Friday, 26. August 2016
11.01.2016
 
 

Killer-Beichte im US-Fernsehen: »Wir haben eine enorme Rally angeheizt«

Markus Gärtner

Hier kommt eine Beichte, die Finanzmärkte zum Einsturz bringen kann. Der ehemalige Präsident der US-Notenbank-Zweigstelle in Dallas, Richard Fisher, legte jetzt im Wall-Street-hörigen TV-Sender CNBC in der Sendung Squawk Box eine brisante Beichte ab: »Wir haben eine enorme Rally angeheizt, um einen Wohlstands-Effekt zu erzeugen … Die US-Notenbank ist eine riesige Waffe, die keine Munition mehr hat.«

 

Im Klartext: Der Kaiser steht nackt da. Die Geldschwemme, die in den USA sechseinhalb Jahre lang massiv angeheizt worden ist, hat definitiv ihren Höhepunkt überschritten. Jetzt geht es an den Märkten abwärts. Wie schroff, das weiß keiner. Aber Fisher sieht zumindest »beträchtliches« Korrektur-Potenzial für die Börsen. Er erwartet eine jahrelange Seitwärtsbewegung an den Wertpapiermärkten, bis die aktuellen Übertreibungen einigermaßen abgebaut sind.

 

Das Eingeständnis, dass die Fed die Kapitalmärkte umfassend manipuliert hat, brauchten wir eigentlich gar nicht. Das war allzu sichtbar. Aber jetzt steht es auch offiziell in den Geschichtsbüchern.

 

Fisher war in der besagten Sendung zu dem laufenden Crash an den beiden China-Börsen interviewt worden. Dieser sei nicht der Grund für den miserablen Jahresauftakt an der Wall Street, findet er:

 

»Wir dürfen für diesen Markteinbruch nicht die Chinesen verantwortlich machen, wir schauen immer nur nach Ausreden.« Solche Ausreden haben die Notenbanker der Welt jetzt zumindest nicht mehr, wenn sich die augenblickliche Talfahrt an den Börsen beschleunigt und die Schuldigen für die größte Wertvernichtung gesucht werden, die die Welt bisher gesehen hat.

 

Der Preis für die nun öffentlich eingestandene Markt-Manipulation ist gewaltig.

 

Er reicht von der Entwertung des Dollars und des Euro über immense Immobilienpreise, die immer mehr Menschen aus den Städten verdrängen, über hunderte von Milliarden Euro, die allein deutschen Sparern entgangen sind, weil auch die Europäische Zentralbank eine exzessive Geld- und Zinspolitik betreibt, bis hin zu Lebensversicherungen, deren Erträge wegen der ultra-niedrigen Dauerzinsen schwer unter die Räder gekommen sind und Millionen von Menschen zwingen werden, Jahre später als geplant in Rente zu gehen.

 

Falls jemals eine Bilanz dieses Betrugs an den Sparern und kleinen Aktionären aufgestellt wird, wird sie die wirtschaftliche Gesamtleistung der fünf bis zehn größten Volkswirtschaften auf der Welt bei weitem übersteigen.

 

Der Schaden ist galaktisch. Die Konsequenzen bis hin zu einem noch viel größeren Finanzdesaster als 2008 sind völlig unklar. Aber sicher dürfte sein: Auch diesmal wird wohl niemand wirklich zur Verantwortung gezogen werden, wie nach dem Finanzkollaps 2008.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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