Thursday, 29. September 2016
09.02.2012
 
 

Aus für die Privatsphäre – England will Medikamente mit Mikrochips versehen

JB Bardot

Unter dem Vorwand, Patienten an die verordnete Einnahme ihrer Medikamente erinnern zu wollen, werden in Großbritannien bis Ende 2012 Medikamente mit einem neuen Mikrochip namens Helius oder Raisin Personal Monitor ausgestattet. Der Chip wurde von der kalifornischen Firma Proteus Biomedical entwickelt. Anscheinend trauen es die Mächtigen den britischen Bürgern nicht zu, ihre Medizin ohne Überwachung einzunehmen. Durch die zusätzliche Helius-»Smart Pill« wird den Menschen das Recht genommen, selbst darüber zu bestimmen, auf welche Weise sie für ihre Gesundheit sorgen. Und wozu wird diese »neue« medizinische Technik wohl sonst noch eingesetzt werden?

Proteus Biomedical betont zwar, das Recht auf Wahrung der Privatsphäre bleibe geachtet, doch immerhin können die auf dem Chip gespeicherten Informationen per Handy und über das Internet übertragen werden. Es heißt, der Helius-Chip werde den Menschen bei der persönlichen Gesundheitsfürsorge beistehen, indem er daran erinnere, verordnete Medikamente einzunehmen und damit Pflegekräfte und entfernt lebende Familienmitglieder entlaste, die sich vielleicht nicht täglich um ihre Angehörigen kümmern können. Werde ein Medikament, auf dem der Helius-Chip angebracht ist, geschluckt, aktiviere dieser ein Hochfrequenzsignal im Körper des Patienten, das

von einem Gerät im oder am Körper erfasst werde, erklärt ein Vertreter von Proteus Biomedical. Der Betreffende trägt dann einen kleinen Monitor, ähnlich einem Heftpflaster, der das von dem Medikament ausgesendete Signal auffängt und Zeit sowie Art des Medikaments speichert. Der Monitor – eleganter bezeichnet als Gesundheitsbegleiter – kann auch andere wichtige vitale Signale erfassen, wie etwa Herzschlag, Atmung, Körperhaltung, Temperatur, Schlafmuster … und wer weiß, was sonst noch alles. Die Daten werden danach angeblich verschlüsselt und über das Handy des Patienten ins Internet hochgeladen. Patienten haben die Möglichkeit, die Daten an Familienmitglieder, Ärzte und andere weiterzuleiten. Wie sicher und geschützt die Daten sein werden, muss sich erst noch erweisen.

 

In Zusammenarbeit mit dem Hersteller Proteus untersucht der Pharmakonzern Novartis zurzeit weitere Anwendungsmöglichkeiten für Helius. So könnten etwa Daten über verschiedene Krankheiten und mögliche Änderungen des Lebensstils erfasst werden, beispielsweise Diabetes, Tuberkulose oder transplantierte Organe. Auch das Herz und der Geisteszustand ließen sich überwachen. Die Vorstellung, was mit diesen Daten angestellt werden kann, ist beängstigend, insbesondere für Menschen mit seelischen Erkrankungen. Überlegen Sie nur, was es bedeutet, überwacht und zur regelmäßigen Einnahme verheerender Psychotropika veranlasst zu werden, wenn Sie an Depression oder bipolarer Störung leiden.

 

Gesundheitliche Risiken

Da die Chips die Bluetooth-Technik verwenden, die mit der Entwicklung bösartiger Hirntumoren in Verbindung gebracht wird, können sie ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellen. Wird Helius geschluckt, kann er den gesamten Körper durch Bluetooth gefährden. Der einzige Ausweg besteht darin, die Medikamente nicht einzunehmen. Studien über die Sicherheit von Helius stehen genauso wenig zur Verfügung wie Angaben über die Einzelteile des Geräts.

 

Zulassung durch die FDA

Die FDA hat trotz der möglichen Risiken durch die Bluetoothtechnik die Marktzulassung für dieses invasive Produkt ohne eine Sicherheitsprüfung erteilt. In dem Zulassungsbescheid an Proteus Biomedical heißt es, es entspreche im Wesentlichen den Anforderungen an solche Geräte, die in einem US-Gesetz von 1976 formuliert seien, oder es entspreche den Bestimmungen für Geräte, die laut einem weiteren Gesetz keiner gesonderten Zulassung bedürften. Den gesamten Text des Bescheids können Sie (in englischer Sprache) hier nachlesen.

Die möglichen gesundheitlichen Risiken und Auswirkungen bezüglich des Verlusts der Privatsphäre sind beängstigend. Individuelle Rechte werden – wieder einmal – behandelt, als gäbe es sie gar nicht. Gewinner sind Big Pharma und staatliche Interessen.

 

__________

Quellen für diesen Beitrag waren unter anderem:

 

 


 

 

Interesse an mehr Hintergrundinformationen?

 

Werfen Sie einen Blick hinter die Kulissen der Macht – und erfahren Sie, was die Massenmedien Ihnen verschweigen!

 

Lesen Sie weitere brisante Informationen im neuen KOPP Exklusiv. KOPP Exklusiv wird grundsätzlich nicht an die Presse verschickt und dient ausschließlich zu Ihrer persönlichen Information. Jede Ausgabe ist gründlich recherchiert, im Klartext geschrieben und setzt Maßstäbe für einen kritischen Informationsdienst, der nur unter ausgewählten Lesern zirkuliert und nur im Abonnement zu beziehen ist.

 

In der aktuellen Ausgabe finden sie unabhängige Hintergrundinformationen unter anderem zu folgenden Themen:

  • SOS Finanzamt: Wie Bürger zu »gläsernen Melkkühen« werden
  • Vorsicht: Deutsche Auslandsrentner im Visier des Fiskus
  • GEZ künftig als Orwellsche Kontrollbehörde
  • Sonnenenergie: Zeitbomben auf Hausdächern

 

 

Das alles und viele weitere Kurzberichte im neuen KOPP Exklusiv, fordern Sie noch heute Ihr Probeabonnement an!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Neue Weltordnung: RFID-Chips können »Staatsfeinde« töten

Ethan A. Huff

Der implantierbare RFID-Chip [eine elektronische Kennung, dessen Name vom englischen radio frequency identification hergeleitet ist], der als ultimatives Instrument zur Verhinderung von Identitäts-Klau, zum Aufspüren verlorener Geldbörsen und Brieftaschen sowie vielfältiger weiterer Nutzung angepriesen wird, findet immer breitere Verwendung. Wie  mehr …

Wissenschaftler machen sich für die Einführung von RFID-Chips in Nahrungsmitteln stark

Ethan A. Huff

Er überwacht ihre Kalorienaufnahme, zeigt, woher ihr Essen stammt, und warnt Sie vielleicht sogar, wenn die Lebensmittel in ihrem Kühlschrank zu verderben beginnen – so lauten die verlockenden Versprechungen der Entwickler eines neuen Systems, bei dem essbare Radiofrequenz-Identifikations-Chips (RFID) direkt in Lebensmittel eingebracht werden  mehr …

Der Schnüffel-Chip: Wie man den Bürger davon überzeugen will, freiwillig »gläsern« zu werden

Susanne Hamann

Nachdem der »Infochip« im Jahre 2007 als Krebserreger in Verruf geraten ist, hat man ihn kurzer Hand umbenannt. Anstatt »VeriMed« zur Identifikation von Kontodaten, bekommen wir nun den »Health Link Chip« untergeschoben. Natürlich nur, damit der Patient auch rechtzeitig seine Pillen nimmt und seine Krankengeschichte auch noch im Koma abrufbar ist.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Meiden Sie Antibiotika – es gibt Alternativen

Randall Neustaedter

Es gibt Fälle, in denen der Einsatz von Antibiotika notwendig, manchmal sogar lebensrettend ist. Beispielsweise bei schweren Infektionen von Nervensystem, Nieren, Blut oder Lunge. Bei ganz normalen Atemwegs- oder Ohrinfektionen sind sie jedoch nicht erforderlich. Denn die werden zumeist ohnehin durch Viren hervorgerufen, gegen die Antibiotika  mehr …

Medizinische Fachzeitschrift: Zweifel an Wissenschaftlichkeit und Ethik der HPV-Impfung

Rosemary Mathis, Vizepräsidentin von Victim Support und SANE Vax Inc.

Am 12. Januar 2012 veröffentlichte die Zeitschrift Annals of Medicine einen aufsehenerregenden expertenbegutachteten Aufsatz zum Thema »Strategie der HPV- (humane Papillomaviren) Impfung und evidenzbasierte Medizin: Besteht ein Widerspruch?«. Die Verfasser sind die bekannten Forscher Dr. Lucija Timlijenovic und Dr. Christopher Shaw von der  mehr …

Neue Weltordnung: RFID-Chips können »Staatsfeinde« töten

Ethan A. Huff

Der implantierbare RFID-Chip [eine elektronische Kennung, dessen Name vom englischen radio frequency identification hergeleitet ist], der als ultimatives Instrument zur Verhinderung von Identitäts-Klau, zum Aufspüren verlorener Geldbörsen und Brieftaschen sowie vielfältiger weiterer Nutzung angepriesen wird, findet immer breitere Verwendung. Wie  mehr …

Erstes EU-Land verbietet Sozialleistungen für Besitzer von Edelmetallen

Udo Ulfkotte

Während die Chinesen emsig die Goldvorräte der Welt aufkaufen, werden in der Europäischen Schuldschein-Union bei den Eigentümern von Edelmetallen nun in einem ersten Land die Daumenschrauben bei jenen angezogen, die für den Crash vorgesorgt haben. Wer mehr als 100 Gramm edelmetallhaltigen Schmuck hat, der bekommt keine staatlichen  mehr …

Beweis: Krebsindustrie will keine Heilung

PF Louis

An der University of Alberta in Edmonton, Kanada, wurde eine sichere und wirksame Heilmethode gegen Krebs entdeckt mit einem Medikament, das zuvor gegen seltene Stoffwechselstörungen angewendet wurde. Doch die Pharmaindustrie zeigt kein Interesse an weiterer Forschung über die Substanz Dichloracetat (DCA), über die bereits 2007 berichtet wurde.  mehr …
Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Werbung

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.