Saturday, 30. July 2016
04.03.2016
 
 

Volker Beck Superstar: Deutschlands Journalisten feiern im Meinungsrausch

Markus Mähler

Für 0,6 Gramm Crystal Meth gibt es einen Heiligenschein – aus dem Lager der Scheinheiligen. Die Leitmedien zwischen Spiegel und Süddeutsche entdecken in Volker Beck unseren neuen »politischen Rockstar«. Er wurde eben einfach nur mit der falschen, weil »Hitler-Droge«, erwischt. Ansonsten muss sich der »Allerbeste«, das »Stehauf-Männchen«, das »Kraftzentrum bei den Grünen«, der »Moralapostel« nicht viel vorwerfen lassen. »Ein Skandal? Nein, kein Skandal«, so das Fazit der Meinungsrepublik. Brauchen wir jetzt den Drogen-Zwangstest für Journalisten?

 

Volker Beck war einfach zu fix für den moralischen Zeigefinger. Gerade erst hatte die Polizei ihn mit 0,6 Gramm Drogen erwischt – im nächsten Moment dankte die Allzweckwaffe der Grünen schon ab. Weiße Fahne, aus, Ende, zurückgetreten. Beck ist weg. Er überrumpelte sogar seine Partei, noch bevor Deutschlands Journalisten eine Story hatten. Selbst die Bild kam drei Minuten zu spät mit ihrer Meldung. Crystal Meth soll laut Wikipedia eben »ungewohnte Geschwindigkeit« verleihen.

 

So macht man das also, ihr Parlaments-Kokser, die auf 22 von 28 Bundestags-Toiletten anonym schnupfen sollen! Einfach zu den Grünen wechseln und direkt bei der Dealerbande kaufen. Wer dann erwischt wird, muss nur eines tun: Nicht mauern, einfach blitzschnell hinlegen – und schon verzichtet die Medienmeute auf ihre Beute. Trotz antrainierter Beißreflexe schreibt sie keinen gestolperten Grünen nieder.

 

Beck schlägt Jesus: Schnellste Auferstehung aller Zeiten dank Claudia Roth

 

Wo der Drogenskandal aufhört, fängt der Medienskandal mit Samthandschuhen an. Crystal Meth, Schande und der kleine politische Tod waren gerade erst am Mittwoch. Bereits am Donnerstag wird Volker Beck als »politischer Rockstar« (Neue Osnabrücker Zeitung) gefeiert. Eine solch rasante Auferstehung gelang nicht einmal Jesus Christus. Der Märtyrer aller Märtyrer wurde leider um das Jahr Null geboren. Einer Zeit ohne Crystal Meth, ohne Journalisten und ohne Claudia Roth.

 

Die grüne Bundestagsvizepräsidentin forderte prompt in der Welt: »Keine Häme« für Volker Beck. Wie bestellt, so geliefert. Keine Häme. Vom Leitmedium bis hin zum letzten Provinzblatt. Beck bekam ein überlebensgroßes Denkmal als Märtyrer. Er wurde im Rausch abgefeiert. Sie schrieben ihn förmlich zurück ins Amt, hoffentlich nur unter Adrenalin. Sie tanzten um das Goldene Kalb. Das einzige, was bei dieser Schlagzeilen-Party zu kurz kam, war die Moral.

 

Heuchelei und Doppelmoral: Das bisschen Drogen ist in Berlin-Mitte doch normal

 

Die Süddeutsche lobhudelte gleich doppelt. Erst wortgetreu so, wie es Claudia Roth bestellt hat. »Bitte keine Häme für Volker Beck«. Hinterher bekam der Grünen-Politiker, der »vieles richtig gemacht« hat, die Absolution per Schlagzeile: »Warum der Fall Beck nicht zum Skandal taugt«. Der Fall taugt in der SZ nur für eine Auferstehung: »Ist seine Karriere damit beendet? Wiederum nein. Dafür fehlt der Geschichte die nötige Fallhöhe.« Es sind erbärmliche Zeilen. Ein CSU-Politiker, der Flüchtlinge nicht lieben kann, hätte beim gleichen Drogenbefund wohl tausend Kilometer Fallhöhe bekommen. Ein finsterer Scherge der AfD vermutlich Lichtjahre und den Abschuss ins schwarze Loch.

 

Den Höhepunkt der Bagatellisierung leistete sich Spiegel-Kolumnistin Margarete Stokowski. Die störte sich eigentlich bloß am Crystal Meth, dieser »Hitler-Droge« (Bild). Der taz-Import Stokowski (mit einer Vorliebe für fäkal-feminine Schlagzeilen) schrieb einen Satz, der wie ein Halluzinogen wirkt: »Die Frage, die sich für Volker Beck stellt, bleibt: Wann und warum ist so ein Drogenfund ein politisches Todesurteil?«

 

Journalisten zum Drogentest!

 

Heißt übersetzt: »Ach, das bisschen Drogen.« Sind Sie gerade vom Stuhl gerutscht? Dann schnell wieder rauf und weiter im Stokowski-Text lesen, es wird noch besser: »Vielleicht hätte Beck einfach koksen sollen wie jeder andere normale Mensch in Berlin-Mitte. Denn das Schlimmste an dem Fund ist die Vermutung, dass es Crystal Meth war, der unglamouröseste Dreck, den man sich reinziehen kann.« Im Spiegel-Universum gelten sonderbare Drogengesetze. Volker Beck soll »nicht unbedingt gegen seine eigenen Prinzipien verstoßen« haben, weil er weder »Papst noch Beautybloggerin« ist. Amen.

 

Wie abgrundtief dämlich müssen Autoren sein, die Drogen und moralische Verantwortung bloß noch als großen Witz ohne Pointe erklären.

 

Beck: »Zusammen mit Claudia Roth das Moralapostel-Duo der Grünen«

 

Der moralische Kompass der Journalisten versagte lückenlos. Auf den Beck-Skandal folgte durch die Bank der Leitmedien hinweg nur zynisches Schulterzucken. Grüne eben, Berlin eben. In der Welt beweinte Deniz Yücel (der taz-Import bei Springer) den Beck-Rücktritt: »Cool wäre etwas anderes. Eine fraktionsübergreifende Erklärung von Abgeordneten aller Fraktionen: ›Wir haben konsumiert.‹ […] Eine solche Erklärung wäre nicht nur cool, sie wäre auch ehrlich.«

 

Nein! Sie wäre dumm. Weil hier keine US-Fernsehserie rund ums Thema Crystal Meth gedreht wird. Weil wir Parlamentier mit Restverstand brauchen. Oder zumindest brauchen wir den Glauben daran, dass dem noch so ist.

 

Die Botschaft, dass Drogen so alltäglich in Politiker fließen wie Milch aus der Kuh, verbreitete auch Christoph Schwennicke. Der seriöse Hauptstadtjournalist und Chefredakteur von Cicero orakelte im Interview mit dem Deutschlandfunk vom »Höhenrauschen« in der Politik: »Wenn ein Betrieb so permanent ist, wenn ein Betrieb so rasant ist, dann liegt die Neigung nahe, sich diesen Substanzen hinzugeben.«

 

Und wenn erst einmal ein solches Grundverständnis wie bei Schwennicke da ist, fällt es auch leichter, Beck »zusammen mit Claudia Roth [als] das Moralapostel-Duo der Grünen« zu bezeichnen. Als »Kraftzentrum« der Partei und »Stehauf-Männchen«. Und das alles wohl dank Drogen, Herr Schwennicke?

 

Was sind Werte noch wert, wenn sie nicht für alle gelten?

 

Der sagte tatsächlich auch diesen Satz über Greenwashing bei Drogen: »Natürlich ist eine Partei, die sich eher dafür stark macht, dass der Konsum von Cannabis legalisiert wird, dass da das jetzt vielleicht nicht ganz so schlimm ist, als wenn es bei der CSU passiert wäre.« Das Strafmaß für grüne Politiker besteht offenbar bloß noch aus Schulterklopfen. Was ist Moral aber wert, wenn sie nicht für alle gilt? Nichts!

 

Der grüne Crystal-Meth-Skandal durchlöchert das moralische Fundament in Deutschland. Dank Schützenhilfe aus den Medien hat der Rücktritt von Volker Beck in einer Nacht mehr für die Akzeptanz von Drogen getan als Hans-Christian Ströbele, der seit Urzeiten Hanf freigeben will. Sponti-Opa Ströbele wirkt gerade wie ein Relikt. Man möchte ihm ins Hörgerät schreien: »Hör endlich auf, Hans-Christian. Wir sind längst beim ganz harten Zeug!«

 

»Nicht schlimm, wenn ein Politiker Drogen nimmt. Oder […] erwischt wird«

 

Und die Flut der Drogen-Verharmlosung will einfach kein Ende nehmen. Jetzt.de, das Jugend(!)portal der Süddeutschen, schreibt: »Respekt, Volker Beck – warum der Grünen-Politiker in seinem Scheitern eine Qualität zeigt, die leider vielen Menschen fehlt. […] Ich finde es nicht schlimm, wenn ein Politiker Drogen nimmt. Oder mit Drogen erwischt wird.« Plötzlich tut eine ganze Meinungsrepublik so, als ob Volker Beck bereits in den frühen 70ern als goldgelockter Hippie-Star von der schönen Zukunft nach einer Weltrebellion sang. Hinterher gab es ein Smoke-in und der »Zentralrat umherschweifender Haschrebellen« brach wankend auf, um in den Berliner Straßen »High sein, frei sein, Terror muss dabei sein!« zu lallen.

 

All das hat Beck nie getan, der jetzt zum Drogen-und-Moral-vertragen-sich-gut-Märtyrer hochgejazzt wird. Beck war bloß Rechts(!)experte der Grünen, deren innen- und religionspolitischer Sprecher im Bundestag. Beck plädierte für die Entkriminalisierung von weichen Drogen, während er heimlich eine harte, synthetische Droge wie Crystal Meth (Bild) kaufte – bei mafiösen Banden, die mit Becks Geld noch mehr Drogen an noch mehr Opfer illegal verkaufen können. So etwas ist bestenfalls gelebter Zynismus. Mit der abenteuerlichen Behauptung auf seiner Webseite, er »habe immer eine liberale Drogenpolitik vertreten«, gelang ihm ein geschicktes Ablenkungsmanöver, was die Leitmedien nur zu begierig aufgegriffen haben.

 

Ein moralischer Bonus für grüne Lebenslügen

 

Weil es dort seit Jahrzehnten die Tendenz gibt, links-grüne Politiker eben nicht als Politiker zu beschreiben. Sie sind Durch-die-Instanzen-Marschierer, selbstgerechte Ideologieritter, moralisch auf einem Hochsitz und eben auch noch auf ihre Sünden stolz. Also weg mit diesen blöden Fakten, wir können endlich wieder eine Heldengeschichte erzählen über einen Grünen. Immerhin die besten Deutschen, die unser Land jemals hervorgebracht hat! Bitte die Punkte Doppelmoral und Heuchelei ausklammern.

 

Das traurige Ergebnis liest sich in der Presseschau hier, dort und überall wieder. Wo grüne Weggefährten um den »Allerbesten« trauern können. Respekt für einen »politische[n] Rockstar, mitsamt den Lastern dieses Genres«. Ein schnöder Mensch? Nein, ein »Moralist«, bei dem sich Spott und Schadenfreude verbieten. Häme? »Er hat sie nicht verdient.« Und natürlich bleibt »Volker Beck viel Kraft zu wünschen für die Zeit, die jetzt vor ihm liegt«.

 

Was bleibt, ist eher Kopfschütteln. Nicht unbedingt über Beck, sondern über zu viele Journalisten. Weil sie den Menschen das Gefühl geben, es sei inzwischen fast die größere Schande, keine Drogen zu nehmen. Weil sie einen Politiker auf ein moralisches Siegertreppchen hieven, auf dem er nichts zu suchen hat. Es darf keinen Bonus geben – weder für Drogen noch für grüne Lebenslügen.

 

 

 

 

 

 

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