Tuesday, 30. August 2016
29.01.2016
 
 

Megavirus Zika: Regierungen in Südamerika fordern Frauen auf, »auf weitere Kinder zu verzichten«

Julie Wilson

Das Zika-Virus ist das jüngste sich weltweit ausbreitende Megavirus. Ähnlich wie beim tödlichen Ebola-Virus, das vor Kurzem fälschlicherweise als »eingedämmt« bezeichnet wurde, macht seine Ausbreitung die Experten ratlos.

 

Die Washington Post berichtete am 22. Januar, die amerikanische Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) habe vor einigen Tagen bestätigt, dass in den USA bei etwa einem Dutzend Personen das Zika-Virus festgestellt worden sei. Die Behörde hatte zuvor die Warnung verbreitet, Schwangere sollten nicht in Länder reisen, in denen es schon zu Ausbrüchen gekommen sei.

Worum handelt es sich bei dem Zika-Virus? Unter der Rubrik »Gesundheit« lesen wir in der Post:

»Das Virus wurde 1947 in einem an Fieber erkrankten Rhesusaffen isoliert, der [in einer Forschungsstation] im Zika Forest in Uganda lebte. Bis 2007 waren den Wissenschaftlern nur 14 Fälle von Erkrankungen bei Menschen bekannt. Im selben Jahr erreichte das Virus die Touristen-Trauminsel Yap im Westpazifik. Innerhalb weniger Monate hatten sich fast drei Viertel der etwa 11 000 Einwohner im Alter von mehr als drei Jahren infiziert.«

 

Rasche Ausbreitung

 

Anfangs litten die Patienten unter Fieber sowie Schmerzen und Augenentzündungen, die oft gemeinsam auftraten. Später entwickelte sich dann ein roter Hautausschlag. Einige Patienten berichteten über geschwollene Hände und Füße, während andere sich übergeben mussten. Dann 2013…

»tauchte Zika wieder auf, diesmal in Tahiti und anderen Teilen Französisch-Polynesiens. Etwa 28 000 Menschen (ca. elf Prozent der Bevölkerung dieser Inseln) fühlten sich aufgrund der Virusinfektion so krank, dass sie einen Arzt aufsuchten. Bis 2014 tauchte das Virus in verschiedenen anderen Regionen des Südpazifiks auf: auf der nordöstlich von Australien gelegenen Inselgruppe Neukaledonien, den Cook-Inseln und Anfang dieses Jahres auf den Osterinseln. Dieser Ausbruch markierte die offizielle Ankunft der Krankheit auf dem amerikanischen Kontinent, da diese entlegene Insel zu Chile gehört. Im Mai tauchte Zika dann in Brasilien auf.«

Die CDC wiesen anfangs 14 Länder als Gefahrenzonen für Zika aus, fügten dieser Liste in den vergangenen Tagen jedoch acht weitere Länder hinzu. Dabei handelte es sich um Länder aus der Karibik, Südamerika und Polynesien, was die rasche Ausbreitung des Virus zeigt.

 

Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit sowie das Außenministerium haben ebenfalls entsprechende Reisewarnungen ausgesprochen. Im November 2013 war bei einem deutschen Reisenden, der aus Thailand zurückkehrte, eine Zika-Viruserkrankung festgestellt worden. Es war der erste Fall in Europa.

 

Die amerikanische Gesundheitsbehörde arbeitet gegenwärtig mit Vertretern von Gesundheitsbehörden in Brasilien zusammen, um nach einer Verbindung zwischen dem Virus, das durch Stechmücken übertragen wird, und einer seltenen Erkrankung zu suchen, die unter der Bezeichnung Guillain-Barré-Syndrom bekannt ist und zu Lähmungen führt.

 

Besonders schlimm hat das Zika-Virus Brasilien getroffen, wie Vertreter von Gesundheitsbehörden erklärten. Aber nun richtet sich das Augenmerk auf eine besonders schwerwiegende Folge der Erkrankung.

 

Experten untersuchen derzeit die Verbindung zwischen dem Virus und einer ansonsten relativ seltenen Schädelfehlbildung beim Menschen: Mikrozephalie, d.h. der Kopf der betroffenen Person weist eine vergleichsweise geringe Größe auf.

 

In Brasilien sind bereits 3900 Fälle dieser »seltenen« Erkrankung aufgetaucht. Mehr als 2700 Babys wurden 2015 mit dieser Schädelfehlbildung geboren. Im Vorjahr waren es nur 150 Fälle, berichtete die Wochenzeitung Die Zeit im Dezember letzten Jahres. Bei den betroffenen Neugeborenen ist mit erheblichen geistigen Behinderungen zu rechnen.

 

Möglicherweise sind schon 1,4 Mio. Menschen infiziert

 

In den letzten Tagen haben laut der Washington Post Vertreter von Gesundheitsbehörden verschiedener Länder – darunter Brasilien, Kolumbien, El Salvador und Jamaika – damit begonnen, Frauen aufzufordern, eine geplante Schwangerschaft zu verschieben, da die Gefahr groß sei, vom Virus betroffen zu sein.

 

Von den bekannten Zika-Fällen in den USA sind wahrscheinlich Personen betroffen, die in Ländern mit Zika-Ausbrüchen unterwegs waren und dort von Mücken gestochen wurden. Aber einige Experten befürchten, dass es in den USA auch zu einem eigenständigen Ausbruch kommen könnte.

 

Trotz massiver finanzieller Schwierigkeiten versucht Brasilien, der Krankheit entgegenzutreten. Bisher hat das Land ungefähr 300 Mio. Dollar für den Kampf gegen die Seuche ausgegeben und Soldaten zur Bekämpfung der Mücken durch die Zerstörung der Brutplätze von Tür zu Tür geschickt.

 

»Wir haben dem Virus bisher nur wenig Aufmerksamkeit gewidmet«, erklärte der Mikrobiologe Prof. Paolo Zanotto von der Universität von São Paulo, der die Arbeit der 42 Forschungseinrichtungen koordiniert, die nun das Zika-Virus untersuchen, gegenüber der Post. »Ich bin sehr beunruhigt, weil wir praktisch nichts über die Ausbreitung des Virus wissen.«

 

Nach unterschiedlichen Schätzungen brasilianischer Experten sind in dem südamerikanischen Land mit einer Bevölkerung von etwa 200 Mio. Menschen etwa 400 000 bis 1,4 Mio. Menschen infiziert.

 

Nach Ansicht amerikanischer Gesundheitsexperten könnte das Zika-Virus auch für die kürzlich erfolgte Geburt eines Babys mit Mikrozephalie auf Hawaii verantwortlich sein. Dies wäre dann der erste derartige Fall in den USA. Möglicherweise hatte sich die Mutter mit dem Virus bei einem Aufenthalt in Brasilien im vergangenen Frühjahr angesteckt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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