Sunday, 28. August 2016
01.05.2015
 
 

»9/11«: Bemerkenswerte Allianzen

Marc Moschettini

Im Jahr 2016 jähren sich die Anschläge vom 11. September zum 15. Mal. Trotz dieser langen Zeitspanne sind noch längst nicht alle wesentlichen Aspekte des Geschehens ans Licht der Öffentlichkeit gelangt. Zu viele Fragen sind offen, auch wenn die offizielle Untersuchung mit der Exekution Osama bin Ladens ihren Abschluss gefunden hat. Was hat es z.B. mit den rund 120 falschen israelischen Kunststudenten im nahen Umfeld von 9/11 für eine Bewandtnis? Welche Rolle spielen der saudische Geheimdienst und der Mossad? Enthüllungsjournalist Wayne Madsen begab sich auf Spurensuche.

 

Wenige Monate vor dem 11. September 2001 fielen in den USA rund 120 junge Israelis durch ungewöhnliche Aktivitäten auf. Diese betrafen zwei Bereiche: Zum einen das Auskundschaften von Büros und Privatwohnungen von US-Bundesvollzugsbeamten, Militärstützpunkten sowie weiterer wichtiger Standorte, zum anderen eine Art Umzugsservice, der sich auf sensitive Bereiche während und nach dem 11. September erstreckte.

So wurde beispielsweise der Umzug der Zim-American Israeli Shipping Company durchgeführt, die sich im World Trade Center befand – zumindest bis zum 3. September, dann zog man aus. Es gilt heute als sicher, dass die Kunstfirmen und Möbelpacker, die die Israelis – in den meisten Fällen ohne gültige Visa, geschweige denn Arbeitserlaubnisse – beschäftigten, Tarnfirmen des israelischen Geheimdienstes waren.

 

Bemerkenswert ist zudem, dass die jungen Israelis in der Mehrzahl über spezielle militärische und geheimdienstliche Erfahrungen verfügten. Obwohl die Drug Enforcement Administration (DEA) und das FBI in internen Berichten auf diese Umstände aufmerksam machten, wurden keine weiteren Untersuchungen, geschweige denn konkrete Nachforschungen oder Konsequenzen daraus gezogen – auch nicht nachdem die Anschläge verübt worden waren, man die Terroristen und ihre mutmaßlichen Drahtzieher aufdeckte und eine vermeintliche lückenlose Aufklärung proklamierte.

 

Dies ist umso erstaunlicher, da eine Reihe von Agenten der DEA, des Immigration and Naturalization Service (INS) und des FBI aufgedeckt hatten, dass einige der israelischen Studenten ganz in der Nähe der al-Qaida-Terroristen und ihrer Unterstützer wohnten. Zudem verwendeten sie gleiche Deckadressen und besuchten dieselben Videotheken und Bars. »Die Israelis schienen die Flugzeugentführer genau zu beobachten, entweder um sie zu unterstützen oder um sie im Rahmen einer Antiterroroperation zu beschatten«, resümiert Madsen. Für beide Optionen kann als gegeben angenommen werden, dass die Israelis im Voraus von den Anschlägen vom 11. September wussten – dies wurde auch von zwei hochrangigen Geheimdienstbeamten der CIA und des FBI bestätigt.

 

Bemerkenswertes Joint-Venture

 

15 der 19 Attentäter vom 11. September waren saudischer Herkunft, was von vielen als Indiz dafür ausgelegt wird, dass Saudi-Arabien in die Anschläge verwickelt gewesen sei. Die Vorstellung einer engen politischen, militärischen und geheimdienstlichen Zusammenarbeit zwischen dem jüdischen Staat Israel und dem radikal-wahhabitischen Königreich Saudi-Arabien mag auf den ersten Blick verwundern, es gibt allerdings durchaus historisch gewachsene Zusammenhänge zwischen den beiden Ländern.

 

Madsen stellt eine einflussreiche Sekte, die sogenannte »Dönme« vor, die auf eine Gruppe sephardischer Juden zurückgeht. Diese Vereinigung entwickelte eine mythische Glaubensausrichtung des Islam, welche religiöse Aspekte der jüdischen Kabbala und der islamischen Sufi zu einer Lehre vereinte.

 

Im Laufe der Jahre gewann die Dönme immer mehr Anhänger und stellte viele wichtige politische und wirtschaftliche Führer. So erhielt zu Beginn des Ersten Weltkriegs die Staatsgründung Israels tatkräftige Unterstützung von Abd al-Aziz ibn Saud, der nicht nur Namensgeber und erste König Saudi-Arabiens, sondern auch ein Nachkomme der Dönme von Basra war. Gegenüber einem britischen Gesandten äußerte Ibn Saud:

»Wenn Ihnen meine Zusage so viel bedeutet, dann sage ich Ihnen fest zu, den Juden eine Heimat in Palästina oder an einem anderen Ort zu gewähren.«

Und auch in der Gegenwart kann man nicht von einem »homogenen Interesse der arabischen Welt« sprechen. Zu unterschiedlich sind die jeweiligen geopolitischen Ziele – unter diesem Gesichtspunkt macht eine Allianz zwischen Jerusalem und Riad durchaus Sinn, gerade im Kampf gegen den gemeinsamen Feind Iran oder dem früheren Widersacher Irak.

 

Maulkorb und Vertuschung

 

Dass im Hinblick auf die israelischen »Kunststudenten« etwas nicht mit rechten Dingen zuging, beweist auch die massive Bemühung, mit der jegliche Untersuchung behindert wurde. Madsen zitiert Agenten des FBI, die unumwunden zugaben, dass jede Aktion gegen israelische Agenten durch den Einfluss der mächtigen Pro-Israel-Lobby in den USA sehr schnell zum Ende der eigenen Karriere führe. Im Falle der DEA wurde der Sprecher, der zunächst die Korrektheit und Bedeutung des DEA-Berichts bestätigt hatte, plötzlich in »Urlaub« geschickt.

 

Die drei FBI-Beamten Robert F. Taylor Jr., Bill Lloyd und Dave O’Brien, die sich auf die Fährte der Israelis setzten, wurden kurzerhand in die Außenstelle des FBI nach Newark versetzt. Justizminister John Ashcroft weigerte sich bei zwei Gelegenheiten, die DEA-Untersuchungen zu kommentieren – neben Ashcroft schien auch der damalige FBI-Direktor Robert Mueller nicht an einer genaueren Untersuchung interessiert.

 

Zu Wort meldete sich hingegen Mark Regev, damaliger Sprecher der israelischen Botschaft in Washington, der jegliche Beteiligung kategorisch abstritt. Israel spioniere nicht in den Vereinigten Staaten. Punkt. Regev war sich offenbar nicht bewusst, dass die rechtskräftige Verurteilung des israelischen Spions Jonathan Pollard aus dem Jahre 1987 ihn als offensichtlichen Lügner entlarvte – geschadet hat es seiner weiteren diplomatischen Laufbahn jedoch nicht. Er stieg zum Regierungssprecher des israelischen Premierministers Benjamin Netanyahu auf.

 

Israelische Einflussnahme

 

In Boston gibt es eine Gruppe mit dem Namen Committee for Accuracy in Middle East Reporting in America (CAMERA). Diese überwacht, dokumentiert, überprüft und archiviert systematisch die Berichterstattung über den Nahen Osten (speziell Artikel über Israel) und setzt sich – wie sie auf ihrer Homepage bekannt gibt – »im Falle falscher oder ungenauer Presseberichte direkt mit den verantwortlichen Journalisten und Verlegern in Verbindung«. Ein Prozedere, das auf viele Berichterstatter zurecht bedrohlich und einschüchternd wirken mag. So ist es kein Zufall, dass sowohl Fox News als auch KHOU-TV ihre Berichterstattung über die israelischen Kunststudenten im Internet wieder löschten.

 

Viel bedenklicher ist allerdings eine geradezu unglaublich anmutende Sicherheitslücke. Sowohl die DEA als auch das Justizministerium verwenden bei der Durchführung ihrer Operationen israelische Abhörsoftware.So greift die DEA auf Produkte des israelischen Unternehmens Comverse zurück, das eng mit der israelischen Regierung zusammenarbeitet, die bis zu 50 Prozent der Forschungs- und Entwicklungskosten übernimmt – sicherlich nicht ohne entsprechende Gegenleistung. Obwohl dieser Umstand mehrfach angemahnt worden war, wurde keine Abhilfe geleistet, sodass von einer strikten Geheimhaltung gar keine Rede sein kann.

 

Fazit

 

Auch wenn das Ende der Fahnenstange bei den Ermittlungen um 9/11 noch nicht erreicht zu sein scheint, kommt man mit jedem weiteren Puzzlestück dem Gesamtbild etwas näher. Der Anfangsverdacht, dass die Anschläge nicht von einer willkürlich zusammengewürfelten Gruppe islamistischer Terroristen ohne ausreichende logistische, geheimdienstliche und finanzielle Unterstützung ausgeführt werden konnten, hat sich inzwischen bewahrheitet.

 

Je länger man gräbt, umso größer wird die Verwicklung internationaler Geheimdienste – zudem lautet die Frage inzwischen nicht mehr, ob jemand in den US-Behörden oder der Regierung irgendetwas wusste, sondern nur noch, wer dort wie viel wusste.

 

 

 

.

Leser-Kommentare (36) zu diesem Artikel

09.08.2015 | 14:32

Grauber

Noch vor der Jahrtausenwende hörte ich einen Bericht, der die Asbest-Verseuchung der Twin-Towers zum Thema hatte. Abriss käme zu teuer, hiess es damals. Das klang mir noch in den Ohren, als das " Attentat" stattfand.


03.05.2015 | 14:15

Herbert Görgens

@Grossvater: Warum gab´s da bitte keinen Osama? Als CIA-Mitarbeiter und Koordinator für islamistischen Terror weltweit, Rekruteur und Ausbilder sowie Unverteilungsstelle für die Gelder der CIA und der Verbündeten arabischen Geheimdienste und des Mossad war er sehr wohl beteiligt. Oder was glauben Sie warum die "Attentäter" aus seiner Heimat stammten? Wo wir uns wohl kaum etwas vormachen müssen: Die Jungs haben die Flieger nicht gelenkt, das war der erste...

@Grossvater: Warum gab´s da bitte keinen Osama? Als CIA-Mitarbeiter und Koordinator für islamistischen Terror weltweit, Rekruteur und Ausbilder sowie Unverteilungsstelle für die Gelder der CIA und der Verbündeten arabischen Geheimdienste und des Mossad war er sehr wohl beteiligt. Oder was glauben Sie warum die "Attentäter" aus seiner Heimat stammten? Wo wir uns wohl kaum etwas vormachen müssen: Die Jungs haben die Flieger nicht gelenkt, das war der erste Großeinsatz des GPS-gesteuerten UAPs, dein man trifft mit einem Flieger uU einen Turm per Zufall, aber sicher keine zwei mit zwei Fliegern. Wo ich Ihnen recht gebe: Osama hat mit Sicherheit keine entscheidende Rolle gespielt.


03.05.2015 | 13:44

Suppanz

ABLE DANGER The Pentagon has acknowledged that at least five members of Able Danger have said they recall a chart produced in 2000 that identified Mr. Atta, who became ... www.abledanger.net


03.05.2015 | 12:49

Grossvater

Noch immer diskutiert man über den/ die Annschläge wobei es einem klar Denkenden nach kurzem überlegen klar sein musste dass es keinen Bin Laden in dieser Sache gab.


02.05.2015 | 18:03

TC

"....Der Anfangsverdacht, dass die Anschläge nicht von einer willkürlich zusammengewürfelten Gruppe islamistischer Terroristen ohne ausreichende logistische, geheimdienstliche und finanzielle Unterstützung ausgeführt werden konnten, hat sich inzwischen bewahrheitet..." Ja, mein Kleiner, böse Welt, träume weiter, Schatzilein, keiner tut dir was. Das ist alles nur ein Spiel, putzi, putzi, putzi. Das einer am besten ausgeführten Terroranschläge aller Zeiten. Wer da von...

"....Der Anfangsverdacht, dass die Anschläge nicht von einer willkürlich zusammengewürfelten Gruppe islamistischer Terroristen ohne ausreichende logistische, geheimdienstliche und finanzielle Unterstützung ausgeführt werden konnten, hat sich inzwischen bewahrheitet..." Ja, mein Kleiner, böse Welt, träume weiter, Schatzilein, keiner tut dir was. Das ist alles nur ein Spiel, putzi, putzi, putzi. Das einer am besten ausgeführten Terroranschläge aller Zeiten. Wer da von einer "willkürlich zusammengewürfelten Gruppe islamistischer Terroristen ohne ausreichende logistische, geheimdienstliche und finanzielle Unterstützung" kann doch wohl nur Stroh im Kopf haben! --- http://goo.gl/4hrrfx ---


02.05.2015 | 16:35

Wortwechsel

http://www.911-truth.net/11th_of_September-the_Third_Truth_NEXUS_magazine_German.pdf ! Wer das liest, glaubt weder an Flugzeuge, noch an eine jemals erscheinende, ´Offizielle Wahrheit´! Aber das diese ´Bush-Dynastie´ mit zum Bösesten gehört, was diese Welt zu bieten hat, steht fest!

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

Islamischer Staat droht USA in neuem Video mit Anschlägen wie denen vom 11. September 2001

Redaktion

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat in einem neuen elfminütigen Video mit Anschlägen in der Größenordnung der Anschläge vom 11. September 2001 gedroht. Man werde »Amerika brennen lassen«, hieß es. Zugleich drohte der IS mit Terroranschlägen gegen Amerikaner überall auf der Welt. Die dschihadistischen Terrorgruppen seien seit den Anschlägen 2001,  mehr …

Bei Angriff auf Iran: Saudischer Luftkorridor für Israel

Redaktion

Berichten zufolge hat Saudi-Arabien Israel im Falle eines Angriffs auf den Iran die Nutzung seines Luftraums zugesagt. Im Gegenzug erwartet das Land, dass Israel seinerseits in den Verhandlungen mit den Palästinensern »einige Zugeständnisse« macht, berichtete der israelische Fernsehsender Channel 2 unter Berufung auf einen nicht genannten  mehr …

Al-Qaida-Terrorist sagt aus: »Saudische Prinzen planten Abschuss von Airforce One«

Redaktion

Der frühere Al-Qaida-Terrorist Zacarias Moussaoui hat eine enge Verbindung zwischen der Terrorgruppe und dem saudischen Königshaus in den 1990er Jahren enthüllt. Darüber hinaus erklärte er, saudische Prinzen und Terroristen hätten über Pläne diskutiert, die Maschine des amerikanischen Präsidenten – die Airforce One – während des Fluges mit einer  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

JP Morgan häuft den größten Silberschatz aller Zeiten an

Michael Snyder

Was will JP Morgan bloß mit all dem Silber? Über 55 Millionen Unzen Silber hat die Großbank mittlerweile zusammengetragen, dabei waren es Anfang 2012 noch weniger als fünf Millionen Unzen.  mehr …

»Tag der Arbeit« – Irrsinn, Grabreden & Krawall

Redaktion

Auf der Website des DGB lesen wir dieses Jahr zum Ersten Mai das Folgende: »2015 begehen wir in Deutschland zum 125. Mal den Tag der Arbeit.« Es ist wohl dem Jubiläum geschuldet, dass die Phrasen der Funktionäre dieses Jahr besonders salbungsvoll geraten. Dass schon dieser eine Satz eher an eine Grab- als an eine Festrede erinnert, kommt nicht von  mehr …

Steuern auf Rekordhöhe – doch die Abzocke geht weiter

Michael Brückner

Regelmäßig berichten Bund und Länder über neue Rekorde bei den Steuereinnahmen. Das ist dem nimmersatten Fiskus nicht genug.  mehr …

Baltimore-Krawalle – Zwölf unerwünschte Fragen

Michael Snyder

Die Unruhen in Baltimore wirken inszeniert, als hätte jemand alles perfekt für die Berichterstattung im Fernsehen arrangiert. Wie kann das sein? Brennende Polizeifahrzeuge sind rund um den Globus tolles Kamerafutter, aber warum standen diese Fahrzeuge überhaupt mitten in den Unruhegebieten völlig unbeaufsichtigt herum, ohne dass auch nur ein  mehr …

Werbung

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.