Donnerstag, 8. Dezember 2016
22.07.2015
 
 

Neues Luftüberwachungssystem erfasst jede Bewegung in Echtzeit

J. D. Heyes

Wenn es darum geht, ihre Bürger zu überwachen, gibt es für die US-Regierung nur alles oder nichts. Sie hat sich für alles entschieden. Wie das australische Online-Nachrichtenjournal News.com.au berichtet, hat ein kleines Privatunternehmen ein Überwachungssystem Orwellʼschen Ausmaßes entwickelt, das Big Brother ungeahnte neue Kräfte verleiht.

 

In circa 30 Kilometer Höhe kreuzt ein Ballon und überwacht – unsichtbar für die Zehntausenden Menschen am Boden – eine ausgewählte Stadt und deren Umgebung. Jede Sekunde macht das Fluggerät ein Foto von der gesamten Stadt und allem, was in einem Radius von 40 Meilen (65 Kilometer) vor sich geht. Es sendet die Bilder an ein Kontrollzentrum, wo Techniker auf einer Karte – vergleichbar Google Map – alles registrieren, was in dem Moment geschieht.

 

Weiter berichtet News.com.au:

 

»Wird ein Verbrechen gemeldet, scrollen die Analysten einfach zurück zu dem Vorfall und identifizieren die Beteiligten. Von dem Moment an können sie der Zielperson folgen, indem sie sich durch die Bilder bis zum aktuellen Stand vorklicken, und so den Aufenthaltsort des Gesuchten ermitteln.

Natürlich geht es bei der Überwachung um Prävention und Verfolgung von Verbrechen – und genau dafür sind die Persistent Surveillance Systems (PSS) da, die bisher nur in sehr wenigen Städten eingesetzt werden.

Einsätze in Amerika haben es den Behörden ermöglicht, Verbrechen innerhalb von Minuten aufzuklären.«

Natürlich sind die Folgen für die Privatsphäre – besser gesagt, den Mangel an Privatsphäre – immens, zumal das Gerät auch an Bord von Flugzeugen installiert werden kann. Laut News.com.au wurde das Konzept beim Bier entwickelt, wie PPS-Gründer Ross McNutt erzählt, der die ersten Pläne auf der Rückseite einer Serviette skizzierte.

 

»Wir haben das System sehr schnell entwickelt, um eine erste Stufe in 18 Monaten einsatzbereit zu haben. In den letzten acht Jahren haben wir es perfektioniert, die Kosten gesenkt und seine Effektivität erhöht«, erklärte er gegenüber News.com.au. Das Konzept sei auf die US-Truppen im Irak zugeschnitten worden, die 2004 in großen Schwierigkeiten gesteckt hätten.

 

»Viele unserer Soldaten starben durch behelfsmäßig hergestellte Sprengfallen [IED, improvised explosive device] und unser Kommandeur bat uns, zu überlegen, was wir tun könnten, um zu helfen.« McNutt unterrichtete damals am Air Force Institute of Technology. Gemeinsam mit anderen wollte er den US-Soldaten helfen, die damals gegen die Guerillakriegs-Taktik der Soldaten kämpften, die loyal zu Saddam Hussein standen.

 

»Wir entwickelten eine Idee, wie wir die Bombenleger zu der Stelle zurückverfolgen könnten, woher sie gekommen waren, sodass wir uns den Ursprungsort der Bomben vornehmen könnten«, sagte McNutt. Ein Werbevideo für das Gerät zeigt, dass Anwender tatsächlich Fahrzeuge und Passagiere zu ihrem Ausgangsort zurückverfolgen können.

 

Die Technik erwies sich am Ende als hervorragend geeignet, Sprengfallen-Leger zu ergreifen oder auszuschalten; seit Beginn der Entwicklung hat die US Air Force rund eine Milliarde Dollar für weitere Verbesserungen gezahlt.

 

Natürlich gebe es gewisse Bedenken über die Wahrung der Privatsphäre, räumt McNutt ein, aber allein die Wirtschaftlichkeit des Systems rechtfertige seinen Einsatz über amerikanischen Städten. News.com.au:

»Nach Angaben des National Institute of Justice werden in Dayton, Ohio, 27 000 Straftaten im Jahr gezählt, 70 bis 80 jeden Tag, darunter fast 10 000 schwere Straftaten wie Vergewaltigung, Mord und Überfall. Die Gesamtkosten belaufen sich pro Einwohner auf 3400 US-Dollar jährlich.«

»Wir von PSS sind überzeugt, dass wir dazu beitragen, die Zahl der Straftaten in Dayton um 20 bis 30 Prozent zu senken«, sagte McNutt; das bedeute jährliche Einsparungen in einer Höhe zwischen 96 und 144 Millionen Dollar. Das ist offenbar der Preis für den Vierten Zusatz zur US-Verfassung [der die Bürger vor staatlicher Überwachung schützen soll].

 

»Wir haben ein ganzes Paket von Verfahren und Richtlinien zum Schutz der Privatsphäre der Menschen entwickelt. Darüber hinaus haben wir das System so angelegt, dass es auf ein Pixel pro Person beschränkt ist. Dadurch ist es uns nur schwer möglich, eine Person zu erkennen und zu einem Auto zu verfolgen«, insistierte McNutt. »Wir unterstützen ausschließlich Ermittlungen in gemeldeten Straftaten und laufenden Verfahren.«

 

Das werden Millionen Amerikaner schlicht nicht glauben, angesichts der jüngsten Übergriffe der NSA und dem Bedürfnis der Obama-Regierung, alle Bürger ununterbrochen zu überwachen.

 

 

 

Quellen:

 

news.com.au

naturalnews.com

rt.com

 

 

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (14) zu diesem Artikel

23.07.2015 | 22:43

wersglaubt

@legionär --- für so ein Pseudonym ist deine Ansicht aber reichlich naiv. Oder willst du hier verschleiern ? Die Kommentare, die hier bei Kopp geschrieben werden, würden in China (?) und/oder anderen totalitären Staaten für die Todesstrafe oder "unglückliche, zufällige und unbeabsichtigte Todesfälle" reichen. Die davon betroffenen Menschen sind ganz sicher fast nie Kriminelle !!! Diese Technik ermöglicht es, offenbar sogar besser als normale Satelliten, JEDEN...

@legionär --- für so ein Pseudonym ist deine Ansicht aber reichlich naiv. Oder willst du hier verschleiern ? Die Kommentare, die hier bei Kopp geschrieben werden, würden in China (?) und/oder anderen totalitären Staaten für die Todesstrafe oder "unglückliche, zufällige und unbeabsichtigte Todesfälle" reichen. Die davon betroffenen Menschen sind ganz sicher fast nie Kriminelle !!! Diese Technik ermöglicht es, offenbar sogar besser als normale Satelliten, JEDEN jederzeit erwischen zu können, je nach Gusto eines beliebigen Auftraggebers. Auch das vielfach begrüßte "Freie WLAN", die Elektronik in den (zumindest) neueren Autos (,die bald von Ferne stillgelegt oder automatisch mit Verriegelung an einen beliebigen Ort gefahren werden können), die i-watches, bald die Chips unter der Haut etc. dienen genau diesen Zielen. Und du meinst wirklich "wen interessiert das ?" ??? Damit wird jeder anwendende Staat zum totalitären Staat. Auch wenn ein Großteil der "mündigen" Bürger begeistert den beschönigenden Versprechungen von mehr Komfort zustimmen wird. Dieser Komfort existiert tatsächlich, wie auch bei der aktuell verbreiteten Technik. Aber das ist nur die uns verkaufte Seite. Die ganze Wahrheit und die tatsächlichen Absichten sind damit nicht erklärt.


22.07.2015 | 15:36

WachtamRheinbeiRhöndorf

Fiskalisch inakzeptabel, operativ zu fehleranfällig, forensisch ungenügend, unangemessen totalitär und einfach nur burgerfressend paranoid. Aber ganz sicher demnächst nach dem Gusto der Brüsseler Faschisten.


22.07.2015 | 13:41

Legionär

Das System ist, wenn es sich wirklich auf die Verbrechensbekämpfung beschränkt, gut. Überwacht wird ohnehin alles. Warum also die Kapazitäten nicht auch für Verbrechensaufklärung einsetzen? Es sind doch scheinheilige Argumente, Hauptsache man empört sich und hat was zu sagen. Beispiel: Die Menschen stellen von und über sich alles ins öffentliche Netz, beschweren sich aber scheinbar, wenn ihre Daten bei Analysen zufällig mit über die Bildschirme laufen. Wen interessiert das? Weder...

Das System ist, wenn es sich wirklich auf die Verbrechensbekämpfung beschränkt, gut. Überwacht wird ohnehin alles. Warum also die Kapazitäten nicht auch für Verbrechensaufklärung einsetzen? Es sind doch scheinheilige Argumente, Hauptsache man empört sich und hat was zu sagen. Beispiel: Die Menschen stellen von und über sich alles ins öffentliche Netz, beschweren sich aber scheinbar, wenn ihre Daten bei Analysen zufällig mit über die Bildschirme laufen. Wen interessiert das? Weder denen im Kontrollzentrum noch den Betroffenen selbst. Wir haben die Möglichkeit die Technik der Zukunft zu nutzen und sie sinnvoll einzusetzen. Vorausgesetzt, Verbrechensaufklärung genießt oberste Priorität. Die Behörden haben gar keine Zeit, geschweige denn Nerven, sich mit belanglosen Dingen der Bürger auseinanderzusetzen.


22.07.2015 | 13:26

Kaiser Wilhelm

Besorgt euch den Film "Die Wirklichkeit kommt" ---http://www.diewirklichkeitkommt.de/--- Wenn ihr den gesehen habt, müßtet ihr eigentlich sofort mit Eisensägen losziehen und Masten legen. Das wird aber nicht passieren, da die meisten schon smartfonesüchtig sind und den Wahnsinn in Kauf nehmen oder sie sind sich der Tragweite gar nicht bewußt. Willkommen auf dem Gefängnisplanet.


22.07.2015 | 12:43

Vielleicht

@ Diplom-Physiker Martin Wagner, DIE haben bestimmt Röntgenblick oder ähnliches!! ;-))


22.07.2015 | 12:14

Diplom-Physiker Martin Wagner

Und was ist nachts und bei Bewölkung? Da können sich die Kriminellen doch anpassen! Martin Wagner

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