Saturday, 28. May 2016
15.10.2011
 
 

»Monsanto« vergiftete die Bevölkerung heimlich mit seinem Unkrautvernichter »Roundup«

Jeffrey M. Smith

Dr. Andreas Carrasco saß in seinem von innen verschlossenen Fahrzeug und musste eingeschüchtert miterleben, wie eine johlende Menge zwei Stunden lang auf seinen Wagen einschlug und ihn beschimpfte. Seine Freunde, die es nicht mehr bis in das Fahrzeug geschafft hatten, hatten nicht so viel Glück. Einer von ihnen war am Ende wie gelähmt, ein anderer ohnmächtig. Die wütende Menge von etwa 100 Menschen war wahrscheinlich von einem örtlichen Reisbauern aufgehetzt worden, der über das, was Dr. Carrasco an diesem Tag vorhatte, verärgert war. Was hatte Carrasco denn so Schlimmes verbrochen? Er wollte die Menschen darüber aufklären, dass das Herbizid Roundup des BioTech-Konzerns Monsanto Schädigungen bei ungeborenen Tieren und wahrscheinlich auch Menschen hervorruft.

Carrasco gehört zu den führenden Embryologen der Medizinischen Hochschule der Universität der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires und ist Mitglied des Nationalen Forschungsrates seines

Landes. Er hatte von den erschreckenden Berichten über Bauern gehört, die in der Nähe der landwirtschaftlichen Großflächen leben, auf denen Glyphosat-tolerante Sojabohnen angepflanzt werden [Glyphosat ist der zentrale Wirkstoff des Breitbandherbizids Roundup.]. Diese Pflanzen wurden gentechnisch so verändert, dass sie auch die zumeist hohen Dosierungen des berüchtigten Monsato-Unkrautvernichters überstehen. Die bereits nach kurzer Zeit auftretenden Folgen der Versprühaktionen waren nicht zu übersehen: Hautausschläge, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und sogar ein Todesfall. Der erst elfjährige Paraguayer Silvino Talavera, der im Jahr 2003 mit seinem Fahrrad in eine Sprühwolke des Herbizids geraten war, starb an den Folgen dieser Vergiftung. Aber Carrasco registrierte auch einen Anstieg der vorgeburtlichen Schädigungen, der Krebserkrankungen und anderer gesundheitlicher Störungen, die nun die Bauern und ihre Familien heimsuchten, die mit Roundup in Kontakt gekommen waren. Er beschloss daher, dieser Angelegenheit im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie nachzugehen.

 

Monsanto vertuscht seit 30 Jahren Geburtsschäden

Carrasco injizierte winzige Mengen von Roundup in Hühner- und Froschembryos, und wie nicht anders zu erwarten war, traten die gleichen Geburtsschäden auf, von denen auch die Bauernfamilien im Zusammenhang mit ihren Kindern betroffen waren. Ein Bericht der Provinzregierung von Charkow, der kurz darauf veröffentlicht wurde, bestätigte, dass bei Personen, die in der Nähe von Soja- und Reisfeldern leben, die mit Roundup und anderen Chemikalien behandelt worden waren, tatsächlich eine höhere Zahl von Geburtsfehlern auftritt – zwischen 2002 und 2009 kam es zu einem Anstieg um fast das Vierfache. (Die Zahl der Krebserkrankungen bei Kindern verdreifachte sich im gleichen Zeitraum.)

Die Aufsichtsbehörden hatten bereits vor Jahren Roundup mit der Behauptung zugelassen, dass es keine derartigen Probleme aufweise. Aber nach der Veröffentlichung der Ergebnisse Carrascos verschoben europäische Behörden den Termin für eine erneute offizielle Überprüfung Roundups, die eigentlich 2012 fällig gewesen wäre, in aller Stille auf das Jahr 2015. Und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Nahrungsmittelsicherheit (BVL), das zu einer Stellungnahme zu den Ergebnissen aufgefordert worden war, erklärte lapidar, der argentinische Wissenschaftler müsse sich geirrt haben. Frühere Studien, die unter anderem von den Herstellern von Roundup und anderen Herbiziden durchgeführt worden waren (darunter eben auch Monsanto selbst) hätten bereits ergeben, dass Roundup keine Geburtsfehler hervorrufe.

Nun aber veröffentlichte eine Gruppe internationaler Wissenschaftler einen Bericht, in dem die massiven Vertuschungsoperationen zu diesem Komplex, die bis in die 1980er-Jahre zurückreichen, detailliert dargelegt wurden. Dieselben Industriestudien, auf die das deutsche Verbraucherschutzministerium verwiesen hatte, zeigen eigentlich das genaue Gegenteil dessen, was in der Stellungnahme behauptet wurde. Roundup führt zu einem Anstieg der Geburtsschäden. Die europäischen Behörden benutzten wissenschaftliche Taschenspielertricks, um den statistisch deutlichen Anstieg von Geburtsschäden unter den Tisch fallen zu lassen, und viele andere Aufsichtsbehörden weltweit folgten diesem unrühmlichen Beispiel. Monsanto stützte sich die ganze Zeit auf diese irreführenden Erklärungen zur angeblichen Unbedenklichkeit und bestritt immer wieder, dass Roundup für Geburtsschäden verantwortlich sei.

 

Monsato ist dabei, die Bevölkerung ständig heimlich zu vergiften

Die Vertuschung der giftigen Nebenwirkungen seiner Produkte ist für Monsanto nicht neu. Sie sind Experten darin. Im Jahr 2003 bezahlte das Unternehmen 700 Millionen Dollar im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung. In dem Verfahren ging es um die heimliche Vergiftung der Bevölkerung, die in der Nähe der Monsanto-Fabrik zur PCB-Herstellung  [PCB, polychlorierte Diphenyle, gehören zu den chronisch toxischen organischen Stoffen] in Anniston im amerikanischen Bundesstaat Alabama lebten. Aus den Gerichtsakten tritt die Arroganz der Monsanto-Manager offen zutage, als sie mit den schädigenden Folgen ihrer Produkte konfrontiert wurden: »Wir können es uns nicht leisten, auch nur einen Dollar an Umsatz zu verlieren«, heißt es in einem geheimen Memorandum des Konzerns.

Der Öffentlichkeit zugespielte Dokumente enthüllen darüber hinaus, dass Wissenschaftler der amerikanischen Umweltschutzbehörde EPA Monsanto vorgeworfen hatten, die extrem giftigen Folgen von Agent Orange kriminellerweise vertuscht zu haben. Auf diese Weise sei verhindert worden, dass Veteranen des Vietnamkriegs angemessen für Krebs, Geburtsschäden bei ihren Kindern und andere Folgeschäden entschädigt worden seien. [Das Entlaubungsmittel Agent Orange wurde von den USA während des Vietnamkriegs großflächig eingesetzt.]

Als Carrasco seine Ergebnisse zum ersten Mal veröffentlichte, erhielt er die üblichen Reaktionen. Seine Ergebnisse wurden zurückgewiesen, und er wurde von Biotechnologie-Befürwortern in den Medien scharf angegriffen. In seinem Büro tauchten sogar vier sehr aggressive Personen auf und stellten ihn zur Rede, aber er wurde nicht direkt physisch angegriffen. Das geschah erst, als er am 7. August 2010 versuchte, in der argentinischen landwirtschaftlich geprägten Kleinstadt La Leonesa seine Ergebnisse in einem Vortrag zu erläutern. Das war ungewöhnlich.

 

Weltweites Vorgehen gegen Kritiker

Als Dr. Irina Ermakova ihr Büro betrat, war die Botschaft der verkohlten Reste ihrer Unterlagen auf ihren Schreibtisch eindeutig – es war ein weiterer Versuch, sie einzuschüchtern oder zu bestrafen. Schon zuvor waren Proben aus ihrem Labor gestohlen worden, und immer wieder war sie verbalen Angriffen durch Biotechnologie-Befürworter ausgesetzt. Was hatte sie verbrochen? Sie hatte gentechnisch veränderte Sojabohnen (GV-Soja) an Ratten verfüttert, und die Ergebnisse ihrer Untersuchung veröffentlicht.

Ihre Ergebnisse waren sicherlich nicht von der Art, die die Verkäufer der gentechnisch modifizierten Sojabohnen hören wollten. Nachdem die weiblichen Ratten die genetisch veränderten Sojabohnen gefressen hatten, starben mehr als die Hälfte ihrer Jungen innerhalb von drei Wochen nach der Geburt. Die Jungen waren deutlich kleiner und nicht zur Fortpflanzung in der Lage, wie ein späteres Experiment zeigte. Bei den Ratten, die kein gentechnisch verändertes Soja erhalten hatten, starben in den folgenden Generationen nur zehn Prozent der Jungtiere. Auch bei der Fortpflanzung traten in der Kontrollgruppe keine Probleme auf.

 

Fachmagazin greift Ermakova hinterhältig an

Nachdem Ermakova ihre von ihr selbst als »vorläufig« bezeichneten Ergebnisse auf einer Konferenz im Oktober 2005 vorgestellt hatte, kam das »Schadensbegrenzungsteam« der BioTech-Industrie erst so richtig in Fahrt. Im Zentrum der koordinierten Angriffe standen das »Fachmagazin« Nature Biotechnology sowie vier Biotechnologie-Befürworter. Ermakova zufolge rief der Herausgeber des Magazins an und erklärte ihr, er plane die Veröffentlichung einer Beschreibung ihrer Untersuchung in Form eines Essays. Er bat sie dann, ihm am Telefon eine kurze Zusammenfassung ihrer Forschungen zu geben. Sie könne dies aber auch, wenn es ihr lieber wäre, schriftlich tun. Ermakova ist eine hochrangige Wissenschaftlerin und Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften. Diese Aufforderung überraschte sie, und sie schlug vor, ihre Ergebnisse vor der Veröffentlichung erst dem üblichen Verfahren einer Überprüfung durch Fachkollegen zu unterziehen. Aber der Herausgeber beharrte auf einer Zusammenfassung. Sie schickte ihm das Gewünschte zu und erhielt später einen Vorabdruck des Artikels, der als Verfasserin ihren Namen trug.

Aber dabei handelte es sich um einen manipulierten Beleg. Wirklich veröffentlicht wurde etwas ganz anderes. Statt eines ausführlicheren Artikels fügte das Magazin praktisch hinter jedem Abschnitt beißende Kritik der vier BioTech-Befürworter ein. Viele der Zitate Ermakovas waren gestrichen und durch solche ersetzt worden, die ihre vier Kontrahenten ausgesucht hatten, um so ihre Argumente zu entkräften. Die vier BioTech-Befürworter – Bruce Chassy, Vivian Moses, Val Giddings und Allan McHughen – verhielten sich wie ein akademischer Lynchmob. Sie räumten zwar alle ein, dass sie persönlich über keine Erfahrung mit dem Forschungsbereich, den sie so verurteilten, und seinen Methoden verfügten, aber das hielt sie nicht davon ab, der russischen Wissenschaftlerin alle nur denkbaren Vorhaltungen zu machen.

Das Ziel dieser Angriffe war offensichtlich. Man wollte der BioTech-Industrie einen Vorwand liefern, behaupten zu können, diese Untersuchung, die eine hohe Todesrate aufzeigte, sei offiziell kritisiert und widerlegt worden. Zugleich stellte das Ganze eine deutliche Warnung dar: Wenn jemand es wagen sollte, Ermakova zu verteidigen (oder ähnliche Forschungen zu betreiben), würde man rücksichtslos auch gegen diese Person vorgehen.

Das Problem war nur, dass fast die ganze Kritik völlig substanzlos war. Mehr als drei Viertel der Argumente bezogen sich darauf, dass sie angeblich keine ausreichenden Beweise für ihre These vorgelegt habe. Aber wie man sich erinnert, hatte man sie aufgefordert, lediglich eine Zusammenfassung zu schreiben. Ihr Angebot an den Herausgeber, alle Einzelheiten vorzulegen, wurde abgelehnt. Sie war schlicht und einfach in eine Falle gelockt worden. Als in der Öffentlichkeit Details über dieses hinterhältige Vorgehen bekannt wurden, warfen unabhängige Wissenschaftler Nature Biotechnology einen unethischen »vorsätzlichen Angriff« vor. Und zumindest eine Person forderte den Herausgeber zum Rücktritt auf.

Aber dazu kam es nicht. Stattdessen wurde der internationale Druck auf Ermakova so stark, dass ihr Chef ihr weitere Forschungen zu gentechnisch veränderten Pflanzen untersagte. Einer ihrer Kollegen versuchte sie zu trösten, indem er erklärte, vielleicht könnte ja gentechnisch modifizierte Soja zur Lösung des Problems der menschlichen Überbevölkerung beitragen. (Was sie keineswegs tröstete).

 

Die Wirklichkeit bestätigt die Forschungsergebnisse: gentechnisch veränderte Soja führt zu höherer Sterblichkeit bei Rattennachwuchs

Ein ernstzunehmender Kritikpunkt an den Forschungsergebnisse Ermakovas bezog sich darauf, dass sie das Futter nicht biochemisch untersucht hatte. Aber ohne eine solche Untersuchung könnte man einwenden, dass möglicherweise ein ganz anderer Giftstoff in dem Sojafutter für die erstaunlich hohe Todeszahl und das geringere Wachstum in ihrem Experiment verantwortlich sei. Aber die weiteren Ereignisse in ihrem Labor weisen auf etwas anderes.

Nachdem Ermakova ihre Tests noch dreimal mit jeweils ähnlichen Ergebnissen wiederholt hatte, stellte der Futtermittellieferant die Zusammensetzung seines Futter um und setzte ihm gentechnisch veränderte Sojabohnen zu. Da nunmehr alle Ratten das gentechnisch veränderte Futter erhielten, konnte Ermakova ihre Experimente nicht weiter fortsetzen, da sie nun keine Kotrollgruppe mehr hatte. Als sie nach zwei Monaten ihre Kollegen im Labor fragte, wie sich die Sterberate im Zusammenhang mit den Rattenexperimenten entwickelt habe, stellte sich heraus, dass 99 von 179 ( = 55,3 Prozent) der Rattenjungen, an deren Eltern Rattenfutter mit gentechnisch veränderter Soja verfüttert worden war, innerhalb der ersten 20 Tage verstorben waren. Daher kann man sagen, was immer auch die hohe Sterblichkeitsrate ausgelöst hat, war nicht auf die Marge des gentechnisch veränderten Mehls beschränkt, die in ihren Experimenten verfüttert worden war. Sowohl Ermakovas Untersuchung wie auch die im Folgenden beobachtete und bei allen weiteren Experimenten auftretende Mortalitätsrate wurde im russischen Fachmagazin Ecosinform, natürlich nach einer fachlichen Begutachtung, veröffentlicht.

 

Erschreckende Schädigungen der Fortpflanzung

Auch andere Untersuchungen zu Roundup-toleranten Sojabohnen verweisen auf beängstigende Probleme bei der Fortpflanzung. Ermakova konnte zeigen, dass die Hoden bei Ratten, die mit GV-Soja gefüttert worden waren, ihre Farbe von gewöhnlichem Rosa zu Blau änderten (dieses Ergebnis wurde bisher noch nicht veröffentlicht). Von Experten begutachtete Forschungen aus Italien verweisen auf Veränderungen etwa bei jungen Spermazellen in den Hoden von Mäusen. Eine brasilianische Forschergruppe stellte Veränderungen der Gebärmutter und der Eierstöcke weiblicher Ratten fest. Die DNS von Mäuseembryos funktioniert bei Mäusen, deren Eltern mit GV-Soja gefüttert wurden, anders als bei Tieren, deren Eltern keine GV-Soja erhielten. Und als man Hamster zwei Jahre lang mit GV-Soja fütterte, ging ab der dritten Generation die Fortpflanzungsfähigkeit bei den meisten Tieren verloren. Die Jungtiere wuchsen langsamer, und die Sterblichkeit der Jungtiere lag drei- bis fünfmal höher als bei der Kontrollgruppe, an die keine GV-Soja verfüttert worden war. Bei vielen Tieren trat zudem ungewöhnlicher Haarwuchs im Maul auf.

Als die österreichische Regierung Roundup-resistenten Mais untersuchte (der zudem gentechnisch noch soweit verändert war, dass er ein Insektizid produzierte), wiesen Mäuse weniger und kleineren Nachwuchs auf.

Es ist nicht feststellbar, ob die Schäden bei der Fortpflanzung auf die gentechnischen Veränderungen in den Pflanzen, die hohen Rückstände an Roundup in der GV-Soja oder dem GV-Mais oder auf noch ganz andere Ursachen zurückzuführen sind. Die Amerikanische Akademie für Ökologie (AAES) und auch andere medizinische Organisationen hielten diese Forschungsergebnisse für so überzeugend, dass sie eine entsprechende Warnung herausgaben, ohne die Ergebnisse weiterer Tierversuche abzuwarten. Sie forderten alle Ärzte auf, allen ihren Patienten eine GVO-freie Ernährungsweise anzuraten.

 

Unkrautvernichter Roundup selbst in der Luft

Ein Verzicht auf Roundup-tolerante Soja und -resistenten Mais bei unserer Ernährung wird sicherlich die von uns aufgenommene Menge an Roundup verringern. Aber eine vor Kurzem veröffentlichte Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es praktisch unmöglich ist, die Aufnahme von Roundup grundsätzlich zu verhindern. Im mittleren Westen der USA wurde Roundup in der Wachstumsperiode in 60 bis 100 Prozent der gesammelten Luft- und Regenwasserproben, aber auch in Gewässern nachgewiesen.

Roundup ist in den USA praktisch allgegenwärtig. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass dort auf mehr als 405.000 Quadratkilometern Roundup-tolerante Feldfrüchte angebaut werden. Wenn die Landwirte Roundup einsetzen, passen sich die Unkräuter an und werden zunehmend ebenfalls gegen das Herbizid resistent, sodass die Landwirte die ausgebrachte Menge erhöhen müssen. In den ersten 13 Jahren nach Einführung Roundup-toleranter Feldfrüchte mussten bereits zusätzliche 173.000 Tonnen des Herbizids versprüht werden. Da nun auch immer mehr »Superunkräuter« entstehen, gegen die Roundup praktisch machtlos ist (sie treten bereits auf 45.000 Quadratkilometern Ackerfläche auf), steigt der Einsatz von Roundup dramatisch weiter an.

 

Die »Lösung« des US-Landwirtschaftsministeriums: noch mehr Roundup

Das amerikanische Landwirtschaftsministerium hat eine überzeugende Lösung für dieses sich immer weiter verschärfende Problem gefunden: Einfach noch mehr Roundup auf die Felder. Im Januar 2011 erteilte es einer weiteren Roundup-toleranten Feldfrucht, der Luzerne, die Zulassung. Die Luzerne (auch unter der Bezeichnung Ewiger Klee bekannt) wird weit verbreitet in der Tiernahrung eingesetzt. Bisher wurden in der Regel nur sieben Prozent der insgesamt mehr als 81.000 Quadratkilometer großen Anbaufläche überhaupt mit Unkrautvertilgern besprüht. Aber das dürfte sich jetzt ändern, da die gegen Roundup resistente Luzerne nun auch bald auf einen Heufeld in Ihrer Nähe wachsen und mit Roundup getränkt werden wird.

Aber dabei bleibt es nicht. Am 1. Juli teilte das Landwirtschaftsministerium dem Unternehmen Scotts Miracle-Gro mit, es könne das Roundup-tolerante »Kentucky Bluegrass«, ein Wiesenrispengras mit blaugrünen Blättern, nun ohne jegliche Kontrolle seitens der Regierung auf Rasenflächen, Golfplätzen und Fußballfeldern in den gesamten USA aussäen.

Jetzt, wo wir Roundup in unserer Nahrung, der Tiernahrung, der Luft, im Regenwasser und in den Gewässern finden, wird es wohl bald auch dort in hohen Dosen versprüht werden, wo unsere Kinder auf Grasflächen spielen. Damit besteht nicht nur die Gefahr, dass Amerika als Folge davon bald unter einer steigenden Zahl von Geburtsfehlern zu leiden haben dürfte. Roundup wird auch mit Krebs, Störungen des Hormonsystems, einer Verringerung der Spermienzahlen, Fehlbildungen bei Spermienzellen, plötzlichem Zelltod beim Menschen, Fehlgeburten und anderen Krankheiten oder gesundheitlichen Schäden in Zusammenhang gebracht. Aber gleichzeitig beschert es Monsanto Milliardengewinne. Kein Wunder, dass sie dort rund um die Uhr damit beschäftigt sind, kritische Wissenschaftler zum Schweigen zu bringen und missliebige Forschungsergebnisse zu unterdrücken. Denn was wäre, wenn die Menschen die Wahrheit erführen?

 

 


 

 

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