Dienstag, 6. Dezember 2016
30.11.2015
 
 

Quatsch statt Qualität: Der Niedergang der Mainstream-Medien hält an

Markus Gärtner

Das Vertrauen in die Massenmedien erreicht immer neue Tiefpunkte. Wer aufmerksam gedruckte Nachrichten liest, ist kaum überrascht. Denn wir können uns nicht auf die Berichte, die uns serviert werden, verlassen. Das jüngste Beispiel liefern zwei führende US-Zeitungen.

 

Die New York Times, die bei Pulitzer-Preisen absahnt wie keine zweite Zeitung in Amerika, meldete am 28. November: »Chinesisches Bargeld überflutet den US-Immobilienmarkt«. Nur einen Tag später lasen wir jedoch bei einer anderen der angesehensten US-Zeitungen, dem Wall Street Journal: »Chinesen ziehen sich aus Investitionen im US-Immobilienmarkt zurück«.

Ein Top-Thema, zwei Alpha-Zeitungen, zwei völlig widersprüchliche Meldungen. Und das mit nur einem einzigen Tag Abstand. Da kann ein Leser nur verzweifeln – oder vom Verkauf der Zeitungen Abstand nehmen.

Die New York Times erklärte die angebliche chinesische Investitionswelle am 28. November so: »Chinesische Familien suchen sichere Plätze für ihr Geld, vom ländlichen Texas bis zum Silicon Valley sind amerikanische Immobilien ein immer beliebteres Ziel für ihr Geld.«

 

Doch im Wall Street Journal hörten sich die Erläuterungen ganz anders an: »In den vergangenen Wochen haben chinesische Käufer begonnen, sich zurückzuziehen, verunsichert durch den Börseneinbruch in China, das langsamere Wachstum in der Volksrepublik, die Abwertung ihrer Währung und strengere Kontrollen für den Kapitalexport.«

 

Ja was jetzt? Raus? Oder rein? Beides geht nicht. Einmal hü und einmal hott. Der Leser soll sich gefälligst aussuchen, was stimmt, Top-Journalisten übernehmen keine Gewähr für ihre Berichte. Zahlen Sie, aber lesen Sie auf eigene Gefahr.

 

Dabei verhalten sich Zeitungen wie ein Nahrungshersteller, der ein Verfallsdatum auf die Dose mit der Konserve klebt, aber keine Gewähr für die Richtigkeit seiner Angaben übernimmt.

 

Stimmen die Angaben, ist der Verzehr unbedenklich. Stimmen sie nicht, Pech gehabt. Verdorbene Nachrichten schaden – im Unterschied zu Lebensmitteln – zwar nicht der Gesundheit, aber sie können falsche Investitions- und Konsumentscheidungen nach sich ziehen. Wie viel man dabei verlieren kann, haben wir zuletzt in der Finanzkrise und der Großen Rezession gesehen.

 

Wir haben auf dieser Webseite auch deutsche Mainstream-Medien immer wieder für ihre völlig widersprüchliche Berichterstattung kritisiert. Dabei ist es in einigen Fällen sogar ein und dieselbe Zeitung, die sich binnen Tagen komplett widerspricht und ihre Leser im Regen stehen lässt.

 

Wirtschaftsjournalisten sind trotz ihres stark auf Zahlen fußenden Gewerbes dabei keinen Deut besser als Politikredakteure.

 

Beispiel: Am 17. Juni dieses Jahres meldete das Handelsblatt in einer Schlagzeile: »Richtige Gold-Fans kann nichts erschüttern« (Quelle 3). Im Vorspann des Berichtes hieß es in der führenden deutschen Finanz-Tageszeitung:

 

»Angesichts der Griechenland-Krise wächst unter Anlegern die Unsicherheit. Ein Krisen-Klassiker rückt daher ins Blickfeld: Gold. Der Kurs schwankte zuletzt – doch Gold-Besitzer haben zumindest einen Grund zur Freude.«

 

Doch nur vier Tage zuvor hatte dieselbe Zeitung das genaue Gegenteil berichtet, die Schlagzeile lautete »Wenn selbst die Münzsammler nicht mehr kaufen«. Hier lautete der Vorspann so: »Selbst die treusten Fans des Edelmetalls bleiben nun bei Goldkäufen zurückhaltend. Experten sprechen von einer ›kompletten Kapitulation‹. Doch einige Banken haben noch Hoffnung.«

 

Fazit: Einmal decken sich die Goldanleger kräftig ein, das andere Mal kapituliert der Markt, weil keiner mehr Gold haben will. Und das im selben Blatt ‒ innerhalb von vier Tagen.

 

Dass wir uns auf die Leitmedien nicht verlassen können, habe ich in meinem Buch Lügenpresse ausführlich anhand von 471 Beispielen beschrieben. Nachfolgend ein Auszug aus dem Abschnitt »Blind in die nächste Krise«:

 


 

Die Mainstream-Blätter erklärten uns 2014 monatelang, kollabierende Ölpreise seien ein Segen für die Konjunktur. Begründung: Die Verbraucher sparen bei der Energie Geld und geben anderswo mehr aus, was die Konjunktur antreibt. Doch 2015 fiel den Redakteuren ganz plötzlich auf, dass die horrenden Schulden der Öl- und Gas-Industrie in den USA von über einer Billion Dollar – mehr als ein Viertel der deutschen Wirtschaftsleistung ‒ bei fallenden Preisen nicht zurückgezahlt werden können, was eine neue Finanzkrise, vielleicht sogar einen Absturz der Weltwirtschaft nach sich ziehen könnte, zumal wenn Massenentlassungen im Energiesektor einsetzen. Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze wurde von Goldman Sachs im Januar 2015 für das Kalenderjahr mit bis zu 70 000 beziffert.

 

Aber das war längst nicht alles. Die falschen Prognosen vor der massiven Rally der Goldpreise im vergangenen Jahrzehnt habe ich im ersten Kapitel beleuchtet. Ebenso die Implosion des amerikanischen Subprime-Marktes mit der anschließenden Finanzkrise. Und dass sich seit Anfang 2015 der nächste GAU an den Finanzmärkten zusammenbraut, das beschäftigt auch kaum jemanden unter den Alpha-Journalisten der Wirtschaftspresse. Hauptsache, die Europäische Zentralbank zettelt die größte Geld-Orgie an, die es je in Europa gegeben hat. Je größer der Geld-Tsunami, desto geringer die Chance, dass etwas schiefgeht. Daran haben wir uns ja alle so gewöhnt, dass die Analyse dessen, was schiefgehen könnte, wie pure Zeitverschwendung erscheint.

 

Währenddessen schwingt sich EZB-Präsident Mario Draghi zum wahren Regenten der EU auf ‒ und richtet ein Desaster biblischen Ausmaßes an. Er druckt die ohnehin angeschlagene Gemeinschaftswährung in Grund und Boden und macht aus simplen Lebensversicherungen, die seit Generationen geschätzt und bombensicher waren, eine lebensgefährliche Sparform, die Hunderttausende, wenn nicht Millionen Rentner später einmal bitter bereuen werden. Denn der Garantiezins wurde von den Herren Draghi, Bernanke und & Co in den Keller getrieben – und dort gehalten – dass Versicherte künftig beim Renteneintritt weniger ausbezahlt bekommen, als sie im Verlauf eingezahlt haben.

 

Können neue Geldblasen die Weltwirtschaft retten? Viele glauben das zwar nicht. Aber alle vertrauen irgendwie darauf, dass die von Notenbanken frenetisch aufgeblähten Immobilienmärkte, gedopten Börsen und hochfliegenden Anleihekurse irgendwann die dümpelnde europäische Konjunktur wieder anwerfen können. Wie in einer Dusche soll dann irgendwann das viele Geld herniederregnen und die Wirtschaft antreiben. Und was erfahren wir im zwangsfinanzierten Mainstream-Fernsehen dazu? Kaum etwas. So wie im Presseclub der ARD am 25. Januar 2015. Da wurde auch nicht in der gebotenen Weise auf den entscheidenden Punkt eingegangen: Geld drucken und ins Bankensystem pumpen kann schon von der Grundlogik her nicht die Lösung sein. Denn die Geschäftsbanken könnten auch ohne die Nachhilfe der Notenbanken Kredite ausreichen.

 

Doch die Wahrheit ist: Mehr Geld wird gar nicht gebraucht, weil Regierungen, private Haushalte und Firmen (dank schrumpfender Investitionen) ihre Ausgaben streng kontrollieren. Sie haben seit der Finanzkrise ihren Appetit auf geliehenes Geld gezügelt. Die Nachfrage nach so viel mehr Krediten – wie sie die Geld pumpenden Notenbanker erzeugen wollen ‒ existiert also gar nicht. Die Notenbanken versuchen folglich mit dem Risiko der völligen Geldvernichtung etwas, das schon physikalisch völlig unmöglich ist. Sie verhalten sich wie ein Abschleppwagen, der den falsch geparkten PKW nicht wegzieht, sondern mit dem Seil vor sich her aus der Parklücke schieben will. Kein Abschleppdienst der Welt würde etwas so Unsinniges überhaupt versuchen. Die Notenbanken tun es. Und die Mainstream-Medien sind nicht in der Lage – oder willens ‒ diesen Hokuspokus zu entlarven.

 

Auch wirtschaftlich versierte Beobachter werfen den MSM gravierende Fehler vor. Viele Akademiker und Manager sind entsetzt über weitreichendes oder gar flächendeckendes Versagen der herkömmlichen Medien. Der Yale-Professor Robert Shiller, der 2013 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet wurde, beschäftigte sich kürzlich für das Project Syndicate mit der ketzerischen Frage, »Wofür taugen Ökonomen?« Shiller setzte sich offen mit der wachsenden Kritik an seiner eigenen Zunft auseinander. Wenn Volkswirte so etwas wichtiges und umwälzendes wie die Finanzkrise 2008 nicht kommen sahen, so Shiller, wofür sind sie dann überhaupt zu gebrauchen? Shiller wühlte sich durch Dokumente und Berichte zu den größten Finanzkrisen der letzten 100 Jahre, angefangen von der scharfen Rezession 1920 über die Doppel-Rezession der 80er Jahre und die Große Depression der späten 20er Jahre. Sein bedrückendes Fazit: Die Ökonomen haben die meisten dieser Krisen nicht vorhergesehen. Shiller wühlte aber auch in Zeitungsarchiven. Und was er dort sah, war mindestens so deprimierend wie der Befund über seinen eigenen Berufsstand: »Ich fand (in den Zeitungen, Hinweis des Autors) praktisch keine Warnung von Ökonomen, stattdessen hoben die Zeitungen die Ansichten von Managern oder Politikern hervor, die zu großem Optimismus neigten.«

 

 

 

 

 

 

 

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