Sunday, 26. June 2016
18.06.2014
 
 

Das »Wikileaks« des Weltfinanzsystems: Notenbanken manipulieren Aktienmärkte

Markus Gärtner

Eine Gruppe von Notenbanken hat heimlich still und leise massiv an den Kapitalmärkten interveniert und Aktien im großen Stil gekauft. Was schon lange als Gerücht kursierte, wird jetzt bestätigt.

 

Und zwar vom »Official Monetary and Financial Institutions Forum« (OMFIF), einer international aufgestellten Research- und Beratergruppe. Auf der Webseite des OMFIF heißt es in einer Pressemitteilung zu dessen neuem »Global Public Investor«-Bericht für 2014: »Notenbanken rund um die Welt, inklusive Europa, kaufen zunehmend Aktien.« Dadurch seien öffentliche Aktionäre zu einer »globalen Macht an den internationalen Kapitalmärkten« geworden.

 

Der Bericht – der auch die Logos der DZ Bank und der Quantum Global Group trägt - basiert auf der ersten umfassenden Analyse von 29,1 Billionen Dollar Wertpapier-Investments durch 400 öffentliche Institutionen in 162 Ländern. Im Rahmen der Analyse wurden 157 Zentralbanken, 156 öffentliche Pensionsfonds und 87 Staatsfonds ausgeleuchtet.

 

Diese haben addiert ein Anlagevermögen von 40 Prozent der Weltproduktion angehäuft. Die Notenbanken haben daran einen Anteil von 13,2 Billionen Dollar, also 45,36 Prozent.

 

Chinas Devisenbehörde, die State Administration of Foreign Exchange (SAFE), ist im Zuge dieser globalen Aktienkäufe zum größten öffentlichen Aktionär der Welt aufgestiegen. Das entnahm die Financial Times dem Bericht, den sie vorab zu sehen bekam. Hier wird erneut die Strategie von Chinas Führung deutlich, dem Dollar als führender Reserve- und Abrechnungswährung im Welthandel das Wasser abzugraben.

 

Diesem Ziel dienen auch zahlreiche milliardenschwere Vereinbarungen Chinas mit Handelspartnern wie Russland, um so weit wie möglich im bilateralen Güteraustausch den Dollar zu vermeiden und die Verbreitung der eigenen Währung, des Renminbi, zu forcieren.

 

In Europa sollen demnach die dänische und schweizerische Notenbank zu den öffentlichen Großaktionären gehören. Die Schweizer Notenbank soll eine Aktienquote von etwa 15 Prozent haben. Das Aktien-Portfolio der dänischen Zentralbank soll Ende 2013 ungefähr 500 Millionen Dollar ausgemacht haben.

 

Damit wird klar, dass die seit fünf Jahren währende Rally, die sich von der wirtschaftlichen Entwicklung auf dem Planeten längst abgekoppelt hat, ein Kartenhaus systematischer Marktpflege und Manipulation geworden ist. Während die globalen Wachstums-Prognosen seit Ende 2012 fast kontinuierlich sinken, hat der MSCI Weltindex der Aktien ziemlich genau ein Drittel zugelegt. – Der Bericht wurde am Dienstag Abend im Rathaus von London vorgestellt.

 

 

 


 

 


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