Monday, 26. September 2016
15.07.2014
 
 

Wissenschaftler warnen: Der größte Teil der medizinischen Information in Wikipedia ist fehlerhaft

Jonathan Benson

Wer sich auf der Suche nach ehrlicher und seriöser Information über Gesundheit und Wellness auf Wikipedia verlässt, ist falsch beraten – das zeigt eine neue Studie, die kürzlich in der Zeitschrift The Journal of the American Osteopathic Association (JAOA) veröffentlicht wurde. Forscher verschiedener US-amerikanischer akademischer Institutionen fanden, dass bis zu 90 Prozent aller Wikipedia-Einträge zu gesundheitlichen Fragen einen oder gar mehrere schwere Fehler enthalten. Damit entlarvt sich die Seite als Propagandamaschine von Konzernen.

 

Die Wissenschaftler sammelten Artikel über zehn der »teuersten« Krankheiten in den USA, darunter Osteoarthritis, koronare Herzkrankheit, Lungenkrebs, schwere depressive Störung, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Bluthochdruck, Lungenkrebs, Diabetes und Rückenprobleme. In einem Blindverfahren wurden zwei zufällig ausgewählte Forscher beauftragt, jeden einzelnen Artikel auf Genauigkeit zu überprüfen, alle darin aufgestellten Behauptungen zu identifizieren und sie mit den neuesten expertenbegutachteten medizinischen Forschungsergebnissen zu vergleichen.

Das Ergebnis: Neun von zehn Artikeln enthielten erhebliche Fehler, wenn sie mit den neuesten expertenbegutachteten Daten verglichen wurden. Mit anderen Worten, falsche Information passiert regelmäßig Wikipedias Torwächter, obwohl Larry Sanger, der Gründer der Website, stets behauptet, seine »Enzyklopädie« gebe die neuesten veröffentlichten wissenschaftlichen Erkenntnisse wieder.

 

»Wenn Sie durch wiederholbare wissenschaftliche Experimente Beweise vortragen können, wird Wikipedia es in geeigneter Weise bringen«, schrieb Jimmy Wales in einer wütenden Antwort auf eine Petition auf der Plattform Change.org, in der zu ehrlicherer wissenschaftlicher Abhandlung in Wikipedia-Einträgen aufgerufen wurde.

 

Wikipedia-Direktoren geben zu: Bei der beliebten Website »handelt es sich nicht um Wahrheit«

 

Bei der jüngsten Studie über die medizinischen Einträge bei Wikipedia im Allgemeinen herrschte Einigkeit darüber, dass Wikipedia bestenfalls veraltet, schlimmstenfalls offen unehrlich ist. Patienten, die akkurate Information über eine bestimmte Krankheit suchen, wären, so die Forscher, besser beraten, woanders nachzuschauen, denn Wikipedia sei einfach nicht die zuverlässige Informationsquelle, für die sie viele halten.

 

»Die gegenwärtige Studie hat gezeigt, dass die meisten Wikipedia-Artikel über die zehn teuersten Erkrankungen in den Vereinigten Staaten Behauptungen enthielten, die nicht mit expertenbegutachteten Quellen übereinstimmen«, schrieben die Autoren. »Unser Standard war die expertenbegutachtete wissenschaftliche Literatur, deshalb ist die Aussage gerechtfertigt, dass diese Behauptungen in Wikipedia sachliche Fehler darstellen.«

 

Außerdem sei es bei Wikipedia nie um die Veröffentlichung der Wahrheit gegangen, das behauptet zumindest Dr. James Heilman, Präsident der Wiki Project Med Foundation, dem nicht profitorientierten Flügel von Wikipedia, der sich ausdrücklich auf medizinische Inhalte konzentriert. In seiner Zurückweisung der Studienergebnisse gibt Dr. Heilman zu, dass Wikipedia keine Website ist, um die Wahrheit zu finden.

 

»Bei Wikipedia geht es nicht um Wahrheit, sondern um Verifizierbarkeit«, räumte Dr. Heilman gegenüber BBC News ein.

 

Diese Aussage ist entscheidend, denn sie zeigt, worum es sich bei Wikipedia in Wirklichkeit handelt. Da die Seite »alternativer« und ganzheitlicher Medizin – das heißt allem, was den von Konzernen gelieferten Plänen widerspricht – nach wie vor ablehnend gegenübersteht, ist es nur logisch, dass ein willkürlicher Standard von »Verifizierbarkeit« gegenüber echter Wahrheit aufrecht erhalten wird.

 

»Mediziner, Auszubildende und Patienten sollten Vorsicht walten lassen, wenn sie Wikipedia nutzen, um Fragen über die Behandlung zu beantworten«, heißt es abschließend in der Studie. »Unsere Ergebnisse bestätigen, dass man Ärzten und Medizinstudenten, die heute bei Wikipedia als medizinische Referenz nachschauen, davon abraten sollte, weil dort so viele Fehler enthalten sein können.« Die gesamte Studie [in englischer Sprache] können Sie kostenlos einsehen unter: JAOA.org.

 

Außerdem können Sie die Petition unterzeichnen, mit der Wikipedia aufgerufen wird, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse nicht mehr zu zensieren: Change.org.

 

 

Quellen für diesen Beitrag waren u.a.:

 

JAOA.org

BBC.com

HNGN.com

Change.org

 

 

 

 

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Leser-Kommentare (4) zu diesem Artikel

15.07.2014 | 19:42

Bea

Hallo Willy! Man weiß doch auch bei anderen Informationsquellen nicht, ob sie der Wahrheit entsprechen! Wenn man ´s nicht selbst erfahren hat, muss man ´s glauben oder es bleiben lassen. Wiki täuscht aber sicherlich nicht in allen Bereichen und man muss halt noch zusätzliche Quellen heranziehen, wenn man Zweifel hat! Es wäre schade, wenn es Wiki irgendwann nicht mehr gäbe, nur weil gewisse Kreise natürlich alles tun, um die Kontrolle zu kriegen, bzw zu behalten, indem sie Wiki...

Hallo Willy! Man weiß doch auch bei anderen Informationsquellen nicht, ob sie der Wahrheit entsprechen! Wenn man ´s nicht selbst erfahren hat, muss man ´s glauben oder es bleiben lassen. Wiki täuscht aber sicherlich nicht in allen Bereichen und man muss halt noch zusätzliche Quellen heranziehen, wenn man Zweifel hat! Es wäre schade, wenn es Wiki irgendwann nicht mehr gäbe, nur weil gewisse Kreise natürlich alles tun, um die Kontrolle zu kriegen, bzw zu behalten, indem sie Wiki insgesamt in Verruf bringen. Dann haben die genau das erreicht, was sie erreichen wollten!


15.07.2014 | 10:34

Willy

Was nützt eine Informationsquelle, wie umfangreich sie auch sein mag, wenn sie zensiert, manipuliert und die Wahrheit vernebelt wird ? GAR NICHTS! DENN MAN WEISS NICHT, OB MAN GRADE EINE LÜGE STUDIERT !!! ALLE MENSCHEN VOR WIKITÄUSCHIA WARNEN !!!


15.07.2014 | 09:42

Reuben

Wer schon Mal voller Optimismus selbst einen Artikel in Wikipedia erstellt hat, wird von einer Meute privilegierter User ohne Beschäftigung in der realen Welt sehr schnell auf ein politisch korrektes Maß zurechtgestutzt, wobei Information und Wahrheit freilich verloren gehen. Nach einem halben Jahr erkennt man seinen ursprünglichen Artikel nicht wieder - falls er nicht bereits von einem besserwisserischen Müßiggänger gelöscht wurde. Aus diesem Grund habe ich bewusst noch nie der...

Wer schon Mal voller Optimismus selbst einen Artikel in Wikipedia erstellt hat, wird von einer Meute privilegierter User ohne Beschäftigung in der realen Welt sehr schnell auf ein politisch korrektes Maß zurechtgestutzt, wobei Information und Wahrheit freilich verloren gehen. Nach einem halben Jahr erkennt man seinen ursprünglichen Artikel nicht wieder - falls er nicht bereits von einem besserwisserischen Müßiggänger gelöscht wurde. Aus diesem Grund habe ich bewusst noch nie der Wikipedia-Geldbettelei nachgegeben und werde dies auch nie tun. Wenn man Wikipedia ein Mal benötigt, z.B. für Unterhaltungszwecke, kann man die Spendenaufrufe mit dem Firefox-Addon "Element Hiding Helper" übrigens gezielt ausblenden.


15.07.2014 | 08:42

Bea

Wer glaubt denn noch an Experten? Genausogut könnte es umgekehrt sein - diversen Kreisen passt es nicht, dass man in Wiki kostenlose Informationen erhalten kann. Warum gehen die Herren Doktoren nicht hin und korrigieren falsche Informationen in Artikeln? Mal ganz davon abgesehen, dass die Schulmedizin selber noch vielen Irrtümern unterliegt oder sie gar auch - wissentlich oder nicht - gezielt verbreitet! Nur 3 Beispiele seien hier mal genannt - die Cholesterin-Lüge, die Impf-Lüge...

Wer glaubt denn noch an Experten? Genausogut könnte es umgekehrt sein - diversen Kreisen passt es nicht, dass man in Wiki kostenlose Informationen erhalten kann. Warum gehen die Herren Doktoren nicht hin und korrigieren falsche Informationen in Artikeln? Mal ganz davon abgesehen, dass die Schulmedizin selber noch vielen Irrtümern unterliegt oder sie gar auch - wissentlich oder nicht - gezielt verbreitet! Nur 3 Beispiele seien hier mal genannt - die Cholesterin-Lüge, die Impf-Lüge und die ADHS-Lüge. Wer von den Lesern noch daran glaubt, möge hier und im sonstigen Netz suchen und sich umfassend informieren. Hier aber schon mal der Link zu einem Kopp-Artikel: http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/was-aerzte-ihnen-nicht-erzaehlen/ethan-a-huff/vor-seinem-tod-gab-der-vater-von-adhs-zu-es-ist-eine-fiktive-krankheit.html

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