Donnerstag, 17. August 2017
18.06.2016
 
 

Transatlantischer Absturz: Das Medienvertrauen kollabiert auf beiden Seiten des Atlantiks

Markus Gärtner

Das Vertrauen der Amerikaner in die Medien hat einen neuen Tiefpunkt erreicht. Jetzt haben 36 Prozent der erwachsenen US-Bürger ein sehr kleines oder gar kein Vertrauen mehr in Zeitungen und Rundfunkanstalten. Das ist der mit Abstand höchste Wert, seit die Umfragen des Meinungsforschers Gallup in den frühen 70er-Jahren begannen. Demgegenüber hat nur noch jeder fünfte Amerikaner sehr viel oder ziemlich viel Vertrauen in die News, die ihm die Mainstream-Blätter auf der anderen Seite des Atlantiks bieten. Dieser Wert ist lediglich halb so hoch wie zu Beginn der 90er-Jahre.

 

Seitdem haben Journalisten in den USA die Hälfte des Vertrauens eingebüßt.

 

Die Zahl der Amerikaner mit viel oder reichlich Vertrauen in das, was ihnen die Zeitungen berichten, nimmt laut Gallup seit dem Jahr 2000 andauernd ab. Seit 2007 – die Nähe zum Ausbruch der Finanzkrise ist kein Zufall – sind die enttäuschten und wütenden Leser im Publikum in der Mehrzahl gegenüber jenen, die ihren Blättern noch mehr oder minder trauen.

 

In Deutschland haben wir bekanntlich ähnliche Zahlen, die ebenfalls einen Kollaps des Vertrauens in den Mainstream zeigen. Dass das Publikum in Scharen davonläuft, können Medien hierzulande aufgrund der gemessenen Auflagen und Verkaufszahlen zum Glück nicht bestreiten. Dass sie die Misere durch Manipulation, Schlamperei, Dämlichkeit und Lügen selbst verursacht haben, weisen die meisten aber bis heute empört von sich.

 

Infratest dimap ermittelte im Auftrag der Zeit im vergangenen Sommer, dass 60 Prozent der Deutschen wenig oder gar kein Vertrauen in die Medien haben, ein Offenbarungseid. Dank der Flüchtlingskrise, in der uns die hiesigen Medien seit dem Herbst 2015 mit Meinungsterror, Erziehungsfernsehen und Niederknüppeln abweichender Meinungen traktiert haben, dürfte dieser Wert inzwischen noch schlechter ausfallen. Vielleicht ist das der Grund, warum es in jüngster Zeit keine großen neuen Umfragen dazu gegeben hat.

 

Dass die Vertrauens-Misere der Leitmedien selbstgemacht ist, beweist ebenfalls das Beispiel USA, wo die erschreckenden neuen Gallup-Zahlen ermittelt wurden. Hier ein Auszug aus meinem Buch Lügenpresse, in dem ich das völlige Versagen der »Qualitätsmedien« vor und während der Finanzkrise vor acht Jahren geschildert habe:

»Die erste Untersuchung stammt vom Pew Research Center (PRC), das ein kaum versiegender Quell für brauchbare Medienanalyse ist. Bei Pew gibt es ein eigenes Zentrum dafür. Und das las den Leitmedien im Oktober 2009 so richtig die Leviten. Nach Auswertung von fast 10 000 Berichten in Fernsehen, Radio, Zeitungen und führenden Online-Medien von Februar bis August 2009 kam das PRC zu dem Schluss, ›dass die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression des vergangenen Jahrhunderts von den Medien ganz überwiegend mit Blick nach unten berichtet wurde, aus der Perspektive der Regierung Obama und der großen Konzerne, und dass die Stimmen und Vorstellungen der Institutionen mehr berücksichtigt wurden als die von ganz normalen Bürgern‹. Im Klartext: Die Leitmedien waren wieder einmal der Papagei der Regierung und der Wall Street.

Wieder schrieben die tonangebenden Medien an ihren Lesern vorbei. Die Blätter stellten ihrem Publikum das größte wirtschaftliche Problem, unter dem sie seit Generationen litten, nicht aus deren eigener Perspektive dar, sondern mit dem Blick des Weißen Hauses, mit den Augen Boni-verwöhnter Topmanager, Investmentbanker und Top-Beamter des Finanzministeriums. Die Opfer kamen so gut wie nicht in den Berichten vor.

Die Zusammenfassung der Ergebnisse in dem Papier ist eine dicke Anklage gegen den Mainstream-Journalismus:

›Drei Themen haben durch die Bank dominiert: Versuche, die Banken wiederzubeleben, die politische Schlacht um das Rettungspaket der Regierung und die Stützung der US-Autoindustrie. Zusammen machten diese drei Themen fast 40 Prozent aller Wirtschaftsberichte aus. Andere Facetten der Krise wurden viel weniger berücksichtigt. Zum Beispiel wurden dem Einzelhandel, den Nahrungspreisen, den Auswirkungen der Krise auf die soziale Sicherung und dem Gesundheitssystem zusammengerechnet nur etwas mehr als zwei Prozent der redaktionellen Fläche in den Krisenberichten gewidmet.

Die Aktivität von Regierung und Topmanagern bestimmte den Großteil der Berichte. Das Weiße Haus und Bundesministerien allein waren die Quelle für 32 Prozent aller Berichte. Firmen stießen weitere 21 Prozent der Berichte an. Etwa ein Viertel aller Berichte, 23 Prozent, wurden von den Journalisten selbst angestoßen und wurden nicht von einer externen Nachricht oder Meldung ausgelöst. Amerikanische Bürger und Gewerkschaftler waren zusammengerechnet nur der Anlass für jeden 50. Bericht.

In 76 Prozent aller Wirtschaftsberichte zur Krise wurden New York oder Washington als Berichtsort angegeben, nur 21 Prozent der Berichte kamen aus anderen Städten der USA. Der Präsident dominierte. Neun der 20 häufigsten Zitate stammten von ihm.‹

Im Klartext: Die Journalisten ließen sich die Themen und Berichte während der Krise servieren und wurden in den wenigsten Fällen selbst mit Recherchen aktiv. Beherrscht wurden Schlagzeilen, Zitate und Aussagen der Krisenberichte vom offiziellen Amerika. Die größten Opfer der Krise, die Amerikaner selbst, kamen kaum zu Wort. ›Joe Sixpack‹, wie man in den USA den Mann auf der Straße nennt, wurde einfach ausgeblendet. Und das, obwohl das gemeine Volk unter der Krise am meisten litt. Die 315 Millionen Amerikaner verloren laut der Notenbank über ein Fünftel ihres gesamten Vermögens. Hauseigentümer unter 40 Jahre sahen hilflos – und von den Medien ignoriert – zu, wie sich in den fünf Jahren nach Ausbruch der Finanzkrise 44 Prozent ihres Vermögens in Luft auflösten.«




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