Freitag, 26. Mai 2017
14.07.2016
 
 

US-Landwirtschaftsministerium schließt Honigbienenschützer vom jährlichen Pollinator Festival aus und lädt stattdessen die chemische Industrie ein

L. J. Devon

Hört die Regierung wirklich zu, oder gibt sie nur vor, sich zu kümmern? Weil die Bestäuberpopulationen dahinschwinden, sind viele landwirtschaftliche Bereiche bedroht. Imker sagen inzwischen laut wie nie ihre Meinung und sprechen aus, dass sie um ihre Zukunft bangen. Schockierende 44 Prozent der Honigbienenvölker gingen im vergangenen Jahr verloren! Wenn das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird, werden sich wichtiges Obst und Gemüse und Kräuter nicht schnell genug produzieren und werden knapp – in einer Zeit, in der sie am dringendsten gebraucht werden.

 

Auf dem diesjährigen Pollinator Week Festival (Bestäuber-Fest) des US-amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA, von englisch U.S. Department of Agriculture) wurden wichtige gemeinnützige Umweltschutzgruppen ausgeschlossen und sogar wieder ausgeladen. Diese Organisationen – darunter die wichtige Beyond-Pesticides-Bewegung – wollen Honigbienen vor Neonicotinoid-Insektiziden schützen. Neonicotinoide sind pervasive Chemikalien, die in den Blütenstaub gelangen und das Nerven- und Immunsystem der Bienen befallen.

 

Offenbar will das USDA die wissenschaftliche Wahrheit nicht hören. Statt vernünftige Maßnahmen zu ergreifen, um die Bestäuber zu schützen, fegt die USDA das wichtige Thema Pestizide vom Tisch – schließlich steht dahinter eine milliardenschwere Industrie. Und statt der Honigbienenschützer lädt die Regierung Repräsentanten der chemischen Industrie ein und bietet ihnen auf dem Pollinator Festival eine Bühne. Es ist solch eine Heuchelei! Das USDA kollaboriert im wahrsten Sinn des Wortes mit der Pestizidindustrie und ignoriert die Bitten der Bienenschützer um Insektizid-Restriktionen.

 

USDA ignoriert echte Lösungsmöglichkeiten gegen das Verschwinden der Bestäuber

 

Unabhängige Wissenschaftsvertreter, die eine eingehende Untersuchung und Restriktionen bezüglich Neonicotinoid-Insektiziden fordern, wurden von der wichtigen USDA-Veranstaltung wieder ausgeladen. An ihrer Stelle darf dieses Jahr die Pollinator Partnership, die die chemische Industrie repräsentiert, teilnehmen. Syngenta, Bayer, CropLife und BASF unterstützen die Pollinator Partnership finanziell. Das heißt, dass genau die Leute, die die Bestäuber umbringen, Einfluss auf die Regierung nehmen und »Lösungen« für die Probleme anbieten, die sie selbst erst geschaffen haben.

 

Mehrere Jahre lud das USDA die wichtige Organisation Beyond Pesticides – die Konsumenten, Bauern und Umweltschützer repräsentiert – zu dem Festival ein. Dieses Jahr wurde diese Organisation, die wissenschaftlich aufzeigt, wie Neonicotinoide die Bestäuber vernichtet, ausgeladen. Beyond Pesticides fordert ein Verbot von Imidacloprid, Clothianidin und Thiamethoxam, drei der zerstörerischsten Neonicotinoide.

 

Mit diesen Insektiziden werden die riesigen Mais- und Sojabohnenfelder behandelt. Sie können nicht einfach abgewaschen werden, sondern reichern sich in den Pflanzen, in ihrem Gewebe, ihrem Blütenstaub und ihrem Nektar an. Obwohl Bienenzüchter und Fürsprecher für ihren Antrag auf ein Verbot dieser Pestizide über 4 Millionen Unterschriften sammeln konnten und bei der Umweltschutzbehörde EPA (Environmental Protection Agency) vorlegten, weigerte sich die Regierung zuzuhören. Es ist offensichtlich: Staatliche »Schutzbehörden« sind lediglich Frontorganisationen, die eigentlich den großen Chemiekonzernen in die Hände arbeiten.

 

Jay Feldman, Exekutivdirektor von Beyond Pesticides, sagt: »Wir sind enttäuscht, dass das USDA beschlossen hat, das Angebot, am Pollinator Week Festival teilzunehmen, zurückzuziehen.«

 

Er fügt an: »Dass bezüglich des Verschwindens unserer so wichtigen Bestäuberpopulationen ein konstruktiver Dialog zwischen Regierungsbehörden und der Öffentlichkeit zustande kommt, hängt vom freien Austausch von Informationen und Meinungen ab.«

 

Die Regierung gibt vor, helfen zu wollen – während sie mit der chemischen Industrie gemeinsame Sache macht

 

2014 kündigte die Obama-Regierung eine neue Initiative »zur Wiedergutmachung der Verluste an Bestäubern und zur Auffüllung der Bestände auf ein gesundes Maß« an. Der »Pollinator Partnership Action Plan« des Präsidenten hat zwar Millionen Dollar verschlungen, ist aber gescheitert. Honigbienenvölker schwinden schneller als je, hauptsächlich weil die Initiative das grundlegende Problem der Insektizidanwendung nicht angeht. Denn die Regierung arbeitet mit der chemischen Industrie zusammen, statt sie als Ursache für die Vernichtung der Bestäuber zu sehen.

 

Vor Kurzem stellte ein Bericht des Government Accountability Office (US-Rechnungshofs) fest, dass USDA und EPA nichts Wesentliches unternähmen, um wilde Bestäuber zu schützen. In dem Bericht steht, es gebe auf diesem Gebiet keine wirklichen Aktionen und keine Zusammenarbeit zwischen den Behörden – nicht einmal bei der Aufzeichnung der Bestäuberpopulationen und ihres Rückgangs. Weiter heißt es, die Millionen Dollar teuren Umweltschutzprogramme der Regierung könnten nicht bewertet werden, weil sie nicht die nötige Kompetenz aufwiesen, um effektive Umweltschutzmaßnahmen einzuleiten.

 

 

 

 

 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Mit Neonicotinoiden behandelter GVO-Mais tötet 37 Millionen Honigbienen

David Gutierrez

Wer immer noch skeptisch ist, welche Rolle Neonicotinoid-Insektizide in der weltweiten Ausrottung der Honigbiene spielen, muss sich nur anschauen, was sich im Frühling 2013 in der kanadischen Provinz Ontario zugetragen hat: Wenige Tage nach der Ausbringung von gentechnisch verändertem Mais (GVO-Mais) in der Nähe, mussten Imker mitansehen, wie ihre  mehr …

Bienensterben könnte sich verheerend auf die zukünftige Verfügbarkeit von Mandeln, Blaubeeren und Äpfeln auswirken

Daniel Barker

Aus einigen der wichtigsten landwirtschaftlichen Regionen der USA – wie etwa dem Central Valley in Kalifornien, dem Maisgürtel des Mittleren Westens und den Regionen entlang des Mississippis – sind Bienen bereits fast völlig verschwunden. Diese Entwicklung könnte zu verheerenden Folgen für die Erträge bei einigen Feldfrüchten wie Blaubeeren,  mehr …

Millionen Bienen starben in der Umgebung von Feldern mit gentechnisch veränderten Maispflanzen

David Gutierrez

Anstatt darüber nachzudenken, die Verbote von drei Pestiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide aufzuheben, wäre die Europäische Union besser beraten, sich mit einem Phänomen auseinanderzusetzen, das kanadischen Imkern sehr bekannt ist: einem massiven Bienensterben kurz nach Beginn der Maisaussaat.  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

Terror … Ausländer … Politiker: Die Deutschen haben Angst wie noch nie!

Peter Bartels

Ein Gespenst geht um in Deutschland – das Gespenst heißt Angst. Und es hat sechs Köpfe: Terror, Extremismus, Ausländer, hilflose Behörden (Flüchtlinge), EU-Schuldenkrise und ... völlig überforderte Politiker! Der Versicherungskonzern R+V befragte die Deutschen auch heuer wieder (wie seit 25 Jahren) nach ihren größten Ängsten. Das Ergebnis ist  mehr …

Frust extrem hoch! Droht ein Aufstand innerhalb der Polizei?

Stefan Schubert

Die Motivation vieler Polizisten befindet sich am Boden: Politisch korrekte Vorgesetzte, die Polizisten zu Mittätern des Schweigekartells umfunktionieren. Eine explodierende Flüchtlings- und Ausländerkriminalität, die nur noch notdürftig verwaltet wird und für die Täter meist folgenlos bleibt. Und Journalisten, die keine Ahnung von wirklicher  mehr …

Hunde leiden nach der Impfung mit einem populären Merck-Impfstoff an allergischen Reaktionen – bis hin zum Tod

David Gutierrez

Britische Hundehalter und Veterinärorganisationen warnen vor gefährlichen und sogar tödlichen Nebenwirkungen einer gängigen Impfung, die Hunde vor einer seltenen und mild verlaufenden Krankheit schützen soll.  mehr …

Killer-Roboter in Dallas: ein gefährlicher Präzedenzfall?

Andreas von Rétyi

Am 7. Juli erschoss Micah Xavier Johnson fünf Polizisten in Dallas. Ein Akt aus Rache gegen polizeiliche Tötungen Schwarzer. Johnson wurde schließlich am frühen Morgen des 8. Juli durch einen »Killerroboter« getötet. Es ist das erste Mal, dass die US-Polizei eine solche Maschine in dieser Absicht eingesetzt hat. Einige Juristen halten die Aktion  mehr …

Der Selbstversorger: Mein Gartenjahr, inkl. DVD und App

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

Die Wahrheit über Krebs

16 Ärzte, 13 Überlebende und 10 Wissenschaftler und Medizinjournalisten brechen ihr Schweigen.

Sie erzählen die Wahrheit über Krebs und zeigen, wie diese Krankheit vollkommen natürlich verhütet, behandelt und besiegt werden kann!Ty Bollinger ist Autor des internationalen Bestsellers Krebs verstehen und natürlich heilen. Er ist glücklich verheiratet und hat vier Kinder. Nachdem er sieben Familienmitglieder - darunter seine Eltern - durch Krebs verloren hatte, weigerte sich Ty Bollinger anzuerkennen, dass Chemotherapie, Bestrahlung und Operation für Krebspatienten die einzigen und die besten verfügbaren Therapien sind.

mehr ...

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Meine eigene Samengärtnerei

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.