Google-Chef Schmidt gibt zu: Datenschürfen bei Google+ zu Werbezwecken
Jonathan Benson
Ganz ähnlich wie schon sein bekannter Vorläufer Facebook ist auch das neue, aber schwächelnde soziale Netzwerk Google+ als ein Instrument entlarvt worden, mit dem Daten der Nutzer abgeschöpft und zu Werbezwecken verwendet werden. In einem Interview mit National Public Radio (NPR) gab Google-Chef Eric Schmidt zu, Google+ sei so angelegt, dass möglichst viele Informationen über einzelne Personen erfasst werden können, die Unternehmen anschließend nutzen, um Produkte und Dienstleistungen zu vermarkten, die genau auf diese Nutzer zugeschnitten sind.

Auf die Frage des NPR-Journalisten Andy Carvin, warum die Nutzer bei Google+ ihren richtigen Namen angeben oder andernfalls mit einer Sperre rechnen müssen, antwortete Schmidt, Google+ sei ein »Identitäts-Service«, der, so Carvin, davon abhänge, dass der richtige Name benutzt werde, damit weitere Produkte auf diese Informationen aufbauen könnten.
Mit anderen Worten: Google zwingt die Nutzer von Google+, ihren Klarnamen zu nennen, um Erkenntnisse über Lifestyle, Kaufverhalten und andere persönliche Informationen zu gewinnen, die dann an andere Unternehmen verkauft werden. Es kann durchaus sein, dass Google+ in Zukunft persönliche Informationen für andere, unbekannte Projekte verwendet, von denen die Nutzer möglicherweise überhaupt nichts wissen.
Geben die Nutzer hingegen ihren richtigen Namen nicht an, dann bleiben die Google+ überlassenen Informationen anonym – was dem vorgeblichen Ziel des Unternehmens, ein System von Identitäts-Verifizierung im Internet einzuführen, zuwiderliefe. Solche Bemühungen werden auch beim Gmail-Service des Unternehmens deutlich, bei dem neue Nutzer eine gültige Telefonnummer eingeben müssen und darüber hinaus gebeten (bisher allerdings noch nicht verbindlich aufgefordert) werden, ihren Klarnamen anzugeben.
»Wenn es etwas gibt, das niemand über Sie wissen sollte, dann sollten Sie es vielleicht überhaupt gar nicht erst tun«, erklärte Schmidt in einem berüchtigten Interview mit CNBC über die offene Missachtung der Privatsphäre der Nutzer.
Schmidts Lösung für alle, die sich Sorgen über eine Verwendung privater Informationen aus ihrem persönlichen Profil bei Google+ machen, lautet: Dann nutzen Sie den Dienst doch einfach nicht. Das ist vielleicht sein bisher bester Ratschlag.
Quellen für diesen Artikel waren u.a.:
Prisonplanet
NaturalNews
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