Tuesday, 30. August 2016
20.11.2015
 
 

Politisch korrekt? Propaganda in Schulbüchern

Michael Brückner

Wenn es um die Wirtschaft oder den Klimaschutz geht, wurden die deutschen Schulbücher längst schon politisch korrekt auf Kurs gebracht. Nun wollen die Gesinnungspolizisten die Bücher auch beim Thema Zuwanderung auf den aktuellen »Gutmenschen-Sprech« bringen. Asyl beantragende Menschen dürfen zum Beispiel nicht als Asylanten bezeichnet werden. Nur der Begriff »Flüchtling« ist politisch korrekt.

 

Es gibt bekanntlich jede Menge Möglichkeiten, Steuergelder auszugeben, und Politiker erweisen sich in dieser Hinsicht meist als recht kreativ. Aydan Özoguz (SPD), als Staatsministerin in Merkels Kanzleramt für Migrationsfragen zuständig, entschied sich schon vor einigen Monaten, deutsche Schulbücher auf die politisch korrekte Darstellung der Zuwanderung durchforsten zu lassen.

 

Das Georg-Eckert-Institut für internationale Schulbuchforschung nahm sich dieser Aufgabe an – und kam zu einem alle Gutmenschen erschütternden Ergebnis: In vielen Schulbüchern tauchten noch immer Begriffe wie »Migranten«, »Fremde« oder gar »Ausländer« auf. All diese Synonyme für Flüchtlinge hätten aber diskriminierenden und ausgrenzenden Charakter.

 

Politisch korrekt und eines Gutmenschen würdig sei einzig und allein der Begriff Flüchtling, heißt es.

 

Auch in vielen Organisationen, die mit eben jenen Flüchtlingen Geld verdienen, gilt eine Sprachregelung, die nun auch Eingang in die deutschen Schulbücher finden soll:

 

»Asylanten« oder »Migranten« stehen auf der sprachlichen Tabu-Liste. Asylanten mögen Asyl beantragen, sind deshalb aber noch lange keine Asylanten, sondern eben Flüchtlinge. Das muss man nicht verstehen.

 

Viel schlimmer aber: In vielen Schulbüchern tauchen laut der Studie noch Metaphern wie »Schwemme«, »Flut« oder »Strom« auf. Auch das sei natürlich in höchstem Maße diskriminierend. Spätestens jetzt weiß Wolfgang Schäuble, dass er keine Chancen mehr hat, in deutschen Schulbüchern zitiert zu werden – immerhin sprach er kürzlich im Zusammenhang mit Flüchtlingen von einer »Lawine«.

 

An einer Stelle entdeckten die Schulbuchforscher – man glaubt es kaum – das Wort »Neger« für farbige Menschen (in der Schulbuchstudie schreiben die Autoren nur vom »N-Wort«). Das sei zwar in einer Karikatur verwendet worden, aber eben »unreflektiert«.

 

Während also in deutschen Schulbüchern in Sachen Zuwanderung aus Sicht der Gutmenschen noch reichlich Nachholbedarf besteht, ist man in der Wirtschaft schon viel weiter. Wenn in den Schulbüchern ökonomische Themen aufgegriffen werden, dann geht es vorrangig um Strukturwandel, Verteilungsgerechtigkeit und Arbeitslosigkeit.

 

Kaum eine Rolle spielen unternehmerische Selbstständigkeit, eigenverantwortliche Finanzplanung und Geld. Die existenziellen wirtschaftlichen Themen spielen in den Schulbüchern daher eine eher untergeordnete Rolle. Zu dieser Erkenntnis kam schon vor einiger Zeit das Institut der Deutschen Wirtschaft.

 

Ebenfalls das eingangs erwähnte Georg-Eckert-Institut fand heraus, dass die in deutschen Schulbüchern abgebildete Arbeitswelt primär eine Welt der Arbeitnehmer, streckenweise des Handwerks aber nur selten eine unternehmerische sei.

 

Im Nachbarland Österreich stellt sich die Situation ähnlich dar. In einer aktuellen Studie des Instituts für Bildungsforschung der Wirtschaft heißt es, in den Schulbüchern kämen Fragen der Wirtschaft und insbesondere des Unternehmertums zu kurz.

 

In keinem der untersuchten Bücher fanden die Experten Inhalte, die Lust auf berufliche Selbstständigkeit und auf die Gründung eines eigenen Unternehmens gemacht hätten. Ganz anders in Schweden: Dort glichen manche Schulbücher geradezu »Gebrauchsanweisungen« zur Gründung des eigenen Unternehmens.

 

Diese Defizite haben ganz praktische Konsequenzen: Jeder dritte angehende Hochschulabsolvent träumt von einer Beamtenlaufbahn, fand im vergangenen Jahr die Unternehmensberatung EY heraus, die hierzu 4300 Studenten befragte.

 

Warum soll man als Anwalt in einer großen Kanzlei jeden Tag bis weit nach 18 Uhr arbeiten, während ein verbeamteter Staatsanwalt schon ab dem Nachmittag mit seiner Tochter auf dem Spielplatz schaukeln könne, fragte einer jener Jura-Studenten, die in den Staatsdienst möchten.

 

Und die Chancen, einen solchen Job zu bekommen, stehen offenbar gut. Denn die Zahl der Beamten und Arbeitnehmer bei Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen ist zuletzt wieder gestiegen – auf rund 4,6 Millionen im vergangenen Jahr.

 

Und sie dürfte weiter steigen aufgrund der zu bearbeitenden (Achtung: Es folgt ein »diskriminierender Begriff«) Asylanten-Schwemme. Die Zahl der Unternehmensgründungen hingegen ging zur gleichen Zeit nach Angaben der Staatsbank KfW signifikant zurück. Was kann man auch anderes erwarten, wenn in den Schulbüchern dem Risiko des Scheiterns ein weitaus breiterer Raum zugestanden wird als der Chance des Erfolgs?

 

Und dennoch gibt es sie – junge Leute, die sich weder von sozialromantischen Lehrern noch von einseitigen Schulbüchern indoktrinieren lassen. Marvin Andrä ist einer von ihnen. Obwohl auch er eigentlich hätte abgeschreckt sein müssen: »Wenn in den Schulbüchern Unternehmer auftauchten, hatten sie immer viel Geld, trugen Anzüge und fuhren dicke Autos«, erinnert sich Andrä.

 

Er habe den Eindruck gewonnen, »als sei es etwas Unnatürliches, eine Firma zu gründen. Da wurde unterschieden: Es gibt normale Menschen und Unternehmer«.

 

Aus der Perspektive der Schulbuchautoren entschied sich Andrä dafür, »ein unnatürlicher Mensch« zu sein. Seinen ersten viel beachteten Erfolg feierte der Jungunternehmer mit Kofferraumtaschen. Im Jahr 2010 ‒ vor und während der Fußball-Weltmeisterschaft ‒ brachte er sogenannte Seitenspiegel-Socken in den Deutschland-Farben schwarz-rot-gold auf den Markt.

 

Diese zierten in kurzer Zeit die Außenspiegel von tausenden von Autos. Inzwischen ist Andrä Vorstandschef einer Investmentholding. Hätte er sich an die subtilen Empfehlungen in seinen Schulbüchern gehalten, wäre er heute vielleicht Finanzbeamter.

 

Interessant erscheint auch, wie Schüler beim Thema Klimaschutz indoktriniert werden. Ein KOPP-Online-Leser schickte uns eine Seite aus einem Erdkundebuch, erschienen im renommierten Westermann-Verlag, vor allem bekannt durch den Diercke Weltatlas.

 

Auf Seite 126 des Schulbuchs Durchblick für Realschulen in Niedersachsen wird bildlich dargestellt, wie angeblich gewissenlose Menschen durch Geo-Engineering in unser Klimasystem eingreifen.

 

Genetisch veränderte Nutzpflanzen dürfen dabei ebenso wenig fehlen wie die Düngung der Ozeane mit Eisenspänen, Aerosole in der Stratosphäre, Aufforstung und das in der Tat umstrittene Fracking. All das erscheint in einer einzigen graphischen Darstellung ‒ »völlig unreflektiert«, wie es im Zusammenhang mit dem erwähnten »N-Wort« heißt.

 

Der unvergessene Publizist und Zeitbühne-Herausgeber William S. Schlamm schrieb schon in den 1970er-Jahren von »Kathedertätern«, die in verantwortungsloser Weise ihr indoktrinäres Gift in die Hirne und Herzen junger Menschen träufelten. Viel scheint sich seither nicht verändert zu haben.

 

 

 

.

Ergänzende Beiträge zu diesem Thema

»Sprachwissenschaftler« sekundieren begeistert gegen die Bürgerbewegung

Heinz-Wilhelm Bertram

Die Mainstream-Medien sind in Not: Mangels harter Nachrichten von »rechter Gewalt« bei konservativen Demonstrationen greifen sie zu einem Behelfsmittel: Sie zapfen zunehmend die links unterwanderten Hochschulen an, um die Bürgerbewegungen möglichst durchgängig diskreditieren zu können. Die politisch Eingespannten, die bekanntlich sattsam von  mehr …

»Wir werden alle ärmer« – Hilferuf eines Professors

Janne Jörg Kipp

Hans-Werner Sinn, Chef des Ifo-Instituts, stand Pate für die Analyse eines großen Finanzmagazins. Die Erkenntnis ist nicht neu, aber alarmierend. Auch der Mainstream meint: »Wir werden alle ärmer!« Die Analyse stimmt. Die Massenmedien eröffnen die spannende Wintersaison mit einigen Eingeständnissen. Vor Tagen brachte die Welt am Sonntag einen  mehr …

Gedankenpolizei: Medienprofessor fordert den Facebook-Blockwart

Markus Mähler

Tschüss Meinungsfreiheit: Bei Facebook kommt jetzt das »Müll-Sortieren«. Nicht erst seit der Flüchtlingskrise wüten Politik und Leitmedien gegen das »asoziale Netzwerk«. Dort gedeihen Meinungen, die sie früher einfach wegzensiert haben. Das geht nicht mehr, also müssen sich die Deutschen jetzt selbst kontrollieren. Medienprofessor Bernhard Pörksen  mehr …

Wer diesen Artikel gelesen hat, hat sich auch für diese Beiträge interessiert:

»Die Anschläge von Paris sind Teil des Dritten Weltkriegs«

Peter Orzechowski

Papst Franziskus hat die Terroranschläge von Paris als »Teil des Dritten Weltkriegs in Stücken« bezeichnet, vor dem er immer wieder zuletzt gewarnt habe. Diese Warnungen sind allerdings bisher von den deutschen Politikern – mit wenigen Ausnahmen wie Willy Wimmer – nicht wahrgenommen worden.  mehr …

Polizei? Vertrau Dir selbst, dann hilft Dir Gott …

Udo Ulfkotte

Ein Staat hat die Pflicht, die Sicherheit seiner Bürger zu garantieren. Sonst ist es eine Bananenrepublik – wie Deutschland. Straftaten vertuschen ist heute für deutsche Polizisten oftmals wichtiger als Straftaten aufklären.  mehr …

Paris »ist die Rache«: Stimmung in der islamischen Welt kippt gegen Europa

Markus Mähler

Nach den Attentaten von Paris zeigt sich, wie weit Europa und die muslimische Welt auseinanderdriften: Arabische Medien vermuten, dass Israel oder die USA dahinter stecken, klagen den Westen für seine Doppelmoral an oder rechnen die Opferzahlen im Nahen Osten gegen unser Leid auf. Die wahre Wut kocht aber in den Kommentarspalten arabischer  mehr …

»Sprachwissenschaftler« sekundieren begeistert gegen die Bürgerbewegung

Heinz-Wilhelm Bertram

Die Mainstream-Medien sind in Not: Mangels harter Nachrichten von »rechter Gewalt« bei konservativen Demonstrationen greifen sie zu einem Behelfsmittel: Sie zapfen zunehmend die links unterwanderten Hochschulen an, um die Bürgerbewegungen möglichst durchgängig diskreditieren zu können. Die politisch Eingespannten, die bekanntlich sattsam von  mehr …

Werbung

Das Tal der unsterblichen Meister

Eine Reise ins ewige Wesen aller Dinge

Im Sommer 2006 unternimmt der Seher und spirituelle Lehrer Aaravindha Himadra eine abenteuerliche Reise in ein unzugängliches, mythisches Tal im Himalaja. Dort trifft er die legendären Amartya-Meister, höchst verwirklichte menschliche Wesen. Sie sind die Hüter von geheimem spirituellem Wissen einer uralten Tradition, das sie befähigt, die Begrenzungen des Todes zu überwinden. Unter der Anleitung der Meister erfährt Aaravindha, wie die Naturgesetze ihre Gültigkeit verlieren; er reist durch die Zeit, macht Erfahrungen außerhalb seines physischen Körpers und gewinnt tiefe Einsichten in das ewige Wesen aller Dinge.

mehr ...

Newsletter-
anmeldung!
Hier erhalten Sie aktuelle Nachrichten und brisante Hintergrundanalysen
(Abmeldung jederzeit möglich)

KOPP EXKLUSIV – Jetzt bestellen

Brisante Hintergrundanalysen wöchentlich exklusiv nur bei uns.

Katalog – Jetzt kostenlos bestellen

Bestellen Sie unseren Katalog kostenlos und unverbindlich.