Wednesday, 28. September 2016
21.03.2016
 
 

Statine erhöhen das Risiko für Diabetes und Gewichtszunahme

L. J. Devon

Mit Atorvastatin hat das Pharmaunternehmen Pfizer einen echten Goldesel am Start. Der Wirkstoff, der in Deutschland in rezeptpflichtigen Mitteln wie Lipitor, Sortis oder Atoris verkauft wird, erreichte Spitzenumsätze wie kein anderes Medikament. Atorvastatin gehört zur Familie der Statine. Das sind Mittel, zu denen zahllose Hausärzte greifen, wenn es darum geht, die Cholesterinwerte ihrer Patienten in den Griff zu bekommen.

 

Diese Mittel verändern die Leberfunktion und reduzieren die Wirksamkeit eines speziellen Leberenzyms, das Cholesterin produziert. Unter dem Einfluss der Statine kann die Leber dann besser Lipoprotein geringer Dichter (LDL) binden, wodurch das Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle sinkt. Statine werden auch vorbeugend verschrieben, wenn ein Patient einen schweren Gefäßvorfall erlitten hat. Aber wenn man ein Leberenzym in seiner natürlichen Funktion einschränkt, kann das durchaus zu Problemen an anderer Stelle führen.

 

Statin-Einnahme erhöht das Risiko für Typ-2-Diabetes um zwölf Prozent


Bei Statinen ist das Risiko höher als der Nutzen, haben neue Untersuchungen des University College London (UCL) und der Uni Glasgow ergeben. So sei das Risiko für Diabetes und Gewichtszunahme erhöht, heißt es, nachdem in einer umfassenden Analyse untersucht wurde, über welche Mechanismen Statine das Risiko erhöhen, an Diabetes Typ 2 zu erkranken.

 

130 000 Personen nahmen an Studien teil, die die Wirkung von Statinen auf die Häufigkeit von Herzerkrankungen und Schlaganfällen untersuchten. Die Teilnehmer ließen gleichzeitig auch das Diabetes-Risiko ermitteln. Über einen Zeitraum von vier Jahren nahmen die Patienten, die Statine einnahmen, 240 Gramm mehr zu und hatten eine zwölfprozentig höhere Wahrscheinlichkeit, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln, als diejenigen Teilnehmer, die ein Placebo erhalten hatten. Die Forscher konnten feststellen, dass Statine und Varianten von enzymkodierenden Genen in Leberzellen eine ähnliche Wirkung hatten, was das Risiko von Typ-2-Diabetes und Gewichtszunahme anbelangt.

 

Dr. Daniel Swerdlow vom UCL-Institut für kardiovaskuläre Wissenschaft bestätigte die Ergebnisse der Untersuchung: »Häufig auftretende Varianten in dem Gen, das dieses Leberenzym kodiert, werden mit einem geringeren LDL-Cholesterinwert in Verbindung gebracht«, so Swerdlow, einer der Autoren der Studie. »Unter Berücksichtigung der Werte von bis 220 000 Personen kamen wir zu dem Schluss, dass diese genetische Variante auch mit einem höheren Gewicht und einem leicht erhöhten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung steht.«

 

Welche Folgen diese genetische Abweichung hat, erklärt Swerdlow so:

 

»Die Effekte waren sehr viel kleiner als bei der Statin-Behandlung, aber die genetischen Ergebnisse sprechen dafür, dass die in der Studienanalyse beobachtete Gewichtszunahme und das Diabetes-Risiko mit dem bekannten Handlungsmechanismus von Statinen in Zusammenhang stehen und nicht mit einem anderen unbeabsichtigten Effekt.«

 

Statine sind eine riskante Methode, wenn man kardiovaskuläre Erkrankungen verhindern will


Diese speziellen Leberenzyme zu unterdrücken, führe auf lange Sicht zu Stoffwechselproblemen, sagte Professor Aroon Hingorani, ein weiterer Autor der Studie. »Mithilfe der genetischen Ergebnisse unserer Studie kann man erklären, wie Statine das Gewicht erhöhen und das Diabetes-Risiko. Die Auswirkungen der genetischen Varianten sind allerdings um diverse Größenordnungen kleiner als die Auswirkungen von Statinen.«

 

Das UK National Institute for Health and Care Excellence empfiehlt Ärzten, Statine nur solchen Patienten zu geben, die innerhalb der nächsten zehn Jahre eine um mindestens zehn Prozent höhere Wahrscheinlichkeit aufweisen, eine kardiovaskuläre Erkrankung zu bekommen. Pauschale Empfehlungen wie diese können dazu führen, dass ganze Bevölkerungsgruppen gesunder Menschen auf einen Kurs katapultiert werden, der unerwünschte Nebenwirkungen wie einen Diabetes Typ 2 bereithält.

 

Ist es in irgendeiner Form eine wirksame Lösung, die Cholesterinwerte zu kontrollieren? Oder führen Statine auf die falsche Fährte? Wie können Ärzte ihre Patienten besser ermutigen, für gesunde Gefäße zu sorgen, sodass die Notwendigkeit dieser gefährlichen Statine gar nicht besteht?


Professor Naveed Sattar, einer der Autoren der Studie, empfiehlt: »Viele Patienten, die für eine Statin-Behandlung infrage kämen, würden auch von einer Änderung des Lebensstils profitieren, unter anderem mehr körperliche Aktivität, mehr gesunde Ernährung und ein Verzicht aufs Rauchen. Die in dieser Studie beobachteten mäßigen Anstiege von Gewicht und Diabetes-Risiko lassen sich durch eine gesündere Ernährung und eine gesündere Lebensweise einfach ausgleichen. Wenn man im Gespräch mit diesen Patienten bekräftigte, wie wichtig eine Umstellung der Lebensweise ist, würde das den Nutzen der Statin-Behandlung mit Blick auf die Prävention von Herzinfarkten und Schlaganfällen weiter vergrößern.«

 

 


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