Wednesday, 1. June 2016
27.03.2015
 
 

Jade Helm: Wie das US-Militär die Bevölkerung infiltriert

Markus Gärtner

Wenn man im Englischen das Wort »jade« benutzt, ist entweder ein zänkisches Weib, ein abgemagertes Pferd oder eine Ehebrecherin gemeint. Jetzt sorgt das Wort »Jade« in den US-Medien für heftige Schlagzeilen. Aber in einem ganz anderen Zusammenhang. Und der schlägt hohe Wellen. Denn ein Militärmanöver namens »Jade Helm«, das in diesem Sommer stattfinden soll, wird als getarnte Übung für die Unterdrückung von Protesten gesehen.

 

Das Pentagon und die Geheimdienste stehen im Verdacht, die rasche Niederschlagung eines Aufstands der 315 Millionen Amerikaner nach einem wirtschaftlichen Kollaps oder nach sozialen Unruhen zu trainieren.

Der Hintergrund: Vom 15. Juli bis 15. September wird Jade Helm in neun Bundesstaaten der USA veranstaltet. Im Verlauf der acht Wochen dauernden Kampagne üben Soldaten, Heimatschützer und Agenten das unerkannte Einsickern in die Bevölkerung. Mit ziviler Kleidung und zivilen Fahrzeugen sollen sie sich quasi unsichtbar machen.

Um die Infiltrierung möglichst erfolgreich durchzuführen, setzt man die Soldaten unter großen Druck: Die zivile Bevölkerung ist aufgefordert, sofort die Behörden zu informieren, wenn sie verdächtige Personen in ihrer Nachbarschaft sieht.

 

Das offizielle Ziel von Jade Helm lautet, in großflächigen, schwach entwickelten und dünn besiedelten Regionen militärische Taktiken zu erproben.

 

Der flüchtige Beobachter vermutet hinter diesem Manöver eine Vorbereitung auf Einsätze der US-Armee in Wüstengebieten des Nahen Ostens oder in kargen Hochebenen Zentralasiens. Doch Jade Helm wird von vielen misstrauischen Amerikanern mit großem Argwohn beobachtet. Der entzündet sich vor allem an der Tatsache, dass Bundesstaaten wie Utah und Texas zu »Feindgebiet« erklärt werden.

 

Im ideologisch tief gespaltenen Amerika, wo sich linke Demokraten und rechte Neokonservative unversöhnlich gegenüber stehen, macht das misstrauisch. Denn Texas und Utah gehören mit Abstand zu den konservativsten Staaten in den USA. Aus der Sicht des politisch linken Barack Obama – und speziell mit Blick auf die Präsidentenwahl 2016 – sind der Mormonenstaat Utah und die Republikaner-Hochburg Texas tatsächlich »verdächtiges« Territorium.

 

Selten wurde das so deutlich wie im August 2011. Da knöpfte sich der konservative Gouverneur von Texas, Rick Perry, im laufenden Präsidentschaftswahlkampf den von Obama nominierten Chef der Notenbank, Ben Bernanke, vor. Perry watschte Bernanke so wüst ab, dass ein medialer Shitstorm folgte.Zur massiven Geldausweitung der Notenbank unter Bernanke befragt, sagte Perry bei einer Rede in Iowa:

»Wenn der Kerl bis zur Wahl noch mehr Geld druckt, weiß ich nicht, was ihr hier in Iowa mit ihm anstellen würdet, aber wir würden ihn bei uns in Texas ziemlich hässlich behandeln. Wer mehr Geld druckt, um Politik zu machen, ist ein Hochverräter.«

Solch miese Absichten unterstellen viele, vor allem im rechten Teil des politischen Spektrums der USA, nun Obama mit der Militärübung Jade Helm.


Auf der Webseite InfoWars wird daran erinnert, dass Übungsskizzen und Aufmarschpläne für ähnliche Manöver in der Vergangenheit ebenfalls konservative Bundesstaaten im Visier hatten. Der Vorwurf: Es passe Washington nicht, dass dort politisch Konservative und Gruppen wie die Tea Party der Republikaner starken Zulauf haben.

 

Die Redakteure bei InfoWars zitieren ein Dokument, das 2012 an die Öffentlichkeit gelangte. Das Papier mit dem Titel »Operationen gegen Aufständische« beschrieb, wie Soldaten Waffen von Zivilisten beschlagnahmen und amerikanische »Dissidenten« töten.

 

In dem Militärhandbuch wurde verlangt, Gefangene in Konzentrationslager zu stecken und in Arbeitslagern umzuerziehen, damit sie die Politik der Regierung gutheißen. In einer Studie des Ministeriums für Heimatschutz wurden laut InfoWars im selben Jahr 2012 Amerikaner, die misstrauisch gegenüber den Bundesbehörden sind, als »rechtsextreme Terroristen« bezeichnet.

 

Um die Einschätzung der kontroversen Heimatschutzübung im Sommer ist nun auch noch ein regelrechter Medienkrieg entbrannt. Newsseiten wie InfoWars, die Jade Helm kritisieren und dessen Ziele in Zweifel ziehen, werden von der Armee und den tonangebenden Medien attackiert.

 

Die Zeitung Houston Chronicle, ein Mainstream-Blatt, kanzelte die Kritik von InfoWars als »ultra-rechte Ängste vor einer Machtübernahme« von Obama in Texas ab.

 

Doch solche Ängste scheint es an vielen Orten im amerikanischen Hinterland zu geben. Auf Anzeigetafeln der »Kirche Jesu« in Texas wird in einigen Städten vor so genannten »FEMA Domes« gewarnt. Die FEMA ist die Bundesbehörde für den Katastrophenschutz.

 

Auf einem der Warnschilder steht: »Nehmt euch vor den Todeslagern der FEMA in Acht, die Juden haben gedacht, das würde nicht passieren.« Mindestens 28 solcher »Todeslager« werden in der Region, in der die geplante Übung abgehalten werden soll, gerade gebaut.

 

Die Mainstream-Zeitung New York Times bezeichnet diese Bauten als Gebäude für einen doppelten Verwendungszweck: als Sportstätten und als Notunterkünfte für Katastrophenzeiten. Doch die vielen Amerikaner im Land, die der Bundesregierung in Washington nicht trauen, sehen einen weiteren Verwendungszweck: Konzentrationslager für rebellierende Amerikaner.

 

 

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Leser-Kommentare (18) zu diesem Artikel

19.04.2015 | 14:33

Andrea Valkovic-Moceri

Die Hippy-Zeit ist schon lange ´rum, das ist klar. Was sich allerdings hier an Zukunftsaussichten auf tut, ist verheerend.


03.04.2015 | 02:03

hans

Egal ´, brot und spiele ´, war kein geistes blitz ´, die annuakies´, griechen ´, römer und die brieten haben uns gebrieft´, warum nur uns in der spur der idiotie zu halten´, alles ist nur ein biochemnicher prozezess


02.04.2015 | 14:00

Strafgefangener 106

Die Komödie "Es gibt eine demokratisch gewählte Regierung" die dort aufgeführt wird, soll natürlich davon ablenken welche Herrschaften im Hntergrund die Fäden ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es nochmals irgendwann zu einem Bürgerkrieg in der USA kommt. Jedesmal wenn es brenzlig für die gerade amtierende Regierung wird, kommt es "zufällig" zu einem Krieg, den die USA in der Welt führen muss und die Nation sich geschlossen hinter ihrem Präsidenten...

Die Komödie "Es gibt eine demokratisch gewählte Regierung" die dort aufgeführt wird, soll natürlich davon ablenken welche Herrschaften im Hntergrund die Fäden ziehen. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es nochmals irgendwann zu einem Bürgerkrieg in der USA kommt. Jedesmal wenn es brenzlig für die gerade amtierende Regierung wird, kommt es "zufällig" zu einem Krieg, den die USA in der Welt führen muss und die Nation sich geschlossen hinter ihrem Präsidenten stellt und zusammensteht. Das zieht sich durch die jüngere Geschichte der USA wie ein roter Faden.


28.03.2015 | 20:13

Bodo Matern

Im ideologisch tief gespaltenen Amerika, wo sich linke Demokraten und rechte Neokonservative unversöhnlich gegenüber stehen, macht das misstrauisch.Nö, macht es nicht.Denn die Drahtzieher hinter beiden Theaterparteien sind die gleichen Logenbrüder.Wenn im Kongress "BONES" gerufen wird, laufen 4/5 der Abgeordneten raus, samt Präsidentendarsteller, wenn er da sein sollte.Tatsächlich geht es bei den Übungen um die Unterdrückung eines "Szenario 1861".Die Masse in...

Im ideologisch tief gespaltenen Amerika, wo sich linke Demokraten und rechte Neokonservative unversöhnlich gegenüber stehen, macht das misstrauisch.

Nö, macht es nicht.
Denn die Drahtzieher hinter beiden Theaterparteien sind die gleichen Logenbrüder.
Wenn im Kongress "BONES" gerufen wird, laufen 4/5 der Abgeordneten raus, samt Präsidentendarsteller, wenn er da sein sollte.

Tatsächlich geht es bei den Übungen um die Unterdrückung eines "Szenario 1861".
Die Masse in Texas und auch in klassischen "Nordstaaten" wie Vermont hat die Schnauze voll von der Union, in Alaska stellte die Unabhängigkeitsbewegung bereits den Gouverneur (zufällig Mr.Palin).
Und im Südwesten leben zudem massenhaft Latinos, die nur deshalb loyal sind, weil die grüne Grätze sie lockt, die wir als "Dollar" kennen.
Ist das zeug erst mal auch amtlich wertlos, werden sich diese Bundesstaaten aus der Union verabschieden!
Das gilt es zu verhindern.


28.03.2015 | 12:11

edmundotto

@sw," linke Demokraten und rechte Neokonservative"; ich denke, in den zurückliegenden Jahren sind für die politischen Gesinnungen diverser Bevölkerungsgruppen die abenteuerlichsten Synonyme geprägt worden. In unserem Land verwenden die Leitmedien für alle, die nicht system- oder regierungskonform erscheinen, den Zusatz "extrem". Das Betätigungsfeld für Gesinnungsschnüffler vergrößert sich täglich. Ich fürchte, das KOPP-Forum gehört auch schon dazu. In der BRD...

@sw," linke Demokraten und rechte Neokonservative"; ich denke, in den zurückliegenden Jahren sind für die politischen Gesinnungen diverser Bevölkerungsgruppen die abenteuerlichsten Synonyme geprägt worden. In unserem Land verwenden die Leitmedien für alle, die nicht system- oder regierungskonform erscheinen, den Zusatz "extrem". Das Betätigungsfeld für Gesinnungsschnüffler vergrößert sich täglich. Ich fürchte, das KOPP-Forum gehört auch schon dazu. In der BRD haben 200 US-Firmen eine Zulassung für "nachrichtendienstliche Tätigkeiten", sie können hier steuerfrei agieren. Wenn ich recht informiert bin, wurde die Bewilligung hierfür in der Ära-Schröder gesetzlich bestätigt. Eine der Bedingungen für die sog. Einheit war, das die Alliierten weiterhin uneingeschränkt ihrer nachrichtendienstlichen Tätigkeit nachgehen können. All dies ist weitestgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit geschehen und kann uns DDR-ähnliche Zustände bescheren.


28.03.2015 | 11:01

sw

"linke Demokraten und rechte Neokonservative"  Innenpolitisch ist das vielleicht so, aber nur bezogen auf die Mehrheit der Bevölkerung. Mit Blick auf die "Eliten" und außenpolitisch gibts keinen relevanten Unterschied zwischen Demokraten und Republikaner, das ist eher das -böser-Cop--guter-Cop-Spiel. Und die Demokraten als "links" zu bezeichnen ist schlichtweg Schwachsinn, gilt im übrigen auch für Deutschland

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