Sunday, 25. September 2016
24.02.2016
 
 

Zentralbanken behaupten, Bargeldverbot richte sich gegen Kriminelle

J. D. Heyes

Weltweit drängen die Zentralbanken immer stärker auf die Abschaffung des Bargeldes. Aber eine Tatsache, die man nicht beiseite wischen kann, straft sie Lügen: Während sie einerseits eine bargeldlose Gesellschaft befürworten, weil dies angeblich Straftaten wie Raub und Diebstahl verhindere und Verbrechern das Leben schwermache, praktizieren dieselben Zentralbanker eine »lockere Geldpolitik«, die im absurden Ausmaß massiv Liquidität erzeugt.

 

Auf der Internetseite Sovereign Man schrieb Simon Black in der vergangenen Woche, der Druck in Richtung einer bargeldlosen Gesellschaft nehme nicht nur zu, sondern sei darüber hinaus aus zahlreichen Gründen sehr beunruhigend.

Der offensichtlichste Grund hängt damit zusammen, dass die Abschaffung des Bargeldes den Zentralbanken und Regierungen ein hohes Maß an Kontrolle und Überwachung ihrer Bürger in die Hand gäbe. Ein weiterer Grund besagt, dass das Vermögen einer Person im Falle eines Zusammenbruchs der Gesellschaft oder eines Cyberangriffs auf das globale Finanzsystem mit einigen wenigen Eingaben am Computer ausgelöscht werden könnte.

In seinem Artikel schrieb Black weiter:

»Die Kampagne zur ›Abschaffung des Bargeldes‹ und insbesondere von Banknoten mit einem hohen Nennwert wie dem 500-Euro-Schein oder dem 100-Dollar-Schein gewinnt erheblich an Fahrt.

Am Montag erklärte der Präsident der Europäischen Zentralbank mit Nachdruck, er erwäge ernsthaft die Abschaffung des 500-Euro-Scheins.

Der frühere amerikanische Finanzminister Larry Summers forderte in einem Gastkommentar für die Washington Post die Abschaffung des 100-Dollar-Scheins.

Bekannte Ökonomen und Banken haben sich in den vergangenen Monaten diesem Chor angeschlossen und fordern einhellig eine Abschaffung des Bargeldes. Die angeführten Gründe sind praktisch immer die gleichen: Bargeld nütze nur Kriminellen, Terroristen und Steuerhinterziehern.«

 

»Skurril«

 

In seinem Gastkommentar verweist Summers auf jüngste Forschungsergebnisse eines Arbeitspapiers des Mossavar-Rahmani Center der Harvard Kennedy School mit dem Titel »Making it Harder for the Bad Guys: The Case for Eliminating High Denomination Notes« (»Den Bösen das Leben schwerer machen: Argumente für die Abschaffung von Banknoten mit hohem Nennwert«), das laut Black in allgemeiner Form die vorherrschende Auffassung der Zentralbanken zusammenfasst. Unter anderem fordert die Studie die Abschaffung des 500-Euro-Scheins und des 100-Dollar-Scheins.

 

Die Autoren des Arbeitspapieres erklären, wenn »denjenigen, die Straftaten begehen – den ›Bösen‹ aus unserem Titel –, keine Banknoten mit einem hohen Nennwert mehr zur Verfügung stehen, steigen ihre Kosten und die Gefahr, entdeckt zu werden«. Die Abschaffung von Banknoten mit einem hohen Nennwert würde »das Geschäftsmodell« dieser Leute »stören«, heißt es weiter.

 

Diese Schlussfolgerung findet Black »skurril«: »Ich kann mir nur einen Haufen Bürokraten und Politik-Insider vorstellen, die in einem Raum zusammensitzen und glauben, alles über kriminelle Machenschaften zu wissen« – ein zutreffendes Bild; es hört sich in der Tat etwas unglaubwürdig an, dass Wissenschaftler annehmen könnten, viel über die Anpassungsfähigkeit krimineller Geschäfte zu wissen.

 

In Wirklichkeit gibt es Verbrechen, wie Black zu Recht anmerkt, seit dem ersten Auftreten des Menschen, und zwar schon lange bevor die Menschen begannen, mit Geld für Güter und Dienstleistungen zu bezahlen. Auch wenn es tatsächlich irgendwann zu einer Abschaffung des Bargeldes käme, würden weiterhin Verbrechen stattfinden.

 

»Vielleicht noch komischer ist aber, dass viele dieser bankrotten Regierungen so verzweifelt darauf aus sind, Wirtschaftswachstum vorzuweisen, dass sie nun auch den illegalen Drogenhandel und Prostitution in die Berechnung ihres Bruttoinlandsprodukts aufnehmen. Beide ›Dienstleistungen‹ werden in der Regel bar bezahlt«, schreibt Black weiter. »Ironischerweise werden diese Regierungen mit ihrem Bargeldverbot letztlich ihre eigenen BIP-Zahlen nach unten drücken.«

 

Kontrolle und Überwachung stehen im Vordergrund

 

Aber steckt in Wirklichkeit nicht noch etwas ganz anderes hinter den massiven Bestrebungen, Bargeld abzuschaffen? Warum dieser Druck, etwas abzuschaffen, das von nur einer sehr kleinen Minderheit von Menschen zu Straftaten benutzt wird?

 

Man gewinne den Eindruck, Bargeld sei sozusagen »die Achilles-Ferse des Finanzsystems«, schreibt Black, dessen Unternehmen Menschen dabei berät, ein von vorherrschenden gesellschaftlichen Einschränkungen – wie etwa Armut oder Mobilitätseinschränkungen – freies Leben zu führen.

 

Er verweist darauf, dass es den Zentralbanken weltweit gelungen ist, seit nunmehr fast acht Jahren die Zinsen bei oder nahe null zu halten – ein beispielloser Vorgang. Aber diese Politik des lockeren Geldes hat nur dazu geführt, dass gigantische Finanzblasen entstanden und es zu einer extremen Verschuldung kam. Aber das Schlimmste steht uns wohl noch bevor.

 

 

 

 

 

 

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