Wednesday, 28. September 2016
09.04.2014
 
 

Studie der NASA warnt: »Mächtige, komplexe Gesellschaften« sind dem Untergang geweiht

J. D. Heyes

Eine neu veröffentlichte Studie, die teilweise vom Goddard-Raumfahrtzentrum der NASA finanziert wurde, sorgt für Aufsehen. Sie sagt voraus, dass die westliche Zivilisation ähnlich wie das Römische Weltreich untergehen wird, wenn Rohstoffe und Reichtum nicht »gerechter« verteilt werden.

Die Studie warnt vor einem »Kollaps« in den nächsten Jahrzehnten. Um nicht als extrem oder kontrovers zu erscheinen, wird versucht, historische Daten zu deuten, die zeigen, dass »der Prozess von Aufstieg und Zusammenbruch tatsächlich ein wiederkehrender Zyklus ist, der sich in der gesamten Geschichte nachweisen lässt«.

 

Es heißt, schwere Unterbrechungen der Zivilisation durch »jähen Kollaps – der oft Jahrhunderte andauerte – sind eher normal«. Wie die britische Zeitung The Guardian berichtet, beruhten die Ergebnisse des unabhängigen Forschungsprojekts auf einem neuen interdisziplinären Modell, das als »Human And Nature DYnamical« oder »HANDY« [Dynamik Mensch-Natur] bekannt ist.

Das Projekt stand unter der Leitung des Mathematikers Safa Motesharrei vom National Socio-Environmental Synthesis Center, das von der US-Wissenschaftsstiftung unterstützt wird. Beteiligt war außerdem ein Team von Natur- und Gesellschaftswissenschaftlern. Die Studie ist inzwischen von der expertenbegutachteten Zeitschrift Ecological Economics zur Veröffentlichung angenommen worden.

 

Die Forscher stellten fest, dass anhand historischer Berichte sogar die höchstentwickelten, komplexen Zivilisationen kollabieren können – was Fragen darüber aufwirft, wie nachhaltig die moderne Gesellschaft in Wirklichkeit ist:

Der Untergang des Römischen Weltreichs und der ebenfalls hochentwickelten (vielleicht sogar noch höher entwickelten) Han-, Maurya- und Gupta-Reiche und viele hoch entwickelte mesopotamische Imperien geben Zeugnis davon, dass entwickelte, komplexe und kreative Zivilisationen zerbrechlich und nicht von Dauer sein können.

 

»Akkumulierter Mehrwert ungleich verteilt«

 

Bei der Untersuchung der Dynamik der menschlichen Natur in früheren Episoden des gesellschaftlichen Kollapses hätten sie, so die Forscher, die hervorstechenden Faktoren identifiziert, die zur Erklärung des Zusammenbruchs von Zivilisationen beitragen können. Sie erhoffen sich davon, in der Lage zu sein, das heutige Risiko eines Zusammenbruchs identifizieren zu können. Solche Faktoren sind unter anderem Bevölkerung, Klima, Wasser, Landwirtschaft und Energie.

 

Diese Faktoren könnten, so berichtet The Guardian, zum Zusammenbruch einer Gesellschaft führen, wenn mehrere gleichzeitig zweierlei bewirken: »die Erschöpfung von Rohstoffen durch die Belastung auf die ökologische Tragfähigkeit« und »die Spaltung der Gesellschaft in Eliten [reich] und Massen (oder ›Gemeine‹) [arm]«. Diese sozialen Phänomene haben »im Charakter oder im Prozess des Zusammenbruchs eine zentrale Rolle gespielt« und zwar bei jedem Kollaps »der letzten 5000 Jahre«, konstatieren die Forscher.

 

Die gegenwärtige Bildung von Schichten stehe in Verbindung mit dem unmäßig hohen Rohstoffverbrauch, so der Bericht, wobei die »Eliten«, die hauptsächlich in Industrieländern sitzen, für beide Phänomene verantwortlich sind. Der »akkumulierte Mehrwert wird nicht gleichmäßig auf die Gesellschaft verteilt, sondern fällt einer Elite zu. Die Masse der Bevölkerung produziert zwar den Reichtum, erhält aber von den Eliten nur einen geringen Anteil davon zugestanden, in der Regel gerade das Existenzminimum oder etwas mehr«, heißt es in dem Bericht.

 

Darüber hinaus fordert der Bericht alle heraus, die behaupten, die Technik werde diese Ungleichgewichte durch Effizienz aus der Welt schaffen:

Technologische Veränderung kann die Effizienz des Rohstoffeinsatzes erhöhen, steigert aber in der Regel auch den Pro-Kopf-Rohstoffverbrauch und das Ausmaß des Rohstoffabbaus, sodass der höhere Verbrauch oftmals die gestiegene Effizienz des Rohstoffgebrauchs wieder ausgleicht, wenn die Politik nicht einschreitet.

 

Eine Geschichte von zwei Modellen

 

Laut Studie kam die gesteigerte landwirtschaftliche und industrielle Produktivität der letzten zwei Jahrhunderte aus »erhöhtem (statt vermindertem) Rohstoff-Durchsatz«, obwohl gleichzeitig enorme Fortschritte bei der Effizienz erzielt wurden. Unter Anwendung verschiedener Szenarien kamen Motesharrei und sein Team zu der Schlussfolgerung, unter Bedingungen, die »der Realität der heutigen Welt nahekommen …, finden wir, dass ein Zusammenbruch nur schwer zu vermeiden ist«.

 

Nach dem ersten dieser Szenarien habe sich die Zivilisation »scheinbar längere Zeit auf einem nachhaltigen Weg befunden. Aber selbst wenn wir von einer niedrigeren Ressourcenerschöpfung einer kleineren Elite ausgehen, werden die Eliten am Ende zu viel konsumieren. Das führt zu einer Hungersnot unter den Massen und letztendlich zum Kollaps der Gesellschaft«, heißt es in der Studie. »Es ist wichtig, zu betonen, dass dieser Kollaps vom Typ-L nicht Folge eines Kollapses der Natur ist, sondern einer durch Ungleichheit induzierten Hungersnot, die Arbeitskräfte dahinrafft.«

 

Im zweiten Szenario wird ein Modell der Rohstoffausbeutung entwickelt, es führt zu der Erkenntnis: »Mit einer höheren Abbaurate verläuft der Untergang der Massen schneller, während es den Eliten zunächst noch gut geht. Am Ende kommt es zum völligen Kollaps der Massen, gefolgt von den Eliten.«

 

 

Quellen:

 

NationalJournal.com

TheGuardian.com

Cnet.com

 

 

 

 

 


 

 

 

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