschaftler von der University of California in San Francisco in Defense One.

 

Das Gerät würde aufzeichnen, was passiert, wenn Angst oder Depression einsetzen, es würde die heutige Technologie – sperrige Geräte, die mit flüssigem Sauerstoff gekühlt werden müssen – zur Aufzeichnung solch feiner Gehirnaktivität ersetzen. Solche Maschinen können pro Stück mehr als vier Millionen Dollar kosten.

 

 

Quellen:

 

DefenseOne.com

NaturalNews.com

NPR.org

NaturalNews.com

 

 

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