Tuesday, 22. May 2012
23.10.2011
 

Wie Nahrungsmittelkonserven uns vergiften

Kim Evans

Der Brustkrebs-Fonds (BCF) hat vor kurzem zwölf Marken-Dosensuppen und Nudeldosenprodukte getestet und in allen Proben Bisphenol A (oder BPA) nachgewiesen. Das giftige BPA wird bei der Beschichtung von Konservendosen eingesetzt und löst ähnliche Reaktionen aus wie Hormone. Jüngste Untersuchungen belegen zudem, dass es die DNS verändert und weibliche Eierstockzellen auf eine Weise abtötet, die möglicherweise in künftigen Generationen das Down-Syndrom auslösen oder zu Fortpflanzungsproblemen führen könnte. Eigentlich sollte niemand BPA aufnehmen, aber vor allem Kinder sind besonders gefährdet, und die getesteten Suppen und Nudelgerichte richteten sich vor allem an die Konsumentengruppe der Kinder.

Bei den Untersuchungen wurden in den Suppen zwischen 34ppb und 148 ppb (Teile pro Milliarde, 10-9) und in den Nudelgerichten zwischen 10 ppb bis 34 ppb BPA gefunden. Vor einigen Monaten hatte bereits die amerikanische Behörde für Lebensmittelüberwachung FDA in 71 von 78 getesteten Nahrungsmittelkonserven BPA nachgewiesen. Die FDA untersuchte auch unterschiedliche Typen

von Nahrungsmitteln, darunter Thunfisch und Gemüse in Dosen. In diesen Nahrungsmitteln wurden sogar noch weitaus höhere BPA-Werte festgestellt. Sie reichten von 300 ppb bis zu mehr als 700 ppb.

Einige Studien zeigen, dass BPA relativ schnell vom Körper ausgeschieden wird. Die Schwäche dieser Untersuchungen liegt aber darin, dass sie nur von einer einmaligen Aufnahme ausgehen, was kaum der alltäglichen Lebenssituation entspricht, in der es zu häufigeren Aufnahmen und damit einer Anreicherung von BPA im Körper kommen dürfte.

Nahrungsmittelkonserven sind aber keineswegs die einzigen Nahrungsmittel, die BPA enthalten. Man findet es auch in Lebensmitteln mit einer Plastikverpackung. Nach Angaben der Umweltschutz-Arbeitsgruppe Forschung ist BPA bereits bei neun von zehn Neugeborenen im Blut nachweisbar.

Cheryl Rosenfeld und ihre Kollegen von der Universität des amerikanischen Bundesstaates Missouri in Columbia haben die Folgen einer BPA-Kontamination aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und untersuchten Mäuse auf der Grundlage lebensnäherer Umstände. Sie gaben den Mäusen Futter, dem über einen längeren Zeitraum täglich geringe Mengen BPA zugesetzt wurden. Es zeigte sich, dass die Tiere unter diesen Ernährungsbedingungen potenziell »im Verlauf der Zeit BPA bioakkumulierten«. Rosenfeld erklärte, es gebe keinen Grund zu der Annahme, dass der menschliche Körper anders reagiere.

Die Wissenschaftler stellten darüber hinaus fest, dass der Körper BPA in höherem Ausmaß aufnimmt, wenn es zusammen mit Nahrungsmitteln anstatt in einer einmaligen Dosis ohne Lebensmittel konsumiert wird. »Wir fanden heraus, dass die Tiere, die auf diese Weise gefüttert wurden, tatsächlich mehr BPA aufnahmen«, erklärte Rosenfeld, als wenn sie eine höhere Einzeldosis erhielten.

 

Weitere Informationen zu diesem Thema:

ScienceNews

environmental working group

foodconsumer

 

 


 

 

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