Donnerstag, 8. Dezember 2016
18.04.2014
 
 

Forschungseinrichtung »verliert« Tausende von Gefäßen mit tödlichen Viren

Mac Slavo

Ein französisches Forschungsinstitut hat offenbar Tausende von Gefäßen verlegt. Beim Pariser Institut Pasteur, in dem auch an tödlichen Viren wie SARS gearbeitet wird, weiß niemand so recht, wo die Phiolen abgeblieben sein könnten. 2349 Gefäße mit Fragmenten des Virus, das 2002 insgesamt 774 Menschen das Leben kostete, würden fehlen, wie eine routinemäßig durchgeführte Inventur ergab, teilte das Institut mit.

Es ist unklar, wie die Reagenzgläser aus einem der sichersten Labore des Instituts verschwinden konnten. Die Geschäftsleitung sei im Januar auf das Verschwinden aufmerksam gemacht worden, schrieb die Zeitung Le Monde. Wochenlang habe das Personal versucht, die fehlenden Phiolen zu finden, sagte Generaldirektor Christian Bréchot, der Institutsleiter.

 

»Wir haben alles nach den Kisten (mit den Reagenzgläsern) abgesucht«, sagte Bréchot. »Wir sind die Listen mit allen Leuten bis hin zu den Praktikanten durchgegangen, die hier in den vergangenen anderthalb Jahren gearbeitet haben. Wir haben ihre Profile gründlich geprüft, um zu sehen, ob es irgendwelche Auffälligkeiten gab.« Ein Verbrechen sei »in hohem Maße unwahrscheinlich«, man habe es jedoch nicht völlig ausgeschlossen, so der Institutsleiter.

 

Warum, ist unklar, aber von einem Verbrechen gehen die Ermittler nicht mehr aus. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass wir hier von einem tödlichen Virus reden, das aus einem vermeintlichen Hochsicherheitslabor entfernt wurde. Seit wann, das weiß offenbar auch niemand so genau. Unmittelbare Gefahr besteht laut dem Institut Pasteur nicht, denn das Virus in den Phiolen könne die Krankheit nicht übertragen.

 

Das Institut hat die Öffentlichkeit rasch beruhigt und erklärt, der Inhalt der Phiolen sei nicht ansteckend. In den Phiolen sei nur ein Teil des Virus enthalten, es könne sich nicht weiterverbreiten. »Unabhängige Experten, die uns von den Gesundheitsbehörden empfohlen wurden, haben anhand der vorliegenden Beweise und der Fachliteratur zum Überleben des SARS-Virus die Möglichkeit einer Weiterverbreitung als ›nicht existent‹ bezeichnet«, teilte das Institut mit.

 

Beim Umgang mit tödlichen Viren ist es ja immer eine gute Idee, für Sicherheit in der Forschungseinrichtung zu sorgen. Das macht diesen Fall umso alarmierender. Auch wenn die Fragmente nicht gefährlich seien, zeige der Vorfall die Anfälligkeit des Labors und wecke damit Besorgnis, sagte Dr. William Schaffner, Spezialist für Präventivmedizin am Vanderbilt University Medical Center in Nashville, Tennessee.

 

»Der eigentliche Fall ist nicht so furchteinflößend, aber man fragt sich schon, was mit den Abläufen in dem Labor ist«, sagt Schaffner, ehemaliger Präsident der National Foundation for Infectious Diseases, der amerikanischen Gesellschaft für Infektionskrankheiten. »Könnte dieses Labor – oder vielleicht auch andere – irrtümlich Phiolen verlegen, die das komplette Virus enthalten, das auf diese Weise entkommen kann?«

 

Sofern wir wissen, sind die Phiolen bereits seit Monaten verschwunden. Das wirft die Frage auf, ob auch andere Behälter mit ansteckenden Krankheiten verschwunden sind. Offenbar ist die Sicherheit in diesen renommierten Forschungseinrichtungen nicht auf dem allerneuesten Stand. Vergangenes Jahr verschwand aus einer Forschungseinrichtung im texanischen Galveston eine Phiole mit dem Guanarito-Virus, das auch als biologische Waffe genutzt werden kann. Das Labor machte den Vorfall freiwillig publik, aber wieder aufgetaucht ist die Phiole noch nicht.

 

Das Erschreckende daran: Das Gesetz schreibt zwar vor, dass derartige Fälle der Gesundheitsbehörde CDC gemeldet werden müssen, aber die Öffentlichkeit kann überhaupt nicht wissen, ob ein todbringender Erreger in die falschen Hände gelangt ist. Sollte so ein Virus also als Waffe eingesetzt werden, hätten die Täter ausreichend Zeit dafür.

 

Hinzu kommt, dass staatliche Einrichtungen inzwischen in stärker besiedelten Regionen oder deren Nähe gebaut werden, etwa das Bio-Safety-Level-4-Labor mitten in Kansas. Fällt so ein Erreger in die falschen Hände, könnte relativ einfach damit eine größere Bevölkerungsgruppe angegriffen werden – und angesichts der »Sicherheitsvorrichtungen« in diesen Einrichtungen scheint das kein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Hat man den Erreger erst einmal in Besitz, muss man ihn nur noch in einem großen Flughafen freisetzen. Dann kann man sich entspannt zurücklehnen und zusehen, wie die Infektion um sich greift und Tausende oder womöglich Millionen Menschen tötet.

 

 

 

 


 

 

 

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