Sunday, 29. May 2016
06.08.2014
 
 

So durchbricht die Ebola-Epidemie den ärztlichen Schutzwall

Markus Gärtner

Die schlimmste Ebola-Epidemie seit der Entdeckung des tödlichen Virus fordert immer mehr Opfer unter Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern. Über 100 haben sich infiziert, wie zwei in die USA ausgeflogene Helfer, oder sind gestorben, wie zwei der bekanntesten Ärzte der Region Westafrika.

Die wachsende Zahl der Opfer zehrt an der Moral von Pflegern und Ärzten und untergräbt die Hilfsleistungen, die bei miserabler Versorgung mit medizinischem Gerät sowie unter großer Hitze und Luftfeuchtigkeit erbracht werden.

Die Temperatur in den Schutzanzügen, die bei Einhaltung der strengen Vorschriften mit großem Zeitaufwand von 45 Minuten an- und ausgezogen werden, erreicht laut verschiedenen Berichten bis zu 46 Grad Celsius. »Das Risiko infiziert zu werden, wenn man den Schutzanzug nicht nach Vorschrift auszieht, ist hoch«, bestätigt Ken Kauffeldt, der Leiter der christlichen Hilfsorganisation Samaritan´s Purse in Liberia.

 

Dehydrierung und Ohmachtsanfälle sind an der Tagesordnung. Und das in einem Umfeld, in dem der Schutz von Ärzten und Pflegern, die sich um weit über 1.000 infizierte Patienten kümmern, nur dann optimal sein kann, wenn gegenseitige Hilfe gewährleistet wird.

 

Viele Helfer und Krankenschwestern in Westafrika wurden wegen der Epidemie kurzfristig hinzugezogen. Sie sind unausgebildet, schlecht vorbereitet und haben in vielen Fällen noch nie die Verwendung der nötigen Geräte geübt.

 

Mit Sierra Leone, Liberia, Guinea und Nigeria hat die Epidemie ein paar der ärmsten Länder auf dem Planeten getroffen. Die Versorgung mit Ärzten kann man nur als erbärmlich bezeichnen, selbst im Vergleich zu anderen armen oder Schwellenländern wie Indien, dem Irak oder Afghanistan (siehe GRAFIK).

 

Die Hospitäler in den von der Epidemie betroffenen Ländern sind schlecht ausgerüstet und unterbesetzt. Handschuhe und Schutzanzüge sind Mangelware. Die Helfer sind trotz der wachsenden Unterstützung durch die WHO, das Internationale Rote Kreuz und zahlreiche Hilfsorganisationen so überlastet, dass Sicherheitsmaßnahmen im Kampf um die Patienten nicht immer eingehalten werden.

 

Hinzu kommt, dass der Ausbruch der Epidemie diesmal nicht nur ländliche Gebiete heimsucht, wie sonst üblich, sondern Ballungszentren wie Lagos mit seinen 21 Millionen Einwohnern. Ärzte ohne Grenzen, die Organisation, die sonst ganz vorne an der Front gegen Ebola steht, wurde von dem massiven Ausbruch in so kurzer Zeit überwältigt.

 

Lokale Regierungen und Agenturen, die keine Erfahrung mit der tödlichen Krankheit haben, mussten trotz fehlender Erfahrung mit Ebola einspringen.

 

Experten wie Daniel Bausch, ein Tropenmediziner an der Tulane-Universität, der bei verschiedenen Epidemien in Afrika seit 1996 im Einsatz war, bezeichnet Eindrücke von Kliniken in Sierra Leone als »die schlimmsten, die ich je gesehen habe.«


Bausch hat medizinische Helfer ohne Schutzanzüge gesehen. Und Sierra Leones Chefmediziner Brima Kargbo hat zugegeben, dass örtliche Helfer sich in einigen Fällen nicht an die standardisierten Sicherheitsvorkehrungen halten.

 

 

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Leser-Kommentare (5) zu diesem Artikel

07.08.2014 | 10:02

UM

Wie kann es sein das infizierte Personen nach Spanien, USA oder nach Deutschland geholt werden sollen. Wer so etwas anordnet ist im höchsten Maße kriminell. Wir können froh sein, das das Virus noch nicht in Europa angekommen ist. Man muß es nicht mit aller Macht noch her bringen. Diese Länder müssen hermetisch abgeriegelt werden, solange bis ein Gegenmittel gefunden ist.Was wollen die infizierten Personen hier, es gibt doch angeblich keine Heilung, also kann man diesen hiern...

Wie kann es sein das infizierte Personen nach Spanien, USA oder nach Deutschland geholt werden sollen. Wer so etwas anordnet ist im höchsten Maße kriminell. Wir können froh sein, das das Virus noch nicht in Europa angekommen ist. Man muß es nicht mit aller Macht noch her bringen. Diese Länder müssen hermetisch abgeriegelt werden, solange bis ein Gegenmittel gefunden ist.Was wollen die infizierten Personen hier, es gibt doch angeblich keine Heilung, also kann man diesen hiern auch nicht helfen. Dadurch wird nur das Risiko einer Weltweiten Epidemie noch verstärkt.


06.08.2014 | 22:12

MB

Ebola ist als Wunschgegner für die Nato und unsere Regierung nicht geeignet, weil man dagegen keine Sanktionen verhängen und auch nichts andichten kann. Außerdem fehlt die "böse" Person. Was man nicht sieht, das gibt es nicht, so denkt man in Berlin. Außerdem ist Afrika ja weeeeeit weg.....wenn da nicht die Asylanten und die Flugreisenden wären...


06.08.2014 | 17:36

Das ist wohl

der typische Anwendungsfall für MMS. Wie haben Sie in einem früheren Artikel geschrieben: "Es ist bekannt, dass Ebola durch Natriumhypochlorit, das auch als Bleichmittel verwendet wird, unschädlich gemacht werden kann." Was liegt dann wohl näher, als das Bleichmittel tropfenweise einzunehmen, um sich zu schützen. MMS sollte auf jeden Fall in der Lage sein, die Entwicklung des Ebola Virus solange zu verlangsamen, bis die körpereigene Abwehr den Virus erkennen und...

der typische Anwendungsfall für MMS. Wie haben Sie in einem früheren Artikel geschrieben: "Es ist bekannt, dass Ebola durch Natriumhypochlorit, das auch als Bleichmittel verwendet wird, unschädlich gemacht werden kann." Was liegt dann wohl näher, als das Bleichmittel tropfenweise einzunehmen, um sich zu schützen. MMS sollte auf jeden Fall in der Lage sein, die Entwicklung des Ebola Virus solange zu verlangsamen, bis die körpereigene Abwehr den Virus erkennen und beseitigen kann. Gruß


06.08.2014 | 13:07

Nordsee-marie

@rundertischdgf

Hier schrieb schon mal Jemand " Lampedusa .... tic tac " und das kann ich leider nur unterschreiben. Und da unsere " Elite " hinter hohen geschützten Mauern sitzt und absolut nicht willens ist, Maßnahmen zu ergreifen, kann ich nur schlußfolgern, daß das Lumpemproletariat reduziert werden soll


06.08.2014 | 12:20

rundertischdgf

Von deutschen Politikern hört man zu diesem Thema nichts. Auf die Idee mal darüber nachzudenken, ob die Zuwanderung aus Afrika, die außer Konrolle geraten ist, auch Infektionskrankheiten einschleppen kann, kommen sie nicht. Oder sind sie einfach zu feige, darüber zu reden? Nur die Lega Nord stellt einen Zusammenhang her. http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/08/06/lega-nord-verlangt-quarantane-fur-afrikanische-migranten/

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