Donnerstag, 27. Juli 2017
14.08.2014
 
 

Der trudelnde »Retter der Weltwirtschaft«: Die US-Konsumenten gehen auf Krücken

Markus Gärtner

Erst bricht der Konsum in Japan ein, ein Minus von fünf Prozent im zweiten Quartal. Jetzt meldet die US-Regierung eine schockierende Vollbremsung des privaten Konsums im Juli. Nach mehreren Monaten mit leichtem Anstieg stagnierten die Umsätze im US-Einzelhandel. Den Verbrauchern geht die Puste aus.

Für das laufende Quartal verheißt das erneut eine enttäuschende Konjunktur, weil der private Konsum zwei Drittel zur gesamtwirtschaftlichen Leistung der USA beisteuert. Freier Fall in Japan also, Plus-Stillstand in den USA. Die Vollbremsung der US-Konsumenten kommt kurz nachdem das Ifo-Institut in Deutschland vorhergesagt hat, dass die USA in den kommenden Jahren eine entscheidende Rolle für die globale Konjunktur spielen werden.

 

Jetzt fragt sich nur noch, mit welchen Vorzeichen. Doch bei den Hiobsbotschaften aus Amerika und Japan bleibt es nicht in dieser Woche. Am Mittwoch haben wir auch aus China miserable Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung gehört. Die Banken im Reich der Mitte haben im Juli so wenige Neukredite ausgegeben wie seit der Finanzkrise nicht mehr.

 

Die Industrieproduktion verlangsamt sich, die Investitionen stocken, die Regierung versucht einen Immobilien-Crash zu dämpfen, der das Finanzsystem aus den Angeln heben könnte. Die Zahlen aus China kommen nur wenige Tage nachdem der Internationale Währungsfonds die Führung in Peking ermahnt hatte, für 2015 ein bescheideneres Wachstumsziel auszugeben, weil die Wirtschaft in der Volksrepublik mit einer Serie von »Verwundbarkeiten« konfrontiert wird.

 

Aus Großbritannien hören wir derweil, dass die Notenbank die Zinswende nach oben verschieben könnte, weil zwar der Arbeitsmarkt Besserung zeigt, aber die Löhne nach Abzug der Inflation sinken. Rechnet man die Boni ein, dann steigen die Löhne auf der Insel derzeit um jährlich 0,3 Prozent, während die Preise um 1,9 Prozent nach oben schießen. Das passt zu den USA, wo ebenfalls neue Jobs geschaffen werden, aber die Lohntüten 23 Prozent schmäler sind als vor der Finanzkrise.

 

Kein Wunder, dass selbst Billigheimer wie Wal-Mart unter schwachen Umsätzen stöhnen, wenn die Kaufkraft derart sinkt. Und die Euro-Zone? Dort gingen die Verkaufserlöse der Einzelhändler im Juli ebenfalls zurück, belastet von dem verstärkten Abschwung in Frankreich und Italien.

 

Und jetzt zeigen sich sogar in Deutschland Bremsspuren, die sich wegen der Russland-Sanktionen noch stärker bemerkbar machen werden. Der Weltwirtschaft kommen die Wachstumstreiber abhanden, während die Risiko-Herde zunehmen, die Spannungen vom Nahen Osten über Nordafrika bis nach Ostasien wachsen und die Energiepreise hoch bleiben.

 

Die USA haben sich in diesem Club der Lahmen gerade neue Krücken zugelegt. – Die nächste Krise lässt nicht lange auf sich warten.

 

 

 

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Leser-Kommentare (1) zu diesem Artikel

15.08.2014 | 21:37

GLADIO

Ewiger Wachstum ist wider der Natur. Kein Baum, kein Grashalm und kein Haar auf Deinem Kopf kann ewig und unendlich wachsen. Aber, es gibt da einen Finanzsektor auf diesem Planeten der doch tatsächlich immer währenden Wirschaftswachtum vorgaukelt, und dieses Theaterstück mit virtuellen Zahlen prächtig inszeniert. Die reale Wirtschaft geht, wegen des o. g. endlichen Baumwuchses zugrunde, der Baum stirbt, das tun nun mal Bäume natürlcher Weise. Wobei, Dank Computer der Finanzsektor...

Ewiger Wachstum ist wider der Natur. Kein Baum, kein Grashalm und kein Haar auf Deinem Kopf kann ewig und unendlich wachsen. Aber, es gibt da einen Finanzsektor auf diesem Planeten der doch tatsächlich immer währenden Wirschaftswachtum vorgaukelt, und dieses Theaterstück mit virtuellen Zahlen prächtig inszeniert. Die reale Wirtschaft geht, wegen des o. g. endlichen Baumwuchses zugrunde, der Baum stirbt, das tun nun mal Bäume natürlcher Weise. Wobei, Dank Computer der Finanzsektor Zahlenketten jongliert, das ich mir wünsche ein EMP-Impuls erleben zu können, so dass diese Zahlenflut für immer verschwindet, und was übrig bleibt eben die wirkliche Realität ist. Dann liebe Freunde stehen wir zwar vor einen Scherbenhaufen >>> aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende >>> Papst Franziskus sagte so treffend: Die Welt ist der Götzendienerei am Geld verfallen, und für ihr Überleben die Gewinne aus Kriegen braucht.

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