Tuesday, 30. August 2016
30.05.2015
 
 

»Handbuch für das Überleben in Krisenzeiten«

Markus Gärtner

Wir leben in einer Zeit der großen Krisen. Die Weltwirtschaft stagniert, das Vertrauen in die Finanzwelt ist erschüttert. Die Politik entfernt sich vom Wahlvolk. Weltweit lauern regionale Krisen. An der Wall Street grassiert die Furcht vor einem erneuten Finanz-Gau. In unseren Städten mehrt sich bandenähnliche Gewalt. Und Naturkatastrophen nehmen zu. Immer mehr Menschen hegen Zukunfts- und Existenzängste.

 

Statt am Stammtisch zu meckern, sollten wir etwas tun: Demonstrieren, unseren Abgeordneten schreiben oder ein gutes Handbuch für Krisenzeiten in die Hand nehmen. Die Vorsorge für den Krisenfall verspricht nur Erfolg, wenn man mit ihr VOR dem Ernstfall beginnt. Eines der hilfreichen Bücher, die mir kürzlich dazu in die Hand fielen, ist das übersichtlich gegliederte und reichlich bebilderte Handbuch für das Überleben in Krisenzeiten von Herbert Rhein.

 

Rhein setzt in seinem Werk voraus, dass man durch Überlassung, Pacht oder Kauf ein paar Quadratmeter Land sichern und bewirtschaften kann. Das kann ein größerer Garten hinter dem Haus sein. In einer Großstadt wäre sogar das Dach über dem Mehrfamilienhaus geeignet. Wahlweise auch der Schrebergarten oder ein Stück ungenutztes Land eines Bauern in der ländlichen Nachbarschaft. Je mehr Hände, desto höher der Ertrag. Das magische Wort, das dieses Handbuch durchzieht, lautet Selbstversorgung:

 

»Ein wichtiger Faktor im Rahmen des Krisenmanagements ist die Selbstversorgung, die für unsere Großeltern noch selbstverständlich war und sie dazu befähigte die Kriegs- und Nachkriegszeiten zu überleben. Erst mit dem wachsenden Wohlstand, der Rundumversorgung durch Supermärkte, einem anderen Freizeitverhalten und als Folge davon der Umgestaltung von Gartenland in Rasen- und Blumenrabatten sind das jahrtausendalte Wissen und die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, in Vergessenheit geraten.«

Das Buch soll laut Herbert Rhein »keinen missionarischen Charakter« haben. Dieses Versprechen hält der Autor mit einem praktisch angelegten Ratgeber, der nicht fragt, was richtig oder falsch ist, sondern nur, was unter den schwierigen Bedingungen von Not, Knappheit und einer zusammengebrochenen zivilen Infrastruktur machbar und sinnvoll ist. Mir ist beim Lesen nichts eingefallen, was fehlen würde.

 

Der Ratgeber deckt vom Einsatz des selbstgemachten Düngers, über das Bohren und den Betrieb eines Brunnens bis hin zum Pökeln von Fleisch für die Vorratshaltung und der Herstellung von Kerzen alles, was im Ernstfall ohne fremde Hilfe geleistet werden muss, damit die Selbstversorgung gesichert ist.

 

Die Beschreibungen werden mit instruktiven Bildern und Diagrammen angereichert und erstrecken sich von den Zutaten des jeweiligen Grundprodukts über dessen Herstellung und die Aufbewahrung bis hin zur Erklärung der besten Anwendungsformen. Selbst der Bau eines eigenen Windrades für die unabhängige Energieerzeugung wird im Detail beschrieben. Das gilt auch für das Backen von Brot (inklusive der Bauanleitung für einen Holzofen) und die Abdichtung des Hausdachs.

 

Sogar der fachgerechten Schlachtung von Tieren und der Herstellung von Kleidern aus Häuten wird eines der elf Hauptkapitel gewidmet. Angenehm an dem Buch ist auch, dass es keine billige Angstmache betreibt, obwohl fast drei EU-Länder bankrottgingen, ein europäischer Staat unregierbar wurde und Nordkorea mit einem Atomschlag drohte, während es geschrieben wurde. Das Werk überzeugt durch Einfachheit und Klarheit, wo es um die Herstellung wichtiger Nahrungsmittel, Werkzeuge und Hilfsmittel wie Kerzen oder Brunnen geht.

 

Sollte ein Terroranschlag, eine Sturmkatastrophe oder eine enorme Feuersbrunst regional die Kommunikationsnetze zerstören und gar Krankenhäuser lahmlegen, enttäuscht dieses Buch ebenfalls nicht. Wir erfahren, wie man Knochenbrüche behandelt, Notruflisten organisiert und Kerzen oder Salben ohne fremde Hilfe herstellt.

 

Ganz nebenbei: Einige der Werkzeuge und Hilfsmittel, auf die es in einer Katastrophe ankommt, finden Sie auch im Kopp-Shop auf der Webseite: Sie reichen von leistungsfähigen Wasserfiltern, über Petroleum-Kocher und Stromgeneratoren bis hin zu Pfefferspray zur Selbstverteidigung und Outdoor-Kochgeschirr. (Es bleibt ja nicht immer Zeit, alles selbst zu machen).

 

Sehr hilfreich ist in dem Handbuch von Herbert Rhein auch das Kapitel, in dem die Vorbereitung auf eine Tauschwirtschaft erklärt wird. Wenn Bares oder Kreditkarten nicht mehr helfen, braucht man etwas, wofür andere Menschen in der Not eines ihrer knappen Produkte oder Werkzeuge hergeben.

 

Selbst ohne Krise ist das Werk hilfreich und interessant. Hier habe ich endlich verstanden, wie ich selber Bier brauen, Holz optimal für die Wärmegewinnung einsetzen und einen Holzbackofen zimmern kann.

 

 


Perfekte Krisenvorsorge

Stellen Sie sich vor, nach einem Bankencrash kommen Sie tage-, vielleicht sogar wochenlang nicht an Ihr Geld. Oder infolge der sogenannten Energiewende kommt es in großen Ballungszentren plötzlich zu einem Blackout. Kein Kühlschrank, kein Fernseher, kein Computer, kein Logistikzentrum funktioniert mehr. Und schon nach wenigen Tagen kommt es zu Versorgungsengpässen. Nach Jahren des Wohlstands haben viele von uns verlernt, ganz gezielt für den Notfall vorzusorgen...

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Versorgen Sie sich selbst - machen Sie sich unabhängig!
Wir leben in einer Zeit der großen Krisen. Die Weltwirtschaft ist am Boden, das Vertrauen in die Finanzwelt ist erschüttert, die Ersparnisse sind nicht mehr sicher, der Arbeitsmarkt verschlechtert sich zusehends. Die Polizei befürchtet in deutschen Städten Unruhen und bürgerkriegsähnliche Zustände. Politiker agieren immer hilfloser angesichts der zunehmenden Probleme. Immer mehr Menschen hegen Zukunfts- und Existenzängste...

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Leser-Kommentare (8) zu diesem Artikel

26.08.2015 | 16:39

Jockel

@Skeptiker: Genau! Und vor dem Hintergrund des derzeitigen Wohlstandes müssen die Autoren solcher Bücher auch noch kräftig an der Atomschlagschraube drehen, um ihre Bücher verkaufen zu können. Inhaltlich gehen diese Bücher kaum über das Niveau von "Was Oma und Opa noch wußten" hinaus. Wer´s kauft...


31.05.2015 | 17:07

Frank Großmann

In der Gartensparte sind von hundert Garteninhabern nur zwei die überhaupt etwas Sinnvolles in einer verwertbaren menge anbauen. Ich halte mir Kaninchen und Wachteln. Wachteln sind die kleinsten Hühnervögel sie legen fast jeden Tag ein Ei. Im letzten Winter hatte ich mal 10 Stück in der Wohnung gehalten. Sie brauchen wenig Platz und legen den ganzen Winter hindurch.


31.05.2015 | 04:31

ralf

In dem Buch "Die Proviantbibel" wird praxisnah beschrieben wie man auf kleinen Booten, Monate und laenger autark auf See leben kann. Dieses Wissen kann auch, in vielen Punkten,auf Stadtwohnungen umgelegt werden. Langzeitverproviantierung, Trinkwasserlagerung und die Intensivkultur auf der Fensterbank von Gesundheitswichtigen Vitalstofftraegern erscheinen mir im Kriesenfall wichtig.


30.05.2015 | 20:24

Skeptiker

Der Vorschlag einer Vorsorge scheint vernünftig zu sein. Für mich stellt sich jedoch die Frage ob die Autoren der Bücher nicht auch die grossen Gewinner sind, denn es gibt für vieles ein Buch sei es gegen Impotenz, Haarausfall oder chronischen Gelmangel. Geholfen ist dabei meist nur dem Herausgeber, Verleger und Vertrieb der Literatur.Mein Motto lautet : hilf dir selbst, dann hilft dir Gott.


30.05.2015 | 19:33

Peter Freimensch

Vielleicht will man sich persönlich einem Endzeitszenario á la "Mad Max" auch gar nicht aussetzen - wenn die Kinder wirtschaftlich auf eigenen Füßen stehen und es ansonsten nur noch wenig zu verlieren gibt, ist ein finales friedliches Einschlafen sicher nicht als schlechteste Option anzusehen. Aber auch dafür muss man rechtzeitig Vorsorge treffen ...


30.05.2015 | 17:44

AJD

@Roger, in der Stadt überleben geht unmöglich, wenn das System wirklich zusammenkracht Krieg/Finanzen/Strom. Schon in kleineren Dörfern wird es schwierig. Meine Grosseltern haben dank eigenen Land und selbst angepflanzen Kartoffeln den 2.WK ohne Essensmarken überlebt, weil der Import wegfiel. Überall wurde auf jedem freien Flecken angepflanzt. Nur lebten da in der Schweiz noch knapp 4 Millionen Menschen. Heute sind es doppelt soviele und das Land wurde zubetoniert. Die Chance...

@Roger, in der Stadt überleben geht unmöglich, wenn das System wirklich zusammenkracht Krieg/Finanzen/Strom. Schon in kleineren Dörfern wird es schwierig. Meine Grosseltern haben dank eigenen Land und selbst angepflanzen Kartoffeln den 2.WK ohne Essensmarken überlebt, weil der Import wegfiel. Überall wurde auf jedem freien Flecken angepflanzt. Nur lebten da in der Schweiz noch knapp 4 Millionen Menschen. Heute sind es doppelt soviele und das Land wurde zubetoniert. Die Chance die Bevölkerung selbst zu versorgen ist in der Schweiz vertan. Deutschland/DDR hätte noch mehr freies Land. Mann muss also dorthin ausweichen wo es noch was zu essen gibt und wo sich nicht jeder hintraut. Das ist der Wald, möglichst tief hinein. Aber in dem überlebt nicht jeder ohne das nötige Wissen. Ich empfehle die Bücher von Tom Brown, Jr. http://www.wildnisschulenportal-europa.de

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